Beschwerden & Hilfe bei Problemen mit Online-Brokern

Online-Brokerage hat sich in den vergangenen Jahren auch in Deutschland sehr etabliert. Mit mobilen Apps können Trader auch von unterwegs über das Smartphone oder Tablet handeln, Trading Signale sollen Handelsentscheidungen erleichtern und viele Broker reklamieren für sich, der beste Anbieter am Markt zu sein. Doch es gibt auch Beschwerden. Unterschiedliche Probleme zwischen Trader und Broker enden nicht selten in großer Frustration über Geldverluste, schlechtem oder gar keinem Service und dubios erscheinenden Handelsausführungen. Das lässt sich vermeiden, wenn man schon bei der Brokerwahl einige wichtige Kriterien beachtet, aber auch wenn es bereits zu Problemen gekommen ist, stehen Kunden in der Regel nicht vor einer unlösbaren Situation.

Wie Sie mit welchem der verschiedenen Beschwerdegründe als Kunde umgehen und wo Sie zielführende Hilfe bekommen, erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Die häufigsten Beschwerden der Broker-Kunden

In Trader-Foren finden sich unterschiedliche Beschwerden über Online-Broker. Einige sind durchaus gerechtfertigt, einige aber auch nicht. Insbesondere über nicht regulierte Broker, und hier vor allem Binäre Optionen-Broker, liegen oft sehr ähnliche Beschwerden verschiedener Trader vor. Insoweit kann man umso eher davon ausgehen, dass diese Kritiken ihre Berechtigung haben.

Beschwerden über nicht erfolgte Auszahlungen von Handelskonten

Zu den häufigsten Beschwerden der Trader gehören nicht erfolgte Auszahlungen. Während Einzahlungen problemlos und schnell funktionieren, scheint es manchmal umso schwieriger, sein Handelskonto-Guthaben ausgezahlt zu bekommen.

Ein häufiger Grund für Verzögerungen bei der Auszahlung sind nicht vorliegende Legitimations-Dokumente des Kontoinhabers. Während diese bei einigen Anbietern für die Anmeldung und Einzahlung gar nicht gefordert werden, sind sie bei der Auszahlungsgenehmigung ein Muss. Die Legitimation muss gemäß den Anti-Geldwäsche-Richtlinien vollständig sein, d.h. die geforderten Unterlagen wie Reisepass- oder Personalausweiskopie, Anschriftennachweis wie eine Versorger-Rechnung, eine Kopie eines Bank- oder Kreditkarten-Kontoauszugs oder Kopie der Kreditkarte (Vorder- und Rückseite) müssen vollständig beim Broker vorliegen.

Fordern Sie, sofern es bei Ihrem Broker keine elektronische Auszahlungsanforderung direkt über ihr Handelskonto gibt, die Zahlung immer schriftlich an, entweder per E-Mail an die Buchhaltung oder den Support. Mündliche Auszahlungsanforderungen, die sie telefonisch oder über Skype dem Kundenservice übermitteln, können sie nicht belegen, schriftliche jedoch durchaus.

Schwierigkeiten bei Auszahlungen, die nicht wegen fehlender Dokumente ausgeführt werden, sondern weil der Broker immer neue Ausreden für die Verzögerung erfindet oder nicht erreichbar ist, betreffen meist die schon erwähnten nicht regulierten Anbieter.

Die Betrugsmasche mit Auto-Trading Systemen

Wer im Internet-Dschungel seine E-Mailadresse verwendet, wird sicher schon Erfahrungen mit Scam-Mails gemacht haben. Hierzu gehören auch die zahlreichen Webeseiten mit Auto-Trading Systemen, die vollautomatischen Handel und gerade unbegrenzten Profit versprechen. Natürlich ist hier absolut nichts dran, die Software existiert nicht bzw. handelt es sich um Betrugs-Software, die dafür sorgt, dass von dem eingezahlten Handelskapital schon morgen nichts mehr übrig ist.

Das Vorgehen ist immer gleich. Nach einer kurzen Registrierung auf einer anonymen Webseite ohne Impressum und mit utopischen Werbeversprechen, generiert das System ein Handelskonto bei einem nicht regulierten Broker. Nicht selten befindet sich dieser in einer karibischen Steueroase und bietet den Handel mit Binären Optionen an. Nach Einzahlung der Mindesteinlage überlässt der gutgläubige Kunde den Betrag dem System zur freien Verfügung. In manchen Fällen dauert es nur Stunden, in anderen ein bis zwei Tage bis das Guthaben durch das System verbraucht ist, denn leider gehen alle Handelsentscheidungen daneben. Verdient hat das Auto-Trading System bzw. die Initiatoren dahinter, verloren hat immer der Kunde.

Da die Verantwortlichen meist nicht bekannt oder ermittelbar sind, ist es aussichtslos, sein Geld zurückzubekommen bzw. Anzeige wegen Betrugs zu erstatten. Lassen Sie deshalb von vornherein unbedingt die Finger von diesen Angeboten und vollautomatischer Handelssoftware dubioser Herkunft.

 

Beschwerden über nicht erfolgte Bonus-Gutschriften und Auszahlungen

Beschwerden über nicht erfolgte Bonus-Gutschriften und Auszahlungen haben ihre Ursache meist darin, dass der Broker-Kunde ein Bonus-Angebot bei Anmeldung eher beiläufig akzeptiert und sich nicht über die jeweiligen Bedingungen über den Erhalt eines Bonus informiert hat.

Um einen Bonus, gleichgültig, ob es sich um einen Willkommens- oder Einzahlungsbonus bei Folgeeinzahlungen auf das Handelskonto handelt, zu erhalten, sind festgelegte Handelsumsätze in einem bestimmten Zeitraum notwendig. Werden diese nicht erfüllt, verfällt der Bonus und damit auch der mit dem Bonusbetrag erhandelte Profit. Diskussionen mit dem Broker sind deshalb erfolglos, da er sich problemlos auf die Bonusbedingungen berufen kann.

Die für die meisten europäischen, regulierten Binäre Optionen-Broker zuständige Regulierungsbehörde CySEC hat zugunsten des Anlegerschutzes Bonusangebote deshalb verboten.

Beschwerden über unautorisierte Kreditkarten-Abbuchungen durch den Broker

Hier kann es sich natürlich zum einen um ein Versehen des Brokers handeln, wenn z.B. eine Einzahlung doppelt erfolgt ist. In diesem Fall wird ein seriöser Anbieter den Fehler umgehend korrigieren und den zu viel erhaltenen Betrag wieder stornieren.

Anders sieht es jedoch mit den schwarzen Schafen aus, die bewusst eine unautorisierte Abbuchung von Kreditkarten ihrer Kunden vornehmen. Informieren Sie in diesem Fall umgehend ihre Bank bzw. den zuständigen Kundenservice, die den Betrag wieder zurück auf das Kreditkartenkonto buchen wird.

Personal Managed Accounts – Die Lizenz zum Geldvernichten im Kundenauftrag

Einige Broker werben, insbesondere für Kontoarten mit höherer Mindesteinlage, mit Personal Managed Account bzw. eigenem Konto-Manager. Dies hat nichts mit dem freundlichen, persönlichen Kundenberater Ihrer Hausbank zu tun, den Sie möglicherweise als festen Ansprechpartner haben. Personal Managed Accounts heißt im Broker-Deutsch, sie vertrauen diesem Konto-Manager ihr Kapital für den Handel an, damit dieser bessere Handelsergebnisse als sie selbst erzielt. Das geht selten gut, denn natürlich übernehmen nur sie selbst dieses Risiko, nicht der Broker, nicht der Konto-Manager persönlich.

Verzichten sie deshalb auf diese Angebote. Sie geben damit einem Fremden praktisch Kontovollmacht, denn er kann mit ihrem Handelsguthaben machen, was er will. Gewinne verzeichnet hier nur der Broker, denn Ihre Verluste sind sein Gewinn.

Wer hilft bei Beschwerden über regulierte Broker?

Haben Sie eine Beschwerde über einen durch eine Finanzmarktaufsicht regulierten Online-Broker, können Sie sich an die zuständige Regulierungsbehörde wenden, die nach Vorliegen aller notwendigen Informationen mit dem Broker in Kontakt treten wird, um das Problem zu lösen. Selbstverständlich können sie sich auch über einen Rechtsbeistand wie einen Rechtsanwalt an die zuständige Aufsichtsbehörde wenden, wenn sie sich selbst dies nicht zutrauen, weil sie beispielsweise in englischer Sprache kommunizieren müssen.

EU-regulierte Broker unterliegen der jeweiligen Aufsicht der Regulierungsbehörden

Häufig gewählter Unternehmenssitz ist infolge dort gewährter Steuervorteile meist Zypern. Auch die Voraussetzungen für die Unternehmensgründung sind auf Zypern vereinfacht gegenüber beispielsweise Deutschland. Die EU-Regulierung erfolgt aber in allen europäischen Ländern gemäß den MiFID-Richtlinien (Markets in Financial Instruments Directive = Richtlinie über Märkte für Finanzinstrumente), so dass der Sitz diesbezüglich keine Rolle spielt, solange er innerhalb der EU ist.

Zuständig für die Regulierung auf Zypern ist die Finanzmarktaufsicht CySEC (Cyprus Securities and Exchange Commission), die sich insbesondere in der jüngeren Vergangenheit durch ihr Engagement in Sachen Anlegerschutz und strengere Kontrollen der regulierten Broker, einen guten Namen gemacht hat.

EU-regulierte Unternehmen, wie z.B. auf Zypern beantragen dann bei der deutschen BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) eine Erlaubnis für grenzüberschreitende Dienstleistungen, wonach sie auch in Deutschland offiziell tätig sein dürfen. Eine Regulierung und Prüfung durch die BaFin erfolgt hierdurch nicht, es handelt sich ausschließlich um die Registrierung und Erlaubnis der grenzüberschreitenden Ausübung von Finanzdienstleistungen innerhalb der EU, auch wenn dies gerne von Brokers als „in Deutschland BaFin reguliert“ werbewirksam dargestellt wird. Ebenso wenig werden deutsche Niederlassungen reguliert, Regulierungsbehörde ist immer die Aufsichtsbehörde am Unternehmenssitz.

Unterschiedlich hoch sind jedoch die Entschädigungssummen der jeweiligen Einlagensicherungsfonds der EU- Länder. Während Zypern bei einer Zahlungsunfähigkeit lediglich Kundengelder in Höhe bis zu 20.000 EUR je Kunde entschädigt, sind es in Großbritannien 50.000 GBP, in Deutschland bis zu maximal 100.000 EUR.

Gemäß den geltenden EU-Richtlinien müssen Kundengelder der Finanzdienstleister getrennt vom eigenen Unternehmenskapital verwahrt werden. Letztendlich ist es teilweise schwierig nachzuvollziehen, bei welchen Banken und wo diese tatsächlich verwaltet werden und ob ein weiterer Geldtransfer z.B. von dem Bankkonto erfolgt, auf welches Überweisungen der Trader vorgenommen werden. Einige Online-Broker transferieren die Gelder rund um den Globus, um möglichst hohe Zinsen zu erhalten. Einigen würde hier etwas mehr Transparenz guttun, um das Kundenvertrauen zu stärken.

Nicht regulierte Online-Broker sind inzwischen ein Kundenrisiko

Wenig Vertrauen haben viele Trader in Online-Broker mit Sitz in Steueroasen. In der Karibik sind dies vorzugsweise Anguilla oder die British Virgin Islands, oder auch Asien, wie z.B. Hong Kong. Regulierungen für Binäre Optionen-Broker sucht man hier vergeblich. Die meisten der Anbieter dieser Art verfügen also über keine Lizenz.

Nichtsdestotrotz ist gerade bei Online-Brokern mit Sitz in Übersee natürlich auch der Gerichtsstand am Unternehmenssitz ein Grund, warum diese Anbieter wenig Vertrauen genießen. Wer eine Klage erhebt, weil er beispielsweise meint, eine Kursmanipulation beweisen zu können oder bei Problemen mit der Auszahlung seiner Gelder seine Rechte durchsetzen will, muss neben einem langen Atem auch ausreichend finanzielle Mittel für die Beauftragung von versierten Anwälte aufgrund der dortigen Rechtslage mitbringen. Der Erfolg ist allerdings nahe Null.

Wie finde ich einen seriösen Broker?

Trader sollten sich nur für regulierte Anbieter entscheiden, die durch die Regulierung auch über eine ordnungsgemäße Lizenz verfügen. Regulierte Online-Broker geben in den meisten Fällen ihre Lizenz- bzw. Registrierungsnummer der zuständigen Aufsichtsbehörde auf der Webseite an und machen darauf aufmerksam, reguliert und lizenziert zu sein, um ihre Seriosität hervorzuheben. Die Register der zuständigen Aufsichtsbehörden sind öffentlich im Internet zugänglich, so dass die Angaben leicht überprüft werden können. Dies überprüfen wir auch in unseren Tests und Bewertungen der Broker.

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Beschwerden & Hilfe bei Problemen mit Online-Brokern was last modified: August 2nd, 2017 by AngelaZ