Frauen & Aktienhandel – Handeln Frauen erfolgreicher als Männer?

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Frauen & Aktienhandel – Handeln Frauen erfolgreicher als Männer?

Lange Zeit galt die Finanzwirtschaft als reine Männerdomäne. Frauen & Aktienhandel gehörten nicht zusammen, um die Finanzen kümmerten sich ausschließlich Männer, sowohl im Beruf als auch privat innerhalb der Familie. Frauen waren nur für kleine Beträge wie das Haushaltsgeld, welches sie in vielen Fällen auch noch fest zugeteilt bekamen und mit dem sie „haushalten“ mussten, zuständig. „Große Geschäfte“, Anschaffungen oder gar Spekulationsgeschäfte wie der Aktienhandel lagen in der Hand des männlichen Familienoberhauptes.

Frauen stand die Börse erst seit Ende 1921 durch eine Änderung des deutschen Börsengesetzes offen, sofern sie alle anderen Kriterien dafür erfüllten. Zuvor war ihnen der Zutritt grundsätzlich verwehrt. Bis nach 1945 entschied nach BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) der Mann über alle gemeinschaftlichen Angelegenheiten des ehelichen Lebens. Handel, Wirtschaft und Finanzen waren Bereiche, die Frauen nur in sehr seltenen Fällen übernahmen und dies auch oft nur erzwungenermaßen, weil beispielsweise kein männlicher Firmeninhaber die Geschäfte ausführen konnte, z.B. während des Kriegsdienstes oder mangels (männlichem) Nachfolger. Für Frauen ist der Umgang mit Investitionen und Geld historisch gesehen und auf unmittelbar vorige Generationen bezogen also keine Sache langer Erfahrung und geprägt von Diskriminierung und Unmündigkeit.

Wie die Rolle der Frauen im privaten Finanzbereich heute aussieht und ob Frauen  möglicherweise sogar erfolgreicher handeln als Männer, erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Warum handeln weniger Frauen als Männer?

Auch wenn Frauen erheblich gegenüber Männern aufgeholt haben und sich für das Geschehen an den Finanzmärkten inzwischen weitaus mehr als in der Vergangenheit interessieren, kann von einem Gleichgewicht bisher noch keine Rede sein. Woran liegt es aber, dass Frauen weniger handeln als Männer?

Frauen verfügen über geringere Einkommen

Frauen verfügen in der Regel über geringere Einkommen als Männer und verringern zusätzlich während der Kinder-Erziehungszeiten das Gesamteinkommen. Im Durchschnitt haben Frauen ein Drittel weniger finanzielle Mittel als Männer zur Verfügung. Spekulationsgeschäfte wie der Aktienhandel sind aber nicht mit „abgezwackten“ Summen von den Lebenshaltungskosten zu bestreiten und diese Finanzmittel sollten auch auf gar keinen Fall angezapft werden. Für Finanzinvestitionen Sie nur Mittel verwenden, die auch bei einem Totalverlust leicht verschmerzbar sind und überhaupt nicht ins Gewicht bezüglich der sonstigen Vermögensverhältnisse fallen, d.h. sie sollten einfach übrig sein und für nichts Anderes benötigt werden.

Vor einigen Jahren gründeten zahlreiche engagierte und in der Finanzbranche versierte, erfolgreiche Frauen Anlageberatungen für Frauen. Dass diese Finanzberatungen nach wie vor regen Zuspruch finden, ist dahingehend kein Wunder, dass es zum einen immer mehr Single-Frauen gibt, die sich selbst um Zusatzeinkommen und/oder Altersvorsorge kümmen möchten und/oder müssen. Zum anderen besteht hoher Nachholbedarf an Informationen, denn die Interessenschwerpunkte der meisten Frauen liegen allgemein nicht unbedingt in der Finanzwirtschaft, die zudem als trockene Materie gilt.

Zum anderen besteht hoher Nachholbedarf an Informationen, denn die Interessenschwerpunkte der meisten Frauen liegen allgemein nicht unbedingt in der Finanzwirtschaft, die zudem als trockene Materie gilt. Frauen möchten unabhängiger in Sachen Geld sein und nicht mehr auf die (meist männlichen) Kundenberater der einschlägigen, konservativen Bankinstitute hören müssen, die ihnen zu verstehen geben, sie hätten von Geld ohnehin keinerlei Ahnung. Das widerlegen allerdings u.a. auch die zahlreichen Aktienclubs und Finanz-Stammtische für Frauen. Das Börsen- und Finanzmarktgeschehen ist längst auch bei ihnen angekommen.

 
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Frauen bevorzugen eher konservative Geldanlagen – Männer handeln mehr und risikoreicher

Der Aktienhandel gehört zu den hoch spekulativen Finanzinstrumenten. Da Frauen im Allgemeinen risikobewusster handeln, legen sie den Schwerpunkt ihrer Investments eher auf konservative Geldanlagen und investieren in Festgeld, Immobilien, Fonds oder Indizes. Dies soll natürlich nicht heißen, das es unter dem weiblichen Geschlecht keine Zocker gibt, die Risikobereitschaft ist im Gegensatz zu Männern jedoch weitaus geringer. Männer schichten ihre Aktiendepots häufiger um und handeln weitaus mehr, was auch auf Kosten der Langfristigkeit geht, die im Aktienhandel als Investitionsziel gilt.

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Das Risikoklassen-Problem der zurückhaltenden Anlegerinnen

Seitens der Depot-führenden Bank oder des Online-Brokers wird der potentielle Anleger im Rahmen der Anlageberatung in eine Risikoklasse eingestuft. Dies erfolgt gemäß Wertpapierhandelsgesetz und der seit 2010 geltenden, strengeren Regularien für die Finanz- und Anlageberatung. Die Risikoklassen-Einstufung ist zwingend für Bank und Online-Broker, die sich einen umfassenden Eindruck anhand der Angaben des Anlegers verschaffen müssen. Der Depotinhaber muss hierfür seine bisherigen Erfahrungen im Geldanlagebereich angeben.

Jeder Risikoklasse sind die Finanz-Produkte zugeordnet, die den Handelseigenschaften des Anlegers entsprechen. Ab Risikoklasse 3 sind auch Aktien und Aktienfonds mit europäischen Titeln enthalten, in Risikoklasse 4 Aktien und Aktienfonds mit europäischen Nebenwerten und in Risikoklasse 5 Aktien und Aktienfonds aus den Emerging Markets. Mit einer Einstufung in die Risikoklasse 1 oder 2 sind somit also Anlagen in Aktien über das Depot nicht möglich.

Die 5 Risikoklassen staffeln sich wie folgt:

Risikoklasse 1: Sicherheitsbewusste Anleger

Risikoklasse 2: Konservative Anleger

Risikoklasse 3: Gewinnorientierte Anleger

Risikoklasse 4: Risikofreudige Anleger

Risikoklasse 5: Spekulativ orientierte Anleger

Die meisten Frauen stufen sich aufgrund ihres Anlegerverhaltens meistens in die Risikoklassen 1 oder 2 ein. Eröffnet man ein Depot, liegt die Risikoklassen-Einstufung letztendlich im Ermessen des Anlegers, nicht der Bank oder des Brokers. Für Kapitalanlagen in Unternehmensaktien ist aber eine Einstufung in mindestens Risikoklasse 3 erforderlich, was einem gewinnorientierten Anleger entspricht. Viele Frauen würden bei ihrer eigenen Einschätzung so weit nicht gehen und verbauen sich damit den Handel mit Aktien, weil sie sich aus möglicherweise falscher Vorsicht in die falsche Risikoklasse 1 oder 2 eingestuft haben.

Bull & Bear 2

Fazit zu Frauen & Aktienhandel – Handeln Frauen erfolgreicher als Männer?

Die Frage an sich ist wahrscheinlich nicht mit einem klaren Ja oder Nein zu beantworten. Unter gleichen Bedingungen dürften Frauen vermutlich nahezu genauso handeln wie Männer. Im Ergebnis haben aber mehrheitlich Frauen den Vorteil, risikobewusster zu sein und eher auf konservative Geldanlagen wie Festgeld oder Fonds und allenfalls Indizes statt auf Aktien-Einzelwerte zu setzen. Insofern weisen sie in Studien eine bessere Performance als Männer auf. Hätten sie die gleichen finanziellen Mittel wie Männer zur Verfügung, könnte man aber gegebenenfalls nicht ausschließen, dass sie ebenfalls häufiger und auch risikoreicher handeln.

In der Finanzwirtschaft sind Männer nach wie vor stärker vertreten, so dass sie berufsbedingt leichteren Zugang zu Informationen und im Ergebnis ein besseres Verständnis für Märkte und Unternehmen haben. Allerdings sind Frauen, die ebenfalls beruflich in Führungs- oder fachlich gleichwertigen Positionen in der Finanzbranche tätig sind, genauso gut und teilweise sogar besser informiert, weil sie sich gegen die männliche Konkurrenz durchsetzen müssen und dementsprechend ehrgeiziger und fortbildungswilliger sind.

Mittlerweile gibt es übrigens einen Frauen-Anteil von 30% in den Aufsichtsräten der börsennotierten Unternehmen. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich die Kompetenz der weiblichen Aufsichtsräte stetig erhöht und Frauen nicht mehr nur in ihrer Eigenschaft als Mitglied des Betriebsrats in den Aufsichtsrat gewählt werden, der im Aufsichtsgremium vertreten sein muss.

Interessant ist beispielsweise auch, dass in den großen, öffentlich bekannten Betrugsfällen bei Investmentbanken infolge von gigantischen Fehlspekulationen, rauschartiger Risikobereitschaft und Gier der Investmentbanker keine Händlerinnen zu finden sind. Offenbar kommt den Banken hier zugute, dass Investmentbankerinnen sich weit weniger zu Fehlverhalten im Umgang mit Investments hinreißen lassen und sich der Konsequenzen von Fehlentscheidungen, Gier und Kontrollverlust bewusst sind. Möglicherweise spielt hierbei auch eine größere Loyalität und höheres Verantwortungsbewusstsein gegenüber Kunden und Arbeitgeber eine Rolle, d.h. mit dem Geld Anderer spielt man nicht. Übertragen auf private Investments könnte dies bedeuten, mit (eigenem) Geld spielt man (auch) nicht.

Allgemein lässt sich sicherlich sagen, dass viele Frauen als private Anleger ihre Fähigkeiten im Handel unterschätzen und sie im Alltag zeitlich auch gar nicht in der Lage sind, sich mit Finanzthemen, Altersvorsorge und Anlagen hinreichend zu beschäftigen. Da sie in der Regel über weniger Einkommen verfügen und damit der Anteil für mögliche Finanz-Investitionen deutlich geringer ist, wird mit den zur Verfügung stehenden Mitteln weitaus risikobewusster und vorsichtiger umgegangen. Ganz vorne liegen z.B. Festgeldanlagen zu fixen Zinssätzen und keine bis sehr wenige spekulative Investments.

Für erfolgreichen Aktienhandel sind grundsätzlich ein gutes betriebswirtschaftliches Verständnis und umfangreiche Marktkenntnisse erforderlich. Wer rein nach Bauchgefühl spekuliert, mag zwar das ein oder andere Mal Erfolg damit haben, eine Basis ist dies jedoch nicht. Allein auf die weibliche Intuition zu pochen macht also wenig Sinn. Hilfreich ist sie jedoch, wenn es kritisch wird und es darum geht, Aktien zu verkaufen, um nicht in die Verlustzone zu geraten. Dann sind Frauen meist konsequenter und stoßen diese Werte rechtzeitiger ab als Männer. Auch informieren sie sich beim Kauf meist genauer.

Frauen neigen mehr zu Investitionen in ihnen persönlich „nahestehende“ Anlagemöglichkeiten, die sie verstehen. Im Aktienhandel handelt es sich deshalb häufig um Unternehmen, deren Produkte sie kennen und von denen sie selbst überzeugt sind. Womit sie übrigens automatisch die Börsenregel von Warren Buffet befolgen, nur Aktien von Unternehmen zu kaufen, deren Produkte man kennt und versteht. Meistens handelt es sich hier um End- und Konsumentenprodukte wie z.B. Mode (Hugo Boss, Escada), Lebensmittel (Nestlé, Unilever), Kosmetik (L’Oréal, Estee Lauder) oder andere Konsumgüter. Weit seltener im Portfolio vertreten sind z.B. Aktien der Sparten Technik, Chemie, Pharma, Rohstoffe, Banken oder Versicherungen.

Im Sommer 2003 veröffentlichte die Commerzbank eine repräsentative Studie mit 1.000 Befragten, die sich mit der Frage beschäftigte, wie gut Frauen in Finanzfragen Bescheid wissen. Das Ergebnis der Auswertung von insgesamt nur 35 Fragen war seinerzeit ernüchternd. Die Allgemeinbildung zu privater Vorsorge, Geldanlagen und anderen Finanzfragen erwies sich äußerst schlecht. Nicht einmal die Hälfte (48%) der Befragten lieferte überwiegend richtige Antworten ab. Bei den Männern waren es 68%.

Inzwischen leitet sich eine Trendwende ein, denn Frauen kennen sich mittlerweile wesentlich besser in Finanzdingen aus. Bereits 5 Jahre nach der Studie in 2003 schnitten sie wesentlich besser ab. Vor allem die 30-39-Jährigen, die zudem über eine kaufmännische Ausbildung oder Studium sowie über ein höheres Netto-Haushaltseinkommen verfügen und sich in der Haupt-Berufsphase befinden, sind in Finanzfragen sehr gut informiert. In dieser Gruppe ist auch der im Vergleich höchste prozentuale Aktienanteil im Portfolio zwischen 60 und 100% zu finden.

Mit zunehmendem Alter nimmt der Aktien-Anteil im Depot ab und Anleger orientieren sich wieder an risikoärmeren Geldanlagen. Die jüngere Altersgruppe zwischen 20 und 29 Jahren wiederum ist in Finanzdingen weiterhin vergleichsweise wenig versiert. Vermutlich liegt dies auch daran, dass das Thema private Altersvorsorge noch weit entfernt scheint und der Konsum im Vordergrund steht, obwohl die Angst vor einem niedrigen Lebensstandard im Alter auch in dieser Altersgruppe zugenommen hat. Das Gleiche gilt allerdings allgemein für niedrige Einkommen, wobei gerade dort Vorsorge getroffen werden muss.

Auch ein stärkeres Selbstbewusstsein weiblicher Händler ist zu verzeichnen. Im Online-Trading wird z.B. kaum auf Social Trading gesetzt. Der Anteil der weiblichen Copy Trader ist sehr gering, sie verlassen sich offensichtlich lieber nicht auf Andere, wenn es um ihre Geldanlagen geht. Sicher liegt dies aber zu einem gewissen Teil auch an der Anonymität und mangelnder Transparenz der Performance bei einigen Anbietern.

Im privaten Bereich geht die Bereitschaft der in einer Partnerschaft lebenden Frauen zurück, Geldanlagen allein dem (männlichen) Lebensgefährten zu überlassen, weil Männer sich nach landläufiger Meinung besser damit auskennen. Etwa die Hälfte entscheidet gemeinsam darüber. Da auch die Zahl der weiblichen Single-Haushalte stetig zugenommen hat, sind viele gezwungen, sich selbst darum zu kümmern. Auch dies trägt zu einem entscheidend höheren Selbstbewusstsein und mehr Interesse am Umgang mit Geld, Vorsorge und Anlagen bei.

Regen Zulauf verzeichnen weiterhin Beratungsunternehmen, die sich ausschließlich auf die Beratung von Frauen in Finanzfragen konzentriert haben. Die klassische Bankberatung, die nicht zuletzt durch fatale, falsche Anlage-Empfehlungen vor der Lehman-Pleite in 2008 von sich Reden machte, hat bei vielen Anlegerinnen mangels Vertrauen ausgedient.

Bisher ist die Höhe der Rendite bei Anlegerinnen eher zweitrangig. Im Vordergrund steht ein möglichst geringes Risiko. In Sachen Risikomanagment haben Frauen gegenüber Männern offenbar das bessere Gespür und legen ihr Vermögen breiter gestreut in verschiedenen Aktienpaketen und Märkten, vorzugsweise Fonds, an. Einzelaktien sind bei ihnen weniger gefragt.

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Frauen & Aktienhandel – Handeln Frauen erfolgreicher als Männer? was last modified: Mai 11th, 2016 by AngelaZ