ECN Broker – Das einzig wahre Handelsmodell?

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ECN Broker – Das einzig wahre Handelsmodell für jeden Forex-Trader?

Der Forex-Handel erfreut sich bei Tradern großer Beliebtheit. Aber welches Handelsmodell ist das Richtige? ECN Broker oder Market Maker? Was sind die Vor- und Nachteile? Für wen eignet sich das ECN-Handelsmodell? In unserem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte zu ECN Brokern, wie das Handelssystem funktioniert und wie Sie den passenden Anbieter finden.

Was bedeutet ECN?

ECN (Electronic Communications Network) bezeichnet ein elektronisches Handelssystem von Fremdanbietern, das ursprünglich nur an das System der US-amerikanischen NASDAQ sowie anderen Börsen für das Wertpapiergeschäft angeschlossen war und ausschließlich institutionellen Anlegern zur Verfügung stand. Inzwischen bieten Online-Broker das ECN-Handelssystem für den Forex-Handel an, so dass auch private Anleger über den ECN Broker als Vermittler mit den Liquiditätspartnern handeln können.

Wie funktioniert das ECN-Handelssystem?

Geld- und Briefkurse (Quotes) für das jeweilige Währungspaar werden im ECN-Handel von den angeschlossenen Liquiditätspartnern gestellt. Liquiditätspartner sind z.B. Großbanken, Investmentbanken und andere institutionelle Anleger. Die Order wird über das elektronische System des Brokers direkt an den Liquiditätspool weitergeleitet, die ihrerseits die Kurse, die sie für die Order zu zahlen bereit sind, als Gebot darstellen. Die Order wird zum bestmöglichen Kurs ausgeführt und der Trader orientiert sich dabei am günstigsten, verfügbaren Spread.

Das ECN-Handelssystem bildet den bestmöglichen Kurs als günstigsten Spread ab (Quelle: Admiral Markets)

Das ECN-Handelssystem bildet den bestmöglichen Kurs als günstigsten Spread ab (Quelle: Admiral Markets)

 
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Was ein guter ECN Broker bieten sollte

Schnelle Weiterleitung der Order und Ausführung

In erster Linie kommt es bei ECN Broker auf die unverzügliche Weiterleitung der Order an den Liquiditätspool an, damit eine schnelle Ausführung erfolgen kann. Dies erleichtert u.a. der sogenannte 1-Click-Handel, der Tradern bei Nutzung der MetaTrader-Handelssoftware zur Verfügung steht. MetaTrader 4 ist die am weitesten verbreitete Trading-Plattform unter ECN Brokern und bietet ein umfangreiches Paket an Tools. Informieren Sie sich auch in unserem Beitrag zu MetaTrader über die Unterschiede zwischen MetaTrader 4+5 und die zahlreichen Zusatzfunktionen der bekannten und unter Tradern und Brokern gleichermaßen sehr beliebten Handelssoftware.

Ein großer Liquiditätspool stellt die günstigsten Kurse

Der Liquiditätspool sollte aus mindestens einem Dutzend Liquiditätspartnern bestehen, um den Wettbewerb zu gewährleisten und enge Spreads anbieten zu können. Je mehr Wettbewerber, desto besser die angebotenen Kurse und damit günstigsten Spreads. Einige Broker geben die Liquiditätspartner auch namentlich auf ihrer Webseite an, so z.B. Admiral Markets oder JFD Brokers. Ist möglicherweise nur ein Liquiditätspartner vorhanden, handelt es sich im Prinzip um einen Market Maker.

 

Handeln über kostenlose, zeitlich unbegrenzte Demo-Konten zu realen Handelsbedingungen

Immer von Vorteil ist ein kostenloses, zeitlich unbegrenztes Demo-Konto, welches identisch mit den realen Bedingungen der Live-Handelsplattform ist. Hier kann der gewünschte Hebel ausgewählt werden und Einsteiger können sich auch mit der Struktur der anfallenden Handelskosten vertraut machen, ohne Echtgeld zu investieren.

Kostenlose und zeitlich unbegrenzt nutzbare Demo-Konten gehören z.B. bei Varengold Bank FX und Direktbroker-FX zum umfangreichen Service- und Leistungsangebot.

 

 

Kein Ausschluss einzelner Handelsstrategien

Im Gegensatz zu Market Makern erlauben ECN Broker auch Handelsstrategien wie Scalping, da es für den Broker keine Rolle spielt, wie schnell der Trader handelt. Market Maker schließen diese Handelsstrategien kategorisch aus, weil sie zeitlich keine Gegenpositionen aufbauen können, um sich vor Verlusten zu schützen.

Strategie

Beim Scalping werden Stop Loss-Marken in sehr kurzen Zeitabständen und sehr eng gesetzt Der Market Maker kann die Position nicht mit Gegenpositionen anderer Kunden verrechnen und auch die Absicherung über einen externen Liquiditätspartner am Interbanken-Markt reicht zeitlich nicht aus. Einige größere Market Maker ignorieren die im Verhältnis zu den Gesamtkunden wenigen Trader, die auf ihrer Plattform die Scalping Strategie anwenden. Die möglichen Verlustbeträge für den Broker fallen aufgrund der Kundendichte nicht ins Gewicht. Bei ECN Brokern steht es dem Trader völlig frei, welche Strategie er anwendet.

Trading mit geringem Handelsvolumen

Je Asset sind auch die Mindest-Handelsgrößen bei ECN-Brokern in Lot angegeben. Auch wenn die Mindest-Handelsgröße 0,01 Lot beträgt, bedeutet dies jedoch nicht, dass der Einstieg mit diesem geringen Handelsvolumen auch tatsächlich möglich ist. Die angeschlossenen Liquiditätspartner geben meistens eine Mindest-Handelsgröße von 0,4 Lot vor, da die geringen Micro-Lots sich für sie nicht lohnen, um hierfür Kurse an den ECN Broker zu übermitteln.

Einige ECN Broker wie z.B. QTrade-FX haben jedoch auch dafür eine Lösung parat und bündeln elektronisch die entsprechend gleichlautenden Order, so dass das Mindestvolumen erreicht wird. Erst dann geben sie die Ordner an die Liquiditätspartner weiter. Dies geschieht natürlich ohne erkennbare Zeitverzögerung und automatisch über das Handelssystem.

Transparente Gebührenstrukturen schützen vor bösen Überraschungen

Ein guter ECN Broker legt seinen Kunden eine transparente Gebührenstruktur wie auch alle anderen Kosten offen dar. ECN Broker geben die Spreads an die Liquiditätspartner weiter und erzielen ihr Einkommen aus Kommissionen und Gebühren, die unterschiedlich hoch ausfallen. Sind diese Handelskosten nur im Text der Allgemeinen Geschäftsbedingungen als „Kleingedrucktes“ vorhanden, ist Vorsicht angebracht. Deshalb ist es umso ratsamer, wirklich alle rechtlichen Dokumente des Anbieters zu lesen, damit keine „unvorhergesehenen“ Kosten entstehen, die den Profit natürlich deutlich einschränken können.

 
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ECN Handelskosten – Kommissionen, Spreads und Gebühren

Während Market Maker ihr Einkommen ausschließlich aus den Spreads generieren, die höher als bei anderen Brokern sind, fallen bei ECN Brokern Handelskosten in Form von Kommissionen und gegebenenfalls weiteren Gebühren an, die zusätzlich zu den angegebenen Spreads berechnet werden.

Hier gibt es unterschiedliche Modelle. Zum einen werden Kommissionen und Gebühren in den meisten Fällen als separate Kosten aufgeführt, z.B. 0,10% zuzüglich 4,95 EUR je Trade, zum anderen können diese auch im Spread als Aufschlag enthalten sein, beispielsweise 0,3 Pips + 0,1 Pip Aufschlag = 0,4 Pips.

Hinzu kommen gegebenenfalls weitere Gebühren wie Overnight- bzw. Rollover-Gebühren für offene Positionen, die über Nacht im Portfolio des Traders gehalten werden. In unserem Artikel „Forex Swaps – Gebühren im Devisenhandel“ erfahren Sie alles Wissenswerte dazu.

Können CFDs auch über ECN gehandelt werden?

Zwar bieten viele ECN Broker neben dem Forex-Handel auch den Handel mit CFDs, die ebenfalls über die Trading-Plattform ausgeführt werden, tatsächlich werden sie aber nicht über ECN wie die Währungspaare gehandelt. Von daher ist der Begriff ECN im Zusammenhang mit CFDs also im Grunde falsch.

CFD Contract for Difference

Für Währungen gibt es keine Referenzbörse, das Kursangebot kommt direkt von den Banken im Liquiditätspool, dem eigentlichen Netzwerk von Liquiditätsgebern, und wird an den ECN Broker weitergegeben, der es wiederum an den Trader weiterleitet. CFDs werden jedoch an den Börsen gehandelt, so ist die Referenzbörse für beispielsweise den DAX 30 die EUREX. Der Broker verwendet diese Börsenkurse und gibt sie an seinen Kunden weiter. Bestenfalls natürlich mit nur einem geringen Aufschlag, den er transparent ausweist.

Dass kein einheitlicher Referenzkurs für Währungen erhältlich ist, wird beispielsweise auch dann deutlich, wenn man für einen Währungskurs von unterschiedlichen Quellen voneinander abweichende Angaben bekommt. Der überwiegende Teil der täglich gehandelten Devisen wird außerbörslich gehandelt und als Referenz dienen verschiedene Banken. Deshalb z.B. auch die Angabe bei Devisenrechnern, dass es sich um einen Interbanken-Kurs handelt.

 
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Fazit zu ECN Brokern

ECN (Electronic Communication Network) ist ein elektronisches Handelssystem, was im Forex-Handel privaten Anlegern den Handel mit den Liquiditätspartnern des ECN Brokers ermöglicht. Der Broker tritt als Vermittler auf, der die Order an den Liquiditätspool weiterleitet. Die Liquiditätspartner in diesem Pool geben ihre Kursangebote (Geld- und Briefkurs bzw. Quote) ab, die sie dafür zu zahlen bereit sind und der Broker leitet diese wiederum weiter an den Trader. Durch den Wettbewerb der Marktteilnehmer im angeschlossenen Liquiditätspool erhalten Trader die bestmöglichen Kurse bzw. Spreads.

ECN-Handel funktioniert nur mit Devisen, da für Währungen keine Referenzbörse existiert. Die weit verbreitete Annahme, dass auch CFDs über das ECN Handelssystem gehandelt werden können, ist dahingehend falsch, dass der Kurs nicht aus dem Liquiditätspool von den Banken kommt, sondern von den Börsen, an denen die jeweiligen Basiswerte gehandelt werden. Der Broker orientiert sich an diesen Referenzkursen und gibt diese dann mit einem Aufschlag an seinen Kunden weiter bzw. berechnet Kommissionen und Gebühren. Für Aktien-CFDs sind dann z.B. 0,10% zuzüglich einer Pauschale von 4,95 EUR fällig.

Einen guten ECN Broker zeichnet eine Reihe von Merkmalen aus, die bei der Wahl des Anbieters berücksichtigt werden sollten. Ein ECN Handelssystem ist eine teure und aufwändige Investition, die vor allem auch gewährleisten muss, dass Order in der gebotenen Schnelligkeit an den Liquiditätspool weitergeleitet werden. Geschieht dies nicht, erhält der Trader gegebenenfalls eine Slippage (Schlechterausführung der Order). Das ebenso der Fall sein, wenn der vermeintliche Liquiditätspool nur mit einem Liquiditätsgeber besetzt ist.

Mindestens 10-12 Liquiditätsgeber sollten sich im angeschlossenen Liquiditätspool befinden, damit Trader einen bestmöglichen Kurs erhalten. Befindet sich hierin nur einer, findet natürlich auch kein Wettbewerb statt. Dann handelt es sich allerdings auch nicht um einen „echten“ ECN Broker, sondern im Prinzip um einen indirekten Market Maker.

Lockangebote mit einem Spread ab 0 Pips halten kaum, was sie versprechen. Wären bei diesen Brokern seriöse Liquiditätspartner in ausreichender Anzahl im Liquiditätspool vorhanden, käme wahrscheinlich kein Kursangebot zustande. In diesen Fällen ist meist nur ein Liquiditätsgeber vorhanden und der Trader bekommt die bereits erwähnte Slippage, mit der sich die günstigen 0 Pips erledigt haben.

Als Trading-Plattform wird in den meisten Fällen bei ECN Brokern die bekannte MetaTrader 4 oder 5-Handelssoftware genutzt, die neben vielen anderen Tools auch die 1-Click Orderausführung aus dem Chart heraus enthält, so dass auf Trader-Seite eine schnelle Abgabe der Order erfolgen kann.

Oft ist bei ECN Brokern nicht auf den ersten Blick ersichtlich, welches Mindest-Handelsvolumen erforderlich ist. Zwar ist den Währungspaaren eine Mindest-Handelsgröße zugeordnet, diese Angabe ist allerdings nicht unbedingt identisch mit dem von den Liquiditätsgebern geforderten Mindest-Handelsvolumen. Für einen Micro-Lot von 0,01 geben sie bei vielen ECN Brokern kein Gebot ab und verlangen vielfach ein Mindest-Handelsvolumen von 0,4 Lot. Einige Anbieter haben deshalb eine technische Problemlösung hierfür implementiert und bündeln gleiche Order zu dieser Mindest-Größenordnung, bevor sie an den Liquiditätspool weitergeleitet werden. Voraussetzung hierfür ist natürlich ein größerer, etablierter ECN Broker, der einen adäquaten Kundenstamm hat und entsprechend in seine Technik investiert.

Wie der Handel bei einem ECN Broker in der Praxis funktioniert, lässt sich mit einem kostenlosen, zeitlich unbegrenzten Demo-Konto unverbindlich testen, ohne dass gleich ein Live-Handelskonto eröffnet werden muss. Idealerweise sollte die Demo-Version den realen Bedingungen der Live-Handelsplattform entsprechen. Über das Demo-Konto kann beispielsweise die Hebelwirkung oder der Einsatz von Strategien (z.B. das Setzen von Stop Loss-Marken) getestet, aber auch die bei einem Live-Trade entstehenden Handelskosten kalkuliert werden. Besonders Anfängern erleichtert die Nutzung eines Demo-Kontos ohne jedes Handelsrisiko den Einstieg in den Forex-Handel, aber auch Fortgeschrittene profitieren von diesem Tool.

Neben den zwar meist geringen Spreads fallen bei ECN Brokern teilweise nicht unerhebliche Kommissionen und Gebühren an. Deshalb ist es wichtig, einen Broker zu wählen, der eine transparente Gebührenstruktur offenlegt. Wenn der Anbieter keine Kommissionen oder Gebühren verlangt, sind diese in den Spreads enthalten, denn kein Broker bietet seine Dienste kostenlos an. Transparente Broker geben die im Spread enthaltenen Aufschläge dann gesondert an.

ECN Broker erlauben auch die Anwendung der bei Market Makern in den allermeisten Fällen verbotenen Scalping-Strategie, bei der sehr enge Stop Loss-Marken in kurzen Zeitabständen gesetzt werden.

ECN Broker eignen sich prinzipiell für Anfänger und Fortgeschrittene. Vor allem Anfänger finden aber auch bei Market Makern ein komfortables Trading-Umfeld vor. In vielen Fällen fällt die Unterstützung für Einsteiger in den Handel bei Market Makern vergleichsweise besser aus, da häufig auch recht gute Fortbildungsangebote vorhanden sind. ECN Broker wenden sich oft vorzugsweise an fortgeschrittene Trader und institutionelle Anleger, weshalb auch die Weiterbildungsmöglichkeiten eher bescheiden ausfallen.

Die ganz überwiegende Mehrheit der im deutschen Markt bekannten ECN Broker ist inzwischen EU- oder FCA-reguliert. Vor allem vor dem Hintergrund der Sicherheit von Kundengeldern, die getrennt vom Unternehmenskapital auf Bankkonten verwahrt werden müssen, und der Einlagensicherung, gewährleistet dies ein höheres Maß an Sicherheit für den Kunden. Zudem haben Trader bei eventuellen ernsthaften Schwierigkeiten mit dem Broker durch die zuständige, regulierende Finanzmarktaufsicht eine Anlaufstelle, die bei Problemen weiterhelfen kann.

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ECN Broker – Das einzig wahre Handelsmodell? was last modified: Januar 23rd, 2016 by AngelaZ