Malta statt Zypern für regulierte Binäre Optionen-Broker?

Malta Flagge

Wird Malta das neue Zypern für Binäre Optionen-Broker? Die maltesische Aufsichtsbehörde MFSA (Malta Financial Services Authority) hat kürzlich seine neuen, verschärften Bedingungen für die Erteilung von Lizenzen vorgestellt und will sich verstärkt um die Regulierung von Binäre Optionen-Brokern kümmern.

Das soll vor allem Transparenz schaffen und Trader schützen, die bisher bei Brokern auf Malta handelten, die lediglich über eine Lizenz der örtlichen Glücksspiel-Aufsicht LGA und keiner behördlichen Regulierung unterlagen. Auch die zahlreichen Briefkasten-Firmen sollen von der Insel verschwinden, denn zu dem regulatorischen Richtlinien-Katalog gehören auch ein höheres Mindest-Unternehmenskapital von 730.000 EUR sowie physische Mitarbeiter vor Ort. Der Qualifikation von Führungskräften als Finanzdienstleister will die MFSA nun ebenfalls auf den Zahn fühlen. Weg vom Glücksspiel-Business, hin zu seriösen, regulierten Finanzdienstleistungen, wie es die zypriotische Finanzmarktaufsicht CySEC (Cyprus Securities and Exchange Commission) vormacht.

Tritt Malta als Sitz für Binäre Optionen-Broker nun in Konkurrenz zu den Zyprioten? Wer reguliert strenger und wie wirkt sich das überhaupt für den Kunden des Brokers aus?

Warum ist die Regulierung Binärer Optionen-Broker so wichtig?

Bei einer behördlichen Regulierung eines Binäre Optionen-Brokers kann der Kunde von einer größtmöglichen Sicherheit ausgehen, was eine seriöse und professionelle Arbeitsweise des Brokers betrifft.

Anderenfalls kann er den Aussagen eines unregulierten Brokers natürlich auch blind vertrauen, verliert aber oft jegliche Handhabe, gegen den Anbieter vorzugehen, wenn der Verdacht auf unseriöse Geschäftspraktiken besteht oder Forderungen gegen den Anbieter vorliegen. Die Finanzmarktaufsicht, die eine Regulierung durch regelmäßige Kontrollen und die Wahrnehmung ihrer Aufsichtsfunktionen ausübt, fungiert auch als Ombuds- und Beschwerdestelle für Kunden, wenn es sich um einen Broker handelt, der durch sie reguliert wird. Ist der Broker wiederum nicht reguliert, stehen die Chancen im Problemfall oft von vornherein schlecht.

Empfohlen werden in unabhängigen, seriösen Tests und Broker-Vergleichen regulierte Anbieter die von einer offiziellen Regulierungsbehörde oder -institution regelmäßig überprüft und kontrolliert werden, d.h. ob deren Arbeitsweise seriös ist und den Richtlinien entspricht.

Welche Kontrollen der Regulierungsbehörde sind auch unmittelbar für Kunden relevant?

Einer der Prüfungsschwerpunkte durch die Regulierungsbehörde ist die Einhaltung der Compliance-Vorschriften. D.h. ob alle Regeln wie die Einholung aller Kundeninformationen und -unterlagen, die vollständig beim Broker vorliegen müssen, eingehalten wurden. Hier wird beispielsweise die Vollständigkeit und die Aktualität der Kundenunterlagen überprüft, wie Ausweiskopie und Anschriftennachweis, Kopie der Kreditkarte oder Bankauszug zum Nachweis der eigenen Bankverbindung usw., um den Anti-Geldwäsche Richtlinien gerecht zu werden. Liegen die Kundenunterlagen nicht vollständig vor, sind üblicherweise keine Auszahlungen und auch keine späteren, weiteren Einzahlungen möglich.

Wichtig ist natürlich auch eine einwandfrei funktionierende Handelsplattform. Manipulationsmöglichkeiten zum Vor- oder Nachteil von Broker oder Kunde werden ebenso überprüft wie auch alle in Frage kommenden Sicherheitsmängel. Z.B. ob Mitarbeitern der nicht passwortgeschützte Zugang zu Kundenkonten möglich ist und sie im Namen des Kunden (und dessen Kapital) unberechtigterweise handeln könnten.

EU-Regulierung und Lizenzerteilung in den EU-Mitgliedsstaaten für Online-Broker

Für alle in Europa regulierten Broker gilt die sogenannte MiFiD-Richtlinie (Markets in Financial Instruments Directive = Märkte für Finanzinstrumente) der Europäischen Kommission, so dass in allen EU-Mitgliedsstaaten die gleichen Voraussetzungen für Erteilung einer Lizenz und die Regulierung gegeben sind.

Darüber hinaus können die jeweiligen Aufsichtsbehörden der EU-Mitgliedsstaaten zusätzliche, eigene Regulierungsanforderungen an die Broker stellen. Das hat die MFSA auf Malta nun getan und dort ansässige Broker müssen die länderspezifischen Richtlinien erfüllen.

Was ändert sich auf Malta bezüglich der Regulierungs-Richtlinien für Binäre Optionen-Broker?

Bisher waren Binäre Optionen-Broker mit Hauptsitz auf Malta vor allem aus steuerlichen Gründen und lockeren Bedingungen für einen Unternehmenssitz auf der Insel zu finden. Das ist nicht illegal, hatte aber den typischen Briefkasten-Anstrich und Lizenzen für die Broker wurden von der maltesischen Glücksspiel-Aufsicht LGA (Lotterie and Gaming Authority) ausgegeben. Hierfür musste der Broker keine spezifischen Anforderungen erfüllen, wie sie z.B. für die Anbieter auf Zypern gelten, welche durch die zypriotische Finanzmarktaufsicht CySEC (Cyprus Securities and Exchange Commission) reguliert werden.

CySec

Investment-Lizenzerwerb der Kategorie 3 für Binäre Optionen-Broker

Voraussetzung für den Handel mit Binären Optionen ist auf Malta eine Investment-Lizenz der Kategorie 3. Mit der Lizenz erhält der Broker die Berechtigung, alle Dienstleistungen für Investment-Unternehmen abzuwickeln und Kundengelder zu verwalten. Voraussetzung für den Lizenzerwerb ist u.a., dass der Antragsteller (Broker) Handelserfahrung an den Kapitalmärkten nachweisen kann. Das Unternehmen soll transparent sein und die relevanten Geschäftsprozesse für die Lizenzerteilung der Aufsichtsbehörde offenlegen. Eine professionelle Zusammenarbeit mit der Finanzmarktaufsicht wird vorausgesetzt.

Mindest-Unternehmenskapital und Mitarbeiterqualifikation für Finanzdienstleistungen & Binären Optionen

Binäre Optionen-Broker müssen über ein Mindest-Unternehmenskapital von 730.000 EUR verfügen. Je nach Unternehmensgröße und damit auch der Höhe der Kundeninvestitionen erhöht sich diese Summe. Lies sich zuvor eine günstige Limited-Gesellschaft für wenig Kapital gründen, deren Sitz man auf Malta unter einer dortigen Anschrift anmeldete, soll nun auch überprüft werden, ob das Unternehmen einen Geschäftsbetrieb vor Ort unterhält. D.h. es muss mindestens ein fest angestellter Mitarbeiter dort tätig sein und seine Qualifikation nachweisen. Insbesondere Risikomanager und Head of Trading müssen professionelle Kenntnisse und Erfahrung vorweisen. Auch Vorstand oder Geschäftsführung werden überprüft. Geschäftemachern, die von Finanzdienstleistungen keine Kenntnis haben und lediglich eine Adresse auf Malta benötigen, um in ihren Heimatländern der höheren Steuerpflicht und auch allen anderen Voraussetzungen zu entgehen, soll damit ein Riegel vorgeschoben werden.

Unzulässigkeit von Briefkasten-Firmen

Geprüft wird auch die tatsächliche Ansässigkeit des Unternehmens unter der Geschäftsadresse auf Malta. Briefkasten-Firmen ohne Mitarbeiter und Bürobetrieb sind nicht mehr zulässig. Der Broker muss eine wirtschaftliche Struktur auf der Insel glaubhaft darlegen können und einen eigenen Risikomanager in Vollzeit beschäftigen.

Neue Informationspflichten für Binäre Optionen-Broker auf Malta

Ebenfalls neu sind die erweiterten Informationspflichten für Binäre Optionen-Broker mit Sitz auf Malta. Die MFSA sieht es als notwendig an, dass Trader jederzeit über das Verlustrisiko informiert sind. Fehlende Risikohinweise werden deshalb künftig der Vergangenheit angehören.

Außerdem müssen die Anbieter ihren Kunden sowohl ein Demo-Konto als auch Einführungs-Materialien in den Handel, wie z.B. Videos, zur Verfügung stellen. Bei vielen Brokern, insbesondere nicht regulierten, ist das bisher nicht der Fall. Für den Anbieter von Binären Optionen bedeutet das einen erhöhten Kostenaufwand, den sich viele bisher gespart haben und Kunden lediglich zum Trading mit Echtgeld bewegen wollten. Ohne, dass diese die nötigen Vorkenntnisse besaßen und entsprechende Verluste erzielten.

 
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Fazit zur Regulierung von Binären Optionen-Brokern auf Malta

Bisher wurden Binäre Optionen-Broker auf Malta nicht reguliert. Zwar hat auch die maltesische Regulierungsbehörde MFSA (Malta Finanical Services Authority) Binäre Optionen inzwischen als Handelsinstrument anerkannt. Broker wurden jedoch von der örtlichen Glücksspiel-Aufsicht LGA lizenziert und unterlagen keinen Regulierungsanforderungen wie beispielsweise auf Zypern.

Die zypriotische Finanzmarktaufsicht CySEC reguliert bereits seit 2012 Binäre Optionen-Broker mit Sitz auf Zypern. Anfänglich wurde der Behörde ein zu „weiches“ Vorgehen gegen mangelhafte Sorgfalt und Nichteinhaltung der Regulierungs-Richtlinien nachgesagt. Das hat sich jedoch mittlerweile geändert und die CySEC verbessert die Kontrollen, so dass Kunden davon ausgehen können, dass auf Zypern regulierte Broker einer weit strengeren Kontrolle unterliegen als noch vor einigen Jahren. Sichtbar wird das beispielsweise auch durch vereinzelte hohe Strafzahlungen bei Nichteinhaltung der Vorschriften, die die Aufsichtsbehörde veröffentlicht.

Trader sollten grundsätzlich hohen Wert auf eine seriöse und zuverlässige Arbeitsweise ihres Brokers legen. Wichtig ist deshalb ein regulierter Anbieter, der gemäß den geltenden EU-Richtlinien auch die Kundengelder getrennt vom Unternehmenskapital auf Bankkonten verwahrt. Das verhindert im Insolvenzfall, dass Kundengelder in die Insolvenzmasse gelangen und der Kunde sein Geld nicht wiedersieht. Informieren Sie sich auch über die Zuständigkeiten und Anforderungen an regulierte Broker in unserem ausführlichen Beitrag über die Vorteile der Regulierung von Binäre Optionen-Brokern.

EU-regulierte Broker weisen auf ihre Lizenz und Regulierung auf der Webseite ausdrücklich hin. Die Angaben können bei der zuständigen Finanzmarktaufsicht eingesehen und überprüft werden.

Die zypriotische Aufsichtsbehörde CySEC reguliert Spot Capital Markets Ltd. gemäss den europäischen MiFID-Richtlinien

Die zypriotische Aufsichtsbehörde CySEC reguliert Spot Capital Markets Ltd. gemäss den europäischen MiFID-Richtlinien

Die jeweilige Einlagensicherung der Kundengelder ist abhängig vom Sitz der kontoführenden Bank und die maximalen Entschädigungsbeträge sind auch innerhalb der EU unterschiedlich. Während in Deutschland Kundeneinlagen bis zu maximal 100.000 EUR je Kunde gesetzlich gewährleistet sind, werden in Großbritannien bis zu maximal 85.000 GBP, aber auf Zypern, schließlich ebenfalls EU-Land, nur maximal 20.000 EUR je Kunde als Entschädigungsleistung im Insolvenzfall der Kundengelder verwaltenden Bank gezahlt. Kunden, die bei Brokern höhere Investitionen auf ihr Handelskonto einzahlen wollen, sollten dies also nur bei denen tun, die ihren Sitz in Deutschland oder Großbritannien bzw. in einem anderen EU-Land mit ausreichender gesetzlicher Einlagensicherheit haben, die die vorgenommene Einlage auf das Handelskonto nicht unterschreitet.

Bei Brokern, die zur Einlagensicherung keine Angaben machen, kann man davon ausgehen, dass keine existiert und die Kundengelder aller Wahrscheinlichkeit nach auf Konten bei Banken verwahrt werden, die keinem Einlagensicherungsfonds angehören oder auf Unternehmenskonten.

In unseren Erfahrungsberichten finden Sie immer die genauen Angaben zu Regulierung und Einlagensicherung des Anbieters, um die Seriosität des Brokers anhand dieser Kriterien beurteilen zu können. Hat der regulierte Broker seinen Hauptsitz innerhalb der EU, wird er auch durch eine für seinen Unternehmenssitz zuständige Finanzmarktaufsicht reguliert.

Steuerliche Vorteile haben zwar vor allem viele Binäre Optionen-Broker nach Zypern, aber auch nach Malta gelockt. Mit den neuen Regelungen auf Malta werden Broker jedoch nun über ein höheres Unternehmenskapital von mindestens 730.000 EUR, qualifizierte Mitarbeiter vor Ort, eine wirtschaftliche Struktur und ein physisches Büro verfügen müssen. Briefkasten-Firmen soll es nicht mehr geben. Voraussetzung für eine Regulierung auf Malta ist die Erteilung einer Investment-Lizenz der Kategorie 3.

Dadurch könnte Malta durchaus als steuergünstiger Unternehmenssitz mit seinen lockeren Bedingungen zum einen für die schwarzen Schafe unattraktiv werden, zum anderen aber für seriöse Anbieter auch eine Alternative zu Zypern darstellen.

Problematisch ist allerdings auch auf Zypern inzwischen, dass durch die Vielzahl der Finanzdienstleister auf der Insel ein Fachkräftemangel entstanden ist und kaum noch qualifizierte Mitarbeiter zu finden sind. Zudem sind beide EU-Länder wirtschaftlich, und besonders im Finanzdienstleistungsbereich, mit Großbritannien verflochten. Infolge des Brexit könnten bei Abzug einiger Finanzunternehmen wiederum einige Fachkräfte wieder frei werden.

Aufgrund der bevorstehenden Austrittsverhandlungen Großbritanniens aus der EU stellt sich ohnehin die Frage, was aus den zahlreichen im Vereinigten Königreich ansässigen Online-Brokern wird, die durch die britische FCA (Financial Conduct Authority) reguliert werden und anhand des EU-Passports bisher EU-weit Geschäfte betreiben können. Sie stehen vor dem gleichen Problem wie die Kreditinstitute, die dann nicht mehr einer EU-Regulierung unterliegen. Da ein Unternehmen einen Hauptsitz in dem EU-Land haben muss, in dem es reguliert wird, helfen auch vorhandene Niederlassungen nicht weiter. Das dürfte vor allem auch für die großen FX- und CFD-Broker wie CMC Markets und IG schwierig werden.

Insgesamt bestätigt sich durch die aktuellen Aktivitäten und Bemühungen der MFSA auf Malta, dass Binäre Optionen nach wie vor ein hohes Kundenwachstum verzeichnen und die Nachfrage nach regulierten Brokern zunimmt. Das liegt zum einen an schlechten Erfahrungswerten der Trader mit unregulierten Anbieter, die vor allem aus den Steueroasen in Übersee agieren, zum anderen aber auch an der vermehrten Bekanntheit und Beliebtheit des leicht verständlichen Finanzinstruments, welches von den Regulierungsbehörden als Handelsinstrument offiziell anerkannt wird.

Put & Call

Auch viele FX- und CFD-Broker haben Binäre Optionen in ihr Handelsangebot mittlerweile mit aufgenommen, so dass kein separates Handelskonto dafür bei einem reinen Binäre Optionen-Broker mehr notwendig ist. Für Forex-Trader sind sie zudem auch als Absicherungsstrategie sinnvoll. Mit dem Hedging von Binären Optionen können Verluste im Forex-Handel aufgefangen werden.

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Malta statt Zypern für regulierte Binäre Optionen-Broker? was last modified: August 4th, 2016 by AngelaZ