Forex Grundlagen – Basisinformationen für den Forex-Handel

Chart 2

Die wichtigsten Forex Grundlagen für den Handel

Im Forex-Handel kursiert eine Vielzahl von Fachbegriffen, die Anfänger zunächst einmal wenig sagen dürften. Wir klären auf, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und was Sie als Einsteiger in den Handel wissen müssen. Informieren Sie sich unserem Beitrag über die wichtigsten Forex Grundlagen und wie Sie am besten mit dem Forex-Handel beginnen.

Was bedeutet Forex?

Forex ist die Kurzform für Foreign Exchange, auch FX oder Devisenhandel genannt, und bezeichnet den Handel mit bzw. den Umtausch von Währungen. Währungen werden immer als Währungspaare gehandelt. Der Kauf- oder Verkauf einer Währung erfolgt zu dem aktuellen Währungskurs, d.h. die Währung steht grundsätzlich in einem Preisverhältnis (Wechselkurs) zu einer anderen, z.B. EUR/USD.

Was sind Basis- und Kurswährung?

Bei einem Währungspaar ist immer die erstgenannte Währung die Basiswährung und die zweitgenannte die Kurswährung. Bei einem Kurs von 1,0945 für EUR/USD bedeutet das, dass 1 EUR 1,0945 USD wert ist. Um 1 EUR zu kaufen, müssen 1,0945 USD verkauft werden.

Was sind Majors und Minors?

Als Majors bezeichnet man die wichtigsten internationalen Hauptwährungen der Devisenmärkte. US-Dollar, EURO und Japanischer Yen sind die eigenständigen Währungen der größten, weltweiten Wirtschaftsräume. Hinzu kommen der Schweizer Franken und das Britische Pfund Sterling, beides Währungen einflussreicher und starker Finanzplätze.

Minors sind Nebenwerte und sogenannte exotische Währungen, wie Südafrikanischer Rand, Singapur Dollar oder Russischer Rubel. Sie unterliegen weitaus weniger Faktoren, wie sie z.B. den EURO- oder US Dollarkurs beeinflussen oder der US-Dollarkurs andere Kurse wie beispielsweise den Ölpreis, welcher in US-Dollar berechnet wird. Viele Nebenwerte sind an führende Währungen wie den US-Dollar gekoppelt, z.B. der Philippinische Peso.

Was bedeutet Long und Short?

Bei Long-Positionen gehen Händler von einer Kursentwicklung des Assets nach oben aus, also von einem höheren Wert. Im Forex-Handel bedeutet das, dass bei einer Long-Position beispielsweise auf den EUR/USD von einem stärkeren EURO und einem schwächeren US-Dollar ausgegangen wird, der Kurs des EUR sich also erhöht. Umgekehrt verhält es sich bei einer Short-Position, bei der auf eine fallende Kursentwicklung spekuliert wird.

Was sind Spreads und Pips?

Als Spread wird die Differenz zwischen zwei in ihrer Einheit gleich großen Größen im Vergleich bezeichnet. Im Forex-Handel ist damit die sogenannte Geld-Brief-Spanne, d.h. die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs des betreffenden Währungspaares gemeint. Der Kauf einer Währung erfolgt zu dem höheren Briefkurs, der Verkauf zu dem niedrigeren Geldkurs. So regeln sich Angebot und Nachfrage am Markt. Mit den Spreads generieren Broker, Liquiditätspartner (je nach Handelsmodell des Brokers) und Banken ihr Einkommen im Devisenhandel. Spreads gehören zu den Handelskosten im Forex-Handel.

Put & Call

Der Spread wird in Pips (der 4. Stelle hinter dem Komma des Wechselkurses) für den Handel mit einem Währungspaar angegeben. Für alle Währungen, deren Wechselkurs mit einer Stelle vor dem Komma angegeben wird, entspricht 1 Pip der Kursveränderung 0,0001. Bei dreistelligen Währungskursen vor dem Komma wie beim Japanischen Yen wird 1 Pip bei einer Kursveränderung als 0,01 angegeben.

Was sind Lots?

Forex-Positionen werden immer in Kontrakten gehandelt. In einem Kontrakt befindet sich nicht eine Einheit der Währung, sondern z.B. 1.000 (Micro-Lot), 10.000 (Mini-Lot) oder 100.000 (Standard-Lot). Kauft der Trader 1 Standard-Lot EUR, handelt es sich um 100.000 Einheiten der Währung. Im Gegenzug verkauft er zum Wechselkurs von 1,0945 also 109.450 USD-Einheiten und spekuliert auf einen Anstieg des EUR-Kurses. Tritt dieser Fall ein und der EUR-Kurs steigt um 5 Pips auf 1,0950, erzielt der Trader einen Gewinn von 50 USD.

Was sind Hebel und Margin?

Bei gehebelten Finanzinstrumenten ist nur ein geringer Prozentsatz aus dem eigenen Kapital nötig, um ein Vielfaches Volumen des Basiswertes zu bewegen. Hebel (auch Leverage genannt) errechnen sich aus dem prozentualen Marginsatz (zu hinterlegende Sicherheitsleistung aus eigenem Kapital bei Öffnen einer Position), d.h. 100/Marginsatz in % = Hebel. Bei einem Marginsatz von 1% beträgt der Hebel also 100, bei 2% 50 usw.

Je geringer die Margin, desto höher der Hebel und das Handelsrisiko, da höhere Volumina bewegt werden. Einsteiger sollten deshalb unbedingt mit dem niedrigsten, verfügbaren Hebel handeln. Im Forex-Handel liegt dieser häufig bei ab 1:50. Maximale Hebel können bei Forex-Brokern 1:500 oder gar 1:1000 oder 1:2000 sein und eignen sich nur für sehr erfahrene Profis.

Was ist ein Margin Call?

Während die Handelsposition geöffnet ist, schwankt durch den Kursverlauf auch der erforderliche Mindest-Marginsatz. Wird die vom Broker festgelegte Initial Margin (Mindest-Margin) unterschritten, erfolgt ein sogenannter Margin Call.

Mit einem Margin Call fordert der Broker den Trader auf, den erforderlichen Betrag zu zahlen, um die Mindest-Margin abzudecken. Nur dann kann die Position weiterhin geöffnet bleiben. Erfolgt keine Reaktion des Traders, d.h. die Zahlung erfolgt nicht, wird die Position je nach Handelsbedingungen des Brokers automatisch geschlossen oder es werden im Ermessen des Brokers ältere, offene Positionen geschlossen, um das darin gebundene Kapital für die benötigte Sicherheitsleistung freizumachen.

Wann besteht eine Nachschusspflicht?

Gerät das Handelskonto in einen Negativ-Saldo, ist der Trader verpflichtet, den Betrag auszugleichen. In diesem Fehlbetrag ist auch der Bonitätsvorschuss des Brokers enthalten, den er für den Handel zur Verfügung gestellt hat, denn der Trader stellt nur die Margin als vergleichsweise geringe Sicherheitsleistung. Dass Nachschusspflichten entstehen, lässt sich in der Regel durch sinnvolles Risikomanagement (z.B. das Setzen von Stop Loss-Marken), vernünftige Positionsgrößen, niedrige Hebel und natürlich eine ausreichende Kapitalausstattung auf dem Handelskonto vermeiden.

Risk

Einige Broker haben das Handelsmodell Market Maker gewählt und verlangen keine Nachschusspflicht. D.h., der Broker stellt die Kurse selbst und Trader handeln ausschließlich direkt gegen den Broker, nicht gegen den Markt. Keine Nachschusspflicht besteht beispielsweise bei iFOREX, Forexyard, Consorsbank oder ActivTrades.

Wie Sie Ihre Forex Grundlagen vertiefen und Ihr Wissen testen können

Trading risikofrei über das Demo-Konto erlernen

Mit einem Demo-Konto haben Sie die Möglichkeit, risikofrei und ohne Kapitaleinsatz zu handeln. Trades können zu realen Bedingungen, die identisch mit der Live-Handelsplattform sein sollten, simuliert werden. Einsteiger bekommen so einen Einblick in Handelsprozesse, einen Überblick über die möglichen Handelskosten und lernen die Auswirkungen von verschiedenen Hebeln im Trading kennen. Idealerweise sollte es sich auch um eine kostenlose und zeitlich unbegrenzte Demo-Version handeln, denn die häufig angebotenen zeitlich begrenzten Demo-Konten sind unter Umständen nur 14 oder 30 Tage nach Anmeldung gültig, was für eine Trading-Lernphase deutlich zu kurz ist. Mit dem Demo-Konto können dier erlernten Forex Grundlagen angewendet und getestet werden.

Majors mit geringerem Verlustrisiko handeln

Majors unterliegen weniger dem Risiko von hohen Verlusten, weil die Kurse zumindest im kurzfristigen Handel relativ vorhersehbar oder Trends vor oder nach bestimmten Ereignissen wie z.B. Leitzinserhöhungen oder -senkungen zu erkennen sind. Extreme Kursschwankungen wie z.B. bei Bitcoin sind z.B. bei EUR/USD nicht der Fall. Nebenwerte oder exotische Währungspaare setzen spezielle und umfangreiche Kenntnisse über den jeweiligen Markt voraus.

Kostenlose Fortbildungsmöglichkeiten der Broker nutzen

Viele Broker bieten umfangreiche Service- und Leistungspakete. Vor allem größere, etablierte Forex-Anbieter haben zum Teil qualitativ hochwertige Schulungsmöglichkeiten und bieten Webinare oder Seminare an. Besonders erwähnenswert ist das diesbezügliche Angebot von CMC Markets und Smart Markets, dass sich nicht nur den Forex Grundlagen widmet, sondern auch Fortgeschrittene unterstützt.

Risikomanagement-Tools anwenden und das Handelsrisiko verringern

Um das hohe Handelsrisiko von Hebelprodukten zu verringern, ist ein effektives Risikomanagement notwendig. Viele Broker stellen Werkzeuge hierfür zur Verfügung, die z.B. das sinnvolle Setzen von Stop Loss-Marken überprüfen können oder ob die Anwendung einer bisherigen Handelsstrategie bei aktueller Kursentwicklung noch sinnvoll ist. Eine Risikoanalyse sollte regelmäßig durchgeführt werden, nicht erst, wenn bereits viele Verluste eingetreten sind.

Analyse-Werkzeuge zur Überprüfung von Handelsstrategien einsetzen

Über sogenannte Backtests können Analyse-Tools Handelsstrategien testen.  Diese sind zum Beispiel im EA (Expert Advisor) von MetaTrader enthalten.

Die eigenen finanziellen Möglichkeiten realistisch einschätzen und nicht emotional traden

Die für den Handel zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel sollte man realistisch einschätzen und von dem geplanten Kapitaleinsatz nicht nach oben abweichen. Vor allem in emotionalen Situationen sind die eigenen Vorsätze schnell vergessen oder ein Gewinn motiviert womöglich dazu, ein unangemessen hohes Handelsrisiko einzugehen, um diesen zu wiederholen. Besser mit Überlegung und Bedacht handeln und vor allem die möglichen Konsequenzen nicht aus dem Blickfeld verlieren, die entstehen können, wenn Verluste finanzielle Schwierigkeiten verursachen oder womöglich sogar die eigene finanzielle Existenz bedrohen können.

Fazit zu Forex Grundlagen für den Handel

Wer zunächst die Forex Grundlagen beherrscht und sich kontinuierlich weiteres Trading-Wissen aneignet, hat gute Chancen auf einen erfolgreichen Einstieg in den Live-Handel. Wichtig ist nicht nur, die Fachbegriffe zu kennen, sondern auch die Auswirkung von Hebeln und Handelsgrößen und wie das Handelsrisiko durch die Nutzung von Werkzeugen und Analysen verringert werden kann.

Erfolgreiche Forex-Trader denken langfristig, d.h. auch sie arbeiten mit einer Reihe von Verlusten. Für das „schnelle Geld“ ist auch der Forex-Handel nicht geeignet.

Etablierte, kundenorientierte Forex-Broker bieten Einsteigern ein gutes Service- und Leistungsangebot. Hier kommt es nicht nur auf günstige Spreads an, sondern auch auf eine bestmögliche Unterstützung des Traders. Neben einem kostenlosen, zeitlich unbegrenzten Demo-Konto punkten sie vor allem mit professionellen Fortbildungsmöglichkeiten wie z.B. täglichen Webinaren oder Seminaren. Video-Tutorials, schriftliche Leitfäden und eBooks ergänzen die Schulungsmaterialien und sind jederzeit verfügbar.

Daneben ist die Handelsstrategie eine wesentliche Komponente für erfolgreiches Trading. Einsteiger sollten sich deshalb mit den unterschiedlichen Strategien beschäftigen, die sie zunächst über das Demo-Konto anwenden und erlernen können. Hier kommt z.B. die Trendfolge-Strategie in Frage, die auch für Anfänger eine leicht nachvollziehbare Strategie darstellt. Im nächsten Schritt können Neueinsteiger später auch die Absicherung ihrer Forex-Positionen durch Hedging über Binäre Optionen in Betracht ziehen.

Die Mehrzahl der Forex-Broker verwendet die bekannte MetaTrader 4 oder 5-Handelssoftware, mit der auch Einsteiger nach kurzer Einarbeitung gut zurechtkommen. Mobile Apps stehen in den meisten Fällen für Nutzer mobiler Endgeräte wie iOS und Android zur Verfügung, so dass der Handel von unterwegs unproblematisch ist. Das Nachsehen haben jedoch häufig Besitzer von WindowsPhone und BlackBerry, da kaum Apps für diese Endgeräte angeboten werden. Informieren Sie sich deshalb bei ihrem Broker, bevor sie ein Handelskonto eröffnen, ob die Apps für ihr mobiles Gerät gegeben sind oder ob Sie den Handel letztendlich vor dem PC ausführen müssen. Sie finden diese Angaben auch in unseren Broker-Tests & Bewertungen.

Zudem sind bei vielen Brokern nur geringe oder gar keine Mindesteinzahlungen auf das Handelskonto erforderlich, so dass der Betrag frei vom Trader gewählt werden kann. Mittlerweile gibt es immer weniger Anbieter mit Einstiegshürden durch hohe Mindesteinlagen von 1.000 EUR oder mehr. Auch Ein- und Auszahlungen werden bei Forex-Brokern immer seltener mit Gebühren belastet.

Für Anfänger ist das Handelsmodell des Brokers weniger relevant. Während Profis den direkten Marktzugang über ECN-Konten bevorzugen und nur diesen als den „echten“ Handel bezeichnen, bieten Market Maker meist umfangreichere Serviceangebote, von denen Einsteiger profitieren können. Außerdem fallen bei Market Makern außer Spreads keine weiteren Handelskosten an, so dass die Kostenkalkulation überschaubarer ist.

Bei einer Reihe von Anbietern sind inzwischen auch sowohl Market Maker-Handelskonten mit fixen Spreads als auch ECN-Konten mit variablen, meist sehr niedrigen Spreads erhältlich. Hinzu kommen bei ECN Brokern jedoch gegebenenfalls die weiteren Transaktionskosten wie Kommissionen und Gebühren. Da für beide Varianten meist getrennte, risikofreie Demo-Konten beim selben Broker angeboten werden, können die Handelskosten in Test-Trades auf einfache Weise verglichen werden. Auch der gewünschte Hebel ist meist einstellbar, so dass sich auch die Hebelwirkung überprüfen lässt.

Sowohl viele Market Maker als auch ECN Broker sind inzwischen reguliert. Vorzugsweise sollte die Regulierung allerdings innerhalb der EU oder durch die die britische FCA (Financial Conduct Authority) als Finanzmarktaufsicht durchgeführt werden, da diese die weitaus strengeren Regulierungs-Richtlinien vorschreiben und eine höhere Sicherheit bezüglich der Kundeneinlagen gegeben ist. Grundsätzlich müssen gemäß den EU-weiten MiFID-Richtlinien und den Vorgaben der britischen FCA Kundengelder getrennt vom Unternehmenskapital auf segregierten Bankkonten verwahrt werden und in den meisten Fällen ist auch eine Einlagensicherung gegeben. Diese beträgt auf Zypern beispielsweise 20.000 EUR, in Großbritannien 50.000 GBP und in Deutschland 100.000 EUR je Kunde.

Jetzt den passenden Broker finden, anmelden & traden

In unseren Erfahrungsberichten haben wir unsere unabhängigen Test- und Bewertungsergebnisse der Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Dort finden Sie zahlreiche EU- und FCA-regulierte Broker, die neben ihrer Seriosität mit einem guten Service- und Leistungsangebot überzeugen.

In den jeweiligen Bewertungen erfahren Sie unsere ausführlichen Testergebnisse, ob der Anbieter die Voraussetzungen für eine seriöse Einschätzung der Arbeitsweise erfüllt und wir ihn aufgrund seines Gesamtangebotes empfehlen. Sie können sich direkt über unsere Webseite beim Broker Ihrer Wahl anmelden und profitieren von objektiven Bewertungen im Anbieter-Vergleich.

Darüber hinaus erhalten Sie ausführliche Informationen zum Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Handel in unseren Beiträgen mit vielen interessanten Themen zum Online-Trading.

 

Forex Grundlagen – Basisinformationen für den Forex-Handel was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ