Aktiendepot-Vergleich – Worauf muss ich achten?

Ein Aktiendepot-Vergleich lohnt sich sowohl aufgrund der höchst unterschiedlichen Gebühren und Orderkonditionen als auch bezüglich der unterschiedlichen Leistungsangebote der Anbieter. Aktiendepots werden von zahlreichen Banken, Direktbanken und Online-Brokern angeboten. Worauf sie achten sollten, um ein günstiges und komfortabel online zu verwaltendes Depot für ihre Wertpapier-Anlage zu finden, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Depotgebühren – Bei vielen Banken immer noch kein Auslaufmodell

Depotgebühren werden als reine Verwaltungskosten für die Depotführung erhoben. Auch wenn keine Wertpapiere im Depotbestand vorhanden sind, verlangen vor allem Filial-, aber auch einige Direktbanken immer noch Depotgebühren. Diese zusätzlichen Kosten können zwischen 2,50 bis zu 40 oder 50 EUR p.a. betragen. Auch wenn Sie bei dem Anbieter nur ein Depot und keine weiteren Konten wie z.B. ein Girokonto führen: Diese „Prämie“ an die Bank, dafür, dass Sie dort Kunde sind, sollten sie nicht zahlen und sich Depotgebühren grundsätzlich sparen.

Kostenlos ist die Depotführung z.B. bei der OnVista Bank, BB Bank, ING-DiBa, DKB Bank, Maxblue, 1822direkt, NIBC Direct, comdirect oder der Consorsbank.

Verwahrgebühren – Versteckte Kosten im Kleingedruckten

Wer von Ihnen eine Depotgebühr verlangt, schreckt auch vor Verwahrgebühren nicht zurück. Diese Gebühr wird allein dafür erhoben, dass in ihrem ohnehin schon kostenpflichtigen Depot die Wertpapiere liegen dürfen, d.h. im Bestand sind. Die Gebühr wird meist quartalsweise oder jährlich zusammen mit der Depotgebühr erhoben und kann wie bei einigen Sparkassen 1,5% des Kurswertes Ihrer Wertpapiere betragen. Besitzen Sie beispielsweise Aktien im Wert von 100.000 EUR, zahlen Sie 150 EUR zusätzliche Verwahrgebühr im Jahr. Auch auf diese Kosten sollten Sie im Aktiendepot-Vergleich achten und auf die Anbieter verzichten.

Ordergebühren – Der Mammutanteil der Handelskosten im Aktiendepot-Vergleich

Die Orderkosten – auch Transaktionskosten genannt – stellen im Wertpapierhandel den höchsten Anteil der Handelskosten dar. Es handelt sich hierbei um die Gebühren, die Sie für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zahlen. Sie bestehen aus der Orderprovision, welche die Depotbank für die Durchführung der Order berechnet, und die Fremdspesen, welche an Dritte entrichtet und von der Depotbank an Sie als Kunden weiterberechnet werden.

Orderprovision

Die Orderprovision wird in der Regel als Prozentsatz des Ordervolumens (Kurswert) angegeben. Bei den meisten Direktbanken beträgt die Orderprovision 0,25% des Ordervolumens. Zusätzlich wird die Mindest- und die maximal zu entrichtende Provision pro Order angegeben, also z.B. Orderprovision 0,25% vom Ordervolumen, mindestens 9,90 EUR, maximal 29,90 EUR. Bei kleinem Ordervolumen und der zu entrichtenden Mindestprovision kann die Orderprovision dann entsprechend höher als der angegebene prozentuale Anteil ausfallen.

Einige Anbieter verzichten hingehen inzwischen auf volumenabhängige Orderprovisionen und bieten Flat-Rates an. So z.B. flatex, finanzen.net und OnVista. Unabhängig vom Ordervolumen entrichten Anleger Festbetrag von 5 EUR je Trade an deutschen Börsenplätzen.

Fremdspesen

Zwar entrichten Sie auch die berechneten Fremdspesen an die Depotbank, hier handelt es sich jedoch um Kosten Dritter, die bei Ihrer Transaktion anfallen. Zu den Fremdspesen gehören z.B. die Handelsplatzgebühren (Börsengebühren), Maklercourtage oder Clearing-Gebühren. Ob die Kosten getrennt von der Orderprovision an die Depotbank ausgewiesen werden oder in diesen enthalten sind, ist unterschiedlich. Auf jeden Fall sollten Sie jede Transaktionsabrechnung auf Richtigkeit überprüfen.

Gebühren für Fondshandel – Rabatte auf Ausgabeaufschläge nutzen

Wer in Fonds investieren möchte, sollte auch hier die Gebühren kennen, die als Ausgabeaufschlag bezeichnet werden. Sie können einen erheblichen Betrag ausmachen und bei 5% oder höher liegen. Zeitgemäße Fondsanbieter wie Maxblue oder 1822direkt arbeiten im außerbörslichen Handel unmittelbar mit den Fondsgesellschaften zusammen. Die Fonds sind im Direkthandel über spezielle Fonds-Handelsplattformen erhältlich. Der Vorteil: Auf den Ausgabeaufschlag gibt es oft einen Rabatt von 50% oder sogar 100%.

Finanzen.net bietet Fondsanlegern eine pauschale Orderprovision von 5 EUR wie im Aktien-Handel. Kostenlos sind Fonds auf Sparplan-Basis, erhältlich u.a. bei der ING-DiBa und DKB Bank.

Gebühren für das Streichen & Ändern von Limits und telefonische Auftragserteilung

Unterschiedlich handhaben Depotbanken und Online-Broker auch die Gebühren für das Streichen und Ändern von Limits. Bei Teilausführungen, d.h. wenn Orders in mehreren Teilen (Tranchen) ausgeführt werden, können ebenfalls Gebühren anfallen.

Eine beliebte Zusatzeinkommensquelle für Banken & Online-Broker sind telefonische Orders. Hier schnappt nochmals die Gebührenfalle zu und zusätzliche Gebühren für telefonische Orderaufgabe kostet den Anleger meist um die 10 EUR zusätzlich.

Entscheiden Sie sich deshalb lieber für einen der bereits oben genannten Anbieter, die auf diese Extra-Gebühren verzichten.

Separate Preis-/Leistungsverzeichnisse für den Derivate-Handel

Möchten Sie neben Wertpapieren auch hochspekulative Finanzinstrumente z.B. an der Terminbörse EUREX, CFDs oder Währungen (Forex) handeln, sollten Sie sich das Preis-/Leistungsverzeichnis für den Handel mit Derivaten anschauen, ob Ihnen die Konditionen zusagen bzw. ob der Derivate-Handel überhaupt angeboten wird. Neben Wertpapieren können Sie CFDs z.B. auch bei DEGIRO, flatex und der Consorsbank handeln.

 
Jetzt zu Degiround günstig online traden!

Wertpapierkredite – Wertpapierdepots beleihen lohnt sich nur in Einzelfällen

Im Aktiendepot-Vergleich taucht vereinzelt das Wort Wertpapierkredit auf und wird stellenweise von den betreffenden Depotbanken auch besonders hervorgehoben. Wer kurzfristig Geld benötigt, kann sich auch hier nicht mal eben Geld aus dem Depot abziehen. Wie bei Überziehungskrediten gibt es auch beim Wertpapierkredit von Bank zu Bank unterschiedliche Konditionen, um sein Wertpapierdepot zu beleihen. Sinnvoll ist dies nur dann, wenn man keine Wertpapiere verkaufen will und z.B. eine anderweitige Tilgung mit dem Geld aus dem Wertpapierkredit vornimmt, um höhere Zinsen zu sparen. Hierfür müssen die Zinsen für den Wertpapierkredit natürlich entsprechend niedriger sein. Ein anderes Beispiel ist die Portfolio-Absicherung in volatilen Marktphasen, wenn es sich um größere Wertpapier-Bestände im Depot handelt.

Für Anleger, denen die Option Wertpapierkredit wichtig ist und die dementsprechend höhere Summen investieren, die sie gegebenenfalls später beleihen möchten, empfiehlt sich auch hier der Blick ins Preis-/Leistungsverzeichnis des jeweiligen Anbieters. Wertpapierkredite auf das Depot bietet beispielsweise die DAB Bank.

Welche Leistungen sind wichtig im Aktiendepot-Vergleich?

Neben den Gebühren und Konditionen sind auch die Leistungen des Depot-Anbieters ein wesentlicher Punkt bei der Auswahl des passenden Depots.

Hierzu gehört zunächst das Handelsangebot. Welche Produkte sind handelbar und auf welche kann man selbst ohne Weiteres verzichten? Wer Aktien handeln will, legt seinen Fokus sinnvollerweise nicht nur auf einen bestimmten Markt, Länder oder Branchen, sondern sorgt mit einer breiten Risikostreuung für ein ausgeglichenes Portfolio. Verhält sich ein Markt turbulent, können Gegengewichte im Portfolio mögliche Verluste gegebenenfalls ausgleichen.

Handelbare Wertpapiere & Derivate

Nicht alle Depot-Anbieter haben jede Wertpapier-Sparte oder Derivate wie CFDs im Angebot. Handelbar sind bei den deutschen Direktbanken meist Aktien, Fonds, Anleihen und Zertifikate, vereinzelt ergänzt durch ETFs. Beim niederländischen Discount-Broker DEGIRO sind wiederum zusätzlich CFDs, aber keine Aktien handelbar.

Handelbare Börsenplätze im In- und Ausland & außerbörslicher Handel (Direkthandel)

Deutsche Handelsplätze

Professionelle Depot-Anbieter ermöglichen Anlegern den Zugang zu allen deutschen Handelsplätzen. Das bedeutet, dass nicht nur zum elektronischen Handelssystem XETRA sowie den Wertpapierbörsen Frankfurt und Stuttgart, sondern auch zu allen deutschen Regionalbörsen wie München, Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover und Düsseldorf ein Börsenzugang besteht. Für den hochspekulativen Handel von Derivaten benötigen Anleger auch den Handelszugang zur Terminbörse EUREX.

Internationale Auslandsbörsen

Wer ausländische Wertpapiere handeln möchte, muss diese nicht unbedingt an den jeweiligen Auslandsbörsen kaufen oder verkaufen. Kostengünstiger ist der Handel an deutschen Handelsplätzen, doch sind nicht alle ausländischen Wertpapiere auch an der Börse Frankfurt gelistet. Weniger bekannte Auslandsaktien sind dann nur an der jeweiligen Auslandsbörse erhältlich oder der Handel ist in Deutschland kaum möglich, weil die betreffenden Papiere hierzulande kaum gehandelt werden, Angebot und Nachfrage und demnach auch der Umsatz fehlt. Die wichtigsten Auslandsbörsen für Anleger sind in erster Linie die US-Börsen New York Stock Exchange (NYSE) und NASDAQ sowie die Londoner Börse (London Stock Exchange). Besteht über das Depot Zugang zu Auslandsbörsen sind die US-Börsen und London in jedem Fall mit dabei.

Außerbörslicher Handel (Direkthandel)

Der außerbörsliche Handel – auch als Direkthandel bezeichnet – hat den Vorteil, dass er sehr komfortabel, schnell und auch kostengünstiger ist, da keine Handelsplatz- oder Maklercourtage anfallen. Er wird z.B. über Tradegate oder Lang & Schwarz abgewickelt und ist nicht an die regulären Börsenzeiten gebunden, sondern ist auch bereits vor Börsenöffnung sowie nach Börsenschluss verfügbar. Die Anzahl der Direkthandelspartner variiert von Anbieter zu Anbieter, so dass interessierte Anleger prüfen sollten, welche Handelsplätze und Direkthandelspartner sowie Fondsgesellschaften im außerbörslichen Handel zur Verfügung stehen. Bei Maxblue sind dies z.B. 22, bei 1822direkt 17 Direkthandelspartner.

Fondshandel

Wer Fonds handeln möchte, für den sind nicht nur die o.g. Konditionen bezüglich der Rabatte für Ausgabeaufschläge oder fixe Orderkosten, sondern auch die Gesamtauswahl an Fonds und ob bzw. welche davon unmittelbar über die ausgebende Fondsgesellschaft, über die Börse oder im außerbörslichen Handel erhältlich sind. Nicht alle Anbieter bieten auch die kostengünstigen ETFs (Exchange Traded Funds) an, die, wie auch einige Investmentfonds, zum Teil als Sparplan eingerichtet werden können. Die monatliche Sparplan-Rate ist für Anleger in der Regel ab 50 EUR möglich. Für Fonds- oder ETF-Sparpläne fallen keine Orderkosten an.

Orderarten und zusätzliche Handels-Tools

Im Aktiendepot-Vergleich ist sowohl für Einsteiger als auch erfahrene Anleger wichtig, dass für eine Order Limits gesetzt werden können. Sie gehören zu den Standard-Orderarten, während sogenannte Trailing Stopps schon spezieller sind und zu den komplexeren Handels-Tools zählen. Erfahrene Trader wünschen sich deshalb den Handel über eine professionelle Handelsplattform, während Einsteiger die Variante direkt aus dem Depot zu handeln bevorzugen dürften, die normalerweise so einfach wie das Online-Banking funktioniert.

Handel direkt aus dem Depot & über die Handelsplattform

Kauf und Verkauf von Wertpapieren direkt aus dem Depot ist im Grunde so einfach wie eine Überweisung. Insbesondere Depot-Anbieter der Großbanken verfügen meist über eine hauseigene Handelsplattform, die auch Viel-Tradern genügend Handlungsspielraum und professionelle Orderplatzierung inkl. zusätzlichen Handels-Tools erlaubt. Wer lediglich in einen Fonds-Sparplan anlegen möchte, kann auf auch auf ein Demo-Konto, Musterdepot, Marktnachrichten und Analysen sicher gut verzichten.

Fazit zum Aktiendepot-Vergleich

Das Hauptaugenmerk im Aktiendepot-Vergleich liegt zweifellos auf den vermeidbaren Gebühren wie Depot- und Verwahrgebühr und den Orderkosten (Transaktionskosten). Darüber hinaus sollten natürlich die gewünschten Produkte wie Aktien, Fonds, ETFs, Anleihen, Zertifikate und gegebenenfalls sparplanfähige Fonds & ETFs sowie die hochspekulativen Derivate wie CFDs, Forex oder Optionsscheine im Handelsangebot enthalten sein. In diesem Zusammenhang sind auch die verfügbaren Handelsplätze im In- und Ausland sowie der außerbörsliche Handel (Direkthandel) und gegebenenfalls der Fondshandel über die Fondsgesellschaften relevant.

Als unnötige Kosten erweisen sich im Aktiendepot-Vergleich definitiv Depotgebühren, Verwahrgebühren, zusätzliche Gebühren für telefonische Orderaufgabe und die Änderung oder Streichung von Limits. Die meisten Direktbanken und professionellen Online-Broker mit Schwerpunkt Wertpapier-Depot verzichten auf diese Gebühren-Konstrukte, die leicht in die Hunderte EUR pro Jahr, je nach Handelsaktivität des Anlegers, gehen können.

Nicht zuletzt ist je nach Anspruch des Anlegers und Anlageverhalten, Anzahl der Orders, z.B. von Daytradern, die Verfügbarkeit einer professionellen Handelsplattform mit erweiterten Handels-Tools von Bedeutung.

Auch im Aktiendepot-Vergleich gilt, was für alle Broker zu den wichtigsten Auswahl-Kriterien zählt, denn in jedem Fall sollte der Depot-Anbieter seriös arbeiten und über eine Regulierung durch eine zuverlässige Finanzmarktaufsicht sowie eine zumindest gesetzliche Einlagensicherung verfügen. Auch wenn Wertpapiere im Depot durch die Bank nur verwahrt werden und kein Zugriff auf den Depotbestand im Insolvenzfall der verwahrenden Bank erfolgen kann, legen einige Anleger beim Depotverwalter z.B. auch Tages- oder Festgeld an, was wiederum unter die Einlagensicherung fällt, da es sich um Sparguthaben handelt.

Wer unter den Direktbanken und Online-Brokern mit Wertpapier-Depot nicht fündig werden sollte und insbesondere in ETFs investieren möchte, findet eine attraktive Alternative bei den sogenannten Robo Advisors. Hier handelt es sich um computergestützte Programme, die anhand von Algorithmen errechnete Anlagekonzepte und -strategien erstellen. Auf Basis von historischen Daten, unterschiedlichen Modellen und Risiko-Profilen erhalten Kunden individuelle Investitions-Vorschläge mit den dazugehören Wertentwicklungs-Prognosen über die digitale Plattform.

Junge, deutsche FinTech-Unternehmen bieten ein wachsendes Angebot, professioneller Anlagestrategien für jedes Investitionsbudget. Auch Sparpläne sind bei den meisten der digitalen Vermögensverwalter erhältlich. Die auch als digitale Vermögensverwalter bezeichneten Anlagestrategen legen ihren Anlage-Fokus hauptsächlich auf ETFs mit breiter Risikostreuung und zu geringen Kosten. Das eigene Risikoprofil und die Anpassung der Portfolio-Gewichtung erfolgt vollständig online, ebenso wie die weitere Vermögensverwaltung der Geldanlage. Empfehlenswerte Anbieter sind z.B. Ginmon, Growney, vaamo, Liqid, VisualVest oder Werthstein.

 
Jetzt zu Degiround günstig online traden!

Jetzt den richtigen Broker finden, anmelden & traden

In unseren Erfahrungsberichten haben wir unsere unabhängigen Test- und Bewertungsergebnisse der Wertpapier-, Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Dort finden Sie zahlreiche EU- und FCA-regulierte Broker, die neben ihrer Seriosität mit einem guten Service- und Leistungsangebot und günstigen Handelskosten überzeugen.

In den jeweiligen Bewertungen erfahren Sie unsere ausführlichen Testergebnisse, ob der Anbieter die Voraussetzungen für eine seriöse Einschätzung der Arbeitsweise erfüllt und wir ihn aufgrund seines Gesamtangebotes empfehlen. Sie können sich direkt über unsere Webseite beim Broker Ihrer Wahl anmelden und profitieren von objektiven Bewertungen im Anbieter-Vergleich.

Darüber hinaus erhalten Sie ausführliche Informationen zum Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Handel in unseren Beiträgen und viele andere interessante Themen rund um’s Online-Trading.

Aktiendepot-Vergleich – Worauf muss ich achten? was last modified: Mai 26th, 2017 by AngelaZ