Die vier erfolgreichsten Börsenstrategien: 2. 200 Tage

Die 200 Tage Strategie zählt zu den Favoriten der Charttechniker. Der gleitende Durchschnitt bildet die Basis für Kauf- und Verkaufssignale und den Trend eines Kurses.

Im unserem Beitrag erfahren Sie, wie die beliebte Börsenstrategie angewendet wird und wie Sie sie auch als Einsteiger erfolgreich nutzen können.

Die 200 Tage Strategie in der Praxis

Ein Blick auf einen Kursverlauf hinterlässt häufig viele Fragezeichen? Wohin geht der Trend wirklich, wenn ein Kurs steigt und fällt, keine klare Richtung zu erkennen ist? Hier erweist sich der 200 Tage Indikator als ein gutes Hilfsmittel. Hier erweist sich der 200 Tage Indikator als ein gutes Hilfsmittel, jedoch sollte er nicht als ausschließlicher Indikator für Käufe und Verkäufe bei Erreichen der Schnittpunkte mit der Kurslinie als laufender Kaufen-Verkaufen-Signalgeber genutzt werden. Er eignet sich aber z.B. als recht zuverlässiger Indikator für Trendwenden.

Anleger orientieren sich dabei zunächst am gleitenden Durchschnitt über 200 Tage. Fällt ein Basiswert unter den gleitenden Durchschnitt, wird dies als Warnung vor einem bärischen, also fallenden Markt angesehen, ein klares Verkaufssignal. Steigt der Wert über den gleitenden Durchschnitt, weist dies auf einen bullishen, steigenden Markt hin und gilt damit als Kaufsignal.

Der gleitende Durchschnitt – Wie funktioniert er?

Der sogenannte gleitende Durchschnitt bezeichnet einen geglätteten Mittelwert unterschiedlicher Preise eines Basiswertes. Dies erfolgt aufgrund eines Chartausschnitts, d.h. für einen bestimmten Zeitraum der Kursermittlung. Danach wird für einen an diesen Ausschnitt angrenzenden Zeitraum der Durchschnittswert errechnet, anschließend ein weiterer usw. Der Mittelwert bildet dann eine eigene Linie neben der Kurslinie mit den tatsächlichen Kursen. Je weiter die Linie des gleitenden Durchschnitts von der Kurslinie entfernt liegt, desto höher die Volatilität des Basiswertes.

Die blaue Linie kennzeichnet den gleitenden Durchschnitt im 38 Tage-Verlauf des Dax (Quelle: www.wikipedia.de)

Um die 200 Tage-Line zu ermitteln, rechnet man die täglichen Schlusskurse eines Basiswertes der letzten 199 Tage zu dem aktuellen Kurs hinzu. Dieser Wert wird durch 200 dividiert. Ersetzt wird jeweils der älteste Schlusskurs, d.h. mit jedem Tag ist der vorletzte Schlusskurs am nächsten Tag der älteste Schlusskurs von insgesamt 200 Tagen.

Was sind die Risiken der 200 Tage Strategie?

Sich allein an einem Mittelwert von 200 Tagen zu orientieren, ist allerdings eine sehr einseitige Betrachtungsweise. Würde man den Kauf- und Verkaufssignalen bei Über- oder Unterschreiten jedes Mal folgen, wären schon allein die Handelskosten für die zahlreichen Orders ein hoher Negativ-Posten auf dem Handelskonto. Umso mehr, wenn der Anleger sowohl auf Long- als auch Short-Positionen setzt, um das Verlustrisiko zu mindern. Dann würden sich die Handelskosten sogar noch verdoppeln.

Davon abgesehen, besteht natürlich die Gefahr von Fehlsignalen, insbesondere wenn der Markt insgesamt schon keinen klaren Trend aufweist.

Experten empfehlen deshalb, sich nicht nur auf die Schnittpunkte des gleitenden Durchschnitts mit dem Kursverlauf zu konzentrieren. Profis nutzen für zuverlässigere Signale sogar 40 oder 50 Chart-Indikatoren in Kombination.

Für Privatanleger kann es deshalb einfacher und sinnvoller sein, auf eine mögliche bevorstehende Trendwende zu achten. Ist die 200 Tage-Linie beispielsweise über einen längeren Zeitraum nach unten gefallen und stoppt diese Abwärtsbewegung, gilt dies als Indikator für einen bevorstehenden steigenden Markt. Gut beobachten lässt sich dies oft am DAX (Deutscher Aktien Index), dem als Börsenbarometer geltenden Index mit den größten deutschen Aktienunternehmen gemessen am Unternehmenswert.

Mit der Trendfolge Gewinne optimieren – Einfache Strategie für Einsteiger & erfahrene Anleger

Bei der 200 Tage Strategie handelt es sich nicht um eine Strategie, die für sich alleine steht. Sie ist lediglich ein Indikator der Charttechnik, der mit anderen Strategien und Indikatoren kombiniert werden sollte, denn sich ausschließlich an einem gleitenden Durchschnitt eines historischen Kursverlaufs zu orientieren und Handelsentscheidungen zu treffen, ist äußerst eindimensional.

Hier kann beispielsweise die Trendfolge-Strategie einsetzen. Sie eignet sich als Basisstrategie bei deutlich steigendem oder fallenden Kursverlauf auch sehr gut für Einsteiger und ist vergleichsweise einfach anzuwenden. Im Grundsatz setzt diese Strategie auf eine größere Wahrscheinlichkeit, dass der bereits bestehende Kurstrend sich noch weiter fortsetzen wird, ohne ins Gegenteil umzuschlagen (Trendumkehr oder Trendbruch). Diese Theorie bleibt Theorie, weil die zukünftige Performance nicht vorhersehbar ist. Unberücksichtigt in der Anwendung der Trendfolge-Strategie bleiben entscheidende Marktereignisse, die den bisherigen Trend eines Kursverlaufs stoppen bzw. umkehren. Deshalb ist aktuelles Marktwissen auch hier ein Muss für erfolgreichen Handel.

Die Trendfolge-Strategie bezieht sich ausschließlich auf die technische Chartanalyse, d.h. alle anderen Faktoren, die eine Kursentwicklung beeinflussen können, bleiben hiervon unberücksichtigt. Dazu gehören z.B. bei Aktien und Indizes, Unternehmensnachrichten der betreffenden Basiswerte, wirtschaftliche, finanzwirtschaftliche oder politische Ereignisse. All dies und seine möglichen Auswirkungen auf einen Kurs zu einem gegenwärtig zukünftigen Zeitpunkt kann keine technische Analyse berücksichtigen. Sie beruht auf historischen Erkenntnissen aus der Vergangenheit, die sich so nicht wiederholen müssen oder können.

Bei vielen Tradern liegt übrigens ein Missverständnis vor, was denn die Trendfolge-Strategie eigentlich ist. Leider wird dies auch in diversen Internet-Beiträgen immer wieder falsch dargestellt. Denn mit der Trendfolge ist nicht gemeint, sich einfach anderen Tradern in ihrer Entscheidung und damit der Mehrheit anzuschließen, sondern dem Kurstrend zu folgen, auch wenn beide Möglichkeiten im Ergebnis gegebenenfalls gleich sind, weil die meisten Trader dem Kurstrend folgen. Oft hält sich der prozentuale Anteil der Händler aber auch die Waage und liegt um 50:50, weil beispielsweise auch die Kontra-Trend-Strategie angewandt wird. Insofern muss das Verhältnis also nicht dem tatsächlichen Kurstrend des betreffenden Basiswertes entsprechen. Hängen Sie sich deshalb nicht an sogenannte Markt-Sentiments der Broker, die die Handelsentscheidungen anderer Kunden zu einem Basiswert grafisch darstellen, sondern nutzen die Indikatoren der Chartanalyse.

Für die Identifizierung eines Trends ist es gleichgültig, ob dieser eine Tendenz zu steigendem oder fallenden Kurs aufweist, der Trend gibt lediglich die Richtung an und bewertet einen Kurs nicht nach positiv oder negativ. Anleger können natürlich sowohl von steigenden als auch fallenden Kursen profitieren. Ein Trend sowohl manuell als auch automatisch durch eine technische Chartanalyse identifiziert werden.

Manuelle Trend-Bestimmung

Eine Trendlinie lässt sich auch bei einem unregelmäßig erscheinenden Kursverlauf, der keinen eindeutigen Trend nach oben oder unten mit bloßem Auge erkennen lässt, einfach einzeichnen und verbinden. Bei einem Aufwärtstrend des Kurses bestehen beispielsweise mehrere Hochs nach oben und auch höhere Tiefs hintereinander. Diese Peaks (Kursausschläge) werden durch eine Linie jeweils oben und unten miteinander verbunden, so dass zwei parallel verlaufende, horizontale Linien entstehen.

Aus dem Verlauf der beiden Linien läßt sich eine Auf- oder Abwärtsbewegung des Kurses erkennen, vorausgesetzt, es handelt sich nicht um einen Seitwärts-Trend und der analysierte Zeitraum ist ausreichend lang. Bei der technischen Chartanlyse ermitteln technische Indikatoren das gleiche Ergebnis.

Genauso anwendbar ist diese Trendlinie für einen Abwärtstrend. Hier sind tiefere Hochs und auch tiefere Tiefs hintereinander erkennbar. Je länger ein Trend besteht und je gerader und eindeutiger er verläuft, desto einfacher ist er für geübte Trader auch ohne Linienverbindungen zu erkennen.

Trend-Bestimmung durch technische Indikatoren der Chartanalyse

Die technische Chartanalyse ermittelt auch einen Trend automatisch mittels Indikatoren, die den vorherigen Kursverlauf anhand der vorhandenen Daten analysieren. Einen in der Zukunft liegenden Trend kann aber auch die technische Analyse nicht voraussehen, deshalb beruht die Trendfolgen-Strategie darauf, einen bereits bestehenden Trend über einen vergangenen Zeitraum auszumachen.

Auch wenn ein Trend bereits seit längerem besteht, können Trader hiervon profitieren und in den Handel einsteigen. Es steht nicht im Vordergrund, zum absoluten Tiefstand ein- und zum absoluten Höchststand wieder auszusteigen, denn auch während eines Trends lassen sich natürlich Gewinne erzielen. Wichtig ist, eine sich möglicherweise abzeichnende Trendwende rechtzeitig zu erkennen, um vorteilhafte Ein- oder Ausstiegszeitpunkte nicht verstreichen zu lassen. Bei der automatischen technischen Chartanalyse erhalten Trader Kauf- und Verkaufssignale, wenn bestimmte Kurswerte erreicht werden.

Fazit zur Börsenstrategie 200 Tage

Bei der 200 Tage Strategie handelt es sich um eine leicht verständliche Anwendung aus der Charttechnik. Für Einsteiger, die in der Chartanalyse noch keine große Erfahrung haben, ist der gleitende Durchschnitt ein gutes Hilfsmittel für die Erkennung von möglichen Trendwenden. Deshalb sollten sie sich nicht auf die „Rein-Raus“-Strategie bei jedem Über- oder Unterschreiten des Kurses der 200 Tage-Linie orientieren. Neben hohen Handelskosten sind die Kauf- oder Verkaufssignale nicht zuverlässig genug, da es zu Fehlsignalen kommen kann.

Gänzlich ungeeignet ist die 200 Tage Strategie deshalb bei Seitwärtsbewegungen der Märkte. Dann generiert praktisch jedes Durchbrechen der 200 Tage-Linie nach oben oder unten ein Fehlsignal und markiert falsche Ein- oder Ausstiegszeitpunkte. Das System der technischen Chartanalyse reagiert in diesem Fall sozusagen hypersensibel und erkennt keine normalen Schwankungen, da diese von der generellen Seitwärtsbewegung rein technisch zu sehr abweichen und keine flexiblen Toleranzen eingebaut werden können.

Im Handel bedient man sich der sogenannten Stopp Loss-Marken, die einen möglichen Trendbruch und eine Trendumkehr markieren. D.h. durch Setzen der Marken ober- oder unterhalb des Kursverlaufs, werden Verluste minimiert, wenn ein Trendbruch erfolgt und der Kurs sich stattdessen entgegen der Prognose des Traders fortsetzt. Gewinne werden durch Nachziehen von Trailing-Stops im Handel über oder unter der Einstiegs-Kursmarke abgesichert.

Die 200 Tage-Linie eignet sich also am besten für Märkte, die sich nicht seitwärts, sondern deutlicher ausgeprägt steigend oder fallend entwickeln. Unter Zuhilfenahme des gleitenden Durschnitts lassen sich bevorstehende Trends oder Trendumkehr des Kursverlaufs erkennen.

Es gibt zahlreiche Strategien und Indikatoren, die im börslichen und außerbörslichen Handel Anwendung finden. Viele Broker gehen auf diese Themen nur oberflächlich in ihren Bildungssektionen ein. Sie erklären beispielsweise ausführlich Chart-Indikatoren, der Anleger erfährt aber nicht, für welche Strategien diese Indikatoren eigentlich angewendet werden können und wie. Achten Sie deshalb besonders als Neueinsteiger auf ausführliche und qualitativ hochwertige Bildungssektionen Ihres Brokers, z.B. bei OnVista. Bei der comdirect-Tochter können Sie nicht nur ein kostenloses Wertpapier-Depot eröffnen, sondern auch das bekannte Finanzportal mit vielen aktuellen Informationen zu Börse, Handel und Finanzen nutzen.

Für Anfänger empfiehlt sich zunächst die oben erläuterte Trendfolgestrategie, die nach und nach um weitere Möglichkeiten ergänzt werden kann. Darüber hinaus gibt es natürlich auch speziell z.B. für den Devisenhandel anwendbare Strategien, wie beispielsweise Scalping, oder die Dividenden-Strategie im Aktienhandel. Auch im Aktienhandel ist die Trendfolgestrategie übrigens die bewährteste Anlagestrategie. Nichtsdestotrotz garantiert keine Börsenstrategie, dass sie erfolgreich sein wird. Alle zugrundeliegenden Basisdaten können nur für Vergangenheit und Gegenwart herangezogen werden, nicht für die Zukunft.

Wo finde ich ein günstiges Aktien-Depot mit niedrigen Orderkosten?

Depotgebühren – Verwaltungsgebühren ohne Gegenleistung

Depotgebühren werden als reine Verwaltungskosten für die Depotführung erhoben. Auch wenn keine Wertpapiere im Depotbestand vorhanden sind, verlangen vor allem Filial-, aber auch einige Direktbanken immer noch Depotgebühren. Diese zusätzlichen Kosten können zwischen 2,50 bis zu 40 oder 50 EUR p.a. betragen. Auch wenn Sie bei dem Anbieter nur ein Depot und keine weiteren Konten wie z.B. ein Girokonto führen: Diese „Prämie“ an die Bank, dafür, dass Sie dort Kunde sind, sollten sie nicht zahlen und sich Depotgebühren sparen.

Kostenlos ist die Depotführung z.B. bei der OnVista Bank, BB Bank, ING-DiBa, DKB Bank, Maxblue, 1822direkt, NIBC Direct, comdirect oder der Consorsbank.

Bei niedrigen Transaktionskosten haben Sie mehr von Ihrer Rendite

Die Orderkosten – auch Transaktionskosten genannt – stellen im Wertpapierhandel den höchsten Anteil der Handelskosten dar. Es handelt sich hierbei um die Gebühren, die Sie für den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren zahlen. Sie bestehen aus der Orderprovision, welche die Depotbank für die Durchführung der Order berechnet, und die Fremdspesen, welche an Dritte entrichtet und von der Depotbank an Sie als Kunden weiterberechnet werden.

Die Orderprovision wird in der Regel als Prozentsatz des Ordervolumens (Kurswert) angegeben. Bei den meisten Direktbanken beträgt die Orderprovision 0,25% des Ordervolumens. Zusätzlich wird die Mindest- und die maximal zu entrichtende Provision pro Order angegeben, also z.B. Orderprovision 0,25% vom Ordervolumen, mindestens 9,90 EUR, maximal 29,90 EUR. Bei kleinem Ordervolumen und der zu entrichtenden Mindestprovision kann die Orderprovision dann entsprechend höher als der angegebene prozentuale Anteil ausfallen.

Einige Anbieter verzichten hingehen inzwischen auf volumenabhängige Orderprovisionen und bieten Flat-Rates an. So z.B. flatex, finanzen.net und OnVista. Unabhängig vom Ordervolumen entrichten Anleger Festbetrag von 5 EUR je Order an deutschen Börsenplätzen.

Welcher Broker passt zu mir?

Anleger haben wie jeder Kunde spezielle Wünsche und Anforderungen an den für sie passenden Online-Broker. Der perfekte Broker für alle existiert leider nicht, genauso wenig wie die perfekte Bank, Versicherung oder andere Dienstleister, die einem direkten Marktvergleich unterworfen sind und dort nach den entsprechenden Kriterien bewertet werden. Jeder Anbieter hat andere Vor- und Nachteile, seine eigenen Bedingungen und bietet unterschiedliche Leistungen und Service zu verschiedenen Preisen.

Deshalb ist ein passender Broker der, der den persönlichen Vorstellungen und Bedürfnissen am nächsten kommt. Um einen transparenten und einheitlichen Broker-Test zu gewährleisten, setzen wir für alle Testkandidaten dieselben Kriterien an und führen transparent die Vor- und Nachteile des jeweiligen Anbieters auf.

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Die vier erfolgreichsten Börsenstrategien: 2. 200 Tage was last modified: August 20th, 2017 by AngelaZ