Die besten Börsenfilme

Börse NYC

Fesselnde Börsenfilme handeln von Geld, Gier, Betrug, Insider-Geschäften, der Skrupellosigkeit der Finanzinvestoren und häufig auch von jungen Nachwuchs-Brokern, die schnell im Haifischbecken mitschwimmen, weil sie von Geld und Erfolg an der Börse geblendet sind. Was Tom Cruise in der Verfilmung von John Grisham’s „Die Firma“ als junger Anwalt war, sind Charlie Sheen in „Wall Street“ oder Leonardo di Caprio – zunächst – in „The Wolf of Wall Street“.

Die besten Börsenfilme und spannende Dokumentationen über die Börsen- und Finanzwelt stellen wir Ihnen nachfolgend im Portrait und als Trailer vor.

Die 5 besten Börsenfilme

Wall Street (USA, 1987)

Unangefochtene Nummer 1 unter den besten Börsenfilmen ist „Wall Street“ vom Regisseur Oliver Stone. Neben Michael Douglas als Gordon Gekko, einem skrupellosen „Corporate Raider“, sind auch Charlie Sheen als Bud Fox als aufstrebender Börsen-Yuppie und sein Vater (sowohl im Film als auch im wirklichen Leben) Martin Sheen als Carl Fox in schauspielerischer Bestform.

Die Handlung spielt in New York 1985. Als Börsenmakler verkauft der junge Bud Fox Börsengeschäfte über das Telefon und wird von seinem Boss finanziell in die Pflicht genommen, die Verluste zu übernehmen, weil ein Kunde von einem Deal zurückgetreten ist. Bud versucht neben seinem Job als Telefonakquisiteur endlich einen Termin bei Gordon Gekko zu bekommen und wittert große Geschäfte.

Gekko ist ein sogenannter Unternehmensplünderer, eine „Heuschrecke“. Er kauft als Finanzinvestor Mehrheitsbeteiligungen an Börsenunternehmen, stößt unprofitable Bereiche ab und verkauft das Unternehmen mit hohem Gewinn wieder. Es geht ihm nur um das Geld, Unternehmen und der Verlust von Arbeitsplätzen sind ihm egal.

Bud erhält schließlich einen kurzen Termin bei Gekko und versucht ihn von einem Aktiengeschäft zu überzeugen. Gekko lehnt ab und fordert stattdessen vertrauliche Informationen zur Fluggesellschaft „Bluestar“, die er von Bud auch erhält. Gekko verdient viel Geld mit Bluestar-Aktien und Bud steht in der Gunst seines Kunden bis der nächste Deal scheitert. Als er eine 2. Chance bei Gekko erhält, besteht diese aus der Beschaffung aus illegalen Insider-Informationen. Bud lernt von seinem Mentor, dass man mit den illegalen Insidergeschäften großen Erfolg hat und baut sein bisher eher einseitiges Leben mit viel Arbeit, wenig Geld und gescheiterter Beziehung neu auf.

Als Bud Gekko die Übernahme der angeschlagenen Bluestar-Airline vorschlägt und dieser zugreift, kommt es zum Zerwürfnis zwischen Bud und seinem Vater Carl, der bei Bluestar arbeitet. Gekko will die Airline zerschlagen, Arbeitsplätze und die Weiterführung des Unternehmens interessieren ihn nicht. Bud wird klar, dass der Erfolg einen hohen Preis hat. Sein Vater erleidet einen Herzinfarkt. Bud kann den Anwalt Wildman überreden, die Mehrheit an Bluestar zu erwerben, um Gekko aus dem Unternehmen zu drängen, der daraufhin mit Bluestar auch viel Geld verliert. Bud wird daraufhin wegen Insiderhandel festgenommen und Gekko ist von nun an sein größter Feind.

Der Film erhielt für die schauspielerische Leistung von Michael Douglas als abgebrühter Finanzhai Gordon Gekko sehr positive Kritiken. Douglas bekam für die beste männliche Hauptrolle einen Oscar. Wall Street wurde besonders für die glaubwürdige Thematisierung der Skrupellosigkeit und Gier an der New Yorker Börse in den 80ern gelobt.

Der 2. Teil von Wall Street „Wall Street – Geld schläft nicht“  (USA, 2010) ist eine durchaus sehenswerte, unterhaltsame Fortsetzung des 1. Teils, ebenfalls mit Michael Douglas als Gordon Gekko, konnte aber 23 Jahre später aufgrund der hohen Erwartungen der Zuschauer nach dem Erfolg des 1. Teils nicht auf gleich hohem Niveau überzeugen.

The Wolf of Wall Street (USA, 2013)

US-Regisseur Martin Scorsese drehte The Wolf of Wall Street mit Leonardo di Caprio als Film-Biografie über den Börsenmakler Jordan Belfort. Weitere Darsteller sind u.a. Jonah Hill und Margot Robbie. Den Aufstieg und Fall Belfort’s verkörpert di Caprio hemmungslos und verkommen.

The Wolf of Wall Street gilt bisher als „schmutzigster“ Börsenfilm und thematisiert, dass unbändige Gier, Unsummen Geld und außer Kontrolle geratener Größenwahn gewöhnlich und vulgär macht. Von seriös, integer und solide keine Spur.

Die Handlung erzählt, wie der junge Jordan Belfort als noch unerfahrener Börsenmakler Mitte der 80er-Jahre an der Wall Street und schnell vermittelt bekommt, dass vor allem der eigene Provisionsgewinn und nicht der Erfolg oder die Zufriedenheit des Kunden wichtig ist. Nachdem er beim Börsencrash am Schwarzen Montag 1987 seinen Job verliert, macht er sich selbständig und verkauft zunächst unregulierte Pennystocks an die Arbeiterschicht. Schon bald bewegt er sich in den gehobenen Kreisen der New Yorker Gesellschaft, gerät gleichzeitig aber auch in den Sumpf von Drogen und Prostitution. Mit illegalem Insider-Handel erzielt er hohe Gewinne und ist in jeder Hinsicht ohne Hemmungen. Jordan Belfort verbringt rund 20 Jahre seines Lebens im Gefängnis wegen Insider-Geschäften.

Der Film beschreibt eindrucksvoll den exzessiven, ungehemmten Lebensstil der Börsenmakler der Wall Street in den 90er-Jahren. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. einen Oscar für den besten Film. Auch Leonardo di Caprio erhielt mit The Wolf of Wall Street endlich den ersehnten ersten Oscar als bester männlicher Hauptdarsteller.

Das schnelle Geld – Die Nick Leeson-Story (Großbritannien, 1999)

Auch der Film von dem britischen Regisseur James Daerden handelt von der Gier und dem tiefen Fall, hier dem des Wertpapierhändlers Nick Leeson, gespielt von Ewan McGregor. Er beruht auf wahren Begebenheiten und Leeson‘s Buch „Rogue Trader“, er schrieb auch am Drehbuch mit.

Nick Leeson arbeitet sich zum Wertpapierhändler der renommierten Barings Bank hoch und beginnt ohne Autorisierung der Bank mit hohen Summen zu spekulieren. Die Bank ahnt nicht, dass es sich um fiktive Gewinne handelt, Verluste bucht Leeson auf ein geheimes Konto. Durch seine vermeintlichen Erfolge steigt er in der Welt der Investmentbanker ganz nach oben auf, fälscht Dokumente und erfindet Geschäftskunden, die die er die Handelsaufträge durchführt.

In 1995 fliegt die Sache auf. Das Erdbeben im japanischen Kobe hat den Nikkei abstürzen lassen, Leeson’s Börsenverluste erreichen eine gigantische Dimension und erhöhen sich dramatisch in den folgenden Wochen. Die Entwicklung kann er trotz aller Bemühungen nicht mehr stoppen. Der Fehlbetrag hat sich auf 825 GBP erhöht, das bedeutet den Zusammenbruch der Barings Bank, der wenig später dann auch tatsächlich erfolgt. Auf der Flucht wird Leeson am Frankfurter Flughafen verhaftet und nach Singapur ausgeliefert.

Das schnelle Geld – Die Nick Leeson-Story zeigt, wie schnell Gier die Sache außer Kontrolle geraten lassen kann. Dazu gehören eine gehörige Portion Kreativität und natürlich kriminelle Energie, aber auch zahlreiche nicht ausreichende Kontrollmechanismen innerhalb einer Investmentbank, die letztendlich den Skandal und damit ihren eigenen Untergang erst möglich machte.

Margin Call – Der große Crash (USA, 2011)

Margin Call – Der große Crash von US-Regisseur und Drehbuchautor J. C. Chandor spielt im Jahr 2008, unmittelbar vor dem Ausbruch der globalen Finanzkrise. Hauptdarsteller sind Kevin Spacey, Demi Moore, Paul Bettany, Jeremy Irons, Penn Badgley und Simon Baker. Sie spielen die Mitarbeiter einer Investmentbank an der Wall Street.

In der Wertpapierabteilung werden zahlreiche Händler entlassen, sogar langejährige Mitarbeiter werden gefeuert. Wie Eric Dale, dem es vor Verlassen der Bank noch gelingt, seinem jungen Kollegen Peter Sullivan einen USB-Stick mit brisanten Daten zu übergeben. Peter prüft die Daten, er findet heraus, dass die Bank kurz vor der Insolvenz steht und Zahlen gefälscht hat. Er informiert die Vorgesetzten, die entscheiden, dass die faulen Wertpapiere verkauft werden müssen, um die Bank zu retten. Die Mitarbeiter erhalten dafür hohe Boni, wenn sie tatkräftig mithelfen und einen Großteil davon verkaufen können. Das Vorgehen ist überaus skrupellos und hat weitreichende Folgen, die letztendlich die Finanzkrise auslösen.

Der Film zeigt, wie wenig es im Grunde braucht, um eine weltweite Finanzkrise auszulösen und wie der Ablauf des tatsächlichen Crashs ausgesehen haben könnte. Bezogen auf das Thema Finanzkrise gehört Margin Call – Der große Crash sicher zu den besten Spielfilmen mit hochkarätiger Besetzung.

Risiko – Der schnellste Weg zum Reichtum (USA, 2000)

Risiko – Der schnellste Weg zum Reichtum ist ein spannender Thriller von US-Regisseur und Drehbuchautor Ben Younger. Die Hauptrollen spielen Giovanni Ribisi (Seth Davis) und Vin Diesel. Inhaltlich ist der fesselnde Film um Anlagebetrug und illegale Börsengeschäfte wie The Wolf of Wall Street von der Karriere Jordan Belforts inspiriert.

Seth Davis, ein junger Makler-Assistent, der, um seinen Vater zu beeindrucken, einen Job in einem Finanzunternehmen angenommen hat, steigt schnell selbst zum Börsenmakler auf und gerät in den Strudel betrügerischer Anlagegeschäfte, die er später auch seinen Kunden verkauft. Als er seinen Vater um Hilfe bei einem Insider-Geschäft bittet, geht dieser darauf ein und wird verhaftet. Um seinen Vater zu entlasten, gibt Seth belastendes Material seines Arbeitgebers an die Ermittler weiter.

Die Handlung des packenden Films erinnert stark an „Die Firma“ mit Tom Cruise. Der Original-Titel von Risiko – Der schnellste Weg zum Reichtum lautet „Boiler Room“, die englischsprachige Bezeichnung für ein dubioses Unternehmen, in welchem schlecht bezahlte Mitarbeiter minderwertige Aktien an leichtgläubige Kunden am Telefon verkaufen und dabei sämtliche Verkaufstricks anwenden und die Käufer manipulieren. Ein Original-Titel, der den Inhalt weit treffender wiedergibt.

Der Film erhielt einige Auszeichnung und recht gute Kritiken. Im Vordergrund steht die Skrupellosigkeit junger, unreifer Börsenmakler, die für Geld praktisch alles tun würden. Versöhnlich stimmt der Schluss des Films, als Seth klar wird, dass ihm sein Vater wichtiger ist.

Spannende Dokumentarfilme zum Thema Börse & Finanzwelt

Inside Job ist ein spannender US-Dokumentarfilm, der über die Hintergründe und Folgen der Finanzkrise informiert und verdeutlicht, wie massiv ein Bankensystem beschädigt werden kann. Der Film ist auch für Finanzmarkt-Laien gut verständlich und vermittelt das komplexe Thema sehr anschaulich und begreifbar. Der von Matt Damon gesprochene Film (nur mit deutschen Untertiteln erhältlich) erhielt einen Oscar für den besten Dokumentarfilm.

Der deutsche Dokumentarfilm Master of the Universe mit Rainer Voss, einem ehemaligen Investment-Banker der Deutschen Bank und anderen namhaften, internationalen Finanzinstituten, gibt einen ungeschönten Einblick in das System. Der Film zeigt sehr konkret, wie Insider-Wissen und die Distanz, die Voss nach seiner Banker-Karriere zu dem Finanzsystem aufgebaut hat, zu einer anderen Sichtweise seines Jobs geführt haben.

Der US-Dokumentarfilmer Michael Moore thematisiert mit Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte ebenfalls die Gründe und Folgen der Immobilien- und Finanzkrise, geht jedoch mehr auf die Geschichte des Kapitalismus des 20. Jahrhunderts ein und wie die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wurde. Wie alle Filme von Michael Moore ist auch Kapitalismus – Eine Liebesgeschichte äußerst kritisch und richtet sich sowohl gegen das US-amerikanische Finanzsystem als auch gegen die wohlhabende Finanzelite.

In der Dokumentation Endstation Parkett von James Allen Smith geht es um die Parkett-Händler an der Terminbörse Chicago, auch Pit-Trader genannt. Parketthändler arbeiten auf eigene Rechnung und zählen zu den aussterbenden Berufsgruppen, da fast nur noch elektronisch gehandelt wird. Sie schildern in sehenswerten Dokumentarfilm sehr persönlich von ihren Erfolgen und Niederlagen, wie sie mit dem Auf und Ab ihres Einkommens zurechtkommen. Für die die letzten verbliebenen Parketthändler liegen Reichtum und Armut täglich nah beieinander, sie können jeden Tag auf’s Neue alles verlieren, denn sie arbeiten nicht für eine Investment-Bank und den elektronischen Handel beherrschen sie nicht.

In Goldman Sachs – Eine Bank lenkt die Welt zeigen die französischen Journalisten Jérome Fritel und Marc Roche, welchen weitreichenden Einfluss die amerikanische Investment-Bank auf den Finanzmarkt hat. Durch zahlreiche Interviews mit ehemaligen Goldman-Mitarbeitern, Wall Street-Bankern, Politikern, Wirtschaftsexperten, Aufsichtsbehörden und Aktionären ergibt sich für den Zuschauer eine Ahnung, wie Goldman sein weltweit gespanntes Netz zur Einflussnahme nutzt. Ehemalige Mitarbeiter beschreiben ihren seinerzeitigen Arbeitgeber als von Ehrgeiz getrieben, gierig und unmenschlich. Das wirkt wie eine Abrechnung, trotzdem sind viele Aussagen aber auch belegbar und zeugen von einer außergewöhnlich hohen Macht der Investment-Bank.

Anders als die meisten Dokumentationen, die die Börse und Finanzwelt als einen Tummelplatz für gierige, egoistische Börsenmakler und graues Kapitalmarktsystem darstellen, zeigt Backstage Wall Street von Markus Koch, dass es durchaus auch menschliche Züge gibt. Wall Street-Börsenmakler geben ein Einblick in ihr Privatleben, in ihren Job, den sie mit Begeisterung und Hingabe machen, und dass sich unter ihnen auch Freundschaften entwickeln. Ein sehenswerter Dokumentarfilm, der zeigt, dass an der Börse nicht alles anonym und manipulativ ist.

Fazit zu den besten Börsenfilmen

Spielfilme über Börse, Finanzmärkte und die meist skrupellosen Protagonisten gibt es viele, nur wenige schaffen es jedoch, gleichzeitig spannend, unterhaltsam und gut besetzt zu sein und damit die Kinokassen klingeln zu lassen. Dazu gehören die vorgestellten 5 Filme, die auch in Deutschland erfolgreich waren und auch einige Klassiker hervorbringen wie Wall Street.

Dokumentfilme beschäftigen sich überwiegend mit der Finanzkrise oder den Machenschaften der großen Finanzinstitute. Für den Blick hinter die Fassaden der Investment-Banken sind zwangsläufig die Aussagen von Insidern wie ehemaligen Mitarbeitern oder Führungskräften erforderlich, die ein hohes Risiko eingehen, weshalb es nur wenige gesprächsbereite „Whistleblower“ innerhalb der Finanzwelt gibt.

Die besten Börsenfilme was last modified: Juli 11th, 2016 by AngelaZ