Binäre Optionen – Handelsarten

Binäre Optionen – Handelsarten

Binäre Optionen sind inzwischen vor allem deshalb bei privaten Anlegern so beliebt, weil sie auch für Einsteiger leicht verständlich, einfach strukturiert und beachtliche Renditen erzielbar sind. Abhängig von der notwendigen Mindesteinlage auf das Trading-Konto und der Mindesthandelssumme je Trade kommt der Handel mit Binären Optionen auch ohne dickes Kapitalpolster aus, wie es z.B. für das Traden „echter“ Vermögenswerte wie im Aktienhandel nötig ist.

Options Trading

Binäre Optionen –Handelsarten für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis

Bei Binären Optionen-Handel sind Gewinne sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse möglich, vorausgesetzt natürlich, die Vorhersage des Traders geht in die richtige Richtung. Die bekannten klassischen Put & Call-Optionen sind aber nur eine Variante der immer abwechslungsreicheren Handelsarten. Wir möchten Ihnen deshalb die Häufigsten vorstellen und für wen sie am besten geeignet sind.

Put & Call – Die Einstiegsoptionen in den Binäre Optionen-Handel

Die einfachste Handelsart ist die sogenannte Put & Call-Option, auch klassische Digitaloption, High & Low oder bei einigen Brokern auch Up/Down genannt. Trader geben innerhalb eines wählbaren oder vorgegebenen Zeitfensters, welches einen Zeitraum von 30 Sekunden bis zu 1 Jahr beinhalten kann, eine Vorhersage ab, ob sich der Kurs innerhalb am Ende der Laufzeit über oder unter einem festgelegten Wert befinden wird.

Call-Optionen (Up) bezeichnen Spekulationen auf den steigenden Kursverlauf, Put-Optionen (Down) auf den sinkenden Kursverlauf. Sowohl sehr kurze (Turbo- oder Short Term-Optionen, z.B. 30, 60 oder 120 Sekunden) als auch vergleichsweise lange und sehr lange (Long Term-Optionen, z.B. 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr) Zeiträume erfordern eine sehr gute Marktkenntnis und Trading-Erfahrung, sie sind deshalb nur für fortgeschrittene Trader geeignet.

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Anfänger und Einsteiger sollten deshalb überschaubare Zeiträume von 1 Stunde bis zu 1 Tag wählen. Am nächsten Handelstag kann der Kursverlauf beispielsweise durch aktuelle, direkte oder indirekte wirtschaftliche Ereignisse ganz anders aussehen und in die entgegengesetzte Richtung gehen. Generell eignen sich die klassischen, einfach strukturierten Put & Call-Optionen für Einsteiger am besten, da nur zwischen steigendem oder sinkendem Kursverlauf innerhalb einer überschaubaren Laufzeit unterschieden wird, die z.B. schon durch Beobachten der jüngeren Historie eines Kurses leichter einzuschätzen ist.

Knock- in- und Knock-out Optionen

Einige Broker bieten innerhalb der Put & Call-Optionen auch weitere Handelsarten an, wie die Knock-in- und Knock-Out Optionen. Bei einer Knock-in Option wird auf den steigenden (Call) oder sinkenden (Put) Kursverlauf spekuliert, es wird jedoch eine feste Barriere festgelegt, die berührt oder überschritten werden muss, sonst verfällt die Option und der Einsatz ist verloren.

Umgekehrt verhält es sich bei den Knock-out Optionen. Die Option verfällt, wenn die festgelegte Barriere erreicht wird. , d.h. bei Call-Optionen rechnen Trader mit einem stagnierenden oder moderat steigenden Kurs (ansonsten würde er die Knock-in Option wählen), so dass die Barriere nicht berührt oder überschritten wird. Ist dies der Fall, erfolgt der Knock-out und der Einsatz ist verloren. Bei einer Put-Option darf die oberhalb liegende Marke nicht berührt oder überschritten werden, denn der Trader geht von einem sinkenden oder stagnierenden Kurs unterhalb der Barriere aus.

Eine weitere Variante neben Put & Call innerhalb der Knock in- bzw. Knock-out Optionen ist eine Barriere sowohl nach oben als auch nach unten, d.h. es wird auf einen Kursverlauf innerhalb dieser festgelegten Grenzen (auch Range oder Boundary genannt) spekuliert. Der Kurswert darf beide Grenzen nicht berühren oder über- bzw. unterschreiten. Auch hier erfolgt sonst der Knock-out und die Option ist verloren.

Cash or Nothing

Cash or Nothing (Geld oder nichts) bezieht sich innerhalb der Put & Call-Optionen nur darauf, dass im Fall einer falschen Vorhersage der Einsatz vollständig verloren ist und keine Verlustabsicherung oder eine anteilige Rückzahlung (Return) des Einsatzes erfolgt. Einige Broker bieten z.B. einen 10%igen Return an, d.h. wurde eine Option verloren, erhalten Trader immerhin 10% des Einsatzes automatisch zurück. Bei Cash or Nothing verzichten sie auf diese Rückerstattung.

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Risikoreiche High Yield-Optionen mit hoher Rendite

High Yield bezeichnet im Finanzwesen hohe Erträge, bei Binären Optionen Handelsarten mit sehr hohen Renditen. Nicht zu verwechseln ist die Bedeutung der Bezeichnung mit den High Yield Bonds, womit sowohl hochverzinsliche Anleihen als auch „Schrottanleihen“ gemeint sein können.

Während auf klassische Binäre Optionen in der Regel zwischen 70-91% Rendite erzielbar sind, abhängig von Broker, eventueller Verlustabsicherung oder den oben erwähnten Rückerstattungen (Return), locken High Yield-Optionen mit satten Gewinnen im 3-stelligen Prozentbereich. Mit Erträgen zwischen 300-650% liegen diese Optionen um ein Vielfaches über den Möglichkeiten bei den „Einsteigeroptionen“ und sind aufgrund des extrem hohen Handelsrisikos nur für Profis geeignet.

Gefährlich für das Trading-Kapital kann das ausschließliche Handeln von High Yield-Optionen werden, deshalb sollten diese Handelsarten allenfalls nur einen kleinen Teil des Tradings ausmachen, um laufendes Risiko auf höchstem Niveau zu vermeiden. Auch verleiten die hohen Renditechancen allzu leicht zu hohen Einsätzen. One Touch-Optionen lohnen sich beispielsweise ohnehin nur, wenn Märkte ausreichend hohen Kursschwankungen (Volatilität) unterliegen. In „ruhigen“ Zeiten bieten sich stattdessen z.B. Range-Optionen an.

Zu den High Yield-Optionen gehören die sogenannten Touch-Optionen, was das Berühren einer festgelegten Preismarke während des Kursverlaufs bezeichnet. Unterschieden wird bei diesen Handelsarten zwischen One Touch und No Touch-Optionen.

One Touch

Viele Broker bieten inzwischen auch One Touch-Optionen an. Hier handelt es sich nicht um eine Spekulation, die sich nur auf einen richtig vorhergesagten steigenden oder fallenden Kursverlauf am Ende der Laufzeit bezieht wie bei den Put & Call-Optionen, sondern ob ein festgelegter Wert innerhalb der Laufzeit der Option mindestens einmalig berührt wird.

Während bei Put & Call-Optionen also zum Zeitpunkt des Ablaufs der Option die Vorhersage stimmen muss, um einen Gewinn zu verbuchen, ist bei One Touch-Optionen egal, wo der Kurs am Ende der Laufzeit steht, wobei es sich auch hier um ein steigendes oder sinkendes Kursziel im Verhältnis zum Einstiegskurs sein kann.

Die Schwierigkeit besteht darin, dass das festgelegte Kursziel innerhalb der Laufzeit mindestens einmal berührt werden muss und diese Marke vom Broker vorgegeben und in den allermeisten Fällen nun einmal sehr ambitioniert ist. Profis vermögen möglicherweise vorhersagen zu können, ob das Erreichen der Marke tatsächlich realistisch sein kann, für Einsteiger eignet sich diese Handelsart sowohl aufgrund des hohen Risikos und der schwer einzuschätzenden Wahrscheinlichkeit, ob die Vorhersage eintreffen kann, definitiv nicht.

One Touch-Optionen stehen nur für ausgewählte Basiswerte zur Verfügung, denn eine Voraussetzung dafür, dass das angestrebte Kursziel, welches mit der One Touch-Marke gekennzeichnet ist, auch nur mit der geringsten Wahrscheinlichkeit überhaupt erreicht werden kann, ist die Volatilität. Für die Eignung eines Assets als One Touch-Option ist es notwendig, dass es sich um einen sogenannten volatilen Basiswert handelt, der grundsätzlich stärkeren Kursschwankungen unterliegt und damit die nötige Wahrscheinlichkeit überhaupt auch nur ansatzweise darstellen kann. Nicht-volatile Märkte unterliegen nur geringen Kursschwankungen und weisen nicht den typischen Zickzack-Kurs auf, so dass sie für das Traden von High Yield-Optionen ungeeignet sind, da sie die ambitionierte Marke ohnehin nicht erreichen.

Put & Call

Keine Frage, dass Broker darauf achten, dass der Basiswert je nach Art der High Yield-Option nicht zu volatil, was von Vorteil für den Trader von One Touch-Optionen wäre, oder nicht-volatil bei den No Touch-Optionen sein darf, um die Wahrscheinlichkeit des Gewinns nicht zu hoch anzusetzen. Auch die Berührungsmarke wird entsprechend weit bzw. nah am Einstandswert positioniert, womit die Wahrscheinlichkeit ebenfalls sinkt.

Wird bei einer One Touch-Option die Marke während der Laufzeit einmalig berührt, ist die Option automatisch „im Geld“, auch wenn sie noch nicht abgelaufen ist. Sie wird meistens auch sofort über das System abgerechnet, läuft jedoch bis zum Ablaufzeitpunkt weiter. Wie sich der Kursverlauf nach einmaligem Berühren der Marke bis zum Laufzeitende noch entwickelt, spielt dann keine Rolle mehr.

Während die One Touch-Marke weit vom Einstandswert angelegt wird und eine Wahrscheinlichkeit des Berührens umso geringer ist, ist bei den No Touch-Optionen (Nicht-Berühren) das Gegenteil der Fall.

No Touch

Um bei One Touch-Optionen eine Option zu gewinnen, muss die festgelegte Marke erreicht werden, bei einer No Touch-Option ist sie bei einmaligem Berühren oder Überschreiten verloren, d.h. sie läuft „aus dem Geld“. No Touch-Marken werden deshalb seitens des Brokers im Gegensatz zu den One Touch-Optionen vergleichsweise nah an den Einstandswert gesetzt, um die Wahrscheinlichkeit eines Berührens zu erhöhen und diese ins Verhältnis mit der hohen Rendite zu setzen.

Gewonnen kann die Option natürlich erst am Ende der Laufzeit sein, wenn innerhalb der gesamten Laufzeit keine Berührung der No Touch-Marke stattgefunden hat. Bei Berühren gilt die Option auch vor Ablauf bereits als verloren, wie dies umgekehrt auf One Touch-Optionen zutrifft.

Range-Optionen – Kursverlauf innerhalb eines Korridors

Range-Optionen werden auch Grenze oder Boundary genannt. Damit ist gemeint, dass für diese Option eine Grenze sowohl nach oben als auch nach unten festgelegt wird und sich der Kursverlauf während der Laufzeit innerhalb dieser Ober- und Untergrenze bewegt, ohne eine davon jemals zu übertreten. Wird dieser Korridor verlassen, ist die Option „aus dem Geld“ (verloren), bewegt sich der Kurs innerhalb der Laufzeit ausschließlich innerhalb der gesetzten Grenzen, ist sie „im Geld“ (gewonnen).

Für das Traden von Range-Optionen eignen sich deshalb Märkte, deren Kurs in einer Seitwärtsbewegung verläuft und keinen großen Schwankungen unterlegen ist, er also nicht-volatil ist, was ein ein Übertreten der Ober- oder Untergrenze umso wahrscheinlicher machen und die Chancen weitaus verringern würde.

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Paare (Pair Trading/Pairs) – 2 Basiswerte im Wettbewerb

Währungspaare befinden sich in jedem Asset Index der Binäre Optionen-Broker. Seltener wird jedoch diese Handelsart angeboten, die entweder unter den Handelsarten selbst oder bei Verfügbarkeit des OptionBuilder selbst konstruiert werden kann.

Bei Paare-Optionen besteht der Handelswert aus 2 Basiswerten, z.B. ein Aktienpaar zweier ähnlicher Unternehmen wie beispielsweise zwei Automobilhersteller, Airlines, Banken, Konsumgüter usw. Trader spekulieren darauf, welche der beiden Aktien einen höheren oder niedrigeren Kurswert als die andere am Ende der Laufzeit aufweisen wird.

Es ist unerheblich, ob beide Werte steigen oder fallen, entscheidend ist nur, dass die Vorhersage, welche der beiden über oder unter der anderen liegt, richtig war. Die Rendite entspricht in aller Regel den klassischen Put & Call-Optionen, also etwa zwischen 70-91%, je nach Broker.

Leiter (Ladder) – Die 5 in 1-Option mit High Yield-Renditen

Komplizierter scheint es bei den Leiter-Optionen (Ladder), diese Handelsart ist jedoch weit weniger schwierig, als sie aussieht, geht jedoch abhängig von der Spanne zwischen Marktpreis und vorhergesagtem Preis des Traders in den High Yield-Bereich.

Neben dem Chart eines Basiswertes befinden sich fünf Eingabemöglichkeiten, jeweils 2 mit der Eingabe „Oben“ und „Unten“. Trader zeichnen durch Eingabe dieser Kursgrenzen in gleichen Abständen in das Chart ein, wo sie innerhalb der Laufzeit den jeweiligen Kurs nach oben bzw. unten sehen. Im Grunde handelt es sich bei der Leiter-Option praktisch also um eine 5 in 1-Option.

Je weiter der Marktpreis von dem vorhergesagten Schwellenpreis entfernt ist, desto höher die Rendite, wenn dieser tatsächlich an der entsprechenden Schwelle eintrifft.

Option Builder – Handelsart oder Tool?

Unter den Handelsarten einiger Binäre Optionen-Broker findet sich auch der sogenannte Option Builder. Genaugenommen handelt es sich hierbei gar nicht um eine Handelsart, sondern um ein Baukastensystem und somit einem Tool, um die Komponenten seiner Option nach Auswahl des Basiswertes weitestgehend selbst zusammenzustellen. Es können z.B. die gewünschte Handelsart wie Put & Call, Paare, das Setzen von Grenzen und High Yield-Marken, Laufzeitende usw. eingegeben werden. Auch Renditebegrenzung oder Risikominimierung durch Zusatzfunktionen der Trading-Plattform sind möglich.

Da der Trader sich durch eine Eigenkonstruktion aus dem Baukasten eigene Vorteile verschaffen kann, die Broker in dieser Form nicht vorgeben würden, wie z.B. möglichst nah am Einstandswert gesetzte One Touch-Marken, die weitaus realistischer als die des Brokers oder sogar sehr wahrscheinlich zu erreichen sind, reduziert sich automatisch die Rendite der jeweiligen Option. Bei Touch-Optionen handelt es sich dann nicht mehr um High Yield-Renditen, sondern nur noch um einen minimalen Gewinn.

Fazit zu Handelsarten Binärer Optionen

Je nach Broker und dessen Trading-Plattform variieren die unterschiedlichen Handelsarten für Binäre Optionen. Einige Broker bieten auch nur die klassischen Put & Call-Optionen an, die sich besonders für Einsteiger eignen und haben keine weiteren Handelsarten im Programm. Wer auf die verschiedenen Varianten umsteigen will, sollte die betreffende Handelsart zunächst über ein Demo-Konto testen und sich genau über die Art der Option und ihre Ausführung informieren.

Die Softwarehersteller der Trading-Plattformen wie z.B. SpotOption, MetaTrader oder Tradologic führen laufend weitere Handelsarten ein, variieren diese oder passen sie aus dem klassischen Börsenhandel an das Trading von Binären Optionen an. In Zukunft werden sicher viele weitere Trading-Varianten den Binäre Optionen-Handel noch abwechslungsreicher und vielseitiger machen werden.

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Binäre Optionen – Handelsarten was last modified: November 24th, 2017 by AngelaZ