Lieber Lotto statt Aktien?

Lotto

Lieber Lotto statt Aktien? – Wie risikofreudig die Deutschen wirklich sind

Lotto hat sich über viele Jahrzehnte als feste Institution und Investition der Deutschen halten können. Wöchentlich, monatlich, halbjährlich werden Lotto- und Systemscheine in den Annahmestellen abgegeben – die Einsatzspanne reicht vom Minimaleinsatz bis zu mehreren hundert Euro und mehr. Hinzu kommt die Teilnahme an Sonderauslosungen. Für die Lottogesellschaften ein gutes Geschäft, für den Spieler verlorenes Geld.

Dabei stehen gerade die Deutschen für konservatives Sparen, Sicherheit und wenig Risikofreude, aber andererseits auch für Überschuldung und Privatinsolvenz. Wie passt das zusammen? Und warum investieren so viele in Glücksspiel, während sie Spielsucht als unter ihrem Niveau betrachten, selbst aber jede Woche Lotto und wegen der höheren Gewinnsummen auch Eurolotto mit noch weit weniger Erfolgsaussichten spielen? Mit einer so extrem minimalen Gewinnchance, dass es sich um einen nahezu ständigen Totalverlust des Einsatzes handelt, der oft auch noch vom ohnehin schon knappen Haushaltsgeld abgezwackt wird. Dieses Mal könnte es ja klappen, dann wäre man alle Sorgen mit einem Schlag los. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…

Warum investiert nur ein geringer Anteil der Bevölkerung überhaupt in Aktien oder Kapitalmarktprodukte mit realen Erfolgsaussichten und Renditechancen? Wie kann man in den Handel einsteigen und wo fängt das Zocken an?

Lotto, Lose, Dispo, Ratenkredite, unnötige Versicherungen – Die ganz persönliche Geldvernichtung im großen Stil

Viele Menschen tätigen eine ganze Reihe von oft erheblichen, sehr regelmäßigen Ausgaben, die weit gewinnbringender angelegt werden könnten und das Bedürfnis nach (finanzieller) Sicherheit stillen würden, statt laufend ein nicht überschaubares Risiko einzugehen und Geldwerte zu vernichten.

Sie nutzen Dispositions- und Ratenkredite, um Banken ein einträgliches Geschäft zu bescheren, selbst jedoch mit horrenden Zinsen und Kreditausfallversicherungs-Prämien draufzuzahlen. Wöchentliches Lottospielen und Lose werden als minimale und automatische Ausgaben samt der verschwindend geringen Gewinnchance verdrängt. Unnötige Versicherungen springen im Ernstfall möglicherweise überhaupt nicht ein, es gibt weit günstigere Alternativen oder es handelt sich um Doppelversicherungen, wovon der Versicherungsnehmer gar nichts weiß. Für wirklich wichtige Dinge wie die private Altersvorsorge bleibt dann häufig nichts mehr übrig oder sie geraten völlig aus dem Blickfeld.

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Zeit für eine eingehende Analyse der eigenen Finanzen und wie man überflüssige Ausgaben vermeiden und stattdessen gewinnbringend anlegen kann.

Geringe Wahrscheinlichkeit & hohe Gewinnmöglichkeiten erscheinen attraktiver

Menschen neigen zur Überbewertung von geringen Wahrscheinlichkeiten und unterschätzen wiederum höhere Wahrscheinlichkeiten. Besonders deutlich wird dies, wenn eine Investition bei sehr geringer Gewinnwahrscheinlichkeit als positiv dargestellt wird, auch subtil, z.B. durch Plakate mit dem aktuellen Lotto-Jackpot der nächsten Ziehung. Um die äußerst geringe Gewinnwahrscheinlichkeit (unwesentlich) zu erhöhen, werden dann mehrere Kästchen ausgefüllt und der Einsatz erhöht.

Doch auch am Aktienmarkt ist das der Fall, wenn risikoreiche Aktien als große Chance dargestellt werden, die Verlustwahrscheinlichkeit jedoch größer ist. Umgekehrt schrecken Anleger vor einem Investment zurück, wenn die Gewinnwahrscheinlichkeit einer Aktie mit beispielsweise 80% und 100 EUR hoch ist, ein Verlust jedoch mit 20% und 180 EUR weit weniger wahrscheinlich. Sie könnten weit mehr Geld verlieren als gewinnen. Das genügt, um die weit höhere Gewinnwahrscheinlichkeit auszublenden.

Vereinfacht gesagt, erscheint ein weniger wahrscheinlicher, aber höherer Verlust als bedrohlicher. Da spielt der unerfahrene Anleger lieber für einen geringeren Betrag, aber bei nahezu sicherem Verlust Lotto. Er geht eher ein Risiko ein, das vom Ausmaß, d.h. in diesem Fall der Einsatz geringer ist, wenn der Gewinn hoch ist. Ob dieser Gewinn so gut wie fast völlig unwahrscheinlich ist, interessiert ihn in diesem Moment nicht.

Börsenereignisse werden häufig mit Formulierungen der Extreme beschrieben. Um die Aufmerksamkeit auf das Börsengeschehen zu lenken, sind oft Schlagzeilen zu lesen wie „Der Dax stürzt ins Bodenlose“, „Deutsche Aktien brechen ein“ oder das Gegenteil, wie z.B. „Aktien-Explosion der deutschen Pharma-Industrie“ usw. Diese Formulierungen sind in den allermeisten Fällen übertrieben und gar nicht zutreffend, erregen aber die ungeteilte Aufmerksamkeit des Börsen-Beobachters. Er nimmt dies als Norm wahr und schätzt Risiken, aber auch Chancen in Extremen ein. Einen „normalen“ Kursverlauf nimmt er dagegen nicht oder weit weniger zur Kenntnis. Alles, was nicht in einer Katastrophe oder einer gigantischen Chance mündet, entgeht häufig der Aufmerksamkeit. Reale Chancen werden dann oft verpasst.

Der Widerspruch zwischen Tagesgeld & Zockeraktien

Die Deutschen gelten als das Volk der Sparer, wenig risikofreudig und auf Sicherheit bedacht. Traditionelle Sparanlagen halten sich auch in Zeiten der EZB-Niedrigzinspolitik, obwohl es auf Tagesgeld und Sparbuch keine Zinsen gibt. Im Gegensatz dazu verschulden sich aber viele Privathaushalte, was bereits bei sehr jungen Menschen mit nicht bezahlten Handy-Rechnungen und Online-Warenbestellungen beginnt.

Eine US-Studie hat ergeben, dass Menschen mit niedrigem Einkommen vermehrt in hoch risikoreiche Aktien investieren. Sie entwickeln eine Zocker-Mentalität. Zwar sind bei steigenden Kursen der betreffenden Aktien vergleichsweise hohe Gewinne möglich, die Wahrscheinlichkeit, dass sie jedoch steigen, ist äußerst gering. Ähnlich wie bei Pferdewetten auf den absoluten Außenseiter oder eben beim Lotto.

Hier entsteht ein Widerspruch, einerseits die sicheren, konservativen und derzeit wenig bis keinen Gewinn bringenden Geldanlagen, andererseits Zocken, was das Zeug hält. Auch im Bewusstsein, dass ein Gewinn höchst unwahrscheinlich ist. Dieser Gedanke wird jedoch weitestgehend verdrängt.

Anstieg des Handels mit risikoreichen Kapitalmarktprodukten in Deutschland

Auch in Deutschland steigt bei privaten Anlegern die Risikofreude. Zwischen 2013 und 2014 erhöhte die Anzahl der deutschen CFD-Trader um 5%, während dies in anderen Ländern wie Großbritannien, dem Wett-Volk schlechthin, rückläufig war und unter Anlegern nicht mehr im Trend liegt. Inzwischen geht man von rund 45.000 deutschen CFD-Händlern aus, die über 80.000 aktive Handelskonten verfügen.

CFD Contract for Difference

CFDs sind sogenannte Contracts for Difference, Händler können sowohl von steigenden als auch sinkenden Kursen profitieren. Der Vorteil: Sie brauchen nicht den Wert des gehandelten Basiswertes einzusetzen, sondern nur einen geringen Teil als Sicherheitsleistung, die Margin, hinterlegen. Nach der Margin-Höhe richtet sich auch der Hebel dieser Produkte. Den Rest leiht ihnen der Broker. Liegt der Anleger richtig, streicht er den kompletten Kursgewinn ein. Liegt er daneben, verliert er seinen Einsatz. Je nach Broker-Modell können gegebenenfalls Nachschusspflichten entstehen, auf die Market Maker jedoch verzichten. Dann verliert der Trader nicht mehr als maximal seinen Einsatz.

Was sich zunächst als Zocken auf hohem Niveau für die breite Anleger-Masse mit Sinn für’s schnelle Geld anhört, wird einer Markstudie zufolge gar nicht so leichtfertig gehandhabt wie vermutet. Eine Online-Umfrage ergab, dass der deutsche CFD-Trader im Allgemeinen über sehr gute Marktkenntnisse und Handelserfahrung verfügt. Bereits im Vergleich 2012/2013 stieg das jährliche Handelsvolumen in Deutschland um 65%.

Marktführer im CFD-Handel sind CMC Markets und IG. Die beiden Briten verfügen über den höchsten Marktanteil in Deutschland von 17 bzw. 13%. Überraschend nachgezogen haben die deutschen Direktbanken, allen voran die comdirect mit 8% in nur 3 Jahren Marktaktivität in diesem Trading-Bereich.

Wie kann man sein Geld gewinnbringender anlegen?

Geldanlagen reichen von den traditionellen, sicheren Anlagen wie Tages- und Festgeld, Sparbuch und Staatsanleihen mit derzeit minimalen bis Null-Zinsen bis zu hochspekulativen Finanzprodukten wie CFDs mit hoher Rendite. Doch auch dazwischen gibt es am Kapitalmarkt zahlreiche Möglichkeiten, sein Geld gewinnbringender als beim Lotto anzulegen.

Fonds & ETFs für kontinuierlichen Vermögensaufbau

Fonds und ETFs gelten in Bezug auf das Risiko vergleichsweise überschaubar.

Für ETFs, die 1:1 einen Index kopieren und die darin enthaltenen Aktien als Fondsprodukt für Anleger interessant machen, fallen zudem nur geringe Kosten an, weil es sich nicht um sogenannte passive Fonds handelt, die nicht von teuren Fondsmanagern gemangt werden. Erfahren Sie mehr in unserem Leitfaden zur Geldanlage, welche Produkte für Sie in Frage kommen.

Investitionen in Einzelaktien – Gute Marktkenntnisse bilden die Basis für erfolgreiche Investments

Wollen Sie in Einzelaktien investieren, ist zunächst der Aufbau von eigenen Marktkenntnissen erforderlich. Verlassen Sie sich nicht auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten, sondern eignen Sie sich ihr Wissen selbst an. Wichtige Informationen finden Sie beispielsweise in unseren Beiträgen zum richtigen Aktiendepot, ob und wie Sie in deutsche Aktien investieren sollten und wo Sie seriöse Anlagetipps erhalten.

Langfristige Geldanlagen in Alternative Investments

Wer relativ hohe Investitionsbeträge zur Verfügung hat und nicht oder nur begrenzt in den Handel an der Börse einsteigen möchte, dem bieten sich zahlreiche Möglichkeiten Alternativer Investments. Ob Sie in Private Equity, Venture Capital, Kunst & Kultur, Sport, Grüne Energien, Wasser oder andere Anlagen investieren, hängt zum einen von der Höhe der finanziellen Kapitalausstattung, der Risikobereitschaft, aber zum anderen auch vom Verständnis und den Kenntnissen über die Art des Investments ab.

Fazit zu Lotto vs. Kapitalmarkt

Den meisten Lotto-Spielern dürfte die äußerst geringe Gewinnchance auf 6 Richtige einschließlich Superzahl von 0,00000071511% gar nicht bewusst sein. Zwar gibt es auch für weniger als 6 richtige Zahlen noch eine Auszahlung, doch hier erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass man den Gewinn mit anderen Spielern teilen muss. Insgesamt ist die Wahrscheinlich auf einen nennenswerten Lottogewinn also verschwindend gering. Trotzdem investieren die Deutschen jede Woche immer wieder hohe Beträge in Lotterien.

Menschen neigen diesbezüglich oft zu irrationalen Einschätzungen. Während sie höhere Wahrscheinlichkeiten unterschätzen, halten sie niedrige Wahrscheinlichkeiten trotzdem für bedrohlich, wenn sie damit mehr verlieren könnten. Liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit zu hohen 80% bei 50 EUR, die Verlustwahrscheinlichkeit aber nur bei 20% und 100 EUR, halten sie eine Investition für gefährlich. Beim Lotto wiederum sind die Investitionsbeträge meist niedrig. Die Gewinnwahrscheinlichkeit aber so gering, dass sie kaum eintreten wird. Trotzdem überschätzt der Lotto-Spieler diese geringe Wahrscheinlichkeit und spielt in Gedanken bereits durch, was er mit dem Geld machen könnte. Aktieninhaber, die überlegt kaufen oder verkaufen und in etablierte, gut aufgestellte Unternehmen investieren, tun dies wohl nur in den seltensten Fällen und haben prozentual eine weit höhere Chance auf Rendite.

Chart 2

Es scheint vor allem in Deutschland zwei Extreme zu geben. Zum einen die sicherheitsbedachten Sparer, die keinerlei Risiko eingehen wollen und gegen Null-Zinsen ihr Erspartes der Bank leihen. Zum anderen die Zocker, die in hochrisikoreiche Spekulationen investieren und sich damit in den Ruin treiben.

Einige risikoreiche Kapitalmarktprodukte sind auch deshalb in Verruf geraten, weil viele Trader unkontrolliert ihr letztes Geld in den Sand gesetzt haben. Schuld ist dann immer der Broker, dem von der Kursmanipulation bis zum absichtlichen Unterbrechen der Serververbindung so gut wie alles vorgeworfen wird, um den Kunden um sein Geld zu bringen. In Trader-Foren stellt sich meist heraus, dass nicht erfolgte Auszahlungen einen durchaus nachvollziehbaren Grund haben, Kunden sich nicht mit den Allgemeinen Geschäftsbedingungen auseinandergesetzt haben oder beim Social Trading ganz einfach auf den falschen „Profi“ gesetzt wurde.

Wie kann man das Geld aber besser und vor allem mit einer höheren Gewinnwahrscheinlichkeit anlegen? Viele Menschen, die nicht nur in Lotto, sondern auch in andere Lose und vor allem in Kreditraten und vielerlei andere unnötige Ausgaben investieren, weil es mit dem Gewinn eben doch bisher nicht geklappt hat, wissen nicht, wie einfach der Zugang zum Kapitalmarkt ist und wie sie von Börsenprodukten profitieren können.

Prinzipiell ist dafür nur der Zugang über eine Handelsplattform bei einem Online-Broker und die Einzahlung des Handelskapitals notwendig. Wichtig ist jedoch, sich zuvor über die Handelsrisiken und den betreffenden Markt zu informieren. Wer online ein Handelsdepot eröffnet, über die Kreditkarte das Handelskapital einzahlt und munter drauflos traden will, wird wenige, den Zufallstreffern, bis gar keine Erfolge verzeichnen können. Der Kauf von Unternehmensaktien setzt voraus, dass sich Trader eingehend mit dem Unternehmen beschäftigen, es verstehen, analysieren und andere, unabhängige Meinungen, wie z.B. von professionellen Analysten, einholen.

Private Anleger sollten nur die Finanzprodukte handeln, die sie auch verstehen. Für den eher konservativen Investor eigenen sich z.B. Fonds oder die zu geringen Kosten erhältlichen ETFs. Wer Einzelaktien kaufen will, sollte sich auch eingehend mit den jeweiligen Unternehmen befassen und die Kosten und Gebühren für Kauf und Verkauf nicht aus den Augen verlieren. Wer sein Aktienportfolio ständig umschichtet, um es zu „optimieren“, wird wahrscheinlich weit mehr Order- und Börsengebühren zahlen als er tatsächlich Rendite erwirtschaftet.

Sowohl Fonds, Aktien als auch Alternative Investments sind langfristige Geldanlagen. Das schnelle Geld, welchem Daytrader durch den täglich mehrfachen Kauf und Verkauf von Wertpapieren hinterherjagen, ist für Anleger in diese Anlageklassen nicht das Ziel. Sie investieren in solide, aber langfristig gesehen profitable Anlagen. Lotto ist für sie keine Option.

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Lieber Lotto statt Aktien? was last modified: November 15th, 2017 by AngelaZ