Binäre Optionen – Strategien Erfolgreich handeln mit Pivot Punkten

Binäre Optionen – Pivot Punkte erfolgreich als Strategie anwenden

Binäre Optionen beinhalten klar definiertes, maximales Verlustrisiko. Es kann nur der Einsatz verloren werden, Minus-Salden sind auf Binäre Optionen-Konten ausgeschlossen. Einige Broker bieten auch eine Verlustabsicherung bis zu einer Höhe von 15% des Einsatzes an. Im Gegenzug verringert sich dann zwar anteilig die erzielbare Rendite, Trader erhalten jedoch einen Teil des Einsatzes zurück. Bei Brokern, die von vornherein einen Return von 5% oder meistens 10% auf Verlust-Trades gewähren, ist diese garantierte anteilige Rückzahlung bereits in der maximal erzielbaren Rendite mit einkalkuliert.

Auch bei Binären Optionen empfiehlt sich aber die Anwendung einer Handelsstrategie, um seine Gewinnchancen zu maximieren und nicht vor allem über relativ geringe Verlustabsicherungen nachzudenken.

Zu den bekanntesten Strategien für den Handel mit Binären Optionen gehören vor allem die Trendfolge-, Kontra-Trend- und die Volatilitätsstrategie. Die Absicherungsstrategie Hedging dient vor allem der Risiko- und Verlustbegrenzung, sie bildet damit einen Teil des Risikomanagements. Als eine weitere Strategie werden häufig auch die Pivot Punkte genannt. Sie finden vorwiegend Anwendung im Forex-Handel, können aber auch für Binäre Optionen eingesetzt werden.

Strategie

Mit Pivot Punkten lässt sich der idealerweise beste Einstiegszeitpunkt in einen Trade bestimmen, entweder als Call- oder Put-Option. Genaugenommen handelt es sich bei den Pivot Punkten wie auch beim Hedging aber nicht um eine eigene Strategie. Pivot Punkte können nur als Handelssignal verstanden werden, die Widerstände und Unterstützungen markieren und eine Handlungsempfehlung darstellen.

In unserem Artikel erfahren Sie, was Sie für den Handel mit Binären Optionen unter Einsatz der Strategie mit Pivot Punkten wissen müssen und wie sie angewendet wird.

Was sind Pivot Punkte?

Pivot bedeutet in der französischen Sprache „sich drehen um“ oder „Dreh- und Angelpunkt“. Die von Dr. Bruce Gould entwickelte Berechnung der Pivot Punkte bezog sich ursprünglich auf den klassischen Rohstoffhandel. Um eine bessere Vorhersage des Kursverlaufs von Gold und Silber zu treffen, flossen in seine Formel die historischen Daten des Basiswertes der letzten zwei bis drei Jahre ein. Das Ergebnis war ein Preiszonenansatz, dessen Grenzen eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung signalisieren, wenn der Kursverlauf diese erreicht.

Pivot Punkte sind ein Indikator der technischen Analyse und geben ein Handelssignal. Abhängig von Widerstands- und Unterstützungsniveau gibt das Signal den Hinweis auf eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Beim Handel mit Binären Optionen also auf eine Call- oder Put-Option.

Der Preiszonenansatz kennzeichnet die Zone, in dem sich der Kurs normal verhält. Aus den Pivot Punkten lassen sich Widerstands- und Unterstützungs-Niveaus ableiten, die die Preiszone zu beiden Seiten innerhalb des normalen Kursverlaufs eingrenzen. Kurz gesagt, man definiert aus den Pivot Punkten und den Wiederstands- und Unterstützungs-Niveaus horizontale Linien , die eine Preiszone markieren, in der sich der Kurs bewegt. Bleibt er zwischen den Linien innerhalb der Preiszone, besteht kein Handlungsbedarf. Überschreitet er die Preiszone nach oben oder unten, kann der Binäre Optionen-Trader daraus den Einstieg in eine Call- bzw. Put-Option ableiten.

Für den Handel mit den kurzfristigen Binären Optionen werden allerdings nicht die historischen Kurse der letzten Jahre als Berechnungsgrundlage hinzugezogen, sondern die Vortageskurse des Basiswerts. Die wesentlichen Kursmarken des vorherigen Handelstages gelten als Referenzkurs für den folgenden, aktuellen Handelstag. Die Berechnungsgrundlage für Pivot Punkte kann auch auf Wochen- oder Monatsbasis erfolgen, wird aber seltener angewendet.

Wie berechnet man Pivot Punkte und was sagen die errechneten Werte als Signale eigentlich aus?

Pivot Punkte berechnen und interpretieren

Die Berechnungsgrundlage für Pivot Punkte sind der Höchstkurs, Tiefstkurs und Schlusskurs des Vortages. Der Durchschnittswert des Vortages lässt sich aus dem Drittel der Summe von Höchst- (H=high), Tiefst- (L=low) und Schlusskurs (C=closing price) errechnen; er bildet den mittleren Pivot Punkt (PP):

Pivot Punkt (PP) = ( H + L + C) / 3

Weitere Kursmarken des Vortages sind für die Pivot Punkte unerheblich, d.h. Zwischenhochs, -tiefs oder Trendlinien spielen keine Rolle.

Taschenrechner

Mit dem Pivot Punkt ist jedoch erst ein Wert ermittelt. In der Folge werden noch zwei Widerstands-Niveaus (R1 und R2, R=Resistance) errechnet sowie zwei Unterstützungs-Niveaus (S1 und S2, S=Support). Dies ist die gängige 5-Punkte-Berechnungsgrundlage und die Werte R1 und R2 sowie S1 und S2 werden wie folgt ermittelt:

  • R1 = 2 x PP – L
  • R2 = PP+H – L
  • S1= 2 x PP-H
  • S2 = PP-H-L

Eine Erweiterung der Pivot Punkte wird mit den Mid-Pivot Punkten (M1 und M2) erzielt, die wiederum zwischen S1 und S2 bzw. S1 und dem Durchschnitts-Pivot Punkt liegen. Zwar werden diese nicht so häufig angewandt, geben aber genauere Abstufungen an. Auch sie sind aber nur Durschnittswerte.

Viele Broker bieten inzwischen einen Calculator an, mit dem auch die Pivot Punkte mit den dazugehörigen Widerstands- und Unterstützungs-Niveaus ermittelt und in das entsprechende Kurschart eingezeichnet werden können. Ansonsten sind auch zahlreiche Online-Rechner für die Berechnung von Pivot Punkten im Internet verfügbar.

Pivot Punkte in einem 5-Tage-Chart des SPDR Gold Trust (GLD) auf Intraday-Basis, Oktober 2009 (Quelle: "Pivot point GLD091020 5d15m" by Kbrose - Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pivot_point_GLD091020_5d15m.png#/media/File:Pivot_point_GLD091020_5d15m.png)

Pivot Punkte in einem 5-Tage-Chart des SPDR Gold Trust (GLD) auf Intraday-Basis, Oktober 2009
(Quelle: „Pivot point GLD091020 5d15m“ by Kbrose – Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Commons – https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Pivot_point_GLD091020_5d15m.png#/media/File:Pivot_point_GLD091020_5d15m.png)

Wie setzt man die errechneten Pivot Punkte nun im Binäre Optionen-Handel richtig ein und wie lassen sich die Signale interpretieren?

Binäre Optionen handeln mit der Strategie Pivot Punkte

Im Gegensatz zur Volatilitätsstrategie, die sich nur für die sehr risikoreichen Touch-Optionen eignet, kann die Strategie Pivot Punkte auch für Put & Call-Optionen eingesetzt werden. Pivot Punkte geben ein Handelssignal für den Einstieg in eine Put- oder Call-Option.

Näher sich der Kurswert einen Unterstützungslinie (S), deutet dies auf die Entscheidung für eine Call-Option hin, bei einer Widerstandslinie (R) auf eine Put-Option. Trotzdem sollte aber auch hier das „große Ganze“ betrachtet werden, d.h. der gesamte bisherige Kursverlauf.

Boerse2

Gleich bei erstmaligem Erreichen der ersten Unterstützungslinie eine Call-Option zu eröffnen, kann sich als zu kurzfristig gedacht erweisen und der der Kurs fällt womöglich wieder. Bei Binären Optionen ist dies aufgrund der kurzen Laufzeit keine gute Entscheidung, es sei denn man wählt eine längere Laufzeit. Grundsätzlich sollte deshalb zumindest die 2. Unterstützungslinie abwartet werden, um von einer gewissen Konstanz der steigenden Kursentwicklung auszugehen.

Binäre Optionen mit Pivot Punkten ohne Risiko über das Demo-Konto traden

Für das Erlernen neuer Strategien empfehlen wir in unseren Tests & Bewertungen und Beiträgen ausdrücklich die Demo-Konten der Broker, sofern vorhanden. Bietet der betreffende Broker kein Demo-Konto an, finden Sie dies unter den Kontra-Punkten und unter der entsprechenden Rubrik im Erfahrungsbericht.

Demo-Versionen ermöglichen einen weitaus leichteren Einstieg in den Handel und den Test der verwendeten Trading-Software. Trades können risikofrei simuliert und Strategien auf erfolgreiche Anwendung getestet werden.

Erweist sich die Strategie als ungeeignet für den Basiswert, kann eine andere sich als weitaus vorteilhafter erweisen, man sollte sich also nicht von vornherein auf eine Strategie festlegen, nur weil sie sich möglicherweise gut anhört oder sich in der Vergangenheit bewährt hat. Von Zeit zu Zeit wird es auch nötig sein, seine bisherige Strategie zu ändern, weil sie auf die aktuellen Marktgegebenheiten nicht mehr passt, was sich ideal über ein Demo-Konto testen lässt.

Technische und Fundamental-Analyse – Bestandteile der Handelsstrategie

Technische Analysen und deren Indikatoren allein machen noch keine Handelsstrategie. Sie werden in Handelsstrategien eingebettet. Neben der technischen Analyse wird häufig auch die Fundamentalanalyse und das Risikomanagement (auch Money Management) genannt, wobei eine Fundamentalanalyse nur für Wertpapiere erstellt werden kann.

Die technische Analyse (Chartanalyse) – Indikatoren für Binäre Optionen-Trader

Bei der technischen Analyse handelt es sich um eine Chartanalyse, d.h. der Kursverlauf im Chart wird mit unterschiedlichen Indikatoren ausgewertet, um eine Beurteilung der Kurs- und Umsatzentwicklung (Handelsvolumen) zu ermöglichen, sowohl als Analyse historischer Daten als auch der Einschätzung der zukünftigen Entwicklung oder Trends.

Anders als die Fundamentalanalyse beinhaltet die technische Analyse keine betriebs- oder volkswirtschaftlichen Daten oder Faktoren, die sich ebenfalls auf den Kurs und das Handelsvolumen des Basiswertes auswirken können.

Die technische Analyse bleibt also rein technischer, statischer Natur und berücksichtigt keine äußeren Einflüsse wie Unternehmensnachrichten, wirtschaftliche, finanzwirtschaftliche oder politische Ereignisse. Deshalb eignet sie sich nur im Zusammenhang mit diesen Informationen für eine Prognose.

Lernen

Für sich genommen ist die Aussagekraft der technischen Analyse kritikanfällig. Ob man anhand der rein technischen Analysedaten eine Vorhersage über die zukünftige Kursentwicklung machen kann, ist nicht erwiesen. Es stellt sich in diesem Zusammenhang die Frage, ob technische Chartanalysen nach Veröffentlichung das Anlegerverhalten beeinflussen und möglicherweise nur deshalb die prognostizierte Entwicklung eintritt.

Die Fundamentalanalyse – Für Binäre Optionen-Trader irrelevant?

Die Fundamentanalyse basiert auf den Fundamentaldaten des betreffenden Basiswertes und berücksichtigt keine Börsenkurse, sie ist grundsätzlich nur auf Wertpapiere anwendbar. Die Fundamentaldaten bestehen zum einen aus den betriebswirtschaftlichen Daten wie den Unternehmenskennzahlen, zum anderen aus dem ökonomischen Umfeld des Unternehmens.

Grundlage für die Fundamentanalyse ist die Bilanzanalyse des Unternehmens und die kursbezogenen Kennzahlen, wie z.B. Eigenkapitalquote, Kurs-/Umsatz-Verhältnis. Hierzu werden die Unternehmenskennzahlen der börsennotierten Gesellschaften aus Quartals-, Halbjahres- und Jahresberichten ausgewertet und anhand der ermittelten Kennzahlen unter Anwendung von Formeln verglichen. Das Ziel der Fundamentalanalyse ist es, den angemessenen Wert eines Wertpapiers zu bestimmen. Der gehandelte Kurs an sich bleibt hierbei unberücksichtigt. Aktueller Börsenkurs bzw. -entwicklung und ein nach ihren Berechnungen fairer Preis des Wertpapiers sind für Fundamental-Analysten voneinander unabhängig.

Für Binäre Optionen sind diese Informationen also dahingehend irrelevant, ob es sich um einen „fairen“ Aktienpreis handelt. Auch Fundamentalanalysen können aber trotzdem einen Hinweis auf die mögliche zukünftige Kursentwicklung geben, weil der Markt auf Analystenmeinungen mehr oder minder reagiert und sich dies auf Kurs und Handelsvolumen der Basiswerte auswirkt. Hier ähneln sich die technische und Fundamental-Analyse in ihrer Auswirkung auf das Anlegerverhalten.

Fazit zur Strategie Pivot Punkte

Pivot Punkte lassen sich bequem online berechnen und bei Verwendung einer Trading-Software mit vielen Indikatoren und Funktionen einfach in ein bestehendes Chart einzeichnen. MetaTrader bietet die umfangreichsten Anwendungen als Handelsplattform und wird von vielen Broker genutzt. Einsteiger sollten sich von zahlreichen Tools der MetaTrader-Handelsplattform nicht verwirren lassen, zur Unterstützung stehen häufig Demo-Konto und eine ausführliche, schriftliche Einführung in die Plattform zur Verfügung.

Trader sollten bedenken, dass es sich bei einem Pivot Punkt nicht um einen exakt bestimmten Einstiegswert handelt. Die Preiszone bündelt sich um einen Pivot Punkt, sie trifft ihn aber nicht exakt. Somit kann dieses Handelssignal keine genaue Kauf- oder Verkaufs-Marke bestimmen. Es handelt sich um einen Durchschnittswert, der sich aus Vortageswerten zusammensetzt, nicht um aktuelle Werte. Sich allein darauf zu verlassen, erweist sich oft als falsch, denn der Pivot Punkt kann keine erfolgreiche, weitere Kursentwicklung garantieren und setzt sich aus historischen Daten „von gestern“ zusammen. Da nur drei Kursmarken für die Berechnung der Pivot Punkte zugrunde gelegt werden, ist unklar, inwieweit sie einen Wert verfälschen bzw. verzerren.

Mehr Erfolg mit Pivot Punkten lässt sich erzielen, wenn Trader auch die aktuelle Marktentwicklung des Handelstages und die täglichen Pivot Punkte über einen längeren Zeitraum beobachten, obwohl Pivot Punkte eigentlich vor allem für den Intraday-Handel genutzt werden und hier auch ausschließlich. Dies setzt sehr gute Marktkenntnisse und einige Trading-Erfahrung voraus, um mögliche Entwicklungen und Trends richtig einschätzen zu können. Je mehr relevante Faktoren Trader berücksichtigen, desto erfolgversprechender kann der Handel verlaufen.

Marktanalyse

Für Anfänger und Einsteiger empfiehlt es sich, sich zunächst ausführlich mit den unterschiedlichen Handelsstrategien beschäftigen und den Handel mit der leichter verständlichen Trendfolge-Strategie über ein Demo-Konto beginnen.

Alle Tests & Bewertungen der TOP-Broker 2015 für die richtige Broker-Wahl

Ausführliche Zusammenfassungen unserer Tests & Bewertungen von Binäre Optionen-Brokern finden sie in unseren Erfahrungsberichten. Neben Seriosität, Kosten, Bedingungen und Support bewerten wir  auch die Eignung der Demo-Konten, Art und Umfang des Asset Index, Handelsarten und Trading-Software der Broker. In unserem Fazit erfahren Sie, ob der Broker sich nur für fortgeschrittene Trader oder auch für Anfänger eignet.

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In unserem Beitrag „Die 10 besten Binäre Optionen-Broker“ informieren wir Sie Sie über alle Kriterien, die Sie unbedingt bei der Broker-Wahl beachten sollten. Einsteiger und Fortgeschrittene im Forex- oder CFD-Handel profitieren von objektiven Berichten und Bewertungen der Derivate-Anbieter.

Binäre Optionen – Strategien Erfolgreich handeln mit Pivot Punkten was last modified: November 24th, 2017 by AngelaZ