Aktien handeln wie ein Profi

Online-Broker bieten den Handel mit Aktien zu günstigen Preisen direkt über das eigene Aktiendepot und die elektronische Handelsplattform. Doch nur vergleichsweise wenige Privatanleger sind davon überzeugt, dass sich Investitionen in Aktien & Co. wirklich lohnen und scheuen das Risiko.

Warum das so ist, wie Sie selbst Aktien wie ein Profi handeln können und den besten und günstigsten Anbieter finden, erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Über 60% trauen den Aktienmärkten nicht

Aktien gehören für die meisten Deutschen offenbar nicht zu den vertrauenswürdigsten Geldanlagen. Über 60% hält den Aktienmarkt sogar für den risikoreichsten Finanzmarkt überhaupt. Investitionen in Aktien sind bei vielen Anlegern nach wie vor unbeliebt. Dabei wird klar, dass die meisten Teilnehmer an einer Puls-Marktumfrage im Auftrag von vier Online-Banken im Jahr 2014 ihre Meinung aus einem Vorurteil heraus vertreten, denn Charts zu Kursverlauf und Rendite sagen etwas Anderes.

Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigt die positive und negative Rendite aus Aktieninvestition in DAX-Unternehmen der letzten 50 Jahre (Quelle: Deutsches Aktieninstitut)

Umso erstaunlicher ist deshalb auch die Auffassung der Befragten, dass Aktien gerade als langfristiges Investment nichts taugen sollen. Die auf 10 oder 20 Jahre ausgerichtete Buy-and-hold Strategie weicht offensichtlich den Zockern, die aus kurzfristigen, hoch risikoreichen Investitionen schnelle Gewinne erwirtschaften wollen – und damit tatsächlich oft danebenliegen. Da stimmt der schlechte Ruf der Aktienanlagen dann wieder, dass man damit viel Geld verlieren kann.

Deutsche spielen lieber Lotto, statt in Aktien zu investieren

Die geringe Wahrscheinlichkeit eines Lottogewinns blenden die Deutschen lieber aus und geben regelmäßig ihren Tippschein samt oft nicht unerheblichem Einsatz ab.

Sie neigen dazu, geringere Wahrscheinlichkeiten über zu bewerten und unterschätzen dagegen höhere Wahrscheinlichkeiten. Darüber hinaus ist die Höhe des aktuellen Lotto-Jackpots in Funk, Fernsehen und jeder Art von Print-Medien überall präsent, empfehlenswerte Aktien jedoch nicht.

Dass Aktiengesellschaften ebenso wie deren Investoren daran interessiert sind, den Wert des Unternehmens zu erhöhen und erfolgreich zu wirtschaften, bleibt bei den offensichtlich wettfreudigen Deutschen, die trotzdem als Volk der Sparer und nicht gerade als Glücksspieler bekannt sind, außen vor. Während Unternehmen und Aktionäre also die gleichen Interessen haben, verdienen Lottogesellschaften umso besser, je weniger und niedrigere Gewinne es gibt.

Warum Sie Ihr Geld lieber in Aktien anlegen und nicht in Lottoscheine investieren sollten, es aber nur Wenige tun, lesen Sie unseren Beitrag „Lieber Lotto statt Aktien“.

Online Aktien & Co. handeln über PC, Smartphone & Tablet

Die Zeiten, dass Kunden eine Bankfiliale aufsuchen mussten und am Ende vom Berater die hauseigenen Produkte wie Sparpläne oder Festgeld-Konten mehr überzeugten als die teuren Aktiendepots sind längst vorbei. Depots können vollständig online und bequem von zuhause oder unterwegs eröffnet werden. Selbst die Legitimierung mittels Reisepass oder Personalausweis erfolgt nicht mehr schriftlich im lästigen PostIdent-Verfahren mit allerhand Kopien, sondern zeitsparend und schnell per Video-Telefonat über die Webcam.

Über die elektronische Plattform können Wertpapiere direkt über das eigene Handelskonto ge- oder verkauft werden. Jederzeit und von überall, wo man online ist. Der Handel ist so sicher wie das Online-Banking und viele Online-Broker und Direktbanken stellen für mobile Endgeräte die passenden Apps zur Verfügung, über die der Zugriff auf Depot und Handelsplattform jederzeit möglich ist.

Vorteile für Privatanleger – Kostenlose Kontoführung und niedrige Handelskosten für Aktiendepots

Ein Teil der Aktien-Skeptiker würde zwar in Wertpapiere investieren, hält aber die Handelskosten für viel zu hoch. Dabei bieten Online-Broker und Direktbanken überwiegend sowohl eine kostenlose Depotführung als auch niedrige Handelskosten in Form von Flatrates oder Paket-Preisen an.

Die günstigsten Anbieter für Privatanleger

Unter den deutschen Direktbanken liegt preislich die OnVista Bank – inzwischen übernommen durch die Commerzbank-Tochter comdirect –  an der Spitze der günstigsten Anbieter. Aktien können unabhängig von der Höhe des Handelsvolumens zu einem Festpreis von 5 EUR je Order zuzüglich einer Gebührenpauschale von 1,50 EUR je Börsenplatz gehandelt werden. Zur Verfügung stehen alle deutschen Börsen sowie 13 internationale Börsenplätze.

Noch preisgünstiger, nämlich mit nur 2 EUR je Order zuzüglich einer Gebühr von 0,008% vom Ordervolumen, ist der niederländische Anbieter Degiro. Während die großen deutschen Direktbanken darüber hinaus aber auch weitere Produkte wie Sparpläne z.B. in Fonds, wie die derzeit stark nachgefragten Index-Fonds (ETFs), anbieten, beschränkt sich Degiro ausschließlich auf den börslichen Aktienhandel.

Im Vergleich liegen die Konditionen der deutschen Direktbanken deutlich höher, was die prozentuale Gebühr vom Ordervolumen betrifft, z.B. bei der DAB Bank 0,25% bei einem Paketpreis je Order von zunächst preiswert klingenden 4,95 EUR.

Attraktive Verzinsung des Aktiendepots bei Depotwechsel

Bei einem Depotwechsel von einem anderen depotführenden Institut oder Broker werden Neukunden nicht nur mit Prämien, sondern auch mit einer in Zeiten der Niedrigzinsen attraktiven Tagesgeld-Verzinsung ihres neuen Aktiendepots belohnt. Diese liegt beispielsweise mit 2,5% bei der Consorsbank weit über den üblichen Angeboten für die klassische Geldanlage in Tages- und Festgeld, deren Zinssatz nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen können. Damit lässt sich an Aktien also sogar doppelt verdienen.

Wir haben in unseren unabhängigen Tests & Bewertungen die wichtigsten Anbieter genau unter die Lupe genommen. In unseren Erfahrungsberichten finden Sie alle Informationen, Vor- und Nachteile sowie Leistungs- & Serviceangebot der jeweiligen Test-Kandidaten.

Wie kann man sich online über die richtige Auswahl von Aktien informieren?

Nicht nur im Online-Banking, sondern auch bei der Geldanlage ist es notwendig, sich mit den technischen Möglichkeiten vertraut zu machen. Wer früher seine Papier-Überweisung in den Briefkasten warf, musste sich mit PINs, TANs und elektronischen Geldgeschäften vertraut machen. Inzwischen ist dies zur Selbstverständlichkeit geworden,

Bei der Geldanlage steht kein Broker als Berater für Kauf- oder Verkaufsempfehlungen zur Verfügung. Der Anleger entscheidet selbst, welche Wertpapiere er kauft oder verkauft und wann. Hiervor scheuen viele Investoren vor dem Aufwand der Beschaffung von seriösen und aktuellen Informationen zurück.

Doch auch hier gibt es zahlreiche Quellen im Internet, entweder über das neutrale Info-Portal mit den neuesten Marktnachrichten und Analysen des Anbieters selbst, über Finanzportale wie Finanzen.de, welches im Übrigen auch selbst als Broker fungiert, oder über seriöse Börsenbriefe und Newsletter.

Vorsicht sollte man in Blogs und Börsenforen walten lassen, denn hier kommen die Informationen von Privatpersonen, deren tatsächlicher Background und Wissen kaum jemand kennt. Insofern können sie genauso wenig Wert sein wie die Prognose von unerfahrenen Anlegern.

Informationen direkt über die Börse

Für aktuelle Kurs- und alle Unternehmensinformationen stehen im Internet zahlreiche Portale zur Verfügung, aber auch die Webseiten der Börse, an der die Aktiengesellschaft notiert ist, bei deutschen Aktien also entweder an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main oder den deutschen Regionalbörsen Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart. Neben aktuellem Kurs, historischen und aktuellen Charts finden Sie auch alle Pflichtmitteilungen der jeweiligen Unternehmen.

Newsletter und Börsenbriefe

Zahlreiche Finanzseiten im Internet bieten auch kostenlose Newsletter zu Aktien-Themen mit Informationen zu Aktien und Börsengeschehen an, per kostenlosem oder gegen Abo-Gebühr per E-Mail. Die Qualität lässt insbesondere bei kostenlosen Newslettern allerdings oft zu wünschen übrig. Außerdem erhält man häufig zusätzlich eine Unmenge von Werbung. Unabhängig von kostenlosen oder kostenpflichtigen Newslettern sollten Sie aber auch hier genau beobachten, von wem die Aktien empfohlen werden und um welche Aktien es sich dabei handelt. Unseriöse Newsletter empfehlen ausschließlich schlechte Werte, auf die besonders Einsteiger hereinfallen.

Kostenpflichtige Newsletter nennen sich dann meistens nicht mehr Newsletter, sondern Börsenbrief. Diese sind in der Aufmachung oft hochwertiger und detaillierter, geben auch Empfehlungen, zu welchem Kurs der Anleger einsteigen sollte und wo er einen Stopp bei Erreichen des fallenden Kurses setzen sollte. Börsenbriefe sollten aber grundsätzlich nicht die einzige Entscheidungsgrundlage darstellen und kritisch betrachtet werden, aus welchen Quellen die Inhalte stammen und wer die Analysten und Verfasser sind. Sein bester Berater ist der Anleger selbst, wenn er sich das nötige Grundwissen und Kenntnisse in eigener Analyse, wie z.B. technische Analysen und die Fundamentalanalyse angeeignet hat und in der Lage ist, eine Aktie realistisch und mit den entsprechenden Instrumenten zu beurteilen.

Mit Musterdepots die Wertpapierentwicklung beobachten

Vor den realen Aktieninvestitionen empfiehlt sich die Einrichtung eines sogenannten Musterdepots, in dem die Aktienwerte und deren Kursentwicklung über einen gewissen Zeitraum zunächst einmal nur beobachtet werden. Im Musterdepot können auch Unterdepots eingerichtet werden, in denen z.B. selbst ausgewählte Aktien und von Analysten empfohlene Werte miteinander verglichen werden können.

Musterdepots werden von vielen Banken, Direktbanken, Online-Brokern und Finanzportalen kostenlos angeboten und ermöglichen den risikofreien Aktien-Test ohne eigenes Kapital zu investieren.

Die wichtigsten Auswahlkriterien bei der Broker-Wahl

Ein Broker sollte in jedem Fall eine ordnungsgemäße Regulierung durch eine EU-Aufsichtsbehörde und eine Einlagensicherung der Kundengelder vorweisen. Die Einlagensicherung gilt jedoch nur für Bankeinlagen wie Girokonten, Spar-, Festgeld-, Tagesgeldkonten usw., nicht für Wertpapierdepots. Wertpapiere werden von Banken im Kundenauftrag verwahrt, d.h. sie sind Eigentum des Kunden und werden im Insolvenzfall an diesen herausgegeben. Ein Zugriff auf Depotwerte durch Bank oder Gläubiger ist deshalb nicht möglich. Die Angst, Broker oder Bank könnten mit den Werten im Depot „durchbrennen“ oder bei Insolvenz an Gläubiger fallen, ist also unbegründet.

Versteckte Gebühren oder zusätzliche Kosten für die Nutzung der Handelsplattform oder zur Verfügung gestellte Charts sind ein K.o.-Kriterium. Die meisten Anbieter in Deutschland wie comdirect, OnVista Bank, Consorsbank oder DAB Bank (Schwesterunternehmen der Consorsbank) sind Tochtergesellschaften großer deutscher und europäischer Banken.

Grundsätzlich gelten für die Auswahl eines Online-Brokers die wichtigsten folgenden Merkmale:

  • EU-Regulierung & Einlagensicherung
  • Handelsplattform und mobiles Trading-Angebot für Smartphone & Tablet
  • Konditionen (Kosten, Gebühren, Provisionen/Kommissionen)
  • Fortbildungsangebot (z.B. Webinare)
  • Analysen, Marktnachrichten, News-Ticker, angeschlossenes Finanzportal
  • Kundensupport
  • Prämien oder (höhere) Verzinsung des Depots bei Depotwechsel

Die Kosten und Handelskonditionen – ein wesentliches Testkriterium

In unseren Bewertungen führen wir auch die anfallenden Kosten und Konditionen auf, um diese mit verschiedenen Brokern zu vergleichen.

Dies sind insbesondere:

  • Verrechnungskonto/Zahlungen über Referenzkonto
  • Mindesteinzahlung und mögliche Gebühren für Ein- & Auszahlungen
  • Handelskosten
  • Größe der handelbaren Kontrakteinheiten (Lots)
  • Provisionen, Kommissionen und Gebühren im Aktien-, Forex- und CFD-Handel

Support und Erreichbarkeit des Kundenservice

Natürlich ist es ideal, wenn der Support rund um die Uhr für alle Fragen über sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten wie Live Chat, Skype, Email und telefonisch in der bevorzugten Sprache zur Verfügung steht. Das ist jedoch selten der Fall, die meisten deutschen Broker sind während der üblichen Bürozeiten telefonisch oder per E-Mail zu erreichen. Bei deutschem Service steht jedoch der persönliche Kontakt zum Kundenservice an höherer Stelle als die durchgehende Erreichbarkeit und meist weniger qualifiziertem Support in einem externen Call Center.

Deshalb ist eine gute Erreichbarkeit qualifizierter Servicemitarbeiter während der Handelszeiten eher vorzuziehen als ein zwar umfangreiches Angebot auf allen Kanälen rund um die Uhr, auf denen der Trader dann tatsächlich aber doch keine Antwort erhält oder nicht in deutscher Sprache kommunizieren kann. Aufschluss zu Supportqualität und Erreichbarkeit geben die Ergebnisse unserer Support-Tests, in denen wir Kontakt zu dem Anbieter über Live Chat oder per Email aufnehmen und inhaltlich gezielte Fragen zum Angebot und den Leistungen des Brokers stellen.

Fazit zum Aktienhandel für Privatanleger

Die generelle Scheu vor Investitionen in Aktien liegt offensichtlich vor allem an fehlenden Informationen und Vorurteilen der Anleger, die konservative Vermögensanlage wie Tages- & Festgeld mit Niedrigzins vorziehen. Langfristige Renditen in Index-Aktien wie das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstitut zeigen, dass diese in Anbetracht der Zeiträume deutlich positiv sind.

Auch das Argument, nur die Banken und Broker würden an den Aktiendepots verdienen, entspricht nicht dem tatsächlichen Angebot. Kostenlose Depotführung, Prämien bei Depotwechsel, attraktive Verzinsung des Depotwertes und günstige Handelskonditionen lohnen den Vergleich zwischen den bekanntesten deutschen Direktbanken und einigen europäischen Online-Brokern.

Handel und Depotführung erfolgen vollständig online. Auch die Depoteröffnung ist in nur wenigen Minuten erledigt. Zahlungen vom Depot auf das eigene Girokonto erfolgen sicher vom Verrechnungs- auf das Referenzkonto und können oft vom Kunden selbst veranlasst und durchgeführt werden, der über die entsprechenden Berechtigungen und notwendigen Transaktionsvoraussetzungen verfügt.

Wer in den Aktienhandel einsteigt, kann nicht nur vom Informationsangebot der Broker wie Marktnachrichten, Analysen oder Newsletter, sondern auch von Fortbildungsangeboten und kostenlosem Musterdepot profitieren. Aus dem Depot erfolgt der Handel über die bei deutschen Direktbanken meist hauseigene Handelsplattform, die oft nicht komplizierter als Online-Banking ist.

Empfehlenswert und überzeugend präsentieren sich insbesondere die Anbieter OnVista Bank, Consorsbank, comdirect und Degiro.

Jetzt den richtigen Broker finden, anmelden & traden

In unseren Erfahrungsberichten haben wir unsere unabhängigen Test- und Bewertungsergebnisse der Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Dort finden Sie zahlreiche EU-regulierte Broker, die neben ihrer Seriosität mit einem guten Service- und Leistungsangebot und günstigen Handelskosten überzeugen.

In den jeweiligen Bewertungen erfahren Sie unsere ausführlichen Testergebnisse, ob der Anbieter die Voraussetzungen für eine seriöse Einschätzung der Arbeitsweise erfüllt und wir ihn aufgrund seines Gesamtangebotes empfehlen. Sie können sich direkt über unsere Webseite beim Broker Ihrer Wahl anmelden und profitieren von objektiven Bewertungen im Anbieter-Vergleich.

Darüber hinaus erhalten Sie ausführliche Informationen zum Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Handel in unseren Beiträgen und viele andere interessante Themen rund um’s Online-Trading.

Aktien handeln wie ein Profi was last modified: März 25th, 2017 by AngelaZ