Online Trading – wie funktioniert es?

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Online Trading – Aktien-, Wertpapier, CFD- und Devisenhandel

Online Trading – Wie funktioniert es?

Während der Anleger in der Vergangenheit noch persönlich in seiner Depot-führenden Bank erscheinen musste oder Order lediglich telefonisch oder per Fax durchgeben konnte, hat das Online Trading über das Internet diese Vorgehensweise zum Vorteil der Anleger weitestgehend abgelöst. Beim Online Trading werden sämtliche Wertpapiergeschäfte, Aktien- Währungs– oder CFD-Handel online und bequem vom PC aus oder mobil per App über das Depot abgewickelt.

Online Trading ermöglicht eine wesentlich vereinfachte, eigene Depotverwaltung, die früher lediglich auf Depotauszügen in Papierform und der persönlichen, telefonischen oder per Fax erfolgten Ordererteilung basierte. Der Handel erfolgte im Gegensatz zu heute seinerzeit nur zeitverzögert und fiel so auch nicht immer zum Vorteil des Anlegers aus, weil z.B. Kurse bei Orderausführung durch die Bank sich bereits wieder verändert hatten.

Käufe und Verkäufe von Wertpapieren, CFDs, Devisen, Aktienhandel etc. folgen beim Online Trading durch den Depotinhaber über eine Trading-Plattform mittels Trading-Software bei einem Online-Broker oder der Bank, je nachdem, wo das Depot geführt wird. Dies ermöglicht eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf Marktveränderungen, die in Echtzeit angezeigt werden. Durch die Geschwindigkeit sind also Reaktionen auf Kurs- oder Marktveränderungen in kürzester Zeit möglich, die über Gewinn und Verlust entscheiden. Order werden innerhalb von Sekunden an den jeweiligen Handelsplatz weitergeleitet und ausgeführt. Voraussetzung für den Trader ist hierfür natürlich die Verfügbarkeit einer stabilen und schnellen Internetverbindung. (CFDs können Sie zum Beispiel über Plus500 handeln.)

Wer seinen Handel über Online Trading ausführt, ist jedoch auch gefordert, vor allem durch einen erhöhten Informationsbedarf zu den Werten, die er handeln möchte. Mit veralteten Analystenempfehlungen und Kursen der vergangenen Woche lässt sich dies nicht bewerkstelligen, der Online-Trader benötigt stets aktuelle Informationen zu den jeweiligen Finanzprodukten, wenn er aktiven Handel betreiben und eher kurzfristige Anlagen tätigen will. Online Trading erlaubt so auch dem Privatanleger das Daytrading, was zuvor nur institutionellen Anlegern bzw. Spezialisten im Auftrag von Kreditinstituten möglich war.

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Daytrading – Hochspekulatives Trading-Risiko

Daytrading bezeichnet den kurzfristigen spekulativen Handel mit Wertpapieren. Vor allem Aktien, Derivate und Devisen, aber auch Futures sind hier bei Privatanlegern hochbeliebt. Durch die hohe Volatilität dieser Produkte ist der Kurs ständig in Bewegung, beim Daytrading wird die Position am gleichen Handelstag eröffnet und wieder geschlossen, also ge- und verkauft oder umgekehrt. Ziel ist bei diesen kurzfristigen Transaktionen auch bereits von ganz geringen Kursschwankungen zu profitieren.

Abgesehen vom hohen Spekulationsrisiko verursachen börsentägliche Trades zudem hohe Transaktionskosten durch Ordergebühren und gegebenenfalls Fremdspesen. Wer Online Trading mit dem Ziel, schnell Traden, schnell Geld verdienen, in Form von Daytrading betreiben will, bringt sich vermutlich auch schnell um sein eingebrachtes Kapital.

Eröffnung des Online Trading-Depots

Für die Eröffnung eines Online Trading-Kontos ist ein Referenzkonto (Verrechnungskonto) erforderlich, über das Ein- und Auszahlungen abgewickelt werden. Nach Eingabe der persönlichen Angaben zur Online Trading-Kontoeröffnung erfolgt bei Online Brokern und Direktbanken eine Übersendung der auszufüllenden Unterlagen per Post. Nach Ausfüllen der Formulare ist eine Legitimation erforderlich, die zumeist als Post-Ident-Verfahren vorgenommen wird. Legitimationsbestätigung und die unterschriebenen Formulare werden dann zurück an den Online-Broker oder die Direktbank gesandt.

Kosten von Online Trading-Depots

Online-Broker bieten Depots meist kostenlos an, teilweise unter der Bedingung einer Mindesteinzahlung oder einem bestimmten Mindestumsatz von Trades. Banken halten häufig noch an ihren Depotgebühren fest, führt oder eröffnet der potentielle Anleger dort aber ein Verrechnungs- oder Tagesgeldkonto, ist das Depot in vielen Fällen auch dort kostenlos.

Bei langfristigen Investments sollte sich der Anleger informieren, ob die Struktur der Depotgebühren des Anbieters seinen Bedürfnissen entspricht. Handelt er über längere Zeit nicht und verwahrt z.B. Aktien oder Wertpapiere überwiegend in seinem Depot, ist es durchaus möglich, dass ein anderer Anbieter möglicherweise günstigere Depotgebühren verlangt. Dies trifft gegebenenfalls dann zu, wenn ein Depot nur bei einer Mindestanzahl von Trades in einem bestimmten Zeitraum kostenlos ist.

In vorgenanntem Fall empfiehlt sich gegebenenfalls ein Depotwechsel. Dieser ist häufig mit besonders attraktiven Konditionen des neuen Anbieters verbunden, wie z.B. einem kostenlosen Festgeld- oder Verrechnungskonto, Zinsbonus o.ä. Eine Übertragung des Alt-Depots wird dann vom neuen Anbieter vorgenommen und erfolgt für den Anleger in der Regel problemlos und ohne bürokratischen Aufwand. Voraussetzung für einen Depotwechsel ist allerdings, dass der neue Anbieter die im zu übertragenden Depot befindlichen Finanzprodukte ebenfalls anbietet.

Der Gebührendschungel im Online Trading

Für jede Transaktion im Wertpapiergeschäft und Aktienhandel sind Gebühren fällig. Ein Vorteil bei der Wahl eines Online-Brokers oder einer Direktbank besteht vor allem darin, dass die Ordergebühren meist niedriger sind als bei einer Bank, meist betragen Sie nur maximal 50% dessen, was die Bank verlangt. Danach verliert sich dann beim Online-Broker allerdings sich die Spur weiterer Kosten im Gebührendschungel.

Zu der Ordergebühr kommen je Transaktion die sogenannten Börsengebühren, auch Fremdspesen genannt, hinzu. Diese variieren so stark und sind von vielen Faktoren abhängig, so dass es dem Online-Broker nicht möglich ist, vorab exakte Angaben über diese zusätzlich zu den reinen Ordergebühren anfallenden Gebühren zu machen. Der Anleger erfährt deshalb meist erst nach Durchführung der Transaktion, was ihn diese tatsächlich gekostet hat. Auch auf der Abrechnung sind die einzelnen (Teil-)Entgelte dieser Gebührensparte in der Regel nicht im Detail aufgeführt.

Ordergebühren erhält jeder Online-Broker und jede Bank für die Dienstleistung zur Durchführung der Transaktion als Kommissionär/in. Über die Höhe der Ordergebühren informieren Banken und Online-Broker in ihren Gebührentabellen. Soweit handelt es sich um transparente Angaben, die der Anleger problemlos vergleichen kann.

Nicht vergleichen kann er die Kosten, die für externe Fremdspesen bzw.Börsengebühren anfallen und ihm zusätzlich zu den Ordergebühren teilweise, ganz oder als Pauschale weiterbelastet werden.

Die Börsengebühr beinhaltet Tradinggebühren, Handelsentgelt sowie Clearing- und Settlement-Gebühren. Die vorgenannten Entgelte unterscheiden sich u.a. je nach Art des Wertpapiers, Orderart und auch nach Börsenplatz.

Tradinggebühren werden von der Börse für die Nutzung als Handelsplatz und deren Eigenschaft als Vermittler des Handels erhoben. Die Höhe der Tradinggebühr ist abhängig vom Wert der Order und unterliegt in den meisten Fällen einer Begrenzung durch Minimal- und Maximalwerte.

Das Handelsentgelt (vormals Maklercourtage) wird von der an der Börse handelnden Banken erhoben, entweder je Trade oder als Pauschale. Es wird auf alle Wertpapiergeschäfte außer Anleihen fällig und ist bei einigen Banken bereits in der Ordergebühr enthalten. Bei elektronischem XETRA-Handel fallen die Gebühren geringer aus als beim Handelsentgelt im Parketthandel.

Clearing und Settlementgebühren werden nach Ausführung der Order fällig. Die Clearinggebühren werden für die Verrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten aus dem getätigten Wertpapiergeschäft erhoben. Das Clearing ist die Voraussetzung für eine korrekte Eigentumsübertragung des gehandelten Wertpapiers. Die nachfolgende Übertragung des Wertpapiers ist das Settlement, auch hierfür wird ein Entgelt fällig. Clearing und Settlement werden von verschiedenen Dienstleistern übernommen, diese erhalten dann jeweils die Gebühr.

Alle Handelskosten sind mehrwertsteuerpflichtig, bei einigen Brokern ist die Mehrwertsteuer bereits inklusive oder wird extra verrechnet.

Die Börsengebühren bzw. Fremdspesen sind also nachvollziehbarerweise nur schwer genauer kalkulierbar. Noch weit komplizierter wird die Gebührenstruktur bei Transaktionen von Werten, die an ausländischen Börsen gehandelt werden.

Watchlist

Viele Online-Broker und Direktbanken bieten ihren Kunden eine sogenannte Watchlist, eine Beobachtungsliste, an. Sie dient als Filter für Anleger-Informationen zu beispielsweise Aktienkursen und Wertpapiermärkten sowie Charts und kann nach individuellen, persönlichen Bedürfnissen des Anlegers angelegt und angepasst werden. In der Watchlist kann z.B. das eigene Portfolio abgebildet werden, so wird ein zeitnahes, schnelles Handeln durch laufend aktuelle Informationen ermöglicht.

Kurse & Charts in Echtzeit für erfolgreiches Online Trading

Durch Echtzeit-Kurse & Charts aller handelbaren Produkte des Anbieters wie Aktien, Wertpapiere, Währungen und Anleihen ist der Online-Trader jederzeit in der Lage, Kursveränderungen und Trends zu verfolgen und schnell zu reagieren. Eigene Handelsstrategien können anhand von Chartanalysen eingesetzt werden. Einige Anbieter wie beispielsweise Direktbanken stellen auch eigene Analystenempfehlungen zur Verfügung, die der Trader zusätzlich nutzen kann, oder (teils) kostenpflichtige Beratergespräche mit hauseigenen Börsenspezialisten. Bei Beratungsbedarf ist der Anleger also auch beim Online Trading nicht auf anderweitige Beratungskompetenzen Dritter angewiesen.

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Technische Risiken des Online Trading

Auch Online Trading ist neben den hohen Gewinn- und Verlustrisiken im Handel von Finanzinstrumenten nicht frei von möglichen weiteren Risiken oder Nachteilen. Grundsätzlich ist für das Online Trading eine zuverlässige und schnelle Internetverbindung erforderlich. Sie ist die Basis für jegliche Kommunikation über die Trading-Plattform bei der Übermittlung oder dem Empfang von Orders.

Für Verzögerungen der Orderausführung können z.B. aber auch eine verzögerte Auftragsbestätigung von Liquiditätsgebern oder eine nicht ausreichende Liquidität im Devisenhandel beim Handel von Währungspaaren verantwortlich sein. Bei Signalstörungen oder -unterbrechungen leitet die Trading-Plattform möglicherweise Daten nicht weiter oder erst nach Wiederaufnahme der Verbindung. All dies kann ebenfalls technische Gründe für eine verzögerte Orderausführung darstellen.

Ob ihre eigene Internetverbindung stabil und ausreichend schnell für das Online Trading funktioniert, können Sie dies mit einem Ping-Test über eine Verbindung zum Server des Anbieters unter Verwendung von dessen Webadresse testen.

Sowohl beim Trader als auch beim Anbieter der Online Trading-Plattform können Hardware, Software oder Internetverbindung versagen. Online Trading-Plattformen sind mit allerlei Sicherheitssystemen ausgestattet, bei Systemausfall greifen in der Regel umgehend Notfallpläne, um den Handel schnellstmöglich wieder aufzunehmen und jegliche Nachteile des Anlegers zu begrenzen. Trotzdem kann es zu einem Totalausfall des Betriebssystems kommen und es muss auf ein Back up-System zurückgegriffen werden, in dem gegebenenfalls nur manuelle Eingaben möglich sind.

Informieren Sie sich deshalb bei Ihrem Online-Broker, ob im Fall eines Systemversagens der Trading-Plattform auch ein telefonischer Handel möglich ist und welche Legitimierungsdaten wie z.B. Passwort sie dazu benötigen, sollte dieses Ereignis einmal eintreffen. Gleiches gilt natürlich auch bei Ausfall ihres eigenen Systems, damit sie beim Online Trading handlungsfähig bleiben.

 

Online Trading – wie funktioniert es? was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ