Forex Pip – Wichtige Dezimalstelle im Währungshandel

Im Forex-Handel gibt es eine Reihe von Fachbegriffen, die jeder Trader kennen und verstehen sollte, wie z.B. Spread oder Pip. Sie geben eine Preisspanne bzw. Preisänderung an und ergeben umgerechnet die Differenz bzw. den Wert einer Einheit. Da sich diese Werte unmittelbar auf Gewinn, Verlust und damit das Handelskapital auswirken, ist es wichtig zu wissen, was diese auf den ersten Blick kleinen Differenzen hinter dem Komma bedeuten und wie sie berechnet werden.

Alles über den Pip, wie man ihn berechnet und in einer Währungseinheit ausdrückt erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Was ist ein Pip?

Als Pip (percentage in point oder auch price interest point) bezeichnet an die Preisänderung eines Währungspaares im Devisenhandel.

Abhängig davon, ob der Wechselkurs eine Stelle vor dem Komma hat, wie z.B. bei EUR/USD oder EUR/GBP, entspricht die Änderung 0,0001, also der 4. Dezimalstelle nach dem Komma. Bei zwei Stellen vor dem Komma wie bei dem Währungspaar EUR/JPY entspricht der Pip einer Änderung von 0,01.

Wenn z.B. der Wechselkurs des Währungspaares EUR/USD von 1,0620 auf 1,0650 steigt, bedeutet das einen Kursanstieg des EUR von 10 Pips. Doch nicht nur die Kursveränderung wird als Pip angegeben, sondern auch die sogenannten Spreads (Differenz zwischen Geld-/Briefspanne), die absolute Handelssystem-Performance sowie Gewinne und Verluste.

Wie berechnet man einen Pip?

Da im Forex-Handel der Pip als Maßeinheit für gleich mehrere Werte verwendet wird, ist es wichtig zu wissen, wie man diesen berechnet.

Bleiben wir beim Beispiel EUR/USD. Die Basiswährung ist immer die erstgenannte, also der EUR, der USD in diesem Fall die Kurswährung. D.h. steigt der EUR-Kurs, müssen mehr USD-Einheiten für EUR gezahlt werden. Diese USD-Einheiten sind als Wechselkurs angegeben, z.B. 1,0650. Somit entspricht 1 EUR dem Wert von 1,0650 USD.

Der Wert des Pip ist abhängig von der gehandelten Positionsgröße, also der Menge der Einheiten einer Basiswährung. Die Maßeinheit für Positionsgrößen wird üblicherweise in Lot angegeben, ein Standard-Lot entspricht 100.000 Einheiten der Basiswährung, ein Mini-Lot 10.000 und ein Micro-Lot 1.000 Einheiten.

Die Berechnung eines Pip können Trader leicht über einen sogenannten Pip-Rechner, der von vielen Forex-Brokern kostenlos zur Verfügung gestellt wird, vornehmen. Notwendig sind hierfür die Auswahl des Währungspaares, der eigenen Handelskonto-Währung und die Positionsgröße (Lot). Der aktuelle Kurs ist automatisch in dem Rechner hinterlegt.

Der Rechenweg ist somit wie folgt:

Berechnet werden soll der Wert eines Pip des Wechselkurses von EUR/USD. Das eigene Konto wird in EUR geführt. Der Wechselkurs beträgt 1,0756, die gehandelte Postionsgröße 10.000 Einheiten (1 Mini-Lot).

0,0001 * 10.000 = 1

1 / 1,0756 = 0,9298 EUR

Jeder Pip ist also 0,9298 EUR wert.

Mit dem Pip-Rechner lässt sich der Wert der Einheiten schnell und einfach berechnen (Quelle: FxPro)

Mit dem Pip-Rechner lässt sich der Wert der Einheiten schnell und einfach berechnen (Quelle: FxPro)

 Wie wirkt sich der Pip auf das Handelskapital aus?

Was sich zunächst nach kleinen Beträgen anhört, wirkt sich im Handel viel weitreichender aus. Man sollte deshalb immer die gehandelte Positionsgösse berücksichtigen.

Standard-Lots betragen immerhin 100.000 Einheiten der Basiswährung. Angenommen, Sie handeln in dem o.g. Berechnungsbeispiel nicht ein Mini-Lot mit 10.000 Einheiten, sondern ein Standard-Lot mit 100.000 Einheiten. Dann beträgt der Wert des Pip nicht 0,9298 EUR je Pip, sondern 9,2980 EUR je Pip. Dies bedeutet wiederum, dass Sie bei einem Handelsguthaben von 1.000 EUR lediglich 100 Pips Verluste benötigen, um ihr Konto fast gänzlich auf Null zu stellen. Umgekehrt gilt dies aber natürlich auch bei einem Gewinn und Sie haben ihr Handelskapital beinahe verdoppelt.

Wie kann man dieses Risiko begrenzen?

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, Risikomanagement zu betreiben. Bezogen auf die o.g. Problematik bietet es sich zunächst einmal an, möglichst kleine Lots wie Mini- oder Micro-Lots zu handeln. Jedoch sind diese kleineren Positionsgrößen nicht bei allen Forex-Brokern handelbar. Bei professionellen Forex-Anbietern wie AvaTrade, FXCM, XM Broker oder Admiral Markets stehen auch Micro- und Mini-Lots für den Handel zur Verfügung.

Ein weiterer Faktor zur Risikobegrenzung ist der Forex-Handel mit einem niedrigen Hebel. Der Hebel, auch als Leverage bezeichnet, errechnet sich aus dem prozentualen Marginsatz (die vom Trader zu hinterlegende Sicherheitsleistung bei Öffnen einer Position), d.h. 100/Marginsatz in % = Hebel. Je geringer die Margin, desto höher der Hebel und damit auch das Handelsrisiko.

Je geringer die zu hinterlegende Margin (Sicherheitsleistung), desto höher der Hebel

Je geringer die zu hinterlegende Margin (Sicherheitsleistung), desto höher der Hebel

Während institutionelle Anleger hohe Volumina aufgrund hoher Investitionen und ebenso hohen Hebeln bewegen, sollten sich Privatanleger an einer Obergrenze, wie sie auch die britische FCA (Financial Services Authority) vorschlägt, von maximal 1:50 und darunter orientieren.

Was bedeutet der Spread bzw. Pip eigentlich für den Broker?

Je nach Handelsmodell ist der Spread (Differenz zwischen Geld-/Briefspanne) unterschiedlich hoch. Der durchschnittliche Spread im Forex-Handel der Market Maker beträgt meist ab 1 Pip auf Majors (Hauptwährungspaare wie EUR/USD. Für exotische Währungen kann dieser auch 20 Pips oder mehr betragen, abhängig von der Nachfrage nach der Währung. Ist die Nachfrage gering, erhalten Trader auch ein schlechtes Angebot.

Für den Broker ist der Spread deshalb wichtig, weil er an genau diesem verdient, denn es ist der Prozentsatz des Einsatzes des Traders, der auch in Pips (der 4. Stelle hinter dem Komma des Wechselkurses) angegeben wird. Der Spread wird automatisch bei einem Handel abgezogen und fließt direkt an den Broker, hiervon merkt der Trader also nichts, denn der Betrag wird nicht nachträglich seinem Trading-Konto belastet o.ä.

Anders verhält sich dies bei den Kommissionen, die bei ECN-Brokern fällig und nach Schließen des Trades vom Handelskonto abgezogen werden. Hier entstehen für den Trader extra Handelskosten. Dafür ist der Spread häufig sehr niedrig und beginnt manchmal schon ab 0,0 Pips auf Majors.

Handelskosten sind deshalb häufig ein umfangreicheres Rechenmodell, zumal sie auch noch versteckte Kosten enthalten können. Hierzu gehören beispielsweise die zur Verfügungstellung zusätzlicher Charts, für die dann ein monatlicher Grundpreis zu entrichten ist, oder Gebühren für inaktive Konten. Etwas plastischer als auf dem Taschenrechner zeigen sich die regulären Handelskosten des Brokers über ein Demo-Konto, welches sich auch gut zur Kostenkalkulation eignet. Darüber hinaus ist natürlich der Pip-Rechner ein überaus hilfreiches Tool.

Die jeweiligen Orderkosten je Kontoart (Stand August 2015) bei Admiral Markets

Die jeweiligen Orderkosten je Kontoart (Stand August 2015) bei Admiral Markets

Fazit zum Pip im Währungshandel

Von weniger erfahrenen Tradern werden die Handelskosten im Forex-Handel häufiger unterschätzt, weil sie zum einen selbst noch zu ungeübt mit dem Trading und dessen Rahmenbedingungen sind, zum anderen bieten viele Broker nicht die notwendigen Schulungsmöglichkeiten, um noch unerfahrene Kunden beim Erlernen des Handels zu unterstützen. Sehr gute Fortbildung einschließlich Webinare und Online-Schulungen hingegen bieten CMC Markets, IG oder ETX Capital.

Es ist unerlässlich, die einschlägigen Fachbegriffe und ihre Definition zu kennen, um eine Order auf der Handelsplattform überhaupt ausführen zu können und die Konsequenzen eines möglichen Verlustes verstanden zu haben. Hierzu gehört auch die Definition von Pip, Spread, Hebel, Margin usw.

Wahrgenommen wird der Pip oft nur als 4. Dezimalstelle hinter dem Komma eines Währungskurses, nicht in seiner Konsequenz auf Gewinn und Verlust bzw. den Wert eines einzelnen Pip in Geld bei einer bestimmten Order und Positionsgröße. Der Pip-Rechner oben macht deutlich, wie viel Wert in EUR tatsächlich mit nur einem Lot gehandelt wird, hinzu kommt der Hebel, der bei vielen Brokern standardmäßig 1:200 beträgt und für die meisten private Anleger deutlich einige Nummern zu groß ist.

Gerade Trader mit niedrigem Budget erhoffen sich durch den vergleichsweise geringen Kapitaleinsatz hohe Gewinne durch einen entsprechend hohen Hebel. Hohe Hebel bewegen im Verhältnis enorme Summen der Basiswert-Kontrakte und Trader investieren nur einen Bruchteil hiervon in die Margin. Besonders verlockend erscheint deshalb eine geringe Margin von nur 0,25 oder 0,5% des Basiswertes und den damit sehr hohen Hebeln von 1:400 und darüber. Je höher der Hebel, desto stärker wirken sich auch Kursänderungen aus. Leider sowohl positiv als auch negativ. Was das im Einzelnen bedeutet, lässt sich ebenfalls mit dem Pip-Rechner problemlos nachvollziehen.

Mit nur einer einzigen verlorenen Handelsposition können Trader abhängig von der Transaktionsgröße aber auch ihr gesamtes Vermögen verlieren, wenn die Kursvorhersage nicht eingetroffen und es zu einem hohen Verlust gekommen ist. Dann ist gegebenenfalls eine Nachschusspflicht notwendig, die den Trader im schlimmsten Fall in den persönlichen finanziellen Bankrott treiben kann.

Broker weisen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf ihre Handelsbedingungen im Detail hin. Trader sollten sich deshalb genauestens informieren, wie der Broker das Thema Nachschusspflichten handhabt und ob er Sicherheitsmechanismen eingebaut hat, die z.B. eine Nachschusspflicht begrenzen. Die deutsche BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) will diese Forderungen der Broker gegenüber Kunden laut ihren neuesten Veröffentlichungen in Kürze abschaffen. Lesen Sie hierzu auch unseren ausführlichen Beitrag zum Thema.

Die Höhe der Hebel ist je nach Anbieter recht unterschiedlich, im Forex-Handel jedoch bei meist 1:200. Einige Broker bieten auch verschiedene Kontoarten mit variierenden Hebeln und unterschiedlicher Margin an, oft je nach Art der Trading-Plattform auch verbunden mit höheren oder niedrigeren, fixen und variablen Spreads.

Neben den bereits o.g. empfehlenswerten Forex-Brokern gehören u.a. auch flatex, JFD Brokers und Oanda zu den Anbietern mit guten Testergebnissen & positivem Erfahrungsbericht.

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Forex Pip – Wichtige Dezimalstelle im Währungshandel was last modified: Januar 26th, 2017 by AngelaZ