Korrelationen beim Online Trading

Binäre Optionen – Korrelationen

Der Handel mit Binären Optionen, aber auch Forex und CFDs, wird bei privaten Investoren immer beliebter. Geringe Mindesteinzahlungen und niedrige Einsätze auf eine Vorhersage, ob der Kurs eines Basiswerts steigt oder fällt, machen das noch recht neue und leicht verständliche Finanzinstrument Binäre Optionen auch für Einsteiger attraktiv. Renditen um die 80% sind sehr lukrativ, doch Binäre Optionen bergen wie auch der Forex- und CFD-Handel ein hohes Handelsrisiko und können mit dem Totalverlust des Einsatzes enden. Wer erfolgreich handeln will, kommt auch bei den klassischen Put & Call-Optionen, die sich vor allem für Anfänger aufgrund ihrer einfachen Ausgangsstruktur eignen, nicht ohne Handelsstrategie und gute Informationsbasis aus.

Wir informieren Sie darüber, wie Sie von Korrelationen zwischen Basiswerten gewinnbringend profitieren und als Teil ihrer Handelsstrategie sinnvoll einsetzen können.

Einige Binäre Optionen-Broker bieten neben dem Handel mit Währungspaaren auch das Trading von Paaren an, so dass Trader bereits festgelegte Paare, die eine enge Korrelation aufweisen, handeln können. Hier findet die Korrelation eine direkte Anwendung, während korrelierende Basiswerte natürlich auch unabhängig voneinander gehandelt werden können und nicht unmittelbar als Paare gehandelt werden müssen.

Erfahren Sie in unserem Artikel, wie sie Korrelationen am besten einsetzen.

Was sind Korrelationen?

Neben z.B. der Trendfolge-, Kontra-Trendfolge- oder Volatilitätsstrategie werden häufig auch sogenannte Korrelationen im Zusammenhang mit Strategien genannt. Die vorgenannten Strategien basieren allerdings auf einer rein technischen Analyse, während Korrelationen fundamentalen Zusammenhängen unterliegen; sie sind keine eigenständige Strategie und werden erst in Verbindung mit technischen Indikatoren zu einer aussagekräftigen Analyseform.

Dax

Korrelationen bezeichnen den Zusammenhang zwischen den jeweiligen Basiswerten, die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Werten wird als positive bzw. negative Korrelation bezeichnet. Das Übereinanderlegen von Charts zweier Basiswerte zeigt den Vergleich der Kursbewegung und eine mögliche Korrelation innerhalb desselben Zeitraums visuell an. Neben dieser visuellen Darstellung sind Wechselwirkungen von Kursverläufen auch in einer Matrix darstellbar, die wir weiter unten in diesem Artikel erklären.

Positive Korrelationen

Bei einer positiven Korrelation entwickeln sich beide Basiswerte in die gleiche Richtung, egal ob sie steigen oder fallen, sie tun es mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammen. Dies lässt sich beispielsweise häufig bei Aktien der gleichen Branche beobachten, die Basiswerte sollten sich also weitestgehend ähnlich sein. Das klassische Beispiel sind die deutschen Automobilproduzenten BMW und Daimler.

Keine Korrelation besteht beispielsweise derzeit unter den Automobilproduzenten mit Volkswagen, da die negativen Faktoren allein auf das Unternehmen zurückzuführen sind, die den Aktienkurs aufgrund des aktuellen VW-Skandals mit immer neuen negativen Unternehmensnachrichten und hohen Rückstellungen für mögliche Strafen und Schadensersatzforderungen fallen lassen. Am Beispiel VW wird deutlich, welche Dimensionen erreicht werden, die das Unternehmensergebnis für längere Zeit beeinflussen und eine Reihe von schlechten Bilanzergebnissen nach sich ziehen werden. Trotzdem wird auch VW daran nicht zugrunde gehen und sich wahrscheinlich vom Imageverlust schon vergleichsweise zügig wieder erholen. Ein entsprechend hoher Neukundenrabatt dürfte vor allem deutsche Kunden schnell vergessen lassen, warum VW eigentlich genau in die Schlagzeilen geriet; abgesehen von der „Jetzt erst recht“-Mentalität der Markenverfechter. Problematisch könnten hier zunächst vor allem die ausländischen Absatzmärkte werden. An die Toyota-Krise in 2010, die drohte, ganz Japan in einen herben Imageverlust mit allen dort gefertigten Produkte zu stürzen, erinnert sich jedenfalls heute kaum noch jemand. Solange es sich nur noch um Rückrufe wegen defekter Fensterheber handelt, tangiert das den Aktienwert und dessen Kursentwicklung des weltweit größten Autobauers aus Asien kaum. Hohe Verkaufszahlen heben Kosten aus Rückrufaktionen nicht nur in der Bilanz, sondern auch in den Köpfen der Anleger auf.

Beim Handel auf Basis von Korrelationen ist also in erster Linie eine gute Informationsbasis das A und O. Bei zeitnahem, regelmäßigem Verfolgen der Wirtschafts- und Finanznachrichten lässt sich so der optimale Einstiegszeitpunkt in den Handel bestimmen.

Negative Korrelationen

Bei einer negativen Korrelation verhalten sich die Werte völlig gegensätzlich zueinander. Setzt man z.B. zwei Werte zueinander in Relation, die sich gegenseitig beeinflussen, wird der eine Wert steigen und den Kursverlauf des anderen negativ beeinflussen.

Ein Beispiel zu negativer Korrelation: Für die Herstellung von Kerosin zur Betankung von Flugzeugen ist Rohöl notwendig. Steigt der Ölpreis, beeinflusst dies den Wert von Airline-Aktien negativ, die aufgrund des höheren Kerosinpreises höhere Ausgaben haben. Der Wert der Airline-Aktien wird also aller Wahrscheinlichkeit sinken oder bestenfalls stagnieren, es kann aber im Kursverlauf auch zu einer verzögerten Reaktion kommen, denn Airlines kaufen Öl in Kontrakten, so dass eine signifikante Preiserhöhung erst mit einem neuen Kontrakt für das Unternehmen effektiv spürbar und sich möglicherweise nicht sofort, sondern erst auf die folgenden Quartals- oder Halbjahreszahlen auswirken wird. Ein unmittelbarer Sinkflug von Airline-Aktien steht also normalerweise bei einem nur leichten Anstieg des Ölpreises nicht bevor. Viel stärker wirken sich negative Unternehmensnachrichten aus, wie z.B. Umstrukturierungen, Streiks etc., die auch Verluste bedeuten können, auf die das Unternehmen nicht ausreichend durch Rücklagen vorbereitet ist.

Zusammenfassend bedeutet eine positive Korrelation also, steigt ein Aktienwert, steigt auch der andere, während bei der negativen Korrelation die eine Aktie steigt, während die andere fällt. Es handelt sich hier allerdings nicht um ein Gesetz, sondern um eine Wahrscheinlichkeit. Korrelationen können, müssen aber nicht in dieser Weise zutreffen und können auch völlig entgegensetzt verlaufen.

Chart

Welche Anlageklassen haben die stärksten Korrelationen?

Enge Korrelationen bestehen zwischen sehr zahlreichen Basiswerten. An dem o.g. Beispiel von Rohstoff Öl und Aktien wie Luftverkehr, aber auch Automobilindustrie u.a. wird deutlich, wie abhängig die Märkte teilweise voneinander sind, wobei Rohstoffe an sich eine weitestgehend unabhängige und auch hochspekulative Anlageklasse darstellen, viele andere Assets aber massiv beeinflussen. Neben der rohstoffverarbeitenden Industrie können natürlich auch, abhängig von der Branche, Zulieferer oder Nahrungs- und Konsumgüterindustrie betroffen sein usw.

Unternehmensergebnisse von beispielsweise Rückversicherern wie der Münchner Rück sind auch von unvorhersehbaren Faktoren wie eine Häufung von Naturkatastrophen oder Leistungen für massive Personenschäden wie bei Flugzeugabstürzen abhängig. Hier wird klar, dass auch aktuelle Ereignisse, die selbst nicht unmittelbar mit Wirtschaft und Finanzwirtschaft oder Politik in Verbindung stehen, das Geschehen an der Börse maßgeblich beeinflussen können.

Deshalb sollten Trader besonders die Unternehmen und ihr Geschäft im Fall von Aktien möglichst gut kennen und im Blick behalten bzw. sich informieren, von welchen Faktoren der betreffende Basiswert abhängig ist oder welche er selbst beeinflusst.

Trotzdem sind aber auch Rohstoffe nicht nur von ihrer eigenen Verfügbarkeit oder Angebot und Nachfrage, sondern auch von anderen Assets abhängig. Gold wird beispielsweise ausschließlich in USD gehandelt, weshalb der Wert auch von der Entwicklung des USD abhängig ist.

Gold

Eine enge, unmittelbare Korrelation besteht u.a. vor allem zwischen

  • Rohstoffen und Indizes (Aktien)
  • Rohstoffen und Währungen
  • Währungspaaren
  • Aktienwerten aus gleichen bzw. voneinander abhängigen Branchen u.a.

Beispielhaft ist auch das Anlageverhalten, wenn Anleger sich bei einem schwachen Aktienindex wie dem DAX lieber in Gold investieren, weil sie diesen Rohstoff als sicherste Alternative empfinden. Außerhalb der eigentlichen Basiswerte im Asset Index der Broker bestehen aber auch Korrelationen zwischen politischen, finanzwirtschaftlichen und wirtschaftlichen Ereignissen, z.B. eine niedrige Inflationsrate durch eine hohe Arbeitslosenquote, niedriger EUR-Kurs gegenüber dem USD höhere Exporte usw.

Auch hier wird deutlich, dass Trader über gute Marktkenntnisse verfügen und sich laufend über den Einfluss von Einflüssen und Ereignissen aus den Bereichen Finanzwirtschaft, Wirtschaft und Politik in den einschlägigen Nachrichten informieren sollten. Die Überschneidungen sind wie auch aus den o.g. Beispielen ersichtlich ist, überaus vielfältig und erfordern ein gutes wirtschaftliches Verständnis.

Einige Korrelationen treten auch erst mit einer zeitlichen Verzögerung und nicht sofort ein, so dass auch gegebenenfalls nachträgliche oder mittelfristige Auswirkungen auf den Kursverlauf eines Basiswertes beobachtet werden müssen.

Welche Basiswerte Sie für den Binäre Optionen-Handel auf Korrelationsbasis wählen sollten

Einige Broker bieten im Asset Index bereits ausgewählte Paare mit enger Korrelation an, wie z.B. Facebook/Google, insbesondere Stockpair hat sich auf diese Handelsart spezialisiert. Natürlich können Trader die Basiswerte in Put & Call-Optionen auch einzeln handeln und z.B. bei positiver Korrelation auf einen steigenden Kurs beider Assets in zwei voneinander unabhängigen Trades setzen.

Der Durchschnitts-Broker für Binäre Optionen stellt in seinem Basiswerte-Katalog etwa 80 handelbare Assets zur Verfügung. EU-regulierte Binäre Optionen-Anbieter mit überdurchschnittlichem Angebot von um die 200 Assets sind beispielsweise OptionTrade, TopOption, OptionTime, OptionWeb oder 24Winner.

Vor allem exotische Währungspaare erfordern allerdings detailliertes Wissen über verschiedene, teilweise für Laien sehr schwierig nachzuvollziehende Einflussfaktoren. Während über Majors wie EUR/USD oder USD/GBP tagesaktuelle Analysen und Prognosen im Internet und der Finanzpresse jederzeit verfügbar sind, trifft das auf exotische Währungen nicht zu. Hier sollten Trader sich entweder spezifische Kenntnisse aneignen oder die Finger davon lassen. Wer Fidschi-Dollar handelt, weil es sich gut anhört, und die Einflussfaktoren nicht kennt, wird nur Verluste erzielen, auch wenn sich die Märkte dieser kaum gehandelten Währungen nicht volatil bewegen, d.h. keinen hohen Kursschwankungen unterworfen sind. Entsprechend eng ist bei exotischen Währungen der Wert gesetzt, der über- oder unterschritten werden muss, was die Vorhersage entsprechend erschwert.

Forex-Kurse

Korrelationsmatrix als Indikator nutzen

Hilfreich für die Auswahl von Basiswerten ist eine sogenannte Korrelationsmatrix, die die Bewegung der Kursentwicklung der einzelnen Werte zueinander als Übersicht darstellt. Als Indikator der Korrelation dient ein Wert zwischen 1 und minus 1. Der Wert 1 bezeichnet eine übereinstimmende Bewegung im Kursverhalten von 2 Basiswerten, 0 stellt keinen Zusammenhang zwischen den jeweiligen Kursbewegungen fest und minus 1 steht für eine vollständig entgegengesetzte Kursbewegung zueinander:

  • 1 = positive Korrelation
  • 0 = keine Korrelation
  • minus 1 = negative Korrelation

Trader können natürlich auch ihre eigene Excel-Korrelationsmatrix erstellen, es stehen aber eine Reihe von aktuellen Übersichten über die diversen Finanzportale im Internet zur Verfügung, z.B. von www.finanzen.de. Wer Intraday-Daten benötigt, kann diese in der Regel auch aus den (historischen) Charts des Brokers ziehen.

Die DAX-Korrelationsmatrix des Finanzportals finanzen.net über 30 Tage

Die DAX-Korrelationsmatrix des Finanzportals finanzen.net über 30 Tage

Fazit zum Handel mit Korrelationen

Korrelationen sind ein Indikator, der vielen unterschiedlichen Faktoren unterliegt. Er kann, muss aber nicht zutreffen und kann sich auch schnell wieder ändern, so dass auch hier zeitnahe Reaktionen des Traders nötig sind. Korrelationen zwischen zwei Werten sind deshalb nicht als langfristig gültiger Parameter zu sehen, wie auch Strategien nicht auf jeden Basiswert für alle Zeiten anwendbar sind und nach regelmäßiger Überprüfung gegebenenfalls geändert werden sollten.

Die Auswahl von korrelierenden Basiswerten ist bei einem vergleichsweise kleinem Asset Index zwar eingeschränkt, doch auch in diesem Fall findet sich neben den ohnehin bei jedem Broker vorhandenen Währungspaaren eine Reihe von korrelierenden Werten. Anbieter der Handelsart Paare haben schon die Vorauswahl getroffen und die Assets als korrelierendes Paar zusammengestellt, z.B. Amazon/Alibaba. Mit dem OptionBuilder können Trader auf SpotOption-Plattformen auch ihre eigenen Paare zusammenstellen, sofern das „Baukastensystem“ von dem jeweiligen Broker angeboten wird.

Korrelationen sind im Prinzip keine eigenständige Strategie, auch wenn sie häufig zusammen mit den einzelnen Handelsstrategien wie Trendfolge oder Kontra-Trend und anderen genannt werden. Korrelierende Basiswerte werden durch technische Parameter vervollständigt und es werden weitere Indikatoren und Chartanalysen benötigt, um ein weitestgehend vollständiges Bild über die jeweiligen Assets und ihre mögliche Kursentwicklung zu erhalten. Erst dann kann sich die Wahrscheinlich des Zutreffens einer Vorhersage über die voraussichtliche Kursentwicklung erhöhen. Die erste Maßnahme ist, miteinander korrelierende Werte zu identifizieren und sicherzustellen, dass die Bewegung ihrer Kursentwicklung auch tatsächlich in einem Zusammenhang steht und kein Zufall ist.

Die Einbeziehung von Korrelationen in den Handel funktioniert nur, wenn die zueinander in Beziehung stehenden Assets keinen unterschiedlichen Einflüssen ausgesetzt sind. Individuelle Faktoren wie positive oder negative Unternehmensnachrichten eines Aktien-Wertes setzen eine positive Korrelation mit einem anderen Wert außer Kraft. Auch deshalb eignet sich der Handel auf Basis von Korrelationen nicht für langfristige Investments und bietet sich für kurzfristigere Investitionen wie auch Binäre Optionen an.

Wer sich intensiv mit aktuellen Wirtschaftsnachrichten auf dem Laufenden hält, kann von seinen Kenntnissen beim Binäre Optionen-Handel auf Basis von Korrelationen sehr profitieren, gute Einstiegszeitpunkte wählen, mit korrelierenden Assets sein Trading-Portfolio erweitern und die Profitabilität seiner Trades erhöhen. Auch hier gilt aber, sich nicht nur sporadisch zu informieren und langfristige Laufzeiten zu vermeiden.

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In unseren unabhängigen Erfahrungsberichten haben wir alle Ergebnisse unserer Tests & Bewertungen der Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Wir bewerten selbstverständlich auch die handelbaren Märkte, Art und Umfang des Asset Index und die möglichen Handelsarten des jeweiligen Brokers, so dass Trader den Handel auf Basis von Korrelationen aufgrund der Anzahl der Assets bei dem jeweiligen Anbieter einschätzen können.

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Unser Artikel „Die 10 besten Binäre Optionen-Broker“ informiert Sie über alle Kriterien, die Sie bei der Broker-Wahl beachten sollten.

 

Korrelationen beim Online Trading was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ