Geldanlage als Student

Hörsaal

Wenig Geld, hohe Kosten während des Studiums, mickrige und aktuell auch gar keine Zinsen – lohnt sich für Studenten eine Geldanlage überhaupt? Kann man auch kleine Beträge anlegen? Worauf sollte man dabei achten?

Teures Studentenleben und geringes Budget

Durchschnittlich rund 812 Euro benötigt ein Student monatlich laut dem Deutschen Studentenwerk. Lebensunterhalt, der vorwiegend von den Eltern, durch Nebenjobs und BaFög finanziert wird. Doch wie soll man da als Student noch über Geldanlagen nachdenken? Uni-Städte sind teuer, Frankfurt oder München sind keinesfalls vergleichbar mit den Lebenshaltungskosten und Mieten in Greifswald. Und Geld verdient man ja hinterher, nach dem Studium.

Dabei sind deutsche Studenten noch vergleichsweise gut dran. Das Studium an öffentlichen Hochschulen kostet keine Studiengebühren und unter bestimmten Bedingungen gibt es einen BaföG-Kredit als günstige Fremdfinanzierung des Studiums. Neben den geschenkten 50% vom Staat ist die Tilgung bei bis zu 10.000 Euro gedeckelt, während sich viele Studenten in den USA bis über beide Ohren verschulden und ihre Studienkredite bis zur Rente abzahlen.

Die wenigsten Studenten denken über Geldanlagen nach. In der Tat kann es schwierig bis unmöglich werden, von einem ohnehin geringen Budget auch noch etwas anzulegen. Die meisten Geldanlagen wiederum sind für Studenten und junge Menschen in der Ausbildung auch gar nicht geeignet und die Auswahl beschränkt sich auf nur wenige Investitionsmöglichkeiten.

Ist allerdings Geld übrig, z.B. weil ein Ausbildungs-Sparbuch aufgelöst oder etwas geerbt wurde, kann es sich jedoch lohnen, in geeignete Finanzprodukte zu investieren. Auch kleine, monatliche Anlagebeträge von 25 Euro können nach 5 Jahren schon eine Extra-Rendite bescheren, wenn sie beispielsweise in Fonds-Sparpläne investiert werden. Vorausgesetzt natürlich, sie sind wirklich übrig und werden vor Ende der Laufzeit auch nicht benötigt.

Altersvorsorge – Soll man schon als Student vorsorgen?

Keine Frage, Altersvorsorge ist wichtiger denn je und viele Menschen beginnen auch viel zu spät damit. Wer jedoch wenig Geld während des Studiums zur Verfügung hat, sollte sich zunächst über die wirklich naheliegenden Risiken Gedanken machen, die zeitlich greifbarer sind. Bis zum Renten- und Pensionsalter ist es noch ein weiter Weg, dazwischen liegen viele Berufsjahre, die man am besten krankheits- und unfallfrei übersteht.

Wer bereits vor Aufnahme des angestrebten Berufs als Student eine Vorsorge treffen will, sollte sich über eine Berufsunfähigkeitsversicherung informieren. Anfangsbeiträge erhalten Studenten oft zu ermäßigten Konditionen. Zwar dient die Absicherung nicht dem Vermögensaufbau und sie im Gegensatz zur Lebensversicherungen wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung auch nicht nach einem Laufzeitende im Erlebensfall ausbezahlt. Zahlt man aber bereits früh in die Berufsunfähigkeitsversicherung ein, erhöht sich dementsprechend die monatliche Berufsunfähigkeitsrente im Versicherungsfall.

Das Studium geht vor

Während des Studiums bilden Studenten wichtiges Kapital für die Altersvorsorge – Humankapital. Sie legen den Grundstein für einen erfolgreichen Beruf und ihr künftiges Einkommen.

Zwar ist die Überlegung, schon als Student in Altersvorsorge und Vermögensaufbau zu investieren sehr lobenswert und zukunftsorientiert, doch finanzielle Investitionen sollten nicht auf Kosten der Ausbildung gehen. Besser ist es, sich ganz auf das Studium zu konzentrieren.

Kritisch wird es dann, wenn nach dem Studium geraume Zeit mit der Arbeitssuche vergeht und einige Investitionen und Anschaffungen anfallen, wie z.B. ein Umzug in eine andere Stadt, Mietkaution, Maklerkosten, eine neue Wohnungseinrichtung, Auto usw. Der feste Vorsorge- oder Sparplan nimmt darauf keine Rücksicht und will weiter bedient werden. Einfacher geht das feste Vorsorgen und Sparen, wenn man nach dem Studium in den Beruf einsteigt und ein festes Einkommen hat.

Vor- & Nachteile

Welche Geldanlagen eignen sich für Studenten und welche nicht?

Klassische Sparanlagen wie Tagesgeld & Co. lohnen sich derzeit nicht

Aufgrund der langfristig ausgelegten EZB-Niedrigzins-Politik gibt es keine nennenswerten Zinsen auf die klassischen Spareinlagen bei Banken wie Tages- und Festgeld und Sparbuch mehr. Hatten die traditionellen Sparmöglichkeiten doch den Vorteil, auch kurzfristig über das angelegte Geld wieder verfügen zu können, falls es benötigt wurde. Zudem drohen Realverluste, sobald die Inflationsrate den Zinssatz derzeit 0% übersteigt.

Riestern nur für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Für Studenten ungeeignet ist Riester-Sparen, weil dafür eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung notwendig ist, die die wenigsten Studenten haben. Erst ab dem Beschäftigtenstatus als „Minijobber“ mit einem Einkommen bis zu 450 Euro ist diese Sparmöglichkeit inklusive der Zulagen vom Staat zu bestimmten Bedingungen möglich.

Bausparverträge mit 7 Jahren laufzeit und schwacher Rendite

Bausparverträge können zwar auch zu relativ geringen Einzahlungsbeträgen abgeschlossen werden, allerdings ist dann die anzusparende Zielsumme auch nicht sehr hoch. Ein Haus lässt sich mit dem später erhältlichen Darlehen zum durch Sparen erreichten, niedrigeren Zinssatz jedenfalls nicht bauen und auch der Kauf einer Eigentumswohnung übersteigt in den meisten Fällen die Möglichkeiten.

Haus

Die Mindestlaufzeit von Bausparverträgen beträgt wie bei vermögenswirksamen Leistungen 7 Jahre, für Studenten ein langer Zeitraum. Außerdem müssen die Beiträge regelmässig und in voller vereinbarter Höhe eingezahlt werden. Bei schwankenden und/oder geringen Einkommen von Studenten kann das zum Problem werden. Natürlich muss mit dem dem ersparten Geld kein Haus gebaut werden, die Zinssätze auf die angesparte Einzahlungssumme sind infolge der geringen Zinsen wie bei allen klassischen Sparanlagen allerdings auch nicht attraktiv.

Direkte Rohstoff-Investments erfordern spezielle Marktkenntnisse und hohes Investmentkapital

Direkte Investments in Rohstoffe erfordern einen vergleichsweise hohen Kapitaleinsatz und genaue Marktkenntnisse. Für Studenten ist diese Form der Geldanlage am Finanzmarkt deshalb ungeeignet, auch wenn die Renditechancen bei einem günstigen Einstieg wie zu den aktuellen Ölpreisen günstig erscheinen mögen, sobald der Kurs sich wieder nach oben bewegt. Gold gilt als sichere Bank unter den Anlageformen, auch hier sollten die Marktbesonderheiten aber bekannt und entsprechendes Investmentkapital vorhanden sein.

Was sind die Alternativen?

Geld herumliegen zu lassen ist aber auch keine Lösung. Eine Geldanlage mit flexiblen Einzahlungsbeträgen und Laufzeiten, ohne hohes Risiko und mit guter Rendite, wäre mit Abstand die beste Alternative.

Flexibel und rentabel Geld anlegen mit Fonds

Eine flexible Geldanlage-Möglichkeit sind Fonds. Je nach verfügbarem Kapital kann eine Einzahlung einmalig oder als Fonds-Sparplan mit regelmässigen Einzahlungen wie z.B. monatlich und auch schon zu kleinen Sparbeträgen von beispielsweise 25 Euro erfolgen.

Investmentfonds – Breite Risikostreuung, wählbares Risiko & gute Renditechancen

In einem Investmentfonds sind Wertpapiere in unterschiedlicher Gewichtung enthalten, den man sich als großen Topf vorstellen kann. Während man an der Börse direkt in die Einzelaktien der Unternehmen und damit in ein hohes Risiko investiert, enthält der Fonds je nach Art eine ganze Reihe von Werten, die an der Börse gehandelt werden, wie z.B. Aktien oder Anleihen, aber auch Immobilien. Bei einem Fonds erwirbt man zusammen mit den anderen Fondsanlegern Anteile am Gesamtwert des Topfes.

Das ist bereits mit kleinen Sparbeträgen möglich und Fonds-Sparpläne sind flexibler als andere Anlagen, denn die Höhe des Einzahlungsbetrages ist variabel und man kann bei Fonds ohne Mindestlaufzeit seine Anteile auch wieder zurückgeben, wenn das Geld gebraucht wird. Ist einmal mehr Geld übrig, können höhere Einzahlungen erfolgen, ist einmal nichts für den Fonds-Sparplan übrig, können Zahlungen auch ausgesetzt werden.

Ein weiterer Vorteil von Fonds ist die Streuung des Risikos. Durch die unterschiedlichen, im Fonds enthaltenen Werte, die sich nie gleich entwickeln, gleichen sich Verluste leichter aus. Außerdem werden Fonds von Fondsmanagern betreut, die durch Umschichtungen des Portfolios versuchen, die rentabelsten Werte in den Fonds zu bekommen und die Verlustverursacher darin zu verkaufen, das Kursrisiko hält sich somit bei gut gemanagten Fonds im Gegensatz zu Einzelaktien in Grenzen.

Börse

Fondsanleger profitieren beim Kauf der Anteile von niedrigen Kursen. Bei schwachen Kursen erhalten sie mehr Anteile, bei hohen Kursen für den gleichen Betrag weniger Anteile am Fonds-Topf.

Fonds sind je nach Art der enthaltenen Fondswerte unterschiedlichen Risikoklassen zugeteilt. Anleger können deshalb entscheiden, ob die lieber in risikoärmere oder riskoreichere Fonds investieren wollen.

Zu berücksichtigen sind bei Geldanlagen in Fonds die gegebenenfalls entstehenden Depotgebühren, Ausgabeaufschlag und sonstigen Kosten, z.B. bei einem Rückkauf der Anteile durch die Fondsgesellschaft. Im Zweifelsfall können sie die erzielte Rendite zu einem Teil oder ganz auch wieder vernichten. Anleger sollten sich deshalb vor Abschluss über die Kosten informieren.

 
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ETFs – Kostengünstige Indexfonds

Eine kostengünstige Alternative zu den vorgenannten Investmentfonds, sind die ETF(Exchange Traded Funds) Indexfonds. Statt auf im Fonds enthaltene Einzelwerte, kopiert ein ETF gleich die Zusammensetzung der Werte eines ganzen Index, wie z.B. dem DAX. Das spart hohe Verwaltungskosten, da kein Fondsmanager nötig ist, der sich um die Umschichtungen und Optimierung des Portfolios kümmert. Geringere Kosten wirken sich positiv auf die Rendite aus, da sie nicht abgezogen werden müssen. Es entfällt bei ETFs als passive Fonds auch der Ausgabeaufschlag, der für aktive Fonds wie Investmentfonds berechnet wird.

ETFs sind ein ebenfalls empfehlenswertes und zudem günstiges Fondsprodukt, welches sich deshalb auch besonders für Studenten eignet.

Andere Fondsprodukte wie Geldmarktfonds, Immobilienfonds, Zielfonds, Mischfonds und Rentenfonds eignen sich weniger für junge Anleger mit begrenzten Investitionsmöglichkeiten. Entweder sind sie sehr spekulativ (Geldmarktfonds), renditeschwach (Rentenfonds), teuer (Immobilienfonds) oder mit extrem langen Laufzeiten versehen wie die Zielfonds mit bis zu 30 Jahren.

Fazit zu Geldanlagen als Student

Das Thema Geldanlagen ist bei Studenten in aller Regel nicht sehr gefragt. Das liegt zum einen daran, dass sie kaum als Kunden von den Banken wahrgenommen werden, zum anderen am mangelnden Interesse aufgrund des meist geringen Budgets während des Studiums und der landläufigen Meinung, dass niedrige Sparbeiträge sich ohnehin nicht lohnen.

In der Tat ist es schwierig, von vergleichsweise wenig Geld seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, sich auf das Lernen zu konzentrieren und dann noch über Geldanlagen nachzudenken. Doch auch für Studenten gibt es günstige Anlagemöglichkeiten, die sich flexibel gestalten lassen und eine recht ansehnliche Rendite erzielen. Sie sollten jedoch nur genutzt werden, wenn der Sparbeitrag dafür wirklich übrig ist.

Kontraproduktiv und zu Lasten des Studiums kann es sein, wenn für die Beschaffung von Sparbeträgen Nebenjobs angenommen werden und die Zeit stattdessen lieber sinnvoll für das Studium investiert werden sollte. Maßnahmen zur Altersvorsorge werden zwar von vielen jungen Menschen weit weggeschoben und viel zu spät ergriffen, dafür ist aber auch noch ab dem Berufseinstieg Zeit, wenn ein festes Einkommen und eine verlässlichere Zukunftsplanung über die Finanzen möglich ist.

Vorsorge- und Sparpläne mit festgelegten, regelmässigen Einzahlungsbeträgen in bestimmter Höhe erziehen zwar einerseits zur Disziplin im Umgang mit Geld, können aber in bestimmten Situationen, wenn finanzielle Engpässe entstehen, auch problematisch sein. Abgesehen von den oft schwankenden und eher geringen Einkommen während des Studiums kann dies auch nach Beendigung der Studienzeit der Fall sein. Dauert die Arbeitsssuche länger als vorgesehen oder sind mit der Arbeitsaufnahme Investitionen und Anschaffungen wie ein Umzug und dadurch entstehende Kosten verbunden, können finanzielle, termingebundene Verpflichtungen wie feste Vorsorge- und Sparpläne schnell zum Problem werden, wenn das 1. Gehalt noch eine Weile auf sich warten lässt.

Je flexibler die Geldanlage, desto unabhängiger der Anleger. Falls nötig, können flexible Geldanlagen auch kurzfristig in Liquidität umgewandelt und aufgelöst werden, z.B. wenn eine Mietkaution fällig ist.

Während sich viele Finanzprodukte aus verschiedenen Gründen wie zu lange Laufzeiten, feste Einzahlungsbeträge, äußerst geringe oder keine Zinsen bei der gegenwärtigen Zinspolitik für klassische Sparanlagen oder Bedingungen wie eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung für Studenten nicht realisieren lassen, eignen sich in erster Linie Investmentfonds und ETF Indexfonds (Exchange Traded Funds) als flexible und auch mit wenig Sparmöglichkeiten umsetzbare Alternative.

Generell sind die entstehenden Kosten und Gebühren zu beachten, die gegen die erzielte Rendite aufzurechnen sind. Je nach Höhe können sie die Rendite natürlich auch erheblich schmälern oder zunichte machen. Während für aktive, d.h. gemanagte Fonds wie den Investmentfonds ein Ausgabeaufschlag fällig wird und auch weitere Kosten wie Depotgebühren entstehen können, gehören passive ETF Indexfonds zu den preiswerten Investitionsmöglichkeiten am Fondsmarkt. Sie sind für zahlreiche Indizes erhältlich, hierzu gehören nicht nur Aktien-Indizes, sondern auch Rohstoff-Indizes und viele andere.

ETFs sind an der Börse gehandelte Indexfonds, die die Zusammensetzung der Indexwerte wie z.B. des deutschen DAX beinhalten. Damit erübrigt sich die Suche nach einem passenden Investmentfonds, in dessen Portfolio sich beispielsweise nur die größten deutschen Aktienunternehmen befinden. Abgesehen davon, dass der Erwerb von Anteilen eines solchen Investmentfonds in dieser Zusammensetzung wegen der im Grundsatz hohen Kurswerte der Einzelaktien recht teuer wird, haben ETFs den Vorteil, dass sie auch von zahlreichen Online-Brokern wie comdirect, Flatex, S Broker, Consorsbank oder der Targobank angeboten werden.

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Geldanlage als Student was last modified: Juni 17th, 2016 by AngelaZ