FCA zieht nach mit strengerer Regulierung für britische CFD-Broker

Innerhalb einer Woche haben gleich zwei europäische Finanzaufsichten ihre Regulierung massiv verschärft: Die CySEC auf Zypern, die vor allem einen erheblichen Teil der im europäischen Markt vertretenen Binäre Optionen-Broker reguliert, und die britische FCA, unter deren Regulierung z.B. die CFD-Marktführer CMC Markets und IG fallen.

Nachdem die zypriotische CySEC den durch sie regulierten Binäre Optionen- und Forex-Brokern Bonusangebote ab sofort mit Rundschreiben vom 30. November 2016 untersagt hat, legt nun nur eine Woche später die britische FCA (Financial Conduct Authority) bei auf den in Großbritannien ansässigen CFD-Anbietern mit einer Reduzierung der Hebel nach.

CFD-Anbieter werden ihre Maximal-Hebel für den CFD-Handel mit Aktien, Indizes und Rohstoffen drastisch herunterschrauben müssen, denn die FCA will maximale Hebel von 1:50 auf CFD-Geschäfte einführen.

Bei dem Verbot von Bonus-Angeboten schließt sich die FCA der CySEC an und untersagt die Bonus-Anreize für in Großbritannien regulierte Broker ebenfalls.

Zwar ist die Änderung noch nicht in Kraft getreten, beschlossen ist sie durch die FCA aber bereits. Bis März 2017 will man zunächst noch Feedback von den betreffenden Brokern mit Sitz auf der britischen Insel einholen, doch im Frühjahr sollen die neuen Regeln in Kraft treten.

Nach eigener Aussage will die FCA den Anlegerschutz durch niedrigere Maximal-Hebel verbessern, da nach einer FCA-Analyse 82% der CFD-Trader Geld im Handel verlieren. Dass man im Trading Geld verliert, ist zwar nichts Neues und liegt auch an den Handelsfähigkeiten und der Erfahrung, die ein Trader mitbringt. Allerdings handelt es sich bei den meisten Verlusten um unerfahrene Händler, die die Hebelwirkung, das hohe Handelsrisiko und wohl auch die möglichen finanziellen Konsequenzen in ihrer ganzen Tragweite unterschätzen oder schlicht ausblenden.

 
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Welche Maßnahmen beinhaltet die aktuelle FCA-Entscheidung?

Die FCA zeigt sich in ihrer öffentlichen Stellungnahme vom 6. Dezember 2016 vor allem unzufrieden mit der Risikoaufklärung der Broker und deren Intransparenz. Sie verweist weiter darauf, dass es sich anstelle von Investments eher um Glücksspiel handele und erwähnt in diesem Zusammenhang die Binäre Optionen-Broker.

Konkret sollen die nachfolgenden Maßnahmen umgesetzt werden:

Unerfahrene CFD-Neueinsteiger mit weniger als 12 Monaten aktiver Handelserfahrung sollen der FCA zufolge einen maximalen Hebel von 1:25 nutzen dürfen.

Für alle Privatkunden, erfahrene eingeschlossen, soll der maximale Hebel 1:50 gelten. Für besonders risikoreiche Einzelmärkte soll der maximale Hebel auch niedriger eingestuft werden.

Wie schon auf Zypern sind Bonus-Angebote, wie sie bisher üblich waren und einen Mindest-Handelsumsatz für den tatsächlichen Erhalt durch Gutschrift auf dem Handelskonto erforderten, auch bei den FCA-regulierten Brokern nun verboten.

Nach Meinung der FCA sind Neueinsteiger in den CFD-Handel über das Handelsrisiko nicht ausreichend aufgeklärt. In der Tat finden sich auf den Webseiten der meisten Broker, nicht nur der CFD-Broker, sehr allgemeine Risikohinweise, deren Inhalte gar nicht zu verstehen sind, weil einfach kein Konsens vorhanden ist.

Ändern soll sich das mangelnde Risikoverständnis durch standardisierte, ausführliche Risikohinweise und verpflichtende Offenlegungen der Broker über das Verhältnis von Gewinnen und Verlusten aus dem Handel zur Verdeutlichung.

Risk

Folgen der FCA-Entscheidung für Trader & Broker

Unerfahrene Anleger werden besser geschützt – erfahrene Trader eingeschränkt

Die Entscheidung der FCA ruft verständlicherweise sehr unterschiedliche Reaktionen bei den Tradern hervor. Wer als unerfahrener CFD-Trader bereits viel Geld mit hohen Hebeln verloren und das Risiko falsch eingeschätzt hat, wird (hoffentlich) sagen, gut, das kann zumindest dann Anderen nicht mehr passieren.

Erfahrene Trader, die Hebelwirkung und Handelsrisiko realistisch einschätzen können und auch mit entsprechend hohem Kapital handeln, werden sich aber wohl gegängelt bzw. mindestens eingeschränkt fühlen. Institutionelle CFD-Anleger dürften sich hingegen gleich fassungslos die Haare raufen. Auch das ist nachvollziehbar, zumindest unter dem Gesichtspunkt, dass alle CFD-Anleger – Profis, erfahrene und unerfahrene Trader – in einen Topf geworfen werden, man sich am Schwächsten orientiert und die Stärkeren benachteiligt. Inwieweit institutionelle Kunden von den Änderungen ausgenommen sind, wird allerdings in der aktuellen FCA-Stellungnahme nicht deutlich.

Höhere Handelskosten für erfahrene Trader & Profis

Je niedriger der Hebel, desto weniger Volumen wird bewegt. Für private Kleinanleger sind auch Hebel von 1:50 hohe Multiplikatoren. Für sehr erfahrene Trader und Profis erhöhen niedrigere Hebel aber die Handelskosten erheblich, denn um das erforderliche Handelsvolumen zu erreichen, welches zuvor mit einer Position bei einem eingestellten Hebel von beispielsweise 1:500 zu erzielen war, sind nun höhere Provisionen und Margin nötig.

Der Broker wird für den Kunden zwangsläufig teurer und kann dem nur wenig entgegensetzen, denn Profis benötigen weder Online-Schulungen, Demo-Konten oder sonstige Serviceleistungen. Hier zählen die Konditionen, die Handelsausführung, die richtigen Liquiditätspartner und eine zuverlässige, schnelle Trading-Plattform und Orderausführung.

Britische CFD-Broker im Rechtfertigungs-Modus

Wie schon bei der CySEC-Entscheidung auf Zypern, sind auch die britischen CFD-Broker über die bevorstehenden Änderungen durch ihre Regulierungsbehörde wenig erfreut.

Für Broker sind einbrechende Umsätze vor allem dann vorprogrammiert, wenn institutionelle Kunden zur Konkurrenz außerhalb Großbritanniens abwandern und ihr verfügbares hohes Handelskapital abziehen. Dies werden sie tun, wenn sie mit den gewohnt hohen Hebeln zu niedrigen Handelskosten handeln können und ein sehr ähnliches Handelsangebot auch woanders vorfinden. Für institutionelle Kunden muss deshalb ein angemessener Hebel gefunden werden, der über der angestrebten Höhe für Privatanleger liegt.

Zu Wort gemeldet haben sich nach Veröffentlichung der Änderungen durch die FCA bereits die beiden Marktführer IG und CMC Markets. Beide betonen, dass sich ihr Handelsangebot an erfahrene Trader richtet, die sowohl das Handelsrisiko als auch die Hebelwirkung verstehen und verantwortungsbewusst damit umgehen. Verständlicherweise befürchtet man, dass Kunden sich von britischen Brokern verabschieden könnten, da die Regelungen in Europa nicht mehr einheitlich sind.

 
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Hohe Kursverluste bei börsennotierten, britischen CFD-Brokern

Die Bekanntgabe der Änderungen der FCA verursachte prompt hohe Kursverluste bei den britischen CFD-Brokern. Anleger befürchten in einer ersten Reaktion Verluste der Broker durch weniger Einnahmen von Kommissionen und Gewinne aus Spreads. CMC Markets verzeichnete einen steilen Kursrutsch von 34%, IG 35% und Plus500 25%.

Wer ist die FCA und welche Aufgaben nimmt sie wahr?

Bei der FCA (Financial Conduct Authority) handelt es sich um die britische Regulierungsinstitution für die Finanzdienstleistungsindustrie in Bezug auf den Konsumentschutz (Anlegerschutz).

In Großbritannien wird die Regulierung der Finanzmärkte von zwei getrennten Regulierungsbehörden mit unterschiedlichem Zuständigkeitsbereich wahrgenommen. Zum einen von der FCA und zum anderen von der PRA (Prudential Regulation Authority), die für die Regulierung von Banken, Versicherungen und Investmentfonds zuständig ist. Beide gingen als Nachfolgebehörden der Vorgängerin FSA (Financial Services Authority) hervor, die bis zum 31. März 2013 als britische Finanzmarktaufsicht für die Regulierung der Finanzdienstleistungsindustrie zuständig war.

Rechtsgrundlage für beide Nachfolgebehörden FCA und PRA ist der Financial Services Act 2012. Die PRA untersteht als Bankenaufsicht zudem der Bank of England.

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FCA zieht nach mit strengerer Regulierung für britische CFD-Broker was last modified: Dezember 7th, 2016 by AngelaZ