Depotwechsel – Ganz einfach das Aktiendepot umziehen

Ein Depotwechsel kann bares Geld sparen. Viele Anleger führen nach wie vor ihr Aktiendepot bei ihrer Hausbank. Meist sind dies Filialbanken, die dafür teils hohe Gebühren verlangen und auch bei den Ordergebühren über den Angeboten der Online-Broker und Direktbanken liegen. Hier lohnt es sich zu vergleichen und gegebenenfalls das Depot einfach zu einem günstigeren Anbieter umzuziehen. Oft auch zu attraktiven Zinsen und einer Wechselprämie, die mehrere hundert Euro betragen kann. Zudem übernehmen viele Direktbanken auch die Formalitäten, so dass Anleger lediglich das bestehende Depot ihrer bisherigen Bank kündigen müssen und die Depotwerte einfach und unkompliziert übertragen werden.

In unserem Beitrag lesen Sie, wie Sie ihr Depot ganz oder teilweise einfach zu einem günstigeren Anbieter übertragen, dabei zu besseren Konditionen ihr Vermögen verwalten und vielseitige Handelsangebote nutzen können.

Wie funktioniert ein Depotwechsel?

Viele Broker bieten einen kostenlosen Depotwechsel, d.h. dem Depotinhaber entstehen keine Kosten für die Übertragung. Im Gegenteil, oft winkt sogar eine Prämie des neuen Depotverwalters und/oder attraktivere Zinsen als normalerweise bei der Hausbank bei Tages- oder Festgeldanlagen auf dem Verrechnungskonto.

Um einen Depotwechsel vorzunehmen, muss natürlich zunächst ein neues Wertpapierdepot eröffnet werden. Übernimmt der neue Broker die Formalitäten für Sie, benötigt er eine Vollmacht, um Ihre Wertpapiere wie Aktien oder Fonds in das neue Depot zu übertragen. Nicht möglich ist dies jedoch für geschlossene Fonds und Wertpapiere, die nicht an der Börse notiert sind.

Das Formular für die Übertragung und Vollmacht beinhaltet ihre persönlichen Daten als Depotinhaber, ihre Alt-Depot- & Kontonummer bei der bisherigen Bank oder Broker. Entweder lassen sie den gesamten Depotbestand oder auch nur Teile davon übertragen. Die jeweiligen Wertpapier-Kennnummern (WKN) werden in eine Liste eingetragen.

Danach kreuzen Sie nur noch an, ob das bisherige Depot nach Übertragung aufgelöst werden soll oder nicht. Selbstverständlich können Sie die Kündigung, sofern Sie alle Wertpapiere aus dem Alt-Depot auf das neue übertragen möchten, auch selbst vornehmen, sollten dies aber in jedem Fall schriftlich tun.

Bei der Übertragung von Wertpapieren vom alten in das neue Depot wird der Bestand in Deutschland im Normalfall über die Clearing-Gesellschaft Clearstream durch Kauf und Verkauf vorgenommen. Dies ist für Sie als Anleger aber völlig unerheblich und Sie müssen nichts unternehmen.

In der Regel dauert die Übertragung in das neue Depot nur wenige Bankarbeitstage.

Automatisierter Depotwechsel über den Online-Service

Den Depotwechsel können Sie bei einigen Anbietern auch online und automatisiert selbst vornehmen. Der Übertrag des Wertpapierbestands können Sie z.B. auf ein neues Depot bei der DKB Bank ohne Ausfüllen von Formularen selbst vornehmen. Über den Online-Service geben Sie ihre Zugangsdaten zur bisherigen Depotverbindung ein und können ihren Depotbestand, aber auch Freistellungsaufträge oder die Risikoeinstufung bequem zu ihrem neuen Anbieter übertragen. In diesem Fall benötigen Sie für den neuen Broker eine Kündigungsbestätigung ihrer bisherigen depotverwaltenden Bank, denn oft erhalten Neukunden nur dann eine Prämie, wenn sie ihr Alt-Depot geschlossen und alle Wertpapierbestände übertragen haben.

Wann sollte man das Depot wechseln & worauf sollte man besonders achten?

Hauptgrund für einen Depotwechsel sind meist die hohen Gebühren und Handelskonditionen des aktuellen Depotverwalters. Häufig verlangen Filialbanken noch Depotführungs- und Kontogebühren und auch die Ordergebühren sind nicht die günstigsten. Wer viel handelt, sollte nach einem Discount-Broker Ausschau halten, der seinen Handelsbedürfnissen wie einem vielseitigen Handelsangebot oder Flatrates entspricht. Empfehlenswert für Aktien-Trader ist beispielsweise der niederländische Broker DEGIRO, aber auch die deutsche Direktbank OnVista punktet mit niedriger Flatrate von nur 5 EUR.

Voraussetzung für günstigste Handelskonditionen ist häufig das Mindest-Handelsvolumen

Anleger mit weniger Handelsumsatz sollten jedoch darauf achten, dass kein Mindest-Handelsvolumen je Quartal oder monatlich vorausgesetzt wird, wie z.B. bei S Broker oder comdirect. Ansonsten schnellen die Gebühren, die man meinte zu sparen, wieder in die Höhe und der Depotwechsel hat sich doch nicht gelohnt.

In den Bedingungen finden sich jedoch auch befristet angebotene Konditionen. So handeln Anleger z.B. bei der Consorsbank in den ersten 12 Monaten zu vergünstigten Konditionen, haben aber gleichzeitig in den ersten 12 Monaten eine Sperrfrist, das übertragene Volumen zu halten, d.h. sie können nur zusätzliche Wertpapier-Volumina handelt, dürfen aber ihren Mindestbestand nicht unterschreiten.

Wechselprämie oft nur ab Mindest-Bestand & mit Haltefrist

Auch wer nur auf die Wechselprämie oder besonders hohe Zinsen für das Verrechnungskonto achtet, sollte genauer hinschauen. Voraussetzung für den Erhalt der Prämie ist häufig nicht nur ein Mindestbetrag des Wertpapierbestands, sondern auch eine Sperrfrist, in denen die übertragenen Wertpapiere nicht gehandelt werden dürfen, d.h. es kann beispielsweise eine Haltefrist von bis zu einem Jahr bestehen. Fallen in dieser Zeit die Kurse, muss der Anleger mit Verlusten rechnen, denen er durch zeitnahen Verkauf nicht entgegentreten kann.

Fällt eine höhere hohe Wechselprämie wie die 400 EUR der Postbank bei Depotwechsel ohne prozentuale Angabe (% vom Depotwert) ins Auge, sollten sie den Mindest-Übertrag von 50.000 EUR beachten. Meist ist die maximal erhältliche Bargeld-Prämie angegeben, z.B. 2.500 EUR bei Depotübertrag bei dem Deutsche Bank-Broker Maxblue. Entscheidend ist aber die prozentuale Prämie vom übertragenen Depotwert. Diese beträgt 0,5% und gilt selbstverständlich nur für den Depotwechsel von Alt-Depots, die nicht innerhalb des Deutsche Bank-Konzerns geführt werden.

Höhere Zinsen mit unterschiedlich langer Zinsgarantie

Ein Depotwechsel wird nicht selten auch durch höhere Tagesgeldzinsen auf das Verrechnungskonto attraktiver als beim bisherigen Depotführer. In den Zeiten von Niedrigzinsen mit Null Ertrag erhalten Anleger als Neukunden beispielsweise bei der Consorsbank mit einer Verzinsung von 1% mit einer Zinsgarantie von 6 Monaten (einmalig verlängerbar um weitere 6 Monate) bei einem Anlagebetrag bis zu 50.000 EUR. Im Gegensatz zu den üblichen Tages- und Festgeldzinsen von max. 0,7% der Hausbanken, die auch weit darunterliegen können, durchaus also eine lukrative Option. Auch hier gelten jedoch die Bedingungen und der Vergleich der Handelskonditionen sowie die letztendlich zu erwartende Steuerlast bei Kapitalerträgen.

Was ist neben Prämien, Zinsen & Konditionen sonst noch wichtig im Aktiendepot-Vergleich?

Neben den Prämien, Gebühren und Konditionen sind auch die Leistungen des Depot-Anbieters ein wesentlicher Punkt bei der Auswahl des passenden Depots, um einen lukrativen Depotwechsel vorzunehmen.

Hierzu gehört zunächst das Handelsangebot. Welche Produkte sind handelbar und auf welche kann man selbst ohne Weiteres verzichten? Wer Aktien handeln will, legt seinen Fokus sinnvollerweise nicht nur auf einen bestimmten Markt, Länder oder Branchen, sondern sorgt mit einer breiten Risikostreuung für ein ausgeglichenes Portfolio. Verhält sich ein Markt turbulent, können Gegengewichte im Portfolio mögliche Verluste gegebenenfalls ausgleichen. Broker mit zusätzlichem Angebot wie Forex und CFDs bieten hier mehr Möglichkeiten als Anbieter mit ausschließlichem Aktienangebot.

Nicht alle Depot-Anbieter haben jede Wertpapier-Sparte oder Derivate wie CFDs im Angebot. Handelbar sind bei den deutschen Direktbanken meist Aktien, Fonds, Anleihen und Zertifikate, ergänzt durch die kostengünstigen ETFs (Exchange Traded Funds).

Handelbare Börsenplätze im In- und Ausland & außerbörslicher Handel (Direkthandel)

Nationale Handelsplätze

Professionelle Depot-Anbieter ermöglichen Anlegern den Zugang zu allen deutschen Handelsplätzen. Das bedeutet, dass nicht nur zum elektronischen Handelssystem XETRA sowie den Wertpapierbörsen Frankfurt und Stuttgart, sondern auch zu allen deutschen Regionalbörsen wie München, Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover und Düsseldorf ein Börsenzugang besteht. Für den hochspekulativen Handel von Derivaten benötigen Anleger auch den Handelszugang zur Terminbörse EUREX.

Internationale Handelsplätze

Wer ausländische Wertpapiere handeln möchte, muss diese nicht unbedingt an den jeweiligen Auslandsbörsen kaufen oder verkaufen. Kostengünstiger ist der Handel an deutschen Handelsplätzen, doch sind nicht alle ausländischen Wertpapiere auch an der Börse Frankfurt gelistet. Weniger bekannte Auslandsaktien sind dann nur an der jeweiligen Auslandsbörse erhältlich oder der Handel ist in Deutschland kaum möglich, weil die betreffenden Papiere hierzulande kaum gehandelt werden, Angebot und Nachfrage und demnach auch der Umsatz fehlt. Die wichtigsten Auslandsbörsen für Anleger sind in erster Linie die US-Börsen New York Stock Exchange (NYSE) und NASDAQ sowie die Londoner Börse (London Stock Exchange). Besteht über das Depot Zugang zu Auslandsbörsen sind die US-Börsen und London in jedem Fall mit dabei.

Außerbörslicher Handel (Direkthandel)

Der außerbörsliche Handel – auch als Direkthandel bezeichnet – hat den Vorteil, dass er sehr komfortabel, schnell und auch kostengünstiger ist, da keine Handelsplatz- oder Maklercourtagen anfallen. Er wird z.B. über Tradegate oder Lang & Schwarz abgewickelt und ist nicht an die regulären Börsenzeiten gebunden, sondern ist auch bereits vor Börsenöffnung sowie nach Börsenschluss verfügbar. Die Anzahl der Direkthandelspartner variiert von Anbieter zu Anbieter, so dass interessierte Anleger prüfen sollten, welche Handelsplätze und Direkthandelspartner sowie Fondsgesellschaften im außerbörslichen Handel zur Verfügung stehen. Bei Maxblue sind dies z.B. 22, bei 1822direkt 17 Direkthandelspartner.

Fondshandel

Wer Fonds handeln möchte, für den sind nicht nur die o.g. Konditionen bezüglich der Rabatte für Ausgabeaufschläge oder fixe Orderkosten, sondern auch die Gesamtauswahl an Fonds und ob bzw. welche davon unmittelbar über die ausgebende Fondsgesellschaft, über die Börse oder im außerbörslichen Handel erhältlich sind. Nicht alle Anbieter bieten auch ETFs an, die, wie auch einige Investmentfonds, zum Teil als Sparplan eingerichtet werden können. Die monatliche Sparplan-Rate ist für Anleger in der Regel ab 50 EUR möglich. Für Fonds- oder ETF-Sparpläne fallen keine zusätzlichen Orderkosten an.

Orderarten und zusätzliche Handels-Tools

Im Aktiendepot-Vergleich ist sowohl für Einsteiger als auch erfahrene Anleger wichtig, dass für eine Order Limits gesetzt werden können. Sie gehören zu den Standard-Orderarten, während sogenannte Trailing Stopps schon spezieller sind und zu den komplexeren Handels-Tools zählen. Erfahrene Trader wünschen sich deshalb den Handel über eine professionelle Handelsplattform, während Einsteiger die Variante direkt aus dem Depot zu handeln bevorzugen dürften, die normalerweise so einfach wie das Online-Banking funktioniert.

Handel direkt aus dem Depot & über die Handelsplattform

Der Kauf und Verkauf von Wertpapieren direkt aus dem Depot ist im Grunde so einfach wie eine Online-Überweisung. Insbesondere Depot-Anbieter der Großbanken verfügen meist über eine hauseigene Handelsplattform, die auch Viel-Tradern genügend Handlungsspielraum und professionelle Orderplatzierung inkl. zusätzlichen Handels-Tools erlaubt. Wer lediglich in einen Fonds-Sparplan anlegen möchte, kann auf auch auf ein Demo-Konto, Musterdepot, Marktnachrichten und Analysen sicher gut verzichten. Für Anleger, die aktiv handeln wollen, sind dies jedoch unverzichtbare Leistungsmerkmale des passenden Brokers.

 
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Fazit zum Depotwechsel

Privatanleger bemängeln bei den Filialbanken die immer noch häufig berechneten Depotgebühren- und Kontoführungsgebühren wie z.B. Extra-Gebühren für die Erstellung von Kontoauszügen, Verwahrgebühren, zusätzliche Gebühren für telefonische Orderaufgabe und für die Änderung oder Streichung von Limits. Die meisten Direktbanken und professionellen Online-Broker verzichten meist von vornherein hierauf und ein Depotwechsel kann sich häufig lohnen.

Doch nicht nur die Ersparnis von Gebühren ist ein Grund, warum ein Vergleich sinnvoll sein kann. Ein Depotwechsel ist unkompliziert und die Formalitäten nimmt der Broker seinen Kunden gerne ab, so dass sie lediglich die notwendigen Formularangaben für die Übertragung und Kündigung des Alt-Depots machen müssen. Einige Anbieter bieten dies auch als Online-Service, so dass sie nach der Depoteröffnung beim neuen Broker die Übertragung der Wertpapiere, Freistellungsaufträge und Risikoeinstufung ganz einfach selbst vornehmen können.

Neben Wechselprämien, meist abhängig vom Übertragungsvolumen, profitieren wechselwillige Anleger aber oft auch von höheren Zinssätzen mit Zinsgarantie und günstigeren Handelskonditionen. In diesem Zusammenhang sind die jeweiligen Bedingungen des Brokers relevant, d.h. es müssen unterschiedliche Voraussetzungen erfüllt werden, um das jeweilige Angebot auch tatsächlich zu erhalten. Dies können beispielsweise ein zu übertragener Mindest-Depotwert, eine Haltefrist der übertragenen Wertpapiere oder die vorangegangene Schließung des Alt-Depots (nur vollständige und keine teilweise Übertragung) sein.

Abgesehen von den unmittelbaren finanziellen Vorteilen spielt auch das verfügbare Handelsangebot eine Rolle. Filialbanken bieten in der Regel keinen Forex- oder CFD-Handel an, sondern richten ihr Angebot auf den klassischen Wertpapier-Handel mit Aktien, Fonds und ETFs aus. Online-Broker wie die deutschen Direktbanken, die sich auch automatisch um die Abführung der Abgeltungssteuer für in Deutschland steuerpflichtige Abgeltungssteuer kümmern, verfügen meist über ein breiteres Handelsangebot.

Zu den besonders empfehlenswerten deutschen Online-Brokern gehört z.B. die OnVista Bank – inzwischen übernommen durch die Commerzbank-Tochter comdirect. Der Anbieter zählt zu den günstigsten Anbietern mit sehr gutem Leistungs- und Serviceangebot sowie angeschlossenem Finanzportal. Aktien können unabhängig von der Höhe des Handelsvolumens zu einem Festpreis von 5 EUR je Order zuzüglich einer Gebührenpauschale von 1,50 EUR je Börsenplatz gehandelt werden. Zur Verfügung stehen alle deutschen Börsen sowie 13 internationale Börsenplätze.

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Depotwechsel – Ganz einfach das Aktiendepot umziehen was last modified: November 27th, 2017 by AngelaZ