Finanzen gemeinsam verwalten – Einfaches privates Money Management

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Ob zusammenlebende Paare ihre Finanzen gemeinsam verwalten, hängt zunächst von ihrem Beziehungskonzept ab. Ist es eher individualistisch geprägt, gibt es kein gemeinsames Girokonto. In kollektivistisch ausgerichteten Beziehungen wird das Geld dagegen meist gemeinsam verwaltet.

Weitere Faktoren, ob sich einer oder beide um die Finanzen kümmern, sind Altersgruppe, Rollenverständnis, Erziehung, individueller Umgang der Partner mit Geld und materiellen Dingen und die Einkommens- und Vermögensunterschiede.

Was sind die Voraussetzungen für eine stressfreie, gemeinsame Verwaltung der Finanzen und der Haushaltskasse? Welche modernen, elektronischen Hilfsmittel kann man nutzen, um Zeit und Aufwand zu sparen?

Alles Wichtige zum Thema „Finanzen gemeinsam verwalten“ erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

60% der zusammenlebenden Paare in Deutschland haben ein gemeinsames Girokonto

Einer repräsentativen Umfrage der GfK Marktforschung zufolge haben über die Hälfte, nämlich rund 60% der zusammenlebenden Paare in Deutschland ein gemeinsames Girokonto. Bei verheirateten Paaren sind es sogar 68%, während unverheiratete Partnergemeinschaften mit 29% deutlich darunter liegen.

Doch nicht nur der Familienstand spielt eine Rolle, sondern auch das Alter. Bei den 60-69-Jährigen werden von 70% die Finanzen über ein gemeinsames Konto abgewickelt und bei den über 70-jährigen Paaren erhöht sich der Anteil auf über 80%.

Unterschiedliche Regeln & Bedingungen bei der gemeinsamen Finanzverwaltung

Wenn zusammenlebende Paare ihre privaten Finanzen gemeinsam verwalten, gelten häufig sehr unterschiedliche und auch ungerechte Regeln und Bedingungen. So bedeutet die gemeinsame Finanzverwaltung nicht unbedingt, dass beide gleichberechtigt sind oder die finanzielle Verantwortung für verschiedene Lebensbereiche wie z.B. Miete, Versicherungen, Darlehensraten o.ä. gerecht verteilt ist.

Bei einem ähnlich hohen Einkommen könnte man meinen, dass der Umgang mit den gemeinsamen Finanzen ganz selbstverständlich gleichberechtigt sei, doch ist das seltener der Fall als man vielleicht denkt. Auch wenn beide gleich viel verdienen, kann das eine Gehalt als wertloser angesehen werden als das andere.

Diese Tatsache ist zwar erstaunlich, wird aber sogar damit begründet, dass die Arbeit in einem vergleichsweise langweiligen oder möglicherweise gesellschaftlich weniger anerkannten Beruf auch automatisch als weniger wertvoll bewertet wird als ein z.B. ein kreativer Heimarbeits-Job als Gelegenheits-Schmuckdesignerin. Auch wenn Einkünfte daraus nur unregelmäßig und als geringere Beträge erzielt werden. Das Gehalt für die vermeintlich weniger wertvolle Arbeit wird dann meist für die regelmäßig wiederkehrenden, nötigen Ausgaben wie Miete oder Strom verwendet, während das „wertvollere“ Geld für Anschaffungen oder Luxus-Ausgaben ausgegeben wird.

Liegt zwischen den beiden Einkommen eine größere Diskrepanz, wäre es wohl naheliegend, die regelmäßigen Kosten nicht 50:50 aufzuteilen, sondern im Verhältnis zum Einkommen prozentual. In vielen Haushalten gilt allerdings das Prinzip „Alles Halbe-Halbe“, auch wenn die Kosten ein Gehalt deshalb fast komplett verschlingen. Schließlich beansprucht der Partner ja auch von allem die Hälfte.

Interessant ist auch, dass häufig derjenige auf den Kosten sitzenbleibt, je nachdem welche Aufgaben oder Verantwortungsbereiche er übernimmt. Wer kocht, kauft auch ein und wer einkauft, bezahlt auch.

Die ungerechte Verteilung ist den meisten Paaren oft gar nicht so bewusst. Es spricht sicher in vielen Fällen nichts gegen einen „gemeinsamen Topf“, leider hapert es aber ohne Haushaltsbuch oft am nötigen Überblick, Disziplin und mangelnde gegenseitige Wertschätzung des jeweils vom Anderen eingebrachten Einkommens.

Beim Thema Geld hört nicht nur die Freundschaft, sondern manchmal auch die Beziehung auf.

Welche Fragen sollte man vor der gemeinsamen privaten Finanzverwaltung miteinander klären

1.       Was bedeutet dem Partner und einem selbst Geld? Wie ist die Einstellung dazu?

Zunächst sollte man voneinander wissen, was dem Partner und einem selbst Geld bedeutet. Wer in der Vergangenheit immer Geld zur Verfügung hatte und nie in finanzielle Notsituationen gekommen ist, macht sich weniger Gedanken um ein kurzfristig überzogenes Girokonto oder den häufigen Kreditkarteneinsatz. Wer aber negative Erfahrungen wegen Geldmangel gemacht hat, wird sich bei größeren Ausgaben und/oder ohne finanzielles Polster möglicherweise unsicher und ängstlich fühlen.

Eine weitere Frage in diesem Zusammenhang ist auch die Einstellung zum eigenen, selbst verdienten Geld. Kann man damit leben, dass der Partner es mit ausgibt? Wenn nein, kann neben dem gemeinsamen Konto auch ein weiteres, eigenes Konto helfen, auf dem man Beträge vom eigenen Geld anspart oder als persönliches Polster parkt.

2.       Wie ist es mit dem Einkommensunterschied?

Besteht zwischen den Partnern ein Einkommensunterschied, sollte man die Frage nach der gerechten Verteilung der Kostenbeteiligung stellen oder sich eben auf die 50:50-Variante einigen. Eine allgemeingültige Empfehlung ist schwierig, es kommt auf die eigene Einstellung an. Im letzteren Fall kann es allerdings kritisch werden, wenn man das Gefühl hat, dass vom eigenen Geld immer gleich alles ausgegeben ist und davon nichts übrigbleibt. Man also nach allen Kosten selbst gar nichts mehr für den Rest des Monats finanziell beiträgt und praktisch auf Kosten des Partners lebt.

3.       Wie ist der jeweils aktuelle Finanzstatus?

Über den aktuellen Finanzstatus sollte man sich ebenfalls offen austauschen, um böse Überraschungen zu vermeiden, weil der Partner noch ein Darlehen zurückzahlen muss, von dem man bisher nichts wusste, oder weil man selbst noch Verbindlichkeiten hat, die man eher verheimlichen möchte und irgendwie schon ohne Wissen des Partners bezahlen wird.

4.       Wie ist sieht es mit dem Ausgabeverhalten und der Zahlungsmoral aus?

Das eigene Ausgabeverhalten und die Zahlungsmoral sind zwei wichtige Punkte, denn wenn klar ist, wie man selbst und der Partner damit umgeht, weiß man, worauf man sich einlässt. Schlecht sieht es allerdings aus, wenn beide Rechnungen erst lange nach Fälligkeit oder gar nicht bezahlen, anfällig für unkontrollierte Frustkäufe sind und sich keine Gedanken über Finanzplanung machen. In diesem Fall sollten besser getrennte Konten geführt werden, weil nie ausreichend Geld für die wirklich nötigen Ausgaben vorhanden sein wird. Zwei Gehälter sind letztendlich genauso schnell sinnlos ausgegeben wie nur eines.

5.       Für welche Dinge will man Geld ausgeben und für welche nicht?

Wo die Präferenzen liegen, für die man Geld ausgeben möchte und für welche nicht, muss ebenfalls geklärt sein. Wer sich maßlos darüber aufregt, dass auch sein Geld für die Mitgliedschaft im Sportstudio ausgegeben wird, in dass der Partner nie geht, tut sich keinen Gefallen. Deshalb sollte man klarstellen, was einem wichtig ist, wofür man auf jeden Fall Geld ausgeben möchte und worauf man verzichten kann.

6.       Kann man wenn nötig gemeinsam auf etwas verzichten?

Wer Anschaffungen plant, muss gegebenenfalls auf andere Dinge zugunsten der Anschaffung verzichten. Soweit kein Problem, wenn er dies allein tut, weil er allein lebt. Ist der Partner aber bereit, auch auf Dinge zu verzichten, um sich gemeinsam die Anschaffung leisten zu können? Es ist belastend und frustrierend, wenn man in einer Beziehung allein auf etwas spart, um es kaufen zu können.

7.       Gibt es größere Finanzpläne?

Der eine will ein Haus bauen, der Andere möchte lieber weiterhin in der Mietwohnung in der City bleiben. Größere Finanzpläne sollten neben der gemeinsamen Lebensplanung offen diskutiert und in die mittel- und langfristige Planung der gemeinsamen Finanzen mit einbezogen werden.

Der Idealfall: Höhere Einnahmen als Ausgaben

Im Idealfall sind die monatlichen Einnahmen höher als die Ausgaben. Wir das Geld gemeinsam auf einem Girokonto verwaltet, haben beide Partner Kontozugriff, zahlen Rechnungen und kaufen ein. Bleibt am Ende des Monats etwas übrig, umso besser. Dann funktioniert die gemeinsame Verwaltung der Finanzen ganz offensichtlich und beide gehen verantwortungsvoll damit um.

In der Realität funktioniert dieses Prinzip oft weit weniger gut. Reicht das vorhandene Geld nicht, können Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt oder nötige Anschaffungen müssen verschoben oder aufgegeben werden.

Mehrere Gründe kommen in Frage, entweder gelingt einem oder beiden nicht ihre Finanzen zu managen, das Ausgabeverhalten ist unangemessen hoch, das zu geringe, vorhandene Einkommen steht nicht im Verhältnis zum derzeitigen Lebensstandard, die Einkünfte können die Lebenshaltungskosten für alle Haushaltsmitglieder nicht decken und sind zu teuer oder die persönlichen Lebensumstände haben sich geändert, z.B. durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit.

Eine sorgfältige Finanzplanung und eine einfache Buchhaltung über Einnahmen und Ausgaben können dabei helfen, nicht schon am Anfang des Monats überrascht festzustellen, dass kein Geld mehr auf dem Konto ist. Noch im laufenden Monat zu zahlende Beträge werden ebenso aufgeführt wie die bereits erfolgten Ausgaben. So kann man schwierige Situationen vermeiden oder zumindest reduzieren.

Haushaltsbuch, Excel-Tabellen, Finanzsoftware & mobile Apps – Welche Hilfsmittel gibt es?

Bei der Führung eines Haushaltsbuchs ist es völlig unerheblich, ob dieses handschriftlich in einem Heft, am PC in einer Excel-Tabelle, unter Nutzung einer Finanzsoftware oder über das Smartphone mittels einer mobilen App geführt wird.

Ehrlich zu sich selbst sein

Wichtig ist vor allem, alle nötigen Angaben gewissenhaft und lückenlos einzutragen. Hierbei ist eine hohe Bereitschaft von Ehrlichkeit sich selbst gegenüber gefordert. Wer regelmäßig bewusst die Ausgabe in der Parfümerie unter den Tisch fallen lässt, kann das Haushaltsbuch auch gleich wieder vergessen.

Tägliche Updates verringern den Aufwand

In das Haushaltsbuch gehört eine Gegenüberstellung der Einnahmen und Ausgaben. Die Einträge sollten täglich gemacht werden, denn desto geringer das Risko, etwas zu vergessen, Belege zu verlieren und es verringert sich auch erheblich der dafür nötige Zeitaufwand. Zwischensummen helfen, die finanzielle Situation jederzeit im Blick zu haben. So lassen sich auch gegebenenfalls Einsparungsmöglichkeiten erkennen. Später fällige Zahlungen sollten ebenfalls notiert und die Ausgabe als Rücklage gebildet werden.

Haushaltsbücher langfristig führen & sparsamer werden

Es ist sinnvoll, das Haushaltsbuch über einen langen Zeitraum zu führen. Wer nach einem Monat aufgibt, wird sich schnell in der möglicherweise finanziell kritischen Situation wiederfinden wie zuvor. Je länger das Haushaltsbuch zur selbstverständlichen, täglichen Alltagsaufgabe gehört, desto stärker wird das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit den privaten Finanzen.

Mit mobilen Apps Finanzen gemeinsam verwalten

Eine sehr komfortable Möglichkeit, Finanzen gemeinsam zu verwalten und sich gegenseitig auf dem Laufenden zu halten, was bereits erledigt bzw. bezahlt oder noch offen ist, sind mobile Apps für das private Money Management.

Besonders überzeugend präsentiert sich die MoneyControl von mobiware.

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Die App ist für viele unterschiedliche Systeme wie iOS, Android, Mac, Windows usw. erhältlich und wurde auch an die relativ kleine Darstellung auf Smartphones übersichtlich angepasst, so dass sogar nebenher an der Supermarktkasse schnell der Zahlungsbetrag eingegeben werden kann, was enorm viel Zeit spart.

Bei der Nutzung auf verschiedenen Geräten können die Daten über die WebApp jederzeit synchronisiert oder über Dropbox abgeglichen werden. Die mobile App  von mobiware enthält alles, was ein elektronisches Haushaltsbuch braucht und ist kinderleicht zu bedienen.

Fazit zur gemeinsamen Verwaltung der privaten Finanzen

Zwar führen viele zusammenlebende Paare ein gemeinsames Girokonto, doch um die privaten Finanzen gemeinsam so zu verwalten, so dass dies problemlos funktioniert, sind vorab einige Fragen zu klären. Hier kommt es vor allem auf die Einstellung zum Geld, das Ausgabeverhalten, die Zahlungsmoral und die langfristige, gemeinsame Lebensplanung in Bezug auf die Finanzen an.

Finanziell schwierige Situationen können sowohl dann entstehen, wenn beide eine eher nachlässige Einstellung zu Geld und Ausgabeverhalten haben, als auch, wenn die persönliche Sicht der Dinge von der des Partners sehr stark abweicht. Ist beiden Partnern Geld grundsätzlich egal oder sind sie nicht in der Lage zu sorgfältigem Money Management, wird wahrscheinlich nie ausreichend welches vorhanden sein, um alle wichtigen Kosten zu decken und etwas sparen zu können.

Haben beide eine sehr gegensätzliche Einstellung zum Geld, d.h. der eine gibt es mit vollen Händen aus, der andere wünscht sich Rücklagen und mehr Sicherheit oder wollte es für bestimmte Anschaffungen ausgeben, Rechnungen bezahlen o.ä., macht die gemeinsame Finanzverwaltung ebenfalls keinen Sinn.

Nur wer sich darüber einig ist, welche Präferenzen gelten sollen, auf was man verzichten oder auch gar nicht verzichten kann und welche Anschaffungen oder größere finanzielle Projekte beide planen, wird eine erfolgreiche Finanzverwaltung funktionieren.

Wessen Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen, hat soweit alles richtiggemacht. Problematisch wird es allerdings, wenn die Ausgaben die Einnahmen womöglich schon lange vor Ablauf des Monats überstiegen haben. Dann kann ein Haushaltsbuch helfen, die Situation wieder in Griff zu bekommen. In welcher Form ein Haushaltsbuch geführt wird, ist völlig belanglos. Es kann handschriftlich, am PC, über das Smartphone, mit Hilfe einer Finanzsoftware, mobiler App oder in einer Excel-Tabelle geführt werden.

Ein Haushaltsbuch, gleich ob handschriftliches Notizheft oder elektronisch, macht nur Sinn, wenn auch wirklich alle Einnahmen und Ausgaben eingetragen werden. Wird der Einkauf in der Boutique „vergessen“, betrügt man sich damit nur selbst und wird eventuelle finanzielle Probleme nicht lösen. Das Haushaltsbuch kann bei Vollständigkeit auch Einsparpotentiale aufzeigen, gibt jederzeit einen zuverlässigen Überblick über die aktuelle Finanzsituation und tägliche Updates sind schnell erledigt.

Die elektronische Variante hat den Vorteil, dass die Daten auf verschiedenen Geräten verfügbar sind und als elektronische Dokumente zur Verfügung stehen. Vor allem mit mobilen Apps, die auf unterschiedlichen Endgeräten genutzt werden können und deren Daten durch Synchronisation immer up to date sind, erledigt sich die gemeinsame Verwaltung der Finanzen zeitsparend und übersichtlich.

 

Finanzen gemeinsam verwalten – Einfaches privates Money Management was last modified: September 10th, 2016 by AngelaZ