In Private Equity investieren

Private Equity

Private Equity konnte in 2015 den höchsten Transaktions-Zuwachs seit der Finanzkrise verzeichnen und liegt damit über den Vergleichszahlen des allgemeinen Übernahme- und Fusionsmarktes (Mergers & Acquisitions, M&A). Die Private Equity-Häuser verfügen aktuell über enorme Anlagesummen ihrer Geldgeber und haben in Deutschland in 2015 rund 15,9 Milliarden Euro investiert, doppelt so viel wie in 2014. Der Transaktionsmarkt ist derzeit in starker Bewegung und als Geldanlage für Investoren über Private Equity Fonds eine attraktive, alternative Anlagemöglichkeit in Zeiten von Niedrigzinsen, hohen Aktienmarkt-Bewertungen und wirtschaftlichen sowie politischen Umbrüchen innerhalb der EU und weltweit.

Was ist Private Equity?

Private Equity (PE) bezeichnet das private Beteiligungskapital, mit dem ein Beteiligungsunternehmen oder privater Investor Anteile an einem nicht börsennotierten Unternehmen erwirbt. Im Gegensatz zum Venture Capital (VC), mit dem junge, innovative Unternehmen, sogenannte Start-ups, während der (Vor-) Gründungs- oder Expansionsphase fremdfinanziert werden, handelt es sich bei Private Equity um etablierte Unternehmen.

Private Equity und dessen Teilbereich Venture Capital zählen zu den Alternativen Investments. Unternehmen, die durch Private Equity in Form von Eigenkapital oder alternative Finanzierungformen durch private Anteilseigner mehrheitlich oder minderheitlich erworben werden, gehören den unterschiedlichsten Branchen an. Einige Beteiligungsgesellschaften haben sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert und investieren z.B. ausschließlich in Technologie-Unternehmen, während andere wiederum sehr unterschiedliche Branchen in ihr Investment-Portfolio aufnehmen, wie beispielsweise Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Industrie, Einzelhandel, Medien usw.

Maschinenbau Produktion Private Equity

Beteiligungsgesellschaften legen außerdem ihren Fokus auch häufig auf bestimmte Länder und Regionen, in denen sie in die dort tätigen Unternehmen investieren, z.B. Deutschland, Südamerika, Osteuropa, Asien usw.

Große, börsennotierte Private Equity-Gesellschaften sind mit etwa 150 Unternehmen vor allem in Europa vertreten (inkl. Großbritannien), in den USA und Asien rund 50 und 10 weitere weltweit. Über 75% investieren in Unternehmen direkt, die übrigen legen Fonds für die Anwerbung von Kapital durch Anleger auf, investieren selbst in andere Fonds oder kombinieren diese Investitionsarten mit direkten Investitionen.

Welche Finanzierungsgründe gibt es für Unternehmen?

Für ein Unternehmen bestehen im Grunde nur zwei Möglichkeiten einer Finanzierung, wenn Kapital benötigt wird. Entweder die Bankfinanzierung über Finanzierungskredite (oder gegebenenfalls Förderkredite durch Bundesländer oder Staat) oder durch private Investoren, d.h. die Beteiligung am Unternehmen durch Dritte.

Je nach Unternehmens-Lebenszyklus, Expansionsplänen und wie das Unternehmen finanziell und unter Management-Gesichtspunkten aufgestellt ist, gibt es unterschiedliche Gründe für den Kapitalbedarf:

  • Wachstumsfinanzierung (Unternehmensausbau)
  • Buy-out (Mehrheitsbeteiligung bei Unternehmensnachfolge oder Restrukturierung)
  • Large Buy-out (Mehrheitsbeteiligung an Konzernen mit hohen Investitionssummen)

Unternehmen, die bereits erfolgreich am Markt etabliert sind und ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln wollen, benötigen häufig höhere Kapazitäten, wie z.B. Erweiterung der Produktion, neue Produkte, Ausbau von Filialen oder Erschließung neuer Märke in anderen Ländern. Über eine Wachstumsfinanzierung wird das Kapital dafür bereitgestellt. Auch Restrukturierungen, Übernahmen, Management Buy Out (MBO), ein angestrebter Börsengang oder ein Ende der Börsennotierung (Delisting) werden dadurch finanziert.

Wachstumskapital wird benötigt bei:

    • Expansion
      Langfristiges Kapital für die Finanzierung weiteren Unternehmenswachstums
    • MBO (Management Buy out)
      Übernahme des Unternehmens durch angestellte oder externe Manager, vor allem bei nicht geregelter Unternehmensnachfolge durch den bisherigen Unternehmer
    • Restrukturierung
      Kapitalbedarf für die Maßnahmen einer Unternehmenssanierung und zur Tilgung von Verbindlichkeiten
    • Überbrückungsfinanzierungen (Bridging)
      Finanzierung von kurzfristigem Kapitalbedarf, z.B. vor einem Börsengang (Initial Public Offering, IPO) oder zur Verbesserung der Eigenkapitalquote
    • Public to Private (P2P)
      Delisting von börsennotierten Unternehmen durch Aktienrückkauf oder Auflösung von stillen Reserven dauerhaft am Markt unterbewerteter Börsenunternehmen

Large Buy-outs

Large Buy-outs werden vor allem von den großen, internationalen Private Equity-Gesellschaften wie z.B. Blackstone oder Carlyle mit hohen Investitionssummen begleitet. Durch den Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen an Großunternehmen und Konzernen sind kapitalintensive Maßnahmen wie beispielsweise die Übernahme eines Wettbewerbers möglich.

Wie kommt das Geld ins Unternehmen?

„Klassisches“ Private Equity

Private Equity-Gesellschaften legen für das Sammeln von Kapital Private Equity-Fonds auf. Die Anleger investieren in diese Fonds und mit dem Fondskapital erwirbt die Beteiligungsgesellschaft über eine meist gegründete Erwerbergesellschaft (Käufer) Anteile an den Zielunternehmen, um aus den jeweiligen Beteiligungen Renditen zu erzielen.

In der Regel handelt es sich bei den Anlegern um institutionelle Investoren wie Versicherungen, Pensionskassen und Banken, die entsprechend hohe Investitionssummen zur Verfügung stellen können, wie z.B. Versicherungen, die Kundengelder wie die monatlichen Prämien an den Kapitalmärkten zins- und damit gewinnbringend anlegen. Sind es in angelsächsischen Ländern und in Asien vor allem die Pensionskassen, die in Private Equity Fonds investieren, gibt es davon in Deutschland nur wenige, weil sich das deutsche Rentensystem von denen anderer Länder durch die Umlagefähigkeit unterscheidet. Deshalb werben Private Equity-Gesellschaften vor allem im Ausland um Investoren für die Fonds und auch bei sehr vermögenden Privatanlegern.

Der Anlagezeitraum für Private Equity beträgt etwa 10 Jahre, ist also keine kurzfristige Geldanlage. Die vergleichsweise lange Anlagezeit schließt sowohl den Zeitraum der Laufzeit des aufgelegten Fonds ein bis die Zielsumme erreicht ist, als auch die Beteiligungsphase an den Unternehmen bis zum Exit, dem Verkauf der Unternehmensanteile. Nach erfolgtem Verkauf durch die Beteiligungsgesellschaft erhalten die Anleger ihre Anteile aus dem Fonds zum aktuellen Wert zurück.

Börsennotiertes Private Equity (Listed Private Equity)

Eine weitere Möglichkeit für die Beteiligungsgesellschaften, Fondskapital einzuwerben besteht über das börsennotierte Beteiligungskapital (Listed Private Equity). Anleger können über die Börse in dort gelistete, sogenannte Vehikel in Fonds bzw. in Unternehmen investieren und hohe Renditen erzielen. Das hat den Vorteil, dass Anleger nicht wie bei der direkten Einlage in den Fonds zeitlich an ihre Investition gebunden sind bis die Beteiligungsgesellschaft das Unternehmen nach etwa 4-7 Jahren wieder verkauft oder eine Börsennotierung des Unternehmens folgt, sondern sie können ihre Anteile jederzeit über die Börse wieder verkaufen. Auch Managementgebühren und Mindestanlage sind weitaus geringer bei den Börsenprodukten, allerdings ist bei Listed Private Equity das Risiko auch wesentlich höher, so dass sich die Anlageform nur für institutionelle, professionelle Anleger eignet.

Foto Chart2

Der Fonds selbst ist sozusagen als Topf für den Erwerb von Unternehmensanteilen anzusehen. Wird die Zielsumme nicht durch die Einlagen der Anleger während der Laufzeit erreicht, wird sie gegebenenfalls durch Kredite ergänzt, was den Vorteil hat, dass die Beteiligungsgesellschaft ihre Eigenkapitalrendite erhöhen kann (Leveraged Buy-out, LBO). Hat die Erwerbergesellschaft der Beteiligungsgesellschaft die Anteile am Zielunternehmen erworben, wird sie häufig mit dem Zielunternehmen verschmolzen, so dass der Kaufpreis letztendlich zu einem erheblichen Teil vom Zielunternehmen selbst gezahlt wird (Merger Buy-out).

Nach durchschnittlich 4-7 Jahren Haltezeit der Private Equity-Beteiligung trennen sich Beteiligungsgesellschaften in aller Regel von ihren Unternehmensanteilen, um mit einem Verkauf einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen. Dieser sogenannte Exit spielt bereits beim Kauf des Zielunternehmens eine Rolle, denn der Beteiligungsgesellschaft geht es nicht nur um eine lukrative Rendite, während sie am Unternehmen beteiligt ist, sondern vor allem um einen gewinnbringenden Verkauf.

Welche Finanzierungsarten gibt es für Private Equity-Beteiligungen?

Wachstumsfinanzierungen können durch unterschiedliche Kapitalarten erfolgen. Um Anteile an einem Unternehmen zu erwerben werden Eigen- oder Fremdkapital, aber auch Mezzanine-Kapital, einer Mischform von Eigen- und Fremdkapital, eingebracht.

Eigenkapital wird von der Private Equity-Gesellschaft aus dem eigenen Fonds investiert, begrenzt auf das zur Verfügung stehende Fondsvolumen. Sie steht mit diesem Kapitaleinsatz im unternehmerischen Risiko, d.h. bei ausbleibendem Unternehmenserfolg wird auch das eingebrachte Eigenkapital weniger wert. Die Rendite während der Beteiligungsdauer ist wiederum vom Unternehmenserfolg abhängig und es wird keine feste Verzinsung vereinbart.

Als Fremdkapital  (Leverage) werden Kredite von Banken für den Anteilserwerb durch die Private Equity-Gesellschaft bezeichnet Als Fremdkapitalgeber gehen Banken kein unternehmerisches Risiko wie bei der reinen Eigenkapital-Finanzierung ein. Für Finanzierungskredite wird eine feste Verzinsung und Rückzahlung vereinbart. Der Unternehmenserfolg spielt für das Kreditinstitut deshalb keine Rolle.

Mezzanine-Kapital ist eine Mischform zwischen Eigen- und Fremdkapital. Während bei Eigenkapital-Finanzierung das unternehmerische und damit das Haftungsrisiko beim Kapitalgeber liegt, der es einbringt, unterliegt das Fremdkapital diesem Risiko nicht. Mit einer Mezzanine-Finanzierung haftet der Kapitalgeber einerseits, andererseits muss das Mezzanine-Kapital aber zurückgezahlt werden wie Fremdkapital, der Kapitalgeber vereinbart einen Rangrücktritt gegenüber anderen Gläubigern für den Fall einer Insolvenz des Unternehmens. Das bedeutet für die Beteiligungsgesellschaft ein höheres Risiko, dafür erhält sie als Ausgleich aber höhere Renditen gegenüber Fremdkapitalgebern, die stattdessen eine feste Verzinsung erhalten.

Mezzanine-Kapital ist damit für das Zielunternehmen „günstiger“ als Eigenkapital, aber „teurer“ als Fremdkapital. Je nach Ausgestaltung dieser Finanzierungsform ist sie näher am Eigen- oder Fremdkapital.

Venture Capital Seed

Wachstumsfinanzierungen werden in der Regel zu 50-70% mit Fremdkapital einschließlich Mezzanine ausgestattet. Reine Eigenkapital-Finanzierungen sind infolge des hohen unternehmerischen Risikos sehr selten.

Welche Voraussetzungen muss ein Unternehmen für eine Private Equity-Finanzierung erfüllen?

Unternehmen sollten für eine Private Equity-Finanzierung sowohl quantitative als auch qualitative Voraussetzungen erfüllen. Beteiligungsgesellschaften prüfen als Käufer diese Voraussetzungen im Rahmen einer sogenannten Due Diligence, einer sorgfältigen Risikoprüfung aller mit dem Unternehmen im Zusammenhang stehenden Daten und Unterlagen.

Due Diligence

Für eine Due Diligence werden auch entsprechende Fachleute wie Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer u.a. hinzugezogen. Die Prüfungsunterlagen werden in einem Datenraum vom Unternehmen zur Verfügung gestellt. Waren es in der Vergangenheit physische Datenräume, in denen die Unterlagen in Papierform einsehbar waren, sind es inzwischen virtuelle Datenräume, in denen die Unterlagen als Dateien örtlich unabhängig und zeitsparend durch virtuellen, geschützten Zugang der Beteiligten eingesehen werden können.

Bevor eine umfangreiche Due Diligence durch den potentiellen Käufer durchgeführt wird und je nach Größe des Zielunternehmens erheblichen Personalaufwand und Kosten vor allem für die Private Equity-Gesellschaft verursacht, finden Vorgespräche mit dem Management und eine grundsätzliche Prüfung statt, ob das Unternehmen die generellen Voraussetzungen für eine Beteiligung erfüllt. Für die erste Prüfung anhand einer Checkliste genügt oft bereits ein Fact Sheet des Unternehmens.

Quantitative und qualitative Merkmale für Private Equity-Beteiligungen

Quantitative Merkmale für die Beteiligung sind für viele Private Equity-Gesellschaften, die in den deutschen Mittelstand investieren, sind z.B. die folgenden:

  • Mindestens 5 Mio. EUR Umsatz p.a.
  • Profitables & solides Geschäftsmodell
  • Konstanter Cashflow (Geldfluss innerhalb bestimmter Zeiträume; Kennzahl für die Wertermittlung des Unternehmens)
  • Stabiles Unternehmenswachstum in der Vergangenheit & positive Zukunftsaussichten
  • Hoher Marktanteil

Auch qualitativ sollte das Unternehmen gut aufgestellt sein. Zu den qualitativen Merkmalen gehören u.a.:

  • Erfahrenes, qualifiziertes Management, das gegenüber einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Kapitalgeber (Private Equity-Gesellschaft) positiv eingestellt ist
  • Etabliertes & erprobtes Geschäftsmodell
  • Langfristiges Marktpotential & nachhaltige Wettbewerbsvorteile (Alleinstellungsmerkmale gegenüber Wettbewerbern)
  • Vielfältige Kundenstruktur

Welche Exit-Strategien gibt es für Private Equity-Investoren?

Vorrangiges Ziel der Private Equity-Investoren ist es, die Unternehmensanteile zu einem höheren Wert als beim seinerzeitigen Erwerb gewinnbringend zu verkaufen, während sie bis zu diesem Zeitpunkt für die Dauer der Beteiligung erfolgsabhängige Renditen erhalten. Private Equity-Kapitalgeber beteiligen sich im Normalfall zwischen 4-7 Jahren an einem Unternehmen. Nach Ablauf dieses Zeitraums folgt der Exit, der je nach vertraglichen Vereinbarungen und/oder Unternehmenssituation unter Anwendung der verschiedenen Exit-Strategien umgesetzt wird.

Exit

Erfolgreiche Exits können durch die nachfolgenden Maßnahmen erfolgen:

Börsengang des Unternehmens (Initial Public Offering, IPO)

Das erfolgreiche Unternehmen geht an die Börse. Die Unternehmensanteile werden zu einem großen Teil am Markt verkauft. Der Wert ist abhängig vom Kapitalmarktumfeld.

Verkauf von 100% der Anteile

Die Private Equity-Gesellschaft verkauft ihre Anteile vollständig an einen anderen Investor.

Rückkauf der Anteile durch das Unternehmen

Das Unternehmen kauft die Anteile von der Private Equity-Gesellschaft zurück, gegebenenfalls zum Marktpreis.

Refinanzierung

Die Refinanzierung stellt eine Übergangslösung für den Private Equity-Investoren dar, da sie zumindest eine teilweise Wertrealisierung ihrer Anteile erhalten, wenn das Unternehmen sich nicht wie erwartet erfolgreich entwickelt hat. Kann das Unternehmen die Finanzierung nicht fristgemäß zurückzahlen, weil es z.B. verschuldet ist, besteht zum einen die Möglichkeit der Verlängerung der Kreditlinien oder eine Kreditaufnahme durch das Unternehmen, um die Finanzierungsschulden beim Private Equity-Unternehmen zu tilgen. Gelingt eine Refinanzierung nicht, läuft es auf eine Restrukturierung des Unternehmens hinaus.

Restrukturierungsbedürftige Unternehmen befinden sich in einer Krise und sollen durch Restrukturierungsmaßnahmen wieder daraus hinausgeführt werden. Für die Beteiligungsgesellschaft bedeutet das weitere Investitionen und einen hohen Wertverlust der Anteile.

Fazit zu Investitionen in Private Equity

Private Equity bedeutet privates, außerbörsliches Beteiligungskapital, mit welchem Investoren (Private Equity-Gesellschaften) als Kapitalgeber Unternehmensanteile an etablierten Unternehmen erwerben. Da es sich um Wachstumsfinanzierungen für bereits am Markt bestehende Unternehmen handelt, wird diese Art der Finanzierung auch Later Stage (Wachstumsphase) genannt, während Venture Capital als Early Stage (Frühphase eines Unternehmens) bezeichnet wird.

In der Regel wird die Wachstumsfinanzierung durch Private Equity-Gesellschaften in das Unternehmen eingebracht, die unterschiedliche Möglichkeiten der Kapitalbeschaffung nutzen. Entweder verfügen sie entweder selbst über das nötige Kapital und investieren direkt oder sie legen einen Private Equity-Fonds auf, in den vorwiegend institutionelle Anleger oder sehr vermögende Privatpersonen investieren. Bei Erreichen des Fondsvolumens werden diese Investitionen für den Erwerb von Unternehmensanteilen verwendet. Es gibt jedoch auch Private Equity-Gesellschaften, die selbst in andere Private Equity-Fonds investieren und keinen eigenen Fonds auflegen oder direkte Investitionen tätigen.

Für den Erwerb von Unternehmensanteilen stehen unterschiedliche Finanzierungsformen zur Verfügung, Eigen-, Fremd- und/oder Mezzanine-Kapital in individueller Ausgestaltung. Während der Beteiligungsphase erhält der Kapitalgeber erfolgsabhängige Renditen bis er sich nach durchschnittlich 4-7 Jahren durch den Exit von seinen Unternehmensanteilen wieder trennt, um durch den Verkauf einen Gewinn aus dem Investment zu erzielen. Je nach wirtschaftlicher Situation und Erfolg des Unternehmens kommen dafür Exit-Strategien wie ein Börsengang (IPO), Verkauf der Anteile an einen anderen Investor, Rückkauf der Anteile durch das Unternehmen oder eine Refinanzierung in Betracht.

Private Equity ist aus vielen Gründen bei Unternehmern sehr gefragt – sofern sie bereit sind, Anteile am Unternehmen abzugeben und sich auf eine konstruktive Zusammenarbeit einzulassen. Häufig möchten Unternehmer darüber ihre Nachfolge regeln, neue Märkte und Vertriebswege erschließen, Produkte weiterentwickeln, sich von einem eigenen Unternehmensbereich trennen, ein anderes Unternehmen oder eine Sparte übernehmen und ihr Geschäftsmodell weiterentwickeln. Mit zusätzlichem Kapital lassen sich diese Ideen umsetzen und bietet gegenüber der Aufnahme von Fremdkapital über Banken als Kreditfinanzierung den Vorteil, dass mit der Private Equity-Gesellschaft ein Partner in das Unternehmen eintritt, der nicht nur Kapital, sondern bei Bedarf auch Know-how zur Verfügung stellt.

Aus Sicht der Beteiligungsgesellschaft soll das Unternehmen wertvoller werden, d.h. besser und wettbewerbsfähiger. In Deutschland konzentrieren sich Private Equity-Transaktionen hauptsächlich auf den hierzulande wichtigen Mittelstand. Mittelstands-Unternehmen stärken das wirtschaftliche Wachstum und stellen einen großen Anteil der Arbeitsplätze, auch und vor allem in strukturschwächeren Regionen. Die seinerzeit abwertend als „Heuschrecken“ verschrienen Private Equity-Unternehmen sichern als Kapitalgeber deshalb nicht nur Wachstum und Zukunft der Unternehmen, sondern auch Arbeitsplätze und soziale Sicherheit der Mitarbeiter.

 

In Private Equity investieren was last modified: Juli 2nd, 2016 by AngelaZ