Die vier erfolgreichsten Börsenstrategien: 3. Halloween

Die Bezeichnung Halloween trifft diese Strategie zwar nicht so ganz, hat sich aber in den Köpfen der Börsianer festgesetzt. Letztendlich wird der Anleger nämlich zweimal im Jahr und nicht nur unmittelbar nach Halloween aktiv. Saisonale Geldanlage oder „Sell in May and go away“ – auch mit dem Zusatz „…but don`t forget to remember to come back in November“ –  werden ebenfalls oft im Zusammenhang mit der bekannten Börsenstrategie genannt.

Wir informieren Sie über den Halloween-Effekt in nachfolgenden Artikel, die Vor- & Nachteile und wie auch Sie sich dieser Börsenweisheit anschließen können, um mit der saisonalen Strategie bessere Gewinne ihrer Geldanlage zu erwirtschaften. Und das mit halbiertem Risiko, denn Ihr Kapital binden Sie nur für sechs Monate im Jahr.

Was ist der Halloween-Effekt?

Katholische Einwanderer aus Irland brachten ursprünglich Halloween, den Abend vor Allerheiligen am 1. November, in die USA. Dort hat sich der Brauch typisch US-amerikanisch kommerzialisiert bis zum Volksfestcharakter und findet auch in Europa Verbreitung. Doch was hat das mit den Kapitalmärkten, der Börse zu tun?

Nichts, denn lediglich das Datum gilt als Stichtag für Anleger, die lediglich saisonal an der Börse aktiv sind und die Halloween Strategie anwenden. Halloween bezeichnet deshalb nur den Umbruch zwischen Sommer- und Wintermonaten.

Die Statistik zeigt, dass es sich bei den Monaten Dezember, Januar und Februar die durchschnittlich stärksten Börsenmonate handelt. Häufig hält diese Phase auch bis April an. Statistisch wohlgemerkt.

Am Beispiel des DAX über einen statistisch erfassten Zeitraum von 30 Jahren präsentieren sich die Sommermonate deutlich schwächer als die Monate Oktober bis April, jedoch auch mit einem Ausschlag nach unten im März.

Während der Sommermonate zeigt die durchschnittliche Monatsperformance des DAX deutliche Schwächen (Quelle: Deutsche Börse)

Erweitert wird die Halloween Strategie deshalb um den Zusatz „Sell in May“, denn – wiederum statistisch gesehen – handelt es sich während der Monate May, Juni, Juli, September, Oktober um die schwächste Phase an der Börse. Sechs Monate also, auf die man als Anleger gut verzichten kann, wenn sich doch ohne nicht viel tut.

Grundlage ist deshalb die Annahme, wer für sechs Monate von Anfang Mai bis Ende Oktober nicht investiert, halbiert sein Risiko auf das Jahr gesehen um die Hälfte und legt von Anfang November bis Ende April für sechs Monate sein Kapital an, über die statistisch gesehen stärksten Börsenmonate. Während der Investitionszeit von sechs Monaten wird nach der Buy-and-hold Strategie verfahren, es wird nicht verkauft oder umgeschichtet. Die Wertpapiere bleiben währenddessen unangetastet im Depot.

Buy-and-hold bedeutet Kaufen und Halten. Gehalten werden die Wertpapier normalerweise über einen langfristigen Zeitraum. Bei saisonalen Strategien wie Halloween bezieht sich Buy-and-hold jedoch nur auf die sechs Monate, in denen die Wertpapiere im Depot verbleiben. In der Zwischenzeit verhält sich der Anleger passiv, er verkauft nicht und braucht sich um das Investment nicht weiter zu kümmern. Die Buy-and-hold-Strategie bei langfristigen Investitionen von 20 oder 30 Jahren verhält sich somit gegensätzlich zu den sonstigen kurzfristigen Anlagegeschäften wie z.B. Kaufen und Verkaufen (Buy-and-sell), um kurzfristige (Zusatz-)Gewinne mitzunehmen oder bei sinkenden Kursen weitere Verluste zu vermeiden.

Was sind die Risiken der Halloween Strategie?

Wie schon bei Dogs of the Dow handelt es sich bei der Halloween Strategie um eine Buy-and-hold Strategie. Wertpapiere werden für sechs Monate gekauft und anschließend Anfang Mai verkauft. Zwischenzeitlich passiert im Depot mit dem Portfolio nichts. Das erfordert Disziplin und Konsequenz des Anlegers.

Halloween beruht auf Statistiken, deren Grundlage wiederum historische Daten sind. Nichts aus der Vergangenheit muss auch in der Zukunft genauso oder ganz ähnlich passieren. Trotzdem zeigt die statistische Betrachtung aber eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Rendite mit dieser Strategie steigern lässt. Alle untersuchten Märkte, außer Neuseeland, zeigten statistisch in den Wintermonaten eine bessere Performance als in den Sommermonaten. Allerdings wurden hier auch insbesondere Indizes untersucht, die eine Vielzahl von Einzelwerten enthalten wie z.B. der deutsche DAX (Deutscher Aktien Index) oder der US-amerikanische Dow Jones.

Auf Einzelwerte lässt sich dies natürlich nicht grundsätzlich übertragen. Und hier kommt die Einschränkung, dass man sich eben nicht allein auf den Halloween-Effekt verlassen sollte. Gehen Sie deshalb nicht nach dem Motto vor, „rein in den Einkaufswagen und in einem halben Jahr wieder raus“. Für Aktien sollten Sie unbedingt eine zusätzliche Fundamental-Analyse sowie generell für alle ins Auge gefassten Investitionen nach dieser Strategie die technische Analyse mit weiteren Indikatoren anwenden.

Außen vor bleiben bei Halloween selbstverständlich auch die äußeren Einflüsse. Dies können z.B. auch signifikante Einzelereignisse sein, die die Kurse stark beeinflussen wie politische Entscheidungen (z.B. die Entscheidung zugunsten des Brexit in 2016) oder die Terroranschläge vom 11. September 2001.

Wo kann man in die Halloween Strategie investieren?

Spezial-Produkte für saisonale Strategien wie die Halloween Strategie

Auch für die Halloween Strategie gibt es Kapitalmarkt-Produkte, die es praktisch „fertig“ zu kaufen gibt. Eigene Analysen und Auswahl können sich Anleger z.B. bei dem Index DAXplus Seasonal Strategy Performance Index sparen. Doch er eignet sich auch gut für Vergleiche der Halloween Strategie mit der DAX-Performance, um sich ein eigenes Urteil zu bilden. Grundlage für den DAXplus Index ist die „Sell in Summer“-Strategie.

Andere Indizes

Natürlich können Anleger auch in andere Indizes saisonal investieren. Sie enthalten verschiedene Wertpapiere in unterschiedlicher Anzahl und Gewichtung. An einem Index lässt sich ablesen, ob sich der jeweilige Markt nach oben oder unten bewegt. Die enthaltenen Aktienwerte gelten dabei als repräsentativ.

Während beispielsweise im DAX die 30 größten deutschen Börsenunternehmen enthalten sind, sind im TecDAX die 30 größten deutschen Technologie-Unternehmen gelistet. Die deutschen Indizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX gehören zum Prime Standard, dem gesetzlich regulierten Börsensegment der Deutschen Börse mit den höchsten Transparenz- und Zulassungspflichten.

Da Indizes den Schwerpunkt eines Marktes oder einer Branche als sogenannter Kurs- oder Performanceindex abbilden, findet zwar innerhalb des Index eine Mischung unterschiedlicher Werte statt. Geht es jedoch mit dem gesamten jeweiligen Markt oder der Branche bergab, betrifft das auch die meisten oder schlimmstenfalls alle im Index enthaltenen Unternehmen. Das gilt aber natürlich auch umgekehrt bei einer positiven Marktentwicklung.

Investitionen in Einzelaktien

Der Kauf von Einzelaktien erfordert zuvor eine intensive Analyse des Unternehmens und dessen Entwicklung hinsichtlich Kursverlauf und Prognose. Eine Fundamental-Analyse kann mögliche Risiken aufdecken, so dass sich gegebenenfalls ein kurzfristiges Investment nicht als positiv erweist.

Grundlage für die Fundamental-Analyse ist die Bilanzanalyse des Unternehmens und die kursbezogenen Kennzahlen, wie z.B. Eigenkapitalquote, Kurs-/Umsatz-Verhältnis. Hierzu werden die Unternehmenskennzahlen der börsennotierten Gesellschaften aus Quartals-, Halbjahres- und Jahresberichten ausgewertet und anhand der ermittelten Kennzahlen unter Anwendung von Formeln verglichen. Das Ziel der Fundamentalanalyse ist es, den angemessenen Wert einer Aktie zu bestimmen. Der derzeit gehandelte Kurs an sich bleibt hierbei unberücksichtigt. Aktueller Börsenkurs bzw. -entwicklung und ein nach ihren Berechnungen angemessener, “fairer” Preis des Wertpapiers sind für Fundamental-Analysten voneinander unabhängig.

Wenig sinnvoll für kurze Haltedauer – Aktien-Fonds

Wenig Sinn macht hingegen ein aktiv gemanagter Aktien-Fonds, da diese Produkte auf Langfristigkeit ausgelegt sind und entsprechend hohe Kosten verursachen. Die Auswahl des enthaltenen Portfolios erfolgt aufgrund anderer Gesichtspunkte und ist nicht saisonal ausgeleAngt.

Fazit zur Halloween Strategie

Wie bei vielen anderen Handelsstrategien gibt es auch bei Halloween Varianten. So beispielsweise die Vertreter der These, doch besser im Sommer, nämlich im Juli, und nicht schon im Mai zu verkaufen. Denn insbesondere der DAX zeigt in der Statistik über einen Zeitraum von 30 Jahren eine saisonale Schwäche vor allem im August und September, wie auch die durchschnittliche Monatsperformance des deutschen Börsenbarometers oben zeigt.

Zu den Vorteilen von Halloween zählt die Tatsache, dass Anleger nur sechs Monate in die Wertpapiere investieren. Die übrigen sechs Monate ist das Kapital nicht gebunden. Das Risiko verringert sich so um die Hälfte.  Darüber hinaus sind während der sechs Monate Wertpapier-Anlage keine Aktivitäten wie Umschichtungen oder Verkäufe erforderlich, da nach der Buy-and-hold Strategie (Kaufen & Liegenlassen) verfahren wird. Deshalb zählt Halloween im Grunde nicht zu den Strategien, die Rendite zu optimieren bzw. zu erhöhen, sondern um die Risiken zu reduzieren.

Auch Halloween basiert auf historischen Werten und Statistiken. Deshalb gilt auch hier, dass Ergebnisse aus der Vergangenheit keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung der Anlagen zulassen. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, was die Gründe für saisonale Zyklen an der Börse sein könnten und für welche Märkte diese gelten bzw. für welche nicht.

Saisonale Zyklen an den Märkten zeigen sich tatsächlich. Doch die Erklärungsversuche sind höchst vielfältig und sicher nicht einzeln für sich genommen auch der Grund für schwächere oder stärkere Börsenmonate. So soll es z.B. in den Sommermonaten einen schlechteren Nachrichtenfluss der Unternehmen („Sommerloch“) und kaum Dividendenprognosen geben. Doch auch weniger Börsenumsätze während der Urlaubszeit bis hin zu heißem Wetter werden genannt, klingen jedoch wenig überzeugend.

Ernster zu nehmende Erklärungen für saisonale Schwankungen an der Börse sind da schon verstärkte Aktivitäten zu bestimmten Stichtagen. Insbesondere das sogenannte Window Dressing am Ende des Jahres zum 31. Dezember, der Jahresend-Rallye. Üblicherweise werden Fonds-Portfolios zu diesem Stichtag umgeschichtet, d.h. die guten Performance-Werte werden aufgestockt, die schlechten verkauft. Zusätzliche Käufe verursachen dann einen Kursanstieg.

Bezogen auf den Gesamtmarkt zeigen Aktien zwar – zumindest über erfasste längere Zeiträume – einen vergleichsweise höheren Kursanstieg in den Wintermonaten, allerdings muss dies nicht in jedem Jahr so sein und trifft auch nicht auf alle Branchen zu. Ausgenommen hiervon sind beispielsweise der Gesundheits- (hier ist der Effekt häufig umgekehrt und die Kurs-starken Monate sind die Sommermonate) und zum Teil auch der Konsumgüter-Sektor.

Insgesamt eignet sich die Halloween Strategie als eine von mehreren, wenn zusätzlich technische Indikatoren der Chartanalyse und bei Aktien auch die Fundamental-Analyse berücksichtigt werden. Sich nur auf diese Handelsstrategie zu konzentrieren, erscheint nicht sinnvoll.

Da es sich bei den Statistikwerten ausschließlich um lange Zeiträume handelt, ist auch Halloween nur für langfristig orientierte Anleger interessant. Im Durchschnitt lassen sich höhere Erträge erzielen, jedoch nur dann, wenn die Strategie auch tatsächlich langfristig angewendet wird. Dann kann man sie durchaus mit dem Ergebnis „Höhere Erträge – geringeres Risiko“ versehen, was natürlich nicht für die Zukunft gelten muss und nur für vergangene, statistisch ausgewertete Zeiträume gilt.

Im Auge behalten sollten Anleger auch hier die Transaktionskosten. Werden beispielsweise 20 unterschiedliche Wertpapiere gekauft, fallen pro Jahr 40x Transaktionskosten für Kauf- und Verkaufsorders an. Ein Grund mehr, sich für einen günstigen Broker zu entscheiden.

Wer die Halloween Strategie nur über zwei oder drei Jahre anwendet, wird von der erzielten Rendite – vorausgesetzt, alle anderen Parameter stimmen ebenfalls – wahrscheinlich also nicht sehr überzeugt sein, zumal die Haltedauer jeweils nur sechs Monate beträgt. Alternativ können auch Kapitalmarkt-Produkte wie der oben genannte DAXplus Seasonal Strategy Performance Index gewählt werden, was die Transaktionskosten gegenüber Einzelwerten erheblich reduziert.

Wie finde ich einen günstigen Broker mit gutem Leistungs- & Serviceangebot?

Als unnötige Kosten erweisen sich im Aktiendepot-Vergleich Depotgebühren, Verwahrgebühren, zusätzliche Gebühren für telefonische Orderaufgabe und die Änderung oder Streichung von Limits. Die meisten Direktbanken und professionellen Online-Broker mit Wertpapier-Depot verzichten auf diese Gebühren-Konstrukte, die leicht in die Hunderte EUR pro Jahr, je nach Handelsaktivität des Anlegers, gehen können.

Oft heißt es, nur die Banken und Broker würden an den Aktiendepots verdienen. Das ist schon lange nicht mehr der Fall. Kostenlose Depotführung, Prämien bei Depotwechsel, attraktive Verzinsung des Depotwertes und günstige Handelskonditionen lohnen den Vergleich zwischen den bekanntesten deutschen Direktbanken und einigen europäischen Online-Brokern.

Handel und Depotführung erfolgen vollständig online. Auch die Depoteröffnung ist in nur wenigen Minuten erledigt. Zahlungen vom Depot auf das eigene Girokonto erfolgen sicher vom Verrechnungs- auf das Referenzkonto und können oft vom Kunden selbst veranlasst und durchgeführt werden, der über die entsprechenden Berechtigungen und notwendigen Transaktionsvoraussetzungen verfügt.

Wer in den Aktienhandel einsteigt, kann nicht nur vom Informationsangebot der Broker wie Marktnachrichten, Analysen oder Newsletter, sondern auch von Fortbildungsangeboten und kostenlosem Musterdepot profitieren. Aus dem Depot erfolgt der Handel über die bei deutschen Direktbanken meist hauseigene Handelsplattform, die oft nicht komplizierter als das eigene Online-Banking ist.

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Die vier erfolgreichsten Börsenstrategien: 3. Halloween was last modified: August 21st, 2017 by AngelaZ