Die vier erfolgreichsten Börsenstrategien: 1. Dogs of the Dow

Die Aktien-Strategie Dogs of the Dow gehört zu den populärsten Börsenstrategien. Das renditesteigernde Prinzip ist denkbar einfach. Anleger erwerben unterbewertete Aktien und profitieren von den Dividenden-stärksten Aktienwerten der Indizes während ihrer Aufholjagd an der Börse.

Im nachfolgenden Beitrag erfahren Sie, wie es funktioniert und welches derzeit die zehn besten Aktien-Kandidaten für die profitable Dogs of the Dow Strategie sind.

Was bedeutet Dogs of the Dow?

Die Bezeichnung Dog bedeutet, abgesehen von der eigentlichen Übersetzung für Hund, im US-Amerikanischen keine Gewinner. Im Gegenteil, sie bezeichnet an der Börse sogar eine schlechte Kursentwicklung und es gibt auch sonst viele Begriffe, die in Verbindung mit Dog negativ bzw. als minderwertig belegt sind, z.B. Underdog.

Im Gegensatz dazu ist die Bezeichnung bezogen auf die Strategie jedoch irreführend. Hier kauft der Anleger keine Aktien mit negativer Kursentwicklung, sondern Werte mit hoher Dividendenrendite. Grundlage für die Auswahl sind die Dividenden-stärksten Papiere aus dem US-Amerikanischen Dow Jones Index (Dow). Daneben gibt es beispielsweise auch die Dogs oft he DAX (Deutscher Aktien Index) oder Dogs of the Eurostoxx 50 (Europäischer Aktien Index 50).

Was ist eine Dividende?

Bei einer Dividende handelt es sich um eine Erfolgsbeteiligung der Aktionäre eines Unternehmens nach einem abgelaufenen Geschäftsjahr. Die Dividendenhöhe ist zwar abhängig vom Erfolg des Unternehmens und damit vom Gewinn, doch muss die Dividende nicht ausgeschüttet werden, denn Aktionäre haben kein Anrecht darauf. So kann sich z.B. die Aktionärsversammlung gegen eine Ausschüttung der Prämie aussprechen, wenn man beispielsweise das Eigenkapital des Unternehmens und damit die finanzielle Substanz nicht schwächen will.

Die Höhe einer Dividende erfolgt also nur, wenn das Unternehmen Gewinne im vorangegangenen Geschäftsjahr erzielt hat und die Aktionärsversammlung der Dividendenausschüttung an die Aktionäre zustimmt. Die Höhe der Ausschüttung je Aktie wird vom Unternehmensvorstand vorgeschlagen.

Auf welcher Grundlage werden die Dogs of the Dow im Ranking ausgewählt?

Das Ranking der Dogs of the Dow basiert auf der Auswahl der 30 stärksten Dow Jownes-Aktien nach Dividende zu Jahresbeginn. Zugrunde gelegt werden die im Vorjahr gezahlten Dividenden und der Jahres-Schlusskurse, so dass sich eine Kennzahl ergibt. Dabei wird die Anlagesumme auf die zehn stärksten Werte zu gleichen Teilen verteilt und die Aktien ein Jahr lang gehalten. Im Folgejahr wiederholt sich die Auswahl entsprechend.

Wie funktioniert die Strategie Dogs of the Dow?

Bei dieser Strategie handelt es sich um eine sogenannte antizyklische Investmentstrategie. Sie folgt keinem Trend wie die Trendfolge-Strategie, sondern entgegengesetzt und beruht auf Regelmäßigkeit. D.h., der Anleger verfolgt diese Strategie über einen längeren Zeitraum über mehrere Jahre. Er kauft deshalb jährlich die fünf oder zehn Dividenden-stärksten Werte eines Haupt-Index. Nebenwerte sind hierfür ungeeignet. Investiert wird die Anlagesumme dabei zu gleichen Teilen in die ausgewählten fünf oder zehn Aktien.

Annahme ist dabei, dass große Aktien-Unternehmen nur vorübergehend für Anleger uninteressant werden und nicht auf Dauer, da der Aktienkurs dieser Unternehmen stärker schwankt als die Dividende. Bei hoher Rendite, geht man davon aus, der Ankaufkurs günstig ist, weil man bei der Dividende von einer Konstanten ausgeht, diese also nicht dauerhaft abbricht. Mit dieser Strategie verfolgt der Anleger das Ziel, eine höhere Rendite als der Gesamtmarkt zu erreichen.

Wichtig hierbei ist, dass die Aktien während des laufenden Jahres gehalten werden und am Stichtag (nach Feststehen des Jahresschlusskurses) zu Beginn des Folgejahres umgeschichtet wird, d.h. die dann aktuell Dividenden-stärksten Aktien des Index gekauft und die schwachen aus dem Vorjahr aus dem Portfolio verkauft werden. Der Aufwand hierfür ist im Gegensatz zu anderen Handelsstrategien deshalb vergleichsweise gering.

Steigt man mit dieser Strategie erstmals in den Handel ein, muss dies zu Beginn eines Jahres erfolgen. Unterjährige Käufe oder Umschichtungen z.B. Mitte des Jahres mit einer Haltedauer von nur 6 Monaten bis zum Stichtag zu Beginn des Folgejahres sind die falsche Anwendung der Dogs oft he Dow-Börsenstrategie. Es ist also notwendig, den Termin bzw. den Haltezeitraum von einem Jahr einzuhalten.

Welches sind die Dividenden-stärksten Unternehmen 2017?

Dogs of the Dow 2017

Die sogenannten Blue Chips-Aktien aus dem Dow Jones Index stellen die größten börsennotierten US-Aktien mit dem hohem Unternehmenswert dar. Die Tabelle zeigt die Dividenden-stärksten Aktien auf Basis des Schlusskurses vom 31.12.2016.

Die zehn Dogs of the Dow 2017 (Quelle: www.boerse.de)

Dogs of the DAX 2017

Das nachfolgende Ranking der Dogs of the DAX (Deutscher Aktien Index) listet die zehn Dividenden-stärksten deutschen Aktien nach Ermittlung des Schlusskurses am 31.12.2016. Die ermittelte Dividende wurde dem Online-Finanzportal OnVista entnommen.

Dogs of the DAX 2017 (Quelle: www.aktien-mit-strategie.de)

Bitte beachten Sie, dass das Ranking und die darin enthaltenen Aktien keine Kaufempfehlung darstellen, sondern nur zu Informationszwecken im Zusammenhang mit der Erläuterung der Börsenstrategie Dogs of the Dow dienen.

Langfristige Rendite-Entwicklung am Beispiel der Dogs of the Dow

Am Beispiel der Dogs of the Dow über einen Zeitraum von 1995-2016 in der Infografik wird deutlich, dass die Dividenden-stärksten Aktien eine höhere Rendite für den Anleger erzielen können. Das bestätigt wiederum die Annahme, dass Dividenden sich konstanter entwickeln als der Umsatz bzw. Gewinn eines Unternehmens. Eine hohe Dividende soll deshalb als Schlüsselindikator für unterbewertete Aktienwerte dienen und auf einen vergleichsweise günstigen Kauf-Kurs hindeuten.

Das Ziel, den Gesamtmarkt, d.h. den Dow Jones grundsätzlich zu schlagen, hat die Strategie jedoch nicht erreicht.

Auch sind bei langfristiger Anwendung der Strategie Verluste zu verzeichnen, wie in der Grafik ab 2008 zum Zeitpunkt der Finanzkrise erkennbar ist.

Entwicklung der Dogs of the Dow zwischen 1995-2016 in USD (Quelle: www.boerse.de)

Welche Risiken birgt die Dogs of the Dow-Börsenstrategie?

Ein Nachteil der Strategie ist, dass Anleger die Aktien als Buy-and-hold betrachten müssen. Entwickelt sich der Kurs negativ, bleibt der Wert im Depot. Dies erfordert eine gewisse Disziplin des Anlegers, der mit seinem Portfolio durch Höhen und Tiefen an der Börse geht.

Äußere Einflüsse, die z.B. während der Finanzkrise 2008 viele Branchen und Unternehmen betroffen und deren Kurs abstürzen lassen haben, führen natürlich auch zu Streichungen von Dividenden führen.

Da die Strategie rein auf Basis der Dividendenhöhe der Dividenden-stärksten Aktien eines Index bezieht, werden Risikofaktoren im Grunde nicht berücksichtigt. D.h., ein Dividenden-starker Wert kann auch bei Nichtzahlung von Dividenden im Ranking bleiben, wenn z.B. der Kurs bereits über einen längeren Zeitraum konstant fällt. So geschehen beispielsweise beim Blue Chip General Motors.

Die Statistik zeigt, dass die Strategie zeigt über längere Anlagehorizonte häufig bessere Ergebnisse als der Gesamtmarkt. Eine Garantie ist dies jedoch nicht, denn letztendlich liegt hier ein Zeitraum von immerhin 20 Jahren zugrunde. Dazwischen liegen auch einige Verlustzeiträume, so dass man über den zurückliegenden Anlagezeitraum über die Outperformance der Dogs of the Dow Strategie gegenüber dem Index sagen kann, dass Langfristigkeit zählt.

Wann gilt Dogs of the Dow für den Anleger als erfolgreich?

Oberstes Ziel ist eine Outperformance (bessere Performance) gegenüber dem jeweiligen Index. Demnach ist der Anleger also bereits erfolgreich, wenn er weniger verliert als der Gesamtmarkt, so dass auch negative Ergebnisse eines Dogs oft he Dow-Depots als erfolgreich gelten, wenn der Gesamtmarkt noch negativer verlaufen ist.

In der Vergangenheit zeigte sich die Outperformance gegenüber dem Gesamtmarkt nur bei konsequenter Anwendung über lange Anlagezeiträume. Bei kurzen Investitionen nach dieser Strategie, wie z.B. zwei oder drei Jahre, entwickelten sich die Dog of the Dow-Aktien häufig negativer als der Gesamtmarkt. Für die Zukunft kann dies natürlich niemand voraussagen.

In der jüngeren Vergangenheit zeigte die Entwicklung zwar eine Überlegenheit gegenüber dem Gesamtmarkt, allerdings nur geringfügig. Als besonders erfolgreich galt diese Strategie in den 70er und 80er Jahren, da die Entwicklung deutlich besser war als der Index.

Wie kann man in Dogs of the Dow am besten investieren?

Wer mit dieser Strategie in Aktien investieren möchte, braucht sein Portfolio nicht unbedingt selbst aus den Einzelwerten aufbauen und im Folgejahr umschichten. Es gibt Aktien- und ETF-Fonds (Exchange Traded Funds), deren Fondswerte nach dieser Strategie ausgewählt werden. An der Deutschen Börse gibt es sogar einen eigenen Index, der die 15 Dividenden-stärksten DAX-Aktien enthält (DivDAX). Alternativ können auch Zertifikate erworben werden, deren Grundlage Dividenden-starke Aktien sind.

Inzwischen gibt es einige Varianten der Strategie, z.B. Low Five (Kauf der fünf günstigsten Aktien der zehn Dividenden-stärksten eines Index) oder nur die Aktien der Dividenden-stärksten zehn zu kaufen, die im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinne gemacht haben.

Fazit zur Dogs of the Dow Strategie

Die Börsenstrategie Dogs of the Dow wird zwar vorwiegend auf Aktien angewandt, eignet sich aber auch für Indizes. Die Anwendung ist auch für weniger erfahrene Anleger einfach und verständlich, birgt jedoch auch Risiken, z.B. Branchenrisiken, weil rein rechnerisch die Dividenden-stärksten Werte eines Index aufgrund historischer Kursdaten und Dividenden ermittelt werden und äußere Faktoren keine Rolle spielen.

Dividendenzahlungen bedeuten für ein Unternehmen auch immer, dass diese aus dem Eigenkapital gezahlt werden müssen, sie verringern also die finanzielle Substanz eines Unternehmens. Es handelt sich also nicht um Beträge, die ohnehin „übrig“ sind.

Über längere Anlagehorizonte zeigte sich die Strategie in der Vergangenheit meist erfolgreich. Wie für alle Börsenstrategien, hält aber auch Dogs of the Dow keine Erfolgsgarantie parat.

Da die Umschichtung nach dieser Strategie jährlich erfolgt, fallen dementsprechende Handelskosten für Kauf und Verkauf an. Entscheiden Sie sich deshalb für ein günstiges Wertpapier-Depot, welches Ihnen darüber hinaus auch ein gutes Leistungs- und Serviceangebot bietet.

Neuanlegern empfiehlt sich, in Dogs oft he Dow gegebenenfalls in einer seiner Varianten bzw. einem anderen Index wie dem deutschen DAX z.B. über einen ETF-Fonds einzusteigen.

Insbesondere ETFs sind inzwischen ein Finanzinstrument, welches bei Privatanlegern sehr gefragt ist und eine kostengünstige Alternative zu den klassischen Investmentfonds darstellt. Handelbar sind ETFs z.B. auch bei dem niederländischen Broker DEGIRO zu besonders günstigen Handelskonditionen, der DKB Bank, Maxblue, 1822direkt, flatex oder der DAB Bank. Natürlich können über diese Anbieter auch eine Vielzahl von anderen Wertpapieren wie Aktien, Fonds, Anleihen usw. gehandelt werden.

Die günstigsten Wertpapier-Depots für Privatanleger

Unter den deutschen Direktbanken liegt preislich die OnVista Bank – inzwischen übernommen durch die Commerzbank-Tochter comdirect –  an der Spitze der günstigsten Anbieter. Aktien können unabhängig von der Höhe des Handelsvolumens zu einem Festpreis von 5 EUR je Order zuzüglich einer Gebührenpauschale von 1,50 EUR je Börsenplatz gehandelt werden. Zur Verfügung stehen alle deutschen Börsen sowie 13 internationale Börsenplätze.

Noch preisgünstiger, nämlich mit nur 2 EUR je Order zuzüglich einer Gebühr von 0,008% vom Ordervolumen, ist der niederländische Anbieter Degiro. Während die großen deutschen Direktbanken darüber hinaus aber auch weitere Produkte wie Sparpläne z.B. in Fonds, wie die derzeit stark nachgefragten Index-Fonds (ETFs), anbieten, beschränkt sich Degiro ausschließlich auf den börslichen Aktienhandel.

Die wichtigsten Auswahlkriterien bei der Broker-Wahl

Ein Broker sollte in jedem Fall eine ordnungsgemäße Regulierung durch eine EU-Aufsichtsbehörde und eine Einlagensicherung der Kundengelder vorweisen. Die Einlagensicherung gilt jedoch nur für Bankeinlagen wie Girokonten, Spar-, Festgeld-, Tagesgeldkonten usw., nicht für Wertpapierdepots. Wertpapiere werden von Banken im Kundenauftrag verwahrt, d.h. sie sind Eigentum des Kunden und werden im Insolvenzfall an diesen herausgegeben. Ein Zugriff auf Depotwerte durch Bank oder Gläubiger ist deshalb nicht möglich. Die Angst, Broker oder Bank könnten mit den Werten im Depot „durchbrennen“ oder bei Insolvenz an Gläubiger fallen, ist also unbegründet.

Versteckte Gebühren oder zusätzliche Kosten für die Nutzung der Handelsplattform oder zur Verfügung gestellte Charts sind ein K.o.-Kriterium. Die meisten Anbieter in Deutschland wie comdirect, OnVista Bank, Consorsbank oder DAB Bank (Schwesterunternehmen der Consorsbank) sind Tochtergesellschaften großer deutscher und europäischer Banken.

Grundsätzlich gelten für die Auswahl eines Online-Brokers die wichtigsten folgenden Merkmale:

  • EU-Regulierung & Einlagensicherung
  • Handelsplattform und mobiles Trading-Angebot für Smartphone & Tablet
  • Konditionen (Kosten, Gebühren, Provisionen/Kommissionen)
  • Fortbildungsangebot (z.B. Webinare)
  • Analysen, Marktnachrichten, News-Ticker, angeschlossenes Finanzportal
  • Kundensupport
  • Prämien oder (höhere) Verzinsung des Depots bei Depotwechsel

Die Kosten und Handelskonditionen – ein wesentliches Testkriterium

In unseren Bewertungen führen wir auch die anfallenden Kosten und Konditionen auf, um diese mit verschiedenen Brokern zu vergleichen.

Dies sind insbesondere:

  • Verrechnungskonto/Zahlungen über Referenzkonto
  • Mindesteinzahlung und mögliche Gebühren für Ein- & Auszahlungen
  • Handelskosten
  • Größe der handelbaren Kontrakteinheiten (Lots)
  • Provisionen, Kommissionen und Gebühren im Aktien-, Forex- und CFD-Handel

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Die vier erfolgreichsten Börsenstrategien: 1. Dogs of the Dow was last modified: August 17th, 2017 by AngelaZ