Aktiendepot – Die Checkliste für Privatanleger

Wer Aktien kaufen möchte, benötigt ein Aktiendepot – und Aktien sind nach wie vor eine attraktive Geldanlage. Sofern man sich für die richtigen Wertpapiere entscheidet, aber auch für den passenden Broker. Denn die Kosten für ein Depot sind auch zwischen den deutschen Depot-Anbieter sehr unterschiedlich.  

Was müssen Privatanleger bei der Depot- & Broker-Wahl beachten? Auf welche Merkmale kommt es wirklich an? Wie Sie viel Geld sparen und trotzdem einen erstklassiges Service- und Leistungsangebot nutzen können, lesen Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Die meisten deutschen Privatanleger sind Kleinanleger

In Deutschland gibt es derzeit etwa 10 Mio. Aktionäre, darunter Großaktionäre wie Unternehmen, aber auch viele Privatanleger. Die meisten davon wiederum sind sogenannte Kleinanleger – mit einem Anlagevolumen im niedrigen fünfstelligen Bereich, aber auch mit einem Portfolio-Volumen unter 10.000 EUR. Denn auch jeder Fondsanleger, der in Aktienfonds investiert, seien es ETFs oder klassische Aktienfonds, ist ein Aktionär.

Privatanleger müssen also nicht über hohe Vermögenswerte verfügen, um sich als Aktionär an einem börsennotierten Unternehmen zu beteiligen. Auch kleine Aktienpakete, Fonds oder andere handelbare Finanzinstrumente können eine lukrative Geldanlage und ein zusätzliches Einkommen sein. Fondssparpläne gibt es beispielsweise bereits ab einer niedrigen monatlichen Mindesteinlage von 10 EUR oder 50 EUR.

Da für sämtliche Wertpapiere ein Depot notwendig ist, welches bei einer Bank oder einem Broker geführt wird und dessen Bestand zum größten Teil als Sondervermögen gilt, auf welches nur der Inhaber Zugriff hat, gilt unser Schwerpunkt der Checkliste für Privatanleger insbesondere dem Service- und Leistungsangebot der Online-Anbieter.

Worauf sollten Sie bei den Anforderungen an Ihr Aktiendepot achten?

  1. Zunächst sollte ein Depot vor allem kosteneffizient sein. Nur dann erreichen Sie ein vernünftiges Verhältnis zwischen Rendite und Transaktionskosten. Wer zu viel bezahlt, schmälert seine Rendite teilweise erheblich.
  2. Ihr Aktiendepot sollte aber nicht nur kostengünstig, sondern für Sie auch jederzeit zugriffsbereit sein. Ein Online-Depot ermöglicht Ihnen Zugriff rund um die Uhr, während Sie sich bei den Filialbanken nach den Öffnungszeiten und der Verfügbarkeit eines Bankmitarbeiters richten müssen. Geben Sie ihrer Filialbank einen Auftrag, ist nicht sicher, wann dieser tatsächlich ausgeführt wird. D.h. während der Zeitspanne Auftragseingang und Orderausführung kann sich der Markt im Zweifel sogar bereits wieder verändert haben.
  3. Schätzen Sie den Zeitaufwand realistisch ein, den Sie für Ihre Geldanlage betreiben wollen. Wenn Sie einzelne Wertpapiere wie z.B. Aktien handeln möchten, werden Sie den Markt intensiv beobachten müssen. Alternativ können Sie z.B. Fonds-Sparpläne abschließen, die Marktbeobachtung übernehmen die Fondsmanager für Sie, allerdings ist dies auch mit höheren Verwaltungskosten verbunden, die Ihnen belastet werden. Für Kleinanleger mit geringer Sparsumme von monatlich beispielsweise 50 EUR ist dies jedoch die bessere Alternative auf soliderer Basis.
  4. Um weiteren Zeitaufwand zu sparen, sollten Sie sich nicht nur aus Sicherheitsgründen für einen regulierten deutschen Broker entscheiden. Investieren Sie über einen Anbieter außerhalb Deutschlands, wird die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge für Sie als in Deutschland Steuerpflichtiger nicht automatisch abgeführt. Dies bedeutet, wählen Sie einen ausländischen Broker, müssen Sie sich im Rahmen Ihrer Einkommenssteuererklärung selbst um die Abführung der Abgeltungssteuer kümmern und die entsprechenden Depotauszüge dem Finanzamt vorlegen. Ein weiterer Punkt ist, dass Sie am Ende des Jahres den voraussichtlich abzuziehenden Steuerbetrag möglicherweise bereits vergessen und überraschend Mehrkosten haben.
  5. Je nach Risikoklasse gibt es hochspekulative bis weitestgehend sichere Geldanlage-Produkte, wie z.B. Anleihen. Natürlich können Sie mit hohem Risiko auch hohe Renditen aber auch ebenso hohe Verluste erzielen, wie z.B. mit CFDs oder im Forex-Handel mit Währungen. Über die nötigen Kenntnisse verfügen jedoch die wenigsten Kleinanleger und Sie sollten sich als weniger erfahrener Privatanleger lieber auf die gängigen Wertpapiere wie Aktien, Fonds, ETFs oder Anleihen konzentrieren statt ein unnötig hohes Risiko einzugehen. Bauen Sie Ihr Vermögen kontinuierlich auf und setzen Sie sich realistische Rendite-Ziele von beispielsweise 6-7% p.a. nach Abzug aller Kosten und Inflationsrate. Liegt Ihre tatsächlich am Jahresende erzielte Rendite sogar darüber, umso besser.
  6. Für den börslichen Handel, d.h. direkt an der Börse gehandelten Finanzprodukte, sind zusätzlich zu den Ordergebühren immer zusätzliche Gebühren fällig wie die Börsenplatzgebühr. Diese müssen Anleger nicht nur an den Auslandsbörsen, sondern auch an den deutschen Börsen entrichten. Die Kosten werden vom Broker automatisch mit den übrigen Transaktionen über das Handelskonto abgerechnet. Zur weiteren Kostenminimierung kann es deshalb sinnvoll sein, sich Broker anzuschauen, die auch außerbörslichen Handel anbieten. Sie arbeiten mit Handelspartnern zusammen und die Börsenplatzgebühr entfällt beim Handel mit den Direkthandelspartnern. Dies sind z.B. Banken oder Investmentbanken.  Der Kurs der Wertpapiere liegt dann meist etwas über dem Börsenkurs, trotzdem rechnet sich aber meist der außerbörsliche Handel bezüglich der günstigeren Transaktionskosten.

Unsere Checkliste für Ihr persönliches Aktiendepot im Broker-Vergleich

  1. Legen Sie Ihre persönlichen Anforderungen an das Aktiendepot und den Leistungen des Brokers fest. Wer ein Aktiendepot bei einem Online-Broker eröffnet, hat nicht nur jederzeit elektronischen Zugriff auf sein Wertpapier-Depot, sondern kann auch sehr kurzfristig auf Marktveränderungen reagieren und Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Hier sollten Sie sich zunächst überlegen, welche Größenordnung Sie in Bezug auf das Ordervolumen, voraussichtliche Trades je Monat/Jahr und das angestrebte Portfolio-Volumen (Wert des Depot-Bestands) sie erreichen wollen.Gegenüber Filialbanken können Sie bei einem Online-Broker zwar häufig hohe Gebühren sparen, müssen aber auf individuelle Beratung verzichten und ihr Depot selbst managen. Wer bereits über Erfahrungen mit dem Wertpapierhandel verfügt und auf die Beratung durch die Bank verzichten kann, für den eignet sich ein Online-Broker. Dieser sollte selbstverständlich über eine zuverlässige Regulierung einer offiziellen Regulierungsbehörde wie der deutschen BaFin oder der britischen FCA verfügen. Abhängig ist die Zuständigkeit der Regulierungsbehörde vom Hauptsitz des Brokers.
  2. Vergleichen Sie die Angebote, die für Sie in Frage kommen und achten Sie nicht nur auf die Werbung mit hohen Prämien für ein neues Depot oder einen Depotwechsel. Wichtig sind die laufenden Kosten wie Depotgebühren, auf welche Sie von vornherein verzichten sollten, günstige Ordergebühren, Flatrates (für Viel-Trader) und das Handelsangebot. Nicht jeder Broker hat auch ein umfangreiches Handelsangebot. Wenn Sie nicht nur Aktien, sondern auch Fonds, ETFs oder Derivate wie CFDs handeln möchten, sollte Ihr Broker alle Finanzinstrumente anbieten, ansonsten müssen Sie ein weiteres Depot bei einem anderen Anbieter eröffnen. Achten Sie hierbei auch auf die Zinsen, die Ihnen der Broker für ihr Verrechnungskonto bietet, und ob diese für einen bestimmten Zeitraum von z.B. sechs oder zwölf Monaten oder nur für zwei Monate garantiert werden. Schließlich möchten Sie dem Broker ihren Vermögenswert im Depot nicht einfach kostenlos überlassen und mit der Geldanlage maximale Gewinne erzielen. Hierzu gehört auch die Verzinsung ihres Verrechnungskontos, welche meist auf Tagesgeld-Basis angeboten wird.
  3. Entsprechen Kosten und Handelsangebot Ihren Vorstellungen, sollten Sie sich die weiteren Leistungen und Services des Anbieters ansehen. Stehen Marktnachrichten, Analysen und kostenlose Realtime-Kurse zur Verfügung? Über ein kostenloses Demo-Konto können Sie sich die Funktionen und zusätzlichen Tools für eigene Chartanalysen und viele weitere Optionen ansehen.
  4. Nun können Sie Ihr Depot bequem online eröffnen. Füllen Sie die Formulare vollständig, korrekt und wahrheitsgemäß aus und laden gegebenenfalls pdf-Dateien mit Kopien ihres Ausweispapiers (Reisepass oder Personalausweis) sowie einen Anschriftennachweis (Strom-, Gas- oder Wasserrechnung oder eine Kopie ihrer letzten Kreditkarten-Abrechnung, die ihre Anschrift enthält, deren Kontobewegungen und Beträge sie jedoch durch Schwärzen unkenntlich machen sollten). Einige Broker nehmen die Legitimierung online durch ein Video-Telefonat vor, dann benötigen Sie nur einen mit Webcam ausgestatteten PC oder ein Smartphone bzw. Tablet. Gemäß deutschem Wertpapier-Handelsgesetz (WpHG) müssen deutschen Broker und Banken die im Original unterzeichneten Konto- bzw. Depoteröffnungs-Dokumente vorliegen. D.h., Sie können das Depot online eröffnen, müssen die dazugehörigen Dokumente zusätzlich jedoch ausdrucken, unterzeichnen und per Post an den Broker senden.
  5. Sind die schriftlichen Dokumente eingegangen, vollständig und überprüft durch den Broker, erfolgt in der Regel innerhalb weniger Tage die Freischaltung Ihres Online-Depots. Sie erhalten dann alle notwendigen Informationen und Ihre Zugangsdaten meist schriftlich per Post, so dass Sie die Einzahlung Ihres Handelskapitals vornehmen können. Nach Eingang Ihrer Zahlung auf das Konto, steht dem Handel nichts mehr im Wege.

Hier noch einmal die Merkmale, auf die Sie bei Ihrem künftigen Broker für ein Aktiendepot achten sollten:

  • Die Transaktionskosten sind günstig, die Depot- & Kontoführung sowie die Nutzung der Handelsplattform sind kostenlos.
  • Es fallen keine weiteren Kosten für Marktnachrichten, Informationen, Realtime-Kurse oder Nutzung spezieller Tools auf der Handelsplattform an.
  • Ein mögliches Mindest-Handelsvolumen und Anzahl der Order liegen im realistischen Bereich und passen zu den geplanten Handelsaktivitäten des Kunden.
  • Die Mindest-Kapitaleinlage bzw. der Mindest-Depotbestand ist deckungsgleich mit den Vorstellungen des Anlegers.
  • Der Broker verfügt über eine zuverlässige Regulierung und hat seinen Unternehmenssitz möglichst in Deutschland.
  • Die Abgeltungssteuer wird für in Deutschland steuerpflichtige Kunden automatisch abgeführt (nur bei deutschem Hauptsitz des Brokers).
  • Das Handelsangebot bietet ein breites Spektrum und es werden auch klassische Wertpapiere angeboten, die sich insbesondere für Kleinanleger eignen, wie Aktien, Fonds & Fonds-Sparpläne, ETFs, Anleihen usw. D.h., das Angebot besteht nicht hauptsächlich aus dem hochspekulativen Forex- oder CFD-Handel oder anderen Derivaten bzw. sehr risikoreichen Investitionen.
  • Es besteht die Möglichkeit, auch außerbörslich über die Direkthandelspartner zu günstigeren Konditionen durch Wegfall von Börsengebühren zu handeln.

Die günstigsten Wertpapier-Depots für Privatanleger aus unseren Tests & Bewertungen

Unter den deutschen Direktbanken liegt preislich die OnVista Bank – inzwischen übernommen durch die Commerzbank-Tochter comdirect –  an der Spitze der günstigsten Anbieter. Aktien können unabhängig von der Höhe des Handelsvolumens zu einem Festpreis von 5 EUR je Order zuzüglich einer Gebührenpauschale von 1,50 EUR je Börsenplatz gehandelt werden. Zur Verfügung stehen alle deutschen Börsen sowie 13 internationale Börsenplätze.

Noch preisgünstiger, nämlich mit nur 2 EUR je Order zuzüglich einer Gebühr von 0,008% vom Ordervolumen, ist der niederländische Anbieter DEGIRO. Während die großen deutschen Direktbanken darüber hinaus aber auch weitere Produkte wie Sparpläne z.B. in Fonds, wie die derzeit stark nachgefragten Index-Fonds (ETFs), anbieten, beschränkt sich DEGIRO ausschließlich auf den börslichen Aktienhandel.

Empfehlenswerte deutsche Anbieter von Wertpapier-Depots mit gutem Leistungs- & Serviceangebot sind z.B. OnVista Bank, BB Bank, ING-DiBa, NIBC Direct, DKB Bank, comdirect, Consorsbank, Maxblue, 1822direkt und die DAB Bank.

 

Fazit zum Aktiendepot für Privatanleger

Im Vordergrund für die richtige Wahl des Aktiendepots steht die Kosteneffizienz, doch auch einige andere Anforderungen sollten zu den Auswahlkriterien des Anlegers gehören, gleich, ob Sie Ihr erstes Aktiendepot eröffnen oder einen Depotwechsel in Erwägung ziehen.

Eine zuverlässige Regulierung und ein nach Möglichkeit deutscher Hauptsitz des Brokers zählen zu den wichtigsten Merkmalen, über die der Anbieter standardmäßig verfügen sollte. Hat der Broker seinen Hauptsitz in Deutschland bzw. wird das Depot in Deutschland geführt, wird die Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge automatisch an den Fiskus abgeführt. Für den Anleger bedeutet dies eine nicht unerhebliche Zeit- und Aufwandsersparnis, da er sich nicht um die steuerliche Anmeldung im Rahmen seiner jährlichen Einkommensteuererklärung kümmern braucht.

Darüber hinaus ist ein ausreichendes Handelsangebot nach den Bedürfnissen des Anlegers entscheidend. Neben dem Börsenhandel ist beispielsweise außerbörslicher Handel ein zusätzlicher Kostendämpfer.

Der außerbörsliche Handel – auch als Direkthandel bezeichnet – hat den Vorteil, dass er sehr komfortabel, schnell und auch kostengünstiger ist, da keine Handelsplatz- oder Maklercourtagen anfallen. Er wird z.B. über Tradegate oder Lang & Schwarz abgewickelt und ist nicht an die regulären Börsenzeiten gebunden, sondern ist auch bereits vor Börsenöffnung sowie nach Börsenschluss verfügbar. Die Anzahl der Direkthandelspartner variiert von Anbieter zu Anbieter, so dass interessierte Anleger prüfen sollten, welche Handelsplätze und Direkthandelspartner sowie Fondsgesellschaften im außerbörslichen Handel zur Verfügung stehen. Bei Maxblue sind dies z.B. 22, bei 1822direkt 17 Direkthandelspartner.

Ein Aktiendepot bei einem Online-Broker gewährt jederzeitigen Zugriff auf das Konto und Anleger können auf Marktveränderungen oft weit schneller als bei einer Filialbank mit Handelsentscheidungen reagieren. Auch bei den Konditionen, einschließlich kostenloser Depotführung und gebührenfreier Realtime-Kurse liegen Online-Anbieter für Aktiendepots vor den meisten Filialbanken. Zusätzlich erhalten Anleger häufig kostenlose Informationen, Analysen, Marktnachrichten, Newsletter und ein risikofreies, kostenloses Demo-Depot.

 
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Aktiendepot – Die Checkliste für Privatanleger was last modified: November 30th, 2017 by AngelaZ