Risikomanagement im Forex-Handel – Stop Loss richtig setzen

Der Forex-Handel verspricht Tradern hohe Gewinne, doch im Gegenzug sind auch hohe Verluste möglich. Risikomanagement ist deshalb eine wichtige Maßnahme, um sein Vermögen zu schützen und unnötige Handelsrisiken zu vermeiden. Ein wichtiges Werkzeug sind Stop Loss Marken, die den vorzeitigen Ausstieg aus einer Position sichern, bevor es zu höheren und unkontrollierten Verlusten kommt.

Wie Sie Stop Loss richtig setzen und sicherer handeln, erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Wie funktioniert Forex-Trading?

Währungen (Devisen) werden immer als Währungspaare gehandelt. Der Kauf- oder Verkauf erfolgt zu dem aktuellen Währungskurs, d.h. die Währung steht grundsätzlich in einem Preisverhältnis zu einer anderen Währung, z.B. EUR/USD oder GBP/USD.

Der Devisenhandel ein außerbörsliches Tauschgeschäft, denn es ist nicht möglich nur eine dieser beiden Währungen zu handeln. Eine Währung wird gegen die andere getauscht, d.h. in der Praxis, der Trader kauft die eine und verkauft gleichzeitig die andere Währung. Durch diesen gleichzeitigen Kauf und Verkauf entsteht das Preisverhältnis (nominaler Wechselkurs) der beiden Währungen zueinander.

Forex-Handel für Privatanleger über einen Online-Broker

Private Anleger können Währungen über einen Broker außerbörslich im Interbankenmarkt traden. Diese Kontrakte können individuell festgelegt werden und beginnen bereits mit kleinen Handelsgrößen (Lots), so dass die Investition weitaus geringer ist als an den Devisenbörsen für institutionelle Kunden.

Als privater Anleger über einen Broker im Interbankenmarkt zu handeln, bietet gewisse Vorteile, denn der außerbörsliche Forex Markt ist rund um die Uhr zugänglich, während an den Börsen nur zu den offiziellen Handelszeiten gehandelt werden kann.

Die Voraussetzung ist ein Handelskonto bei einem Forex-Broker mit vergleichsweise geringer Mindestkapitaleinlage, und der Markt ist hochliquide. Bei ECN-Brokern wird ein direkter Marktzugang zum Liquiditätspool, der aus einem Pool von Liquiditätspartnern wie Investmentbanken, Großbanken u.a. Institutionellen besteht, gewährleistet. Trader geben ihre Order direkt über den Broker in den Liquiditätspool und erhalten den bestmöglichen Kurs der dortigen Wettbewerber.

Was bedeutet Stop Loss?

Die Stop Loss-Order ist ein Werkzeug im Online-Handel, um Verlustrisiken zu minimieren. Beim Setzen von Stop Loss Marken schützt der Trader sein Kapital vor Verlusten, wenn schnelle oder unerwartete Kursbewegungen zu verzeichnen sind. Es handelt sich um einen Marktauftrag, der bei einem bestimmten Kursniveau die Position automatisch verkauft, wenn die Kursrichtung entgegen den Erwartungen liegt.  Bei einer Verkaufsorder (Short-Position) liegt die Stop Loss Marke dann unterhalb des Einstiegskurses, d.h. der Verkauf erfolgt bei der Stop Loss Marke und kann nicht darunter fallen und damit höhere Verluste verursachen.

Broker wie IG oder FxPro bieten ihren Kunden sogenannte garantierte Stops, die Position wird garantiert und automatisch ver- bzw. gekauft, wenn die Stop Loss Marke erreicht ist. Problematisch hingegen sind Broker, die nicht über genügend Liquidität verfügen und deshalb die Position nicht zu dem festlegten Stop Loss verkaufen. Die Stop Loss-Order wird dann nicht ausgeführt und kann für den Trader von erheblichem finanziellen Nachteil durch Verlust sein.

Dies kann bei kleineren Brokern durchaus der Fall sein. Wählen Sie deshalb einen zuverlässigen Broker, bei dem entsprechend hohe Handelsvolumina bewegt werden, wie z.B. CMC Markets. Der britische Forex- & CFD-Broker hat im Februar 2017 bereits eine neue Kontoart in Frankreich eingeführt, die garantierte Stops Loss beinhaltet. In Kürze wird dies auch in anderen Ländern verfügbar sein. Im Heimatland Großbritannien wird die Finanzmarktaufsicht FCA künftig strenger regulieren und im Sinne des Anlegerschutzes einige Neuerungen bezüglich der Regulierungsbestimmungen einführen. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag FCA zieht nach mit strengerer Regulierung britischer Broker.

 
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Warum sind Stop Loss Marken so wichtig?

Abgesehen von der Risikominimierung durch Stop Loss bei hoher Volatilität der Kurse sind Stop Loss  Marken auch eine wichtige Strategie, um sich im Handel bei emotionalen Entscheidungen zurückzunehmen. Viele Trader sind nicht selten von Angst oder Gier getrieben. Das ist menschlich, schließlich geht es um ihr Vermögen. Schädlich ist es allerdings auch, denn sie gehen Risiken ein, die sie nicht mehr kontrollieren können.

Stop Loss Marken zu verschieben gehört hier ebenfalls dazu. In der Hoffnung, dass der Kurs sich doch noch in die entgegengesetzte Richtung bewegt, die man bei der Platzierung der Position erwartete, werden Stop Loss Marken immer tiefer gesetzt. Das funktioniert jedoch nur in den wirklich sehr seltenen Fällen und der Wunsch des Traders ist der Vater des Gedanken, nicht der Markt. Stop Loss Level sollte man – einmal gesetzt – nicht mehr nach unten korrigieren.

In unserem Artikel Erfolgreich traden & Emotionen kontrollieren erfahren Sie, wie Sie emotionale Entscheidungen aus dem Bauch heraus beim Trading vermeiden können.

Finanzielle Stop Loss Level richtig setzen

Wo setzt man aber nun einen Stop Loss? Hierfür gibt es zwei wichtige Faktoren. Zum einen sollte der Trader sich entscheiden, wie hoch das Risiko sein soll, welches er eingehen will. Mehr als 2% des Handelskonto-Guthabens sollte es nicht betragen. Zum anderen sollte das Stop Loss Limit im Verhältnis zum möglichen Gewinn stehen, d.h. das Verlustrisiko sollte nicht höher als der mögliche Gewinn sein.

Eine gute Kalkulationshilfe sind hierbei Stop Loss-Rechner, wie z.B. von FxPro.

Stop Loss Rechner von FxPro

Obligatorische Stop Loss Level – Automatischer Verkauf im Handelssystem

Einige Boker bauen in ihr Handelssystem auch obligatorische Stop Loss Level ein, d.h. das System reagiert automatisch auf die Kursveränderungen, die das Handelskapital durch Verluste bedrohen könnten. Normalerweise gibt der Trader die Stop Loss Marken selbst ein, in diesem Fall braucht er dies nicht zu tun, der Verkauf wird automatisch ausgeführt und der Handel der Position ausgestoppt.

Technische Stop Loss Level

Technische Stop Loss Level werden mit Hilfe von Chartanalysen ermittelt, z.B. durch Pivot- oder Unterstützungs- und Widerstandslinien. Sie eignen sich vor allem für längerfristig gehaltene Positionen und werden vergleichsweise tief angesetzt. Entsprechend selten werden sie in der Regel genutzt, weil im Forex-Handel Positionen kaum längerfristig gehalten werden.

 
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Fazit zu Stop Loss

Die Verwendung von Stop Loss Limits ist ein wichtiges Werkzeug des Risikomanagements und sollte wenn immer möglich genutzt werden. Erreicht der Kurs die Stop Loss Marke, wird die Position automatisch verkauft und kann keine höheren Verluste mehr verursachen.

Einsteiger sollten sich auf die Majors unter den Devisenpaaren konzentrieren, auch wenn diese Märke stärkeren Kursschwankungen unterliegen. Stop Loss Limits bieten sich hier geradezu an und helfen Anfängern, die typischen Fehler und daraus resultierende Verluste im Forex-Handel zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Die die erforderlichen Kenntnisse über Nebenwerte und Exoten sind weitaus schwieriger zu erlangen und auch die Informationen dazu nicht unbedingt allgegenwärtig verfügbar. Für Anfänger sind Nebenwerte und Exoten deshalb nicht geeignet.

Auch kann es bei Minors und Exoten zu mangelndem Angebot und Nachfrage kommen, so dass kein oder nur ein vergleichsweise schlechtes Angebot seitens des Interbankenmarktes bzw. der Handelspartner vorliegt. Der Spread (Differenz zwischen Geld- und Briefspanne = An- und Verkaufskurs) kann dann entsprechend hoch sein und erhöht die Handelskosten enorm. 150 oder 200 Pips sind bei exotischen Währungen ein vergleichsweise häufig hoher Spread. Realistisch kalkulierbare Stop Loss Limits sind hier geradezu unmöglich.

Empfehlenswert ist deshalb zunächst das Währungspaar EUR/USD. Es ist das stärkste Währungspaar weltweit und garantiert mit seinem hohen Handelsvolumen praktisch unendliche Liquidität im Markt. Das bedeutet auch, dass für EUR/USD, die zu den sogenannten Majors (Hauptwährungen) gehören, immer und jederzeit Kursangebote im Interbankenmarkt vorliegen. Handeln Trader über einen ECN Broker, werden sie deshalb immer ein Kursangebot für den An- und Verkauf dieser Währungspaare von den Liquiditätspartnern erhalten.

Alle Währungskurse werden stark beeinflusst vom wirtschaftlichen Zustand des betreffenden Währungsraums, was sowohl die aktuelle als auch zukünftige Lage (z.B. aufgrund von Prognosen oder bevorstehenden Ereignissen) im Geltungsbereich der Währung betrifft. Deshalb ist es umso wichtiger, die wirtschaftlichen, finanzwirtschaftlichen und politischen Nachrichten des betreffenden Landes zu beobachten.

Die relevantesten wirtschaftlichen Ereignisse wie z.B. die regelmäßige Bekanntgabe von Berichten und Daten, wie z.B. die bereits Arbeitslosenzahlen in den USA, notieren viele Broker auch im Wirtschaftskalender, der dem Kunden über die Handels-Plattform zur Verfügung steht. Kursschwankungen sind deshalb von vielen unterschiedlichen Faktoren abhängig und Stop Loss ermöglicht eine Kontrolle, bei der der Trader nicht vor dem PC den Kursverlauf verfolgen muss, um gegebenenfalls in den Handel eingreifen zu können.

Der Devisenmarkt ist hochliquide und ständig in Bewegung. Entsprechend viele Marktteilnehmer sind in diesem Markt aktiv. D.h. Kursschwankungen können allein schon durch die Vielzahl der Devisenhändler entstehen, weil extrem hohe Volumina gehandelt werden. Für den Trader ist dies nicht nachvollziehbar, da er nicht weiß, wo welches Volumen gerade gehandelt wird. Auch aus diesem Grund macht es Sinn, Stop Loss Marken einzubauen, um einen möglichen Verlust nicht unter einen zu erzielenden Gewinn rutschen zu lassen.

Stop Loss ist nicht nur ein nützliches Werkzeug zur Risikominimierung, sondern kann – richtig eingesetzt – den Handelserfolg wesentlich verbessern. In Kombination mit Take Profit Limits sparen diese Tools dem Trader nicht nur Zeit und Aufwand, er kann darüber hinaus weit entspannter traden und muss den Kursverlauf nicht permanent verfolgen.

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Risikomanagement im Forex-Handel – Stop Loss richtig setzen was last modified: Februar 25th, 2017 by AngelaZ