MSCI World Index – Weltweit in Aktien investieren mit günstigen ETFs

Investitionen von deutschen Privatanlegern in Aktien sind im vergangenen Jahr 2016 leicht gesunken. Trotz anhaltender Niedrigzinsen scheint ihnen das Risiko und die wirtschaftliche Unsicherheit nach Brexit-Entscheidung und US-Wahl offenbar zu hoch. Laut Deutschem Aktieninstitut (DAI) besaßen in 2016 8,98 Mio. Anleger Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds, das sind rund 30.000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Somit investiert nur jeder 7. Bundesbürger in den Aktienmarkt.  Positiv ist allerdings, dass die jüngere Generation zwischen 14-39 Jahre vermehrt in Aktien oder Aktienfonds investiert, denn sie muss zwangsläufig infolge der sinkenden Renten privat in die Altersvorsorge investieren.

Wie kann man aber in Aktien investieren, ohne ein so großes Risiko einzugehen? Welche Anlageprodukte eignen sich dafür und sind obendrein noch günstig? Anteile an den sogenannten ETFs kann man auch mit kleineren Beträgen wie z.B. 50 EUR monatlich erwerben. Die Entwicklung des MSCI World Index kling dabei besonders überzeugend. Was sind die Chancen & Risiken eines der weltweit größten Aktienindizes?

Indizes – Börsenbarometer für die jeweiligen Märkte

Indizes gelten als Börsenbarometer. Sie enthalten verschiedene Werte in unterschiedlicher Anzahl und Gewichtung. An einem Index lässt sich ablesen, ob sich der jeweilige Markt nach oben oder unten bewegt. Die enthaltenen Aktienwerte sind dabei als repräsentativ anzusehen.

Bezogen auf deutsche Indizes bedeutet dies, dass beispielsweise im DAX die 30 größten deutschen Börsenunternehmen enthalten sind, sind im TecDAX die 30 größten deutschen Technologie-Unternehmen gelistet. Die deutschen Indizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX gehören zum Prime Standard, dem gesetzlich regulierten Börsensegment der Deutschen Börse mit den höchsten Transparenz- und Zulassungspflichten.

Da Indizes den Schwerpunkt eines Marktes oder einer Branche als Kurs- oder Performanceindex abbilden, findet zwar innerhalb des Index eine Mischung unterschiedlicher Werte statt. Verschlechtert sich ein gesamter Markt oder eine Branche, betrifft das auch die meisten oder schlimmstenfalls alle im Index enthaltenen Unternehmen. Umgekehrt gilt dies aber natürlich auch bei einer positiven Marktentwicklung.

Was ist der MSCI World Index?

Der MSCI World Index gilt als einer der weltweit wichtigsten Aktienindizes. In diesem Index enthalten sind aktuell 1.654 Aktien aus 23 Ländern (Stand Januar 2017). Den höchsten prozentualen Anteil am Porftfolio stellen US-amerikanische Aktien mit knapp 60%, so dass der Index-Wert stark von der Entwicklung der enthaltenen US-Aktien abhängig ist.

Ländergewichtung der im MSCI World Index enthaltenen Aktienwerte

Der MSCI World Index wird bereits seit 1968 berechnet und startete in 1969 mit einem Referenzwert von 100 Punkten. Aktuell liegt er bei über 1.800 Punkten (Stand Februar 2017). Er enthält Large und Mid Caps. Sogenannte Small Caps (Aktien kleiner börsennotierter Aktiengesellschaften) werden nicht berücksichtigt, ebenso wenig wie Aktien aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Diese sind wiederum im MSCI Emerging Markets Index gelistet, der über 800 Unternehmen aus 23 Ländern weltweit enthält.

Die Branchenverteilung im MSCI World Index wird mit Unternehmen aus der Finanzbranche mit knapp 18% des Gesamtanteils angeführt. Es folgen Informationstechnologie, Nicht-Basiskonsumgüter, Gesundheit, Industrie, Basiskonsumgüter, Energien, Rohstoffverarbeitung, Telekommunikation, Immobilien und Versorgungsunternehmen.

Branchenverteilung im MSCI World Index

Unter den Top 10 der am stärksten gewichteten Unternehmen im MSCI World Index finden sich die drei größten Unternehmen der Informationstechnologie, Apple, Microsoft und Facebook. Alle Top 10-Aktienunternehmen sind US-Gesellschaften.

Top 10 der am stärksten gewichteten Unternehmen im MSCI World Index

Die Kursdaten des MSCI World Index werden von der amerikanischen Investmentbank Morgan Stanley Capital als Kursindex und als Performance-Index (jeweils in einer Variante mit und ohne Berücksichtigung der Quellensteuer) ermittelt. Bei dem für Anleger veröffentlichten Kurs handelt es sich um den Kursindex.

ETFs – Indizes als börsennotierte Fonds zu niedrigen Kosten

Ein ETF (Exchange Traded Fund) kopiert einen Index in einen Anlagefonds und bildet ihn 1:1 nach. Im Gegensatz zu gemanagten (aktiven) Fonds, wird in einem ETF nicht laufend das Portfolio durch den Fondsmanager umgeschichtet, um die Zusammensetzung zu optimieren, sondern es bleibt in der Zusammensetzung des Index bestehen. Das spart hohe Kosten für das Fondsmanagement, die für aktive Fonds anfallen und dem Anleger weiterbelastet werden. So liegen beispielsweise die Kosten für den MSCI World ETF von HSBC (MSCI World Ucits) aktuell bei nur 0,15% p.a., während aktiv gemangte Aktienfonds bei 2-3% und höher liegen, wobei hier auch noch ein Ausgabeaufschlag fällig wird.

ETFs sind börsennotiert und können jederzeit am Markt ge- oder verkauft werden. Die Kursaktualisierung erfolgt im Normalfall alle 60 Sekunden, die traditionellen Index-Fonds von Investmentgesellschaften werden hingegen nur einmal täglich berechnet. Das bedeutet, dass der Kauf und Verkauf von ETFs auch mehrmals täglich während der Handelszeiten möglich ist und Anleger schnell auf Marktveränderungen reagieren können. ETFs eignen sich aber vor allem auch für den langfristigen Vermögensaufbau, einige sind auch als Sparpläne mit monatlichen, regelmäßigen Einzahlungen oder einer Einmalzahlung erhältlich.

Der MSCI World Index wird als ETF von zahlreichen Anbietern angeboten. Am bekanntesten und auch am größten nach Fondsgröße in Mio. USD sind die iShares ETFs von BlackRock.

ETF ist nicht gleich ETF

Wer sich für ETFs und insbesondere MSCI World ETFs interessiert, sollte nicht nur die Wertentwicklung im Blick haben, sondern bei der Auswahl einen Vergleich anstellen, denn sie unterscheiden sich in einigen Faktoren, die für Anleger wichtig sind. Hierzu gehören Fondsgröße, Kosten, Alter des Fonds, Verwendung der Erträge (Wiederanlage, Ausschüttung), Fondsdomizil, Währungsrisiko und die Replikationsmethode.

Wertentwicklung von MSCI World, MSCI Emerging Markets & MSCI Investable Markets Index (IMI) seit 2002

Allein an der Börse Frankfurt sind derzeit 12 MSCI World ETFs gelistet. Handelbar zu günstigen Konditionen beispielsweise über die Direktbanken comdirect oder OnVista Bank.

Welche Vorteile haben Investitionen in den MSCI World Index?

Neben einer hohen Kostenersparnis gegenüber klassischen Aktien-Fonds gilt vor allem die breite Risikostreuung als großer Vorteil des MSCI World Index. Wer nur in deutsche Aktien, gleich ob in Einzelaktien, Indizes, ETFs oder Aktien-Fonds, investiert, läuft Gefahr, sein Geld mangels Risikostreuung zu einseitig anzulegen und damit das Risiko unnötig zu erhöhen.

Anleger mit Fokus auf deutsche Aktienwerte sollten neben der regionalen Einschränkung auch berücksichtigen, dass es viele Branchen in Deutschland nicht gibt, sie also eine breite Streuung in unterschiedliche Branchen gar nicht realisieren können. Internationale Lebensmittelkonzerne wie z.B. Nestlé, Danone oder Unilever und Öl- und Rohstoffkonzerne sind im heimischen deutschen Markt gar nicht vertreten.

Internationale Aktien zur Risikostreuung

Eine Beimischung von internationalen Aktien und andere Anlageformen im Depot kann Verlustrisiken minimieren. Sie machen das Depot weniger anfällig, wenn sich der deutsche Aktienmarkt insgesamt oder einzelne deutsche Börsenunternehmen und Branchen negativ entwickeln sollten. ETFs sind zudem und auch für Sparer mit geringerem Vermögen interessant und darüber hinaus als Sparvertrag im Rahmen von vermögenswirksamen Leistungen erhältlich, dies gilt allerdings nur für die deutschen Indizes.

Inflation erhöht Renditedruck bei Privatanlegern

Derzeit ist in Deutschland ein Anstieg der Inflation zu verzeichnen. Im Januar 2017 lagen die Verbraucherpreise um 1,9% höher als im Vorjahresmonat, was den höchsten Preisanstieg seit 2013 bedeutet. In erster Linie haben sich die Kosten für Öl, Heizkosten und Kraftstoffe verteuert. Damit die Inflation die Ersparnisse der Privatanleger nicht entwertet, müssen sie also eine Rendite von mindestens 2% erzielen. Bei den aktuellen Niedrigzinsen und konservativen Geldanlagen in Fest- und Tagesgeld oder Bundesanleihen unmöglich. Für Festgeldanlagen gibt es derzeit abhängig von Laufzeit und Institut zwischen 0,3 und 0,6% Zinsen, für Bundesanleihen mit 10-jähriger Laufzeit gerade einmal 0,5%.

Wo liegen die Nachteile & welche Alternativen gibt es zum MSCI World Index?

Die derzeitigen Nachteile bzw. Risiken liegen derzeit ganz klar auf der aktuellen unsicheren politischen und wirtschaftlichen Lage in den im MSCI World Index am stärksten vertretenen USA und Europa. Empfehlenswert ist deshalb eine weitere Streuung, z.B. können Anleger ihr Geld zu einem Teil auch in MSCI World Emerging Markets ETFs investieren. Die Länderverteilung in diesem Index erstreckt sich beispielsweise von China, Indien über Brasilien bis Südafrika.

Auf die Performance bezogen übertrifft der MSCI World Emerging Markets Index den MSCI World Index mit einer Gesamtrendite von 390% sogar deutlich. MSCI World liegt dagegen bei einer Gesamtrendite von bisher 234% über den gesamten Zeitraum.

Fazit zum MSCI World Index

Eine kostengünstige Alternative zu den klassischen Investmentfonds, sind ETF (Exchange Traded Funds) Indexfonds. Statt der im klassischen Fonds enthaltenen Einzelwerte von Aktien, Anleihen oder anderen Wertpapieren in Beimischung, kopiert ein ETF die Zusammensetzung der Werte eines ganzen Index, wie z.B. dem MSCI World Index. Das spart hohe Verwaltungskosten, da kein Fondsmanager nötig ist, der sich um die Umschichtungen und Portfolio-Optimierung kümmert. Geringere Kosten wirken sich positiv auf die Rendite aus. Es entfällt bei ETFs als passive Fonds auch der Ausgabeaufschlag, der für aktive Fonds berechnet wird.

ETFs sind ein empfehlenswertes und zudem günstiges Fondsprodukt für Privatanleger und Investoren, die über ein geringeres Investitionsbudget verfügen und die hohen Transaktionskosten und die Risiken beim Kauf von Einzelaktien oder anderen Wertpapieren scheuen.

In ETFs ist eine vergleichsweise breite Risikostreuung enthalten, umso mehr, wenn es sich um internationale Indizes handelt, die länder- und branchenübergreifende Aktien beinhalten. Die enthaltenen Wertpapiere haben wie im Index eine unterschiedliche Gewichtung. Das schützt Anleger davor, möglicherweise viel Geld zu verlieren, wenn in einen hohen Anteil einer Aktiengesellschaft, in nur eine Branche oder länderspezifisch wie in klassischen Aktienfonds investiert wurde. ETFs verfügen deshalb über ein geringeres Verlustrisiko. Schlechte Performance einzelner Papiere oder Branchen kann besser durch andere aufgefangen und gegebenenfalls auch wieder ausgeglichen werden.

Andere Fondsprodukte wie Geldmarktfonds, Immobilienfonds, Zielfonds, Mischfonds und Rentenfonds eignen sich weniger für Anleger mit begrenzten Investitionsmöglichkeiten. Entweder sind sie sehr spekulativ (Geldmarktfonds), renditeschwach (Rentenfonds), teuer (Immobilienfonds) oder mit extrem langen Laufzeiten versehen wie z.B. Zielfonds mit bis zu 30 Jahren.

Soweit zu den Vorteilen von ETFs und internationalen Indizes wie dem MSCI World Index. Problematisch scheint gerade vor dem aktuellen politischen Hintergrund der mit 60% sehr hohe Anteil von US-Aktien im MSCI World Index. Auch europäische Aktien sind stark vertreten, so dass die wirtschaftlichen Aussichten dieser beiden starken Gewichte eher als unsicher zu beurteilen sind und sich entsprechend stark auf die zukünftige Entwicklung auswirken könnten.

Es bietet sich daher an, das Risiko noch breiter zu streuen und US- und europäischen Markt hierbei außer Acht zu lassen. Möglich ist dies z.B., wenn Anleger einen Teil ihres Vermögens in einen Index der Schwellen- und Entwicklungsländer sowie kleine Aktiengesellschaften (Small Caps) investieren. Der MSCI World Emerging Markets beinhaltet über 800 Aktien-Unternehmen aus 23 Schwellen- und Entwicklungsländern, während der MSCI World index ausschließlich Unternehmens aus Industrieländern listet.

Digitale Vermögensanlage in ETFs

Wer sein Vermögensmanagement in professionelle Hände geben möchte und über entsprechend hohe Investitionssummen verfügt, dem sei die digitale Vermögensverwaltung über einen sogenannten Robo-Advisor empfohlen. Privaten Kunden wird eine vollständig digitale Anlageform zu vergleichsweise geringen Kosten ermöglicht. Was bei Filialbanken allenfalls als Online-Banking für Girokonten oder für Festgeld- oder Tagesgeld-Anlagen funktioniert, haben einige junge FinTech-Unternehmen als digitale Vermögensverwaltung auf Basis von ETFs weiterentwickelt. So können Anleger auf flexible Anlagestrategien zugreifen, die Banken entweder gar nicht oder nur ihren hoch vermögenden Privatkunden zu hohen Kosten und Gebühren anbieten.

Robo Advisors sind computergestützte Programme, die anhand von Algorithmen errechnete Anlagekonzepte und -strategien erstellen. Auf Basis von historischen Daten, unterschiedlichen Modellen und Risiko-Profilen erhalten Kunden individuelle Investitions-Vorschläge mit den dazugehören Wertentwicklungs-Prognosen über die digitale Robo Advisor-Plattform. Der Produkt-Fokus liegt hauptsächlich auf ETFs mit breiter Risikostreuung.

Depoteröffnung und -verwaltung erfolgen über einen Vermögensverwalter. Anleger wickeln ihre Geldanlagen vollständig online ab, haben jederzeit Zugang zu ihrem Depot und können die Wertentwicklung transparent und papierlos verfolgen.

Robo Advisors legen ihren Schwerpunkt auf die Risiko- und Kostenminimierung, um bei gleichem Risiko höhere Renditen als die klassischen Anlagen bei Banken und Investmentgesellschaften zu erzielen.

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MSCI World Index – Weltweit in Aktien investieren mit günstigen ETFs was last modified: Februar 16th, 2017 by AngelaZ