Aktien handeln – Welche unterschiedlichen Aktienarten gibt es?

Wer als Privatanleger Aktien handeln möchte, sollte sich mit den unterschiedlichen Aktienarten auskennen. Als Aktionär ist der Anleger in der Regel am Unternehmen beteiligt, z.B. durch Stammaktien, der am weitesten verbreiteten Form der Unternehmensbeteiligung an Aktiengesellschaften. Wie und in welcher Form hängt jedoch nicht nur von der Höhe der Kapitaleinlage ab, sondern auch von der Art der Aktie, die er erwirbt.

Was Sie hierzu wissen müssen, um in Zeiten von Niedrigzinsen erfolgreich ihr Vermögen zu steigern, in dem Sie mit Unternehmensanteilen in Form von Aktien handeln, erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Was ist eine Aktie überhaupt?

Eine Aktie ist ein Wertpapier, welches den Anteil an einer Aktiengesellschaft (AG), aber auch an den weiteren aktienbasierten Gesellschaftsformen wie der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) oder einer sogenannten Europäischen Gesellschaft verbrieft. Mit dem Wertpapier erhält der Aktionär praktisch eine Bescheinigung über den von ihm gehaltenen Anteil am Unternehmen bzw. der Ausgestaltung.

Aktien werden in Papierform aus Sicherheitsgründen in Sicherheitsdruckereien hergestellt. Hier werden wie bei Banknoten unterschiedliche Sicherheitsmerkmale zum Schutz vor Fälschungen verwendet.

Üblicherweise werden Unternehmensbeteiligungen an Aktiengesellschaften von Privatanlegern als Einzelaktien erworben. Je nach Unternehmenserfolg und damit der Aktie durch die getätigten Handelsabschlüsse von Käufern und Verkäufern steigt oder sinkt der Börsenkurs. Der Wert der Einzelaktien variiert wie alle börsennotierten Produkte durch die Kursveränderungen laufend und damit ändert sich auch der jeweils aktuelle Depotwert.

Bei Einzelaktien ist deshalb auf eine sinnvolle Mischung zu achten. Ein großes VW-Aktienpaket als größter oder gar einziger Depotwert hat viele Aktionäre in der jüngeren Vergangenheit sicherlich an den Rand der Verzweiflung gebracht. Wird ein Verkauf nahezu unmöglich, sind weitere Verluste nicht auszuschließen. Hat das Unternehmen Erfolge im Geschäftsjahr zu verzeichnen, steigt meist auch der Aktienkurs und somit auch das Vermögen der Aktionäre, die bei Dividendenausschüttungen von zusätzlichem Vermögenszuwachs profitieren können.

Es gibt jedoch unterschiedliche Aktienarten, die Anleger kennen sollten.

Welche Aktienarten gibt es?

Stammaktien – Je Aktie eine Stimme

Bei den Stammaktien handelt es sich um die häufigste Form der an der Börse gehandelten Aktien. Inhaber von Stammaktien erwerben einen Unternehmensanteil je Aktie und damit eine Stimme. Je mehr Stammaktien ein Aktionär besitzt, desto mehr Stimmrechte hat er, z.B. auf der Aktionärs- oder Hauptversammlung des Unternehmens.

Jede Stammaktie ist mit den gleichen Rechten ausgestattet, so dass es keine Stammaktien gibt, die mehr oder weniger Wert haben. Dies gilt auch bei einer Dividendenzahlung, d.h. jeder Inhaber von Stammaktien erhält je Aktie die gleiche Höhe einer Dividende und verfügt über denselben Gewinnanteil.

Vorzugsaktien – Das Gegenteil von Stammaktien

Vorzugsaktien sind im Prinzip das Gegenteil von Stammaktien. Neben den Stammaktien gehören sie zu den bekanntesten Aktienarten. Inhaber von Vorzugsaktien verzichten auf ihr Stimmrecht, haben aber im Gegenzug ein höheres Anrecht auf die Dividende, d.h. sie erhalten höhere Dividendenzahlungen als die Inhaber von Stammaktien.

Die Ausgabe von Vorzugsaktien ist begrenzt auf maximal 50% des Grundkapitals der Aktiengesellschaft. Die Ausgabe erfolgt beispielsweise dann, wenn eine Erhöhung des Eigenkapitals vorgenommen werden soll, Schwankungen bei den Mehrheitsverhältnissen aber nicht gewollt sind. Deshalb erhält der Aktionär von Vorzugsaktien kein Stimmrecht und dafür eine höhere Dividende.

Inhaberaktien – Unbekannte Teilhaber an Aktiengesellschaften

Die Bezeichnung Inhaberaktie ist insoweit irreführend, als dass man denken könnte, das Wertpapier ist auf den Inhaber namentlich ausgestellt. Das ist nicht der Fall. Die Aktionäre mit Inhaberaktien sind dem Unternehmen unbekannt. Nur Großaktionäre, wie z.B. Banken oder Versicherungen, müssen namentlich bekannt sein.

Namensaktien – Transparente Aktionäre

Die Namensaktien sind wiederum das Gegenteil der anonymen Inhaberaktien. Kauft ein Aktionär Namensaktien, werden sowohl sein Name, Geburtsdatum, Anschrift und auch die von ihm erworbene Stückzahl der Aktien (z.B. „2/100“) in dem Wertpapier vermerkt. So weiß das Unternehmen, wer der Aktionär ist und wie viele Anteile und Stimmrechte er hält.

Namensaktien sind insbesondere dann sinnvoll, wenn Aktionäre zur Hauptversammlung eingeladen werden, um dort auch ihre Stimmrechte auszuüben. Durch das Vorliegen der persönlichen Daten des Aktionärs, kann dieser direkt angeschrieben und ihm seine Stimmkarte ausgestellt werden. Werden Namensaktien vom Aktionär verkauft, müssen die Änderungen im Aktienregister des Unternehmens geändert werden. Dies bedeutet einen nicht unerheblichen Verwaltungsakt, denn der Verkäufer muss aus dem Register ausgetragen und der Käufer in neu eingetragen werden.

Für welchen Anlegertyp eignen sich diese Aktienarten?

Wer in Aktien investieren möchte, sollte die o.g. Aktienarten kennen und sich für die für ihn sinnvollste Variante entscheiden. Zunächst stellt sich die Frage Stamm- oder Verzugsaktien. Wer auf Stimmrechte und damit Einfluss auf das Unternehmen als Teilhaber keinen Wert legt und dafür lieber eine höhere Dividende zugeteilt bekommen will, profitiert von Vorzugsaktien.

Stammaktionäre nehmen ihr Stimmrecht in Anspruch und können sich z.B. auch einem Zusammenschluss der Kleinaktionäre des Unternehmens anschließen, der die Interessen beispielsweise durch einen Vortrag auf der Hauptversammlung vorträgt. Hier stellt sich also die Frage, mehr Dividende (natürlich nur, sofern überhaupt eine Dividende seitens der Hauptversammlung bzw. der Aktiengesellschaft beschlossen wird) oder Ausübung der Stimmrechte.

Sonderformen von Aktien bezüglich ihres Wertes

Die o.g. Aktienarten beziehen sich lediglich auf die Rechte der Aktionäre bzw. ob diese gegenüber der Aktiengesellschaft anonym bleiben oder in das Aktienregister eingetragen werden. Davon abgesehen gibt es aber zwei Sonderformen bezüglich des Wertes einer Aktie: Nennwertaktien und Stückaktien.

Nennwertaktien haben einen sogenannten Nominalwert. Das heißt, pro Nennwertaktie wird ein fixer Wert festgelegt, zu diesem der Aktionär die Aktie erwerben kann, z.B. 50,80 EUR je Aktie. Dieser Nennwert bleibt unabhängig vom schwankenden Börsenkurs gleich. Selbstverständlich können Nennwertaktien zum aktuellen Börsenkurs, der sich aus Angebot und Nachfrage an der Börse ergibt, aber verkauft werden.

Anders sieht es aus bei den Stückaktien. Hier wird kein fixer Wert je Aktie vermerkt, sondern Stückaktien beinhalten die Angabe über den Anteilswert am Unternehmen je Wertpapier. Werden beispielsweise von der Aktiengesellschaft 100.000 Stückaktien ausgegeben und ein Anleger besitzt davon 10.000 Stück, ist er mit 10% an dem Unternehmen beteiligt.

Wie können Privatanleger in die verschiedenen Aktienarten investieren?

Für den Kauf und Verkauf von Aktien benötigen Privatanleger ein Aktiendepot bei einem Broker oder einer Bank. In das Depot zahlt der Depotinhaber das für den Handel benötigte Kapital ein und kann die Aktien erwerben. Die Führung eines Online-Depots ist meist kostenlos, d.h. es fallen keine monatlichen oder jährlichen Depotgebühren an. Informieren Sie sich in unseren Tests & Vergleichen der Direktbanken und Broker über Service & Leistungen der Anbieter.

Deutsche Aktien sind an den deutschen Börsen handelbar. Dies ist in erster Linie die Deutsche Börse in Frankfurt, aber auch die regionalen Handelsplätze wie Hamburg, Berlin, Stuttgart, Düsseldorf und München.

Der Kauf und Verkauf von internationalen Aktien ist gegebenenfalls abhängig davon, welche Börsen über den Broker zugänglich sind, in der Regel zählen aber alle internationalen, großen Handelsplätze dazu. Viele internationale Papiere werden auch an der Deutschen Börse in Frankfurt gehandelt. Aktien von Unternehmen, die nur an kleineren oder regionalen ausländischen Börsen notiert sind, können über eine Bank gehandelt werden. Hierfür sind aber oft hohe Transaktionsgebühren fällig.

Wo findet man die seriösen Basisdaten zu Aktiengesellschaften?

Informationen aus erster Hand wie Kennzahlen, Ad hoc- und Pressemitteilungen, Bilanzen, Geschäfts- und Quartals- oder Halbjahresberichte, historische Charts sowie Hauptversammlungs-Termine usw. findet man im Investor Relations-Bereich des jeweiligen Unternehmens.

Jede börsennotierte Aktiengesellschaft veröffentlicht unter der Rubrik Investor Relations auf ihrer Webseite die o.g. Informationen, die sowohl für Presse als natürlich auch für interessierte Anleger frei zugänglich sind.

Börsennotierte Aktiengesellschaften unterliegen gemäß dem Wertpapierprospektgesetz (WpPG) und gesellschafts- sowie kapitalmarktrechtlicher Pflichten einer Reihe von Veröffentlichungspflichten (Pflichtmitteilungen), die innerhalb festgelegter Fristen der Öffentlichkeit über die geeigneten Medien zugänglich gemacht werden müssen. Für Anleger hilfreich ist ein gemäss WpPG jährlich von der Gesellschaft zu erstellendes Dokument, in dem alle diesbezüglichen Veröffentlichungen der vergangenen 12 Monate zur Verfügung gestellt werden müssen. So braucht sich der potentielle Anleger nicht durch sämtliche Webseiten lesen und hat alle Informationen in einer Zusammenfassung online verfügbar.

Die günstigsten Wertpapier-Depots für Privatanleger aus unseren Tests & Bewertungen

Unter den deutschen Direktbanken liegt preislich die OnVista Bank – inzwischen übernommen durch die Commerzbank-Tochter comdirect –  an der Spitze der günstigsten Anbieter. Aktien können unabhängig von der Höhe des Handelsvolumens zu einem Festpreis von 5 EUR je Order zuzüglich einer Gebührenpauschale von 1,50 EUR je Börsenplatz gehandelt werden. Zur Verfügung stehen alle deutschen Börsen sowie 13 internationale Börsenplätze.

Noch preisgünstiger, nämlich mit nur 2 EUR je Order zuzüglich einer Gebühr von 0,008% vom Ordervolumen, ist der niederländische Anbieter DEGIRO. Während die großen deutschen Direktbanken darüber hinaus aber auch weitere Produkte wie Sparpläne z.B. in Fonds, wie die derzeit stark nachgefragten Index-Fonds (ETFs), anbieten, beschränkt sich DEGIRO ausschließlich auf den börslichen Aktienhandel.

Empfehlenswerte deutsche Anbieter von Wertpapier-Depots mit gutem Leistungs- & Serviceangebot sind z.B. OnVista Bank, BB Bank, ING-DiBa, NIBC Direct, DKB Bank, comdirect, Consorsbank, Maxblue, 1822direkt und die DAB Bank.

Wie starte ich den Aktienhandel als Privatanleger?

Wer mit Aktien-Investitionen bisher noch keine Erfahrungen sammeln konnte und erst einmal testen möchte, wie sich sein Wunschportfolio an der Börse entwickelt, der ist mit einem Musterdepot zunächst gut beraten. Hat man sich als künftiger Aktionär eine Informationsbasis zu den interessanten und zur persönlichen Anlagestrategie passenden Aktien geschaffen, möchte man natürlich auch wissen, wie sich denn die Aktie tatsächlich entwickeln würde und ob die Einschätzung richtig war.

Bevor das Anlegerkapital in den Aktienkauf fließt, empfiehlt sich deshalb die Einrichtung eines sogenannten Musterdepots, in dem die Aktienwerte und deren Kursentwicklung über einen gewissen Zeitraum zunächst einmal nur beobachtet werden können. Im Musterdepot können auch Unterdepots eingerichtet werden, in denen z.B. selbst ausgewählte Aktien und von Analysten empfohlene Werte miteinander verglichen werden können.

Musterdepots werden von vielen der von uns getesteten und empfohlenen Banken, Direktbanken, Online-Brokern und Finanzportalen kostenlos angeboten und ermöglichen den risikofreien Aktien-Test ohne eigenes Kapital zu investieren.

Fazit zu den unterschiedlichen Aktienarten

Der Kauf von Aktien erfordert vom Anleger zuvor eine intensive Analyse des Unternehmens und dessen Entwicklung hinsichtlich Kursverlauf und Prognose. Generell sind Aktienanlagen langfristige Investments und sollten entsprechend sorgfältig ausgewählt werden. Hilfestellung können seriöse Anlagetipps und Börsenbriefe geben. Kurzfristig gehaltene Aktien sind hochspekulative Anlagen und Daytrader, die mehrfach täglich Aktien kaufen und verkaufen, spekulieren auf kleinste Kursveränderungen. Hierbei entstehen für den Handel erhebliche Transaktionskosten und Gebühren.

Kennen sollten Anleger aber auch die unterschiedlichen Aktienarten, bevor sie ein Investment als Aktionär einer Aktiengesellschaft eingehen. Unterschieden wird zunächst zwischen Stamm- und Vorzugsaktien.

Stammaktien sind die am häufigsten an der Börse gehandelten Aktienpapiere. Sie berechtigen den Aktionär als Stimminhaber und damit dem Mitspracherecht, z.B. auf der Hauptversammlung.

Vorzugsaktien hingegen enthalten kein Stimmrecht, aber ein Anrecht auf eine höhere Dividendenzahlung als dem Inhaber von Stammaktien. Dies gilt natürlich nur dann, wenn eine Dividendenzahlung an die Aktionäre auf der Hauptversammlung beschlossen wurde und es dem Unternehmen entsprechend „gutgeht“.

Dividendenzahlungen und deren Höhe an die Aktionäre werden seitens des Unternehmens durch das entsprechende Organ, dem Aufsichtsrat, entschieden. In der Regel erfolgen Dividendenzahlungen nach Abschluss eines erfolgreichen Geschäftsjahres, in dem ein Gewinn erzielt wurde, es gibt aber auch Sonderdividenden, die unterjährig ausgezahlt werden können. Auch hierüber entscheidet der Aufsichtsrat des Unternehmens.

Der Unterschied zwischen Inhaber- und Namensaktien besteht darin, dass der Anleger in Inhaberaktien anonym bleibt. Der einzelne Aktionär wird nicht administrativ erfasst und kann seine Wertpapiere jederzeit – ebenfalls ohne Erfassung im Aktienregister des Unternehmens – kaufen oder verkaufen.

Das Gegenteil ist bei Namensaktien der Fall. Inhaber von Namensaktien werden vollständig mit den persönlichen Daten wie Name, Geburtstdatum und Anschrift sowie der von ihnen gehaltenen Stückzahl der Aktien offiziell im Register erfasst. Käufe und Verkäufe von Namensaktien werden dann bei entsprechenden Kauf- oder Verkaufstransaktionen erfasst.

Nennwertaktien verfügen über einen festgelegten Nominalwert. Das heißt, pro Nennwertaktie wird ein fixer Wert festgelegt, zu diesem der Aktionär die Aktie erwerben kann. Der Nennwert bleibt unabhängig vom schwankenden Börsenkurs immer gleich.

Für Stückaktien wird wiederum kein fixer Wert je Aktie vermerkt, sie beinhalten stattdessen die Angabe über den Anteilswert am Unternehmen je Aktie.

Jetzt den richtigen Broker finden, anmelden & traden

In unseren Erfahrungsberichten haben wir unsere unabhängigen Test- und Bewertungsergebnisse der Wertpapier-,  Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Dort finden Sie zahlreiche EU- und FCA-regulierte Broker, die neben ihrer Seriosität mit einem guten Service- und Leistungsangebot und günstigen Handelskosten überzeugen.

In den jeweiligen Bewertungen erfahren Sie unsere ausführlichen Testergebnisse, ob der Anbieter die Voraussetzungen für eine seriöse Einschätzung der Arbeitsweise erfüllt und wir ihn aufgrund seines Gesamtangebotes empfehlen. Sie können sich direkt über unsere Webseite beim Broker Ihrer Wahl anmelden und profitieren von objektiven Bewertungen im Anbieter-Vergleich.

Darüber hinaus erhalten Sie ausführliche Informationen zum Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Handel in unseren Beiträgen und viele andere interessante Themen rund um’s Online-Trading.

 

 

Aktien handeln – Welche unterschiedlichen Aktienarten gibt es? was last modified: November 21st, 2017 by AngelaZ