Binäre Optionen hedgen – Absicherungsstrategien für Forex und CFDs

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Binäre Optionen hedgen – Absicherungsstrategien für Forex und CFDs

Binäre Optionen, aber auch Forex und CFDs, sind inzwischen zu sehr beliebten Finanzinstrumenten privater Anleger geworden. Geringe Mindesteinzahlungen und niedrige Einsätze auf eine Vorhersage, ob der Kurs eines Basiswerts steigt oder fällt, machen das noch recht neue und leicht verständliche Finanzinstrument Binäre Optionen auch für Einsteiger attraktiv. Renditen um die 80% sind sehr lukrativ, doch Binäre Optionen bergen wie auch der Forex- und CFD-Handel ein hohes Handelsrisiko und können mit dem Totalverlust des Einsatzes enden. Sie eigenen sich zudem auch als Absicherung von Forex und CFDs, dem sogenannten Hedgen.

Forex- und CFD-Handel bedienen sich der sogenannten Hebelprodukte und können deshalb nicht nur den investierten Betrag, sondern ein Vielfaches darüber kosten, wenn ein Trade in einem Verlust endet. Je nach Broker können die Forderungen auch das Vermögen über das eigentliche Guthaben auf dem Trading-Konto hinaus betreffen. Es sei denn, die Bedingungen des Brokers sehen vor, dass das Depot niemals einen Minus-Saldo aufweisen kann, er grundsätzlich auf Nachschusspflichten verzichtet oder diese bis zu einem bestimmten Betrag begrenzt sind, z.B. maximal 300 EUR. Wählen Sie nach Möglichkeit einen Broker, der sich aktiv an Ihrem Risikomanagement beteiligt und z.B. sicherstellt, dass ein Trading-Konto nicht überzogen werden kann. Besonders Einsteiger sollten auf Nummer Sicher gehen und nicht nur einen Broker mit geringen Spreads, sondern auch niedrigen Hebeln wählen, um das finanzielle Risiko einzugrenzen. In unseren Beiträgen zu Hebeln, Nachschusspflichten und Margin finden Sie alles Wichtige zu den Handelskosten im CFD-Trading.

Um diese Risiken der Finanzinstrumente gegeneinander „auszuspielen“ und für sich zu nutzen, bietet sich eine Strategie für Forex- und CFD-Trader an, die das Risiko begrenzt und gegen Verluste absichert. Mit dem Hedgen von Forex- oder CFD-Positionen kann ein möglicher Verlust teilweise aufgefangen werden. Wie das funktioniert, erfahren Sie in unserem Beitrag.

Was ist Hedging?

Hedging ist ein Begriff aus der englischen Sprache und bedeutet im Deutschen „Absicherung“. Im Trading wird die Absicherung von Positionen gegen eine für den Händler negative Kursentwicklung als Hedging bezeichnet. Dies geschieht durch eine Gegenposition zu der eigentlichen Position, denn eine der beiden möglichen Kursentwicklungen nach oben oder unten muss ja zutreffen. Indem Trader ihre Positionen mit Gegenpositionen hedgen, tragen sie zu einer Risikobegrenzung ihrer Handelsaktivitäten bei.

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Mit Position und entsprechender Gegenpositionen schützen sich Trader zwar anteilig vor Verlusten, können aber auch nur auf einer Seite einen Gewinn erzielen, denn eine der beiden Positionen wird zwangsläufig verlieren. Vereinfacht gesagt: Hedging gleicht also im einfachsten Fall den Verlust aus einer Forex- oder CFD-Position teilweise oder gegebenenfalls ganz aus, den Trader erzielen könnten. Eine Win Win-Situation gibt es in diesem Fall nicht.

Institutionelle und professionelle Händler nutzen diese Form der Risikoabsicherung schon lange, sie ist aber auch für private Trader anwendbar, die neben dem im Risikomanagement verbreiteten Setzen von Stop Loss-Marken eine weitere Art der Risikobegrenzung nutzen wollen. Ein teilweiser Verlust ist immer noch besser als ein Totalverlust.

Professionelles Hedgen von Kapitalrisiken der Kapitalanlagegesellschaften

Seit 01.01. 2004 gilt in Deutschland das sogenannte Investmentmodernierungsgesetz (InvG), welches im Wesentlichen aus dem Investmentgesetz und dem Investmentsteuergesetz besteht. Mit Inkrafttreten dieses Gesetzes wurde in Deutschland u.a. auch die Freigabe für Hedgefonds erteilt, die es Kapitalanlagegesellschaften ermöglichen, ihre Finanzprodukte über diese zu vertreiben. Hedgefonds deutscher Kapitalanlagegesellschaften werden durch die staatliche, deutsche Regulierungsbehörde BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleitungsaufsicht) zugelassen und reguliert, sind aber von der Struktur her nicht mit internationalen Hedgefonds zu vergleichen, die weitaus risikoreicher strukturiert und bei denen extrem hohe Renditen zu erzielen sind. Diese Hedgefonds verfolgen häufig eine sehr aggressive Investment-Strategie. Bei den deutschen Hedgefonds handelt es um Anlageinstrumente und im Kern eher um Investmentfonds mit mehr Gestaltungsfreiraum.

Professionelle Investoren nutzen für die Einschätzung des Ausmaßes der nötigen Gegenpositionen, um das Risiko der bestehen Position ausgleichen zu können, den Hedge-Ratio. Hier handelt es sich um eine Maßangabe (Absicherungsquotient) wie viele Kontrakte bzw. Gegenpositionen zum Ausgleich des Chancen-Risiko-Verhältnisses gekauft bzw. eröffnet werden müssen. Die Berechnung erfolgt mittels einer Formel (vereinfacht: Hedge Ratio = Wert der offenen Kassa-Positionen/Gesamtwert der Kontrakte). Unterschieden wird zwischen statischem und dynamischem Hedge-Ratio.

Wir wollen aber auf das Hedgen mit Binären Optionen eingehen und lassen Berechnungsmodelle und Vorgehensweisen von institutionellen, professionellen Anlegern außen vor. Für private Trader sind diese in aller Regel nicht erforderlich, denn sie eröffnen zu einer Position die jeweilige Gegenposition und sollten ohnehin nicht zu viele offene Positionen gleichzeitig in ihrem Portfolio haben. Wichtig ist, dass die Übersichtlichkeit gewährleistet ist und der Trader nicht ins „Schwimmen“ gerät, weil er den Überblick verloren hat und womöglich besser einige Positionen vorzeitig schließen sollte.

Wie funktioniert das Hedgen mit Binären Optionen?

Einige Forex- und CFD-Broker bieten inzwischen auch den Handel mit Binären Optionen an, denn zur Absicherung von Forex- und CFD-Positionen sind Binäre Optionen gut geeignet sich gegen negative Kursentwicklungen abzusichern und eine Gegenposition zur bestehenden Forex- oder CFD-Position zu eröffnen. Beim Hedgen mit Binären Optionen ist der Einsatz begrenzt und bekannt, der Binäre Optionen-Handel ist also durch die fehlende Hebelwirkung im Gegensatz zum Forex- und CFD-Trading klar definiert und weniger risikoreich.

Buy & Sell

Ein Beispiel: Hat ein Forex-Trader auf einen steigenden EUR-Kurs spekuliert, kann er über eine Binäre Option EUR/USD die Gegenposition auf fallende Kurse eröffnen. So erfolgt eine Risikobegrenzung, da eine dieser beiden Positionen (Forex oder Binäre Option) in die gewünschte Richtung (steigend oder fallend) verlaufen wird. Der Trader hat somit seinen Verlust bei der einen Position durch die andere begrenzt und eine teilweise Absicherung erreicht.

Strategie

Der Vorteil, diese Risikobegrenzung über Binäre Optionen vorzunehmen, ist neben dem durch den Trader fest definierten und vergleichsweise geringen Einsatz und der hohen Renditemöglichkeit von 80 oder 85%, dass ein Binäre Optionen-Konto einen weitaus geringeren Kapitaleinsatz im Vergleich zu Forex- und CFD-Brokern erfordert.

Außerdem ist die Kontoeröffnung bei einem Binäre Optionen-Broker meist unkompliziert und kann ohne eine Reihe von ausgefüllten Formularen und unterzeichneten Vereinbarungen erfolgen. Trotzdem gilt auch hier, sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen sorgfältig durchzulesen, um spätere Überraschungen z.B. bezüglich der Auszahlungsbedingungen zu vermeiden. In unseren Erfahrungsberichten finden Sie auch Angaben zu Bedingungen, die uns möglicherweise negativ bei dem Broker aufgefallen oder sehr unüblich sind. Häufig beziehen sich diese jedoch auf das Thema Bonus, wo eine Reihe von Brokern erstaunliche Kreativität zeigt.

Kann man Forex und CFDs traden und mit Binären Optionen bei nur einem Broker absichern?

Vereinzelt bieten Forex- und CFD-Broker inzwischen zusätzlich auch den Handel mit Binäre Optionen an. Nach unseren Erfahrungen allerdings häufig mit einem recht kleinen Asset Index und nur einer Handelsart (Put & Call-Optionen), so dass reine Binäre Optionen-Broker mit überdurchschnittlich umfangreichem Basiswerte-Katalog vorzuziehen sind. Anbieter mit um die 200 handelbaren Assets sind z.B. OptionTrade, TopOption oder CTOption. Hat der Forex- oder CFD-Broker auch Binäre Optionen unter seinen Produkten, bedeutet dies also keinesfalls, dass alle dort vorhandenen Märkte auch als Binäre Optionen handelbar sind. Die entsprechende Gegenposition für die Absicherung als Binäre Option beim selben Broker muss also nicht zwangsläufig vorhanden sein. Informieren Sie sich deshalb, welche Assets für den Binäre Optionen-Handel bei dem betreffenden Broker tatsächlich zur Verfügung stehen.

Welche Hedging-Arten gibt es bei der Absicherung mit Binären Optionen?

Hedgen können Trader sowohl konservativ mittels der klassischen Put & Call-Optionen als auch aggressiv und höchst risikoreich, wenn sie z.B. Touch-Optionen mit maximalen Renditen zwischen 350 und 500% als Gegenposition handeln. Ausführliche Informationen zu den jeweiligen Handelsarten Binärer Optionen finden Sie in unserem Artikel zu diesem Thema.

Konservatives Hedgen mit klassischen Binären Optionen

Die einfachste Hedging-Möglichkeit besteht darin, die Gegenposition zu einer Forex- oder CFD-Position als klassische Binäre Option (Put & Call-Optionen) zu eröffnen. Um beim Beispiel Forex-Handel zu bleiben, gehen wir von der folgenden Situation aus:

Es steht eine aktuelle Entscheidung der US-Notenbank Fed (Federal Reserve Bank) über eine Zinserhöhung in den USA an. Viele Währungskurse sind unmittelbar mit dem US-Dollar in Zusammenhang zu bringen. Erfolgt beispielsweise keine US-Zinserhöhung, ist davon auszugehen, dass der EUR im Verhältnis zum US-Dollar zunächst sinken wird. Das ist zwar gut für den deutschen Export, aber schlecht für viele andere Bereiche, der EUR ist im Ausland weniger wert. Was kann der Trader also zur Risikoabsicherung tun, wenn die Entscheidung der US-Notenbank offen ist, er aber aber bereits eine offene Forex-Position hat und der EUR nach einer negativen Zinsentscheidung in den USA sinken könnte?

USD

Durch eine Put-Option, mit der auf einen fallenden Kurs spekuliert wird, können beispielsweise je nach Broker 80% Rendite erzielt werden. D.h. diese 80% möglicher Gewinn aus der der Put-Option sichert einen fallenden Kurs von maximal 80 Pips Differenz einer Forex-Position ab. Bei steigendem Kurs ist zwar die Put-Option verloren, jedoch nur der eigentliche Einsatz für diese Absicherung, und der Trader profitiert von dem Gewinn aus der Forex-Position.

Gehen wir in dem Fall davon aus, dass er 1.000 EUR auf die Put-Option gesetzt hat, der Kurs aber überproportional steigt, z.B. um 200 Pips, so hat der Trader mit dem Gewinn von 2.000 EUR (=200 x 10) aus der Forex-Position den Verlust seines Einsatzes für die Put-Option kompensiert. In welcher Höhe die Verluste kompensiert werden können, hängt natürlich davon ab, wie stark der Kurs steigt oder fällt. Mit einem Kursanstieg von 50 Pips reicht der Gewinn aus der Forex-Position von 500 EUR zwar nicht aus, um die 1.000 EUR Verlust aus der Put-Option vollständig auszugleichen, aber immerhin zu 50%.

Genau dies will die Absicherung durch Hedgen erreichen, eine teilweise Kompensation von erlittenen Verlusten oder im besten Fall das Übertreffen des Verlustes, also einen vollständigen Ausgleich plus Gewinn. Die letztgenannte Strategie geht allerdings in aller Regel nur bei sehr aggressivem Hedgen mit hoher Risikobereitschaft auf, wie z.B. mit den extrem risikoreichen Touch-Optionen, mit denen sich Renditen von 350%-500% oder mehr erzielen lassen, die Gewinnwahrscheinlichkeit aber weitaus niedriger ist.

Aggressives Hedgen mit Touch-Optionen

Bei starken Kursausschlägen (auch Korrelationen genannt) wird zum Teil auch eine weitaus aggressivere Art der Absicherung genutzt, die sich jedoch wegen ihres hohen Risikos nur für sehr erfahrene Trader eignet. Mit einer One Touch-Option wird auf einen Kursausschlag nach oben oder unten spekuliert, der einen festgelegten Wert einmal berührt haben muss. Dieser Kurswert ist allerdings recht weit von dem tatsächlichen Kurs entfernt gesetzt, so dass die Wahrscheinlichkeit des einmaligen Berührens der Marke relativ gering ist. Tritt dies doch ein, sind sehr hohe Gewinne möglich, die nicht nur teilweise den Verlust der Forex-Position kompensieren, sondern obendrein noch einen Gewinn darüber hinaus erzielen können.

Ein optimaler Verlauf im Zusammenhang mit unserem obigen Beispiel „Konservatives Hedgen“ wäre bei One Touch-Optionen das folgende:

Wählt der Trader eine One Touch-Option mit kurzer Laufzeit und gewinnt bei Erreichen der One Touch-Marke infolge eines starken Kursausschlags nach unten, kann er die hohe Rendite einstreichen und hat im Binäre Optionen-Handel schon einen Gewinn erzielt. Ändert sich nach einer Entscheidung über die Zinserhöhung der US-Notenbank daraufhin die Kursbewegung nach Veröffentlichung dieser Nachrichten und steigt, kann der Trader zusätzlich von dieser Änderung des Marktes profitieren und erzielt auch einen Gewinn mit seiner Forex-Position. In diesem Fall würde es sich tatsächlich um eine Win Win-Situation handeln, deren Wahrscheinlichkeit jedoch sehr gering ist.

Dollarkurs

Nachteilig bei aggressivem Hedgen mit hohen Renditemöglichkeiten bei Touch-Optionen sind die geringe Wahrscheinlichkeit und das damit verbundene extreme Handelsrisiko. Keinesfalls ist diese Methode für Anfänger oder Einsteiger geeignet, auch wenn die möglichen hohen Gewinne natürlich sehr attraktiv sind.

Was muss ich bei Binäre Optionen-Brokern für das Hedgen von Forex- oder CFD-Positionen beachten?

Unsere vorgenannten Beispiele beziehen sich zwar auf den Forex-Handel, natürlich ist die Art der Absicherung durch Hedgen aber auch für CFDs wie z.B. auf Indizes oder Aktien möglich. Wichtig ist, dass der Binäre Optionen-Broker auch tatsächlich die Basiswerte in seinem Asset Index vorhält, die der Trader bei seinem Forex- oder CFD-Broker handelt. D.h. werden CFD-Indizes gehandelt, muss für eine Gegenposition auch derselbe Index wie z.B. der DAX 30 im Basiswerte-Katalog der Binären Optionen vorhanden sein. Umfangreiche Basiswerte-Kataloge der Binäre Optionen-Broker sind also neben den üblichen Kriterien für die Auswahl des Anbieters von Vorteil.

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In unseren unabhängigen Erfahrungsberichten haben wir alle Ergebnisse unserer Tests & Bewertungen der Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Wir bewerten neben Seriosität, Kosten, Bedingungen und Service selbstverständlich auch die handelbaren Märkte, Art und Umfang des Asset Index und die verfügbaren Handelsarten der Broker, so dass Trader einen vollständigen Angebotsüberblick des jeweiligen Anbieters haben.

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Unser Artikel „Die 10 besten Binäre Optionen-Broker“ informiert Sie über alle Kriterien, die Sie unbedingt bei der Broker-Wahl beachten sollten. Auch Einsteiger und Fortgeschrittene im Forex- oder CFD-Handel finden anhand unserer objektiven Erfahrungen mit dem jeweiligen Anbieter ausführliche Berichte und Bewertungen.

Binäre Optionen hedgen – Absicherungsstrategien für Forex und CFDs was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ