Saisonalität im Handel erfolgreich nutzen

Gibt es auch an der Börse eine Saison? Langfristige Kursbeobachtungen der Indizes und damit der Börsen-Barometer wie z.B. dem DAX zeigen eine recht deutliche Wiederholung in bestimmten Monaten des Jahres und deuten damit auf eine Saisonalität. Seit den 30er-Jahren nach dem großen Börsencrash 1929 ist durchaus ein regelmäßiges Sommerloch zu beobachten. Was hat es damit auf sich und was sind die Gründe hierfür?

Ob sich der Ein- und Ausstieg im Herbst bzw. im Frühjahr wirklich lohnt und für welche Anlagestrategie, analysieren wir in unserem nachfolgenden Beitrag.

Saisonalität an der Börse – Welche Monate betrifft es?

In Statistiken der Börsen-Barometer (Indizes) wird es deutlich: Die Monate Dezember, Januar und Februar die durchschnittlich stärksten Börsenmonate handelt. Häufig hält diese Phase auch bis April an.

Am Beispiel des DAX (Deutscher Aktien-Index) über einen statistisch erfassten Zeitraum von 30 Jahren präsentieren sich die Sommermonate deutlich schwächer als die Monate Oktober bis April, wobei sich der März ebenfalls als schwacher Monat erweist.

Deutlich schwächer notiert der DAX in den Sommermonaten und verzeichnet im August/September negative Renditen (Quelle: Reuters, HSBC)

Wirklich schwach in Folge sieht es statistisch aber in den Monaten Mai, Juni, Juli, August, September an der Börse aus.

Wer während des Sommerlochs aussteigt, halbiert sein Risiko also um nahezu die Hälfte auf das Kalenderjahr gesehen. Während der Investitionszeit in den übrigen Monaten mit stärkerer Rendite verfolgt der Anleger die Buy-and-hold-Strategie. Das Portfolio wird auch im oft schwachen März nicht umgeschichtet.

Buy-and-hold bedeutet Kaufen und Halten. Gehalten werden die Wertpapier normalerweise über einen langfristigen Zeitraum. Bei der Strategie Saisonalität bezieht sich Buy-and-hold jedoch nur auf die sechs Monate, in denen die Wertpapiere im Depot verbleiben. In der Zwischenzeit verhält sich der Anleger passiv, er verkauft nicht und braucht sich um sein Portfolio nicht weiter zu kümmern.

Mögliche Gründe für die Saisonalität des DAX

Zum einen begründet eine oft verhaltene Stimmung den jahreszeitlich bedingten Rückgang, zum anderen wird während der schwachen Monate aber auch weniger in Fonds investiert. Dies gilt nicht nur für den deutschen DAX, sondern auch für den US-amerikanischen Dow Jones und viele andere Länder.

Neben der jahreszeitlich bedingten Saisonalität gibt es jedoch auch Monatsstatistiken, die erkennen lassen, dass beispielsweise Aktien um den Monatswechsel herum häufig einen Kursanstieg verzeichnen. Vermutlich wird dies durch zum 1. des Monats fällige Gehaltszahlungen und damit einem erhöhten Anstieg von Investitionen in Fonds und Fondssparpläne hervorgerufen.

Welche Anlageformen lohnen sich unter Berücksichtigung der Saisonalität?

Fertige Anlage-Produkte als Index

Wer auf Saisonalität setzt, kann sogar fertige Produkte am Markt kaufen. Das spart eigene Analysen und die Auswahl einzelner Werte, z.B. mit dem Index DAXplus Seasonal Strategy Performance Index, der auf der Strategie „Sell in Summer“ basiert.

Performance des DAXPlus Seasonal Strategy Performance Index über 5 Jahre (Quelle: comdirect)

 
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Saisonale Investments in andere Indizes

Natürlich können Anleger auch in andere Indizes saisonal investieren. Sie enthalten verschiedene Wertpapiere in unterschiedlicher Anzahl und Gewichtung. An einem Index lässt sich ablesen, ob sich der jeweilige Markt nach oben oder unten bewegt. Die enthaltenen Aktienwerte gelten dabei als repräsentativ.

Während beispielsweise im DAX die 30 größten deutschen Börsenunternehmen enthalten sind, sind im TecDAX die 30 größten deutschen Technologie-Unternehmen gelistet. Die deutschen Indizes DAX, MDAX, TecDAX und SDAX gehören zum Prime Standard, dem gesetzlich regulierten Börsensegment der Deutschen Börse mit den höchsten Transparenz- und Zulassungspflichten.

Da Indizes den Schwerpunkt eines Marktes oder einer Branche als sogenannter Kurs- oder Performanceindex abbilden, findet zwar innerhalb des Index eine Mischung unterschiedlicher Werte statt. Geht es jedoch mit dem gesamten jeweiligen Markt oder der Branche bergab, betrifft das auch die meisten oder schlimmstenfalls alle im Index enthaltenen Unternehmen. Das gilt aber natürlich auch umgekehrt bei einer positiven Marktentwicklung.

Kostengünstige, saisonale Investments in ETFs

Die börsennotierten ETF-Fonds (Exchange Traded Funds) sind kostengünstige Alternative zu klassischen, aktiv gemanagten Investmentfonds. Ein ETF kopiert die Zusammensetzung der Werte eines ganzen Index, wie z.B. dem DAX oder dem MSCI World Index. Das spart nicht nur hohe Verwaltungskosten, sondern geringere Kosten wirken sich auch positiv auf die Rendite aus der Geldanlage aus. Bei passiven ETFs entfällt zudem der Ausgabeaufschlag, der für aktive Fonds von den Fondsanbietern berechnet wird, es entstehen keine Transaktionskosten.

Während bei den aktiv gemangten, klassischen Investmentfonds die bereits genannten hohen Kosten für Handel und Verwaltung und gegebenenfalls auch noch Depotgebühren anfallen, ist der Kauf von ETFs weit weniger kostenintensiv. Alles, was der Privatanleger zunächst benötigt, ist ein Depot. Direktbanken wie z.B. die DKB Bank, DAB Bank oder comdirect bieten eine kostenlose Depotführung.

Für klassische Fonds fällt in der Regel ein Ausgabeaufschlag der ausgebenden Fondsgesellschaft an, bei ETFs ist dies nicht der Fall.

Jährliche Verwaltungsgebühren für klassische Investmentfonds mit aktivem Fondsmanagement betragen häufig zwischen 0,8-3%. ETFs liegen mit 0,3-0,5% oft weit darunter. Besonders günstig sind Renten-ETFs (Anleihen), die Verwaltungsgebühren betragen zwischen 0,15-0,25%.

Kostenseitig wirken sich beim Kauf von ETFs deshalb vor allem die Orderkosten des Anbieters aus. Diese liegen etwa zwischen 0,5-1% des Ordervolumens oder noch weniger.

Risikoreichere Investitionen in Einzelaktien – Saisonalität kann außer Kraft gesetzt werden

Der Kauf von Einzelaktien erfordert zuvor eine intensive Analyse des Unternehmens und dessen Entwicklung hinsichtlich Kursverlauf und Prognose. Eine Fundamental-Analyse kann mögliche Risiken aufdecken, so dass sich gegebenenfalls ein kurzfristiges Investment nicht als positiv erweist. Die Saisonalität kann infolge von individuellen Marktveränderungen für die betreffenden Unternehmen allerdings auch völlig außer Kraft gesetzt werden.

Grundlage für die Fundamentalanalyse ist die Bilanzanalyse des Unternehmens und die kursbezogenen Kennzahlen, wie z.B. Eigenkapitalquote, Kurs-/Umsatz-Verhältnis. Hierzu werden die Unternehmenskennzahlen der börsennotierten Gesellschaften aus Quartals-, Halbjahres- und Jahresberichten ausgewertet und anhand der ermittelten Kennzahlen unter Anwendung von Formeln verglichen.

Das Ziel der Fundamentalanalyse ist es, den angemessenen Wert einer Aktie zu bestimmen. Der derzeit gehandelte Kurs an sich bleibt hierbei unberücksichtigt. Aktueller Börsenkurs bzw. -entwicklung und ein nach ihren Berechnungen angemessener, “fairer” Preis des Wertpapiers sind für Fundamental-Analysten voneinander unabhängig.

Wer in Einzelaktien investiert, sollte also nicht darauf vertrauen, dass der Kurswert zwangsläufig eine Saisonaltät aufweist, da Einzelunternehmen von vielen weiteren Faktoren auf das Kursverhalten abhängig sind.

Investment-Fonds – Langfristige Anlagen ohne Berücksichtigung von Saisonalität

Nicht sinnvoll erscheint dagegen die Investition in aktiv gemanagter Investment-Fonds, da diese Produkte auf Langfristigkeit ausgelegt sind und entsprechend hohe Kosten wie z.B. Ausgabeaufschlag bei Kauf und laufende Verwaltungskosten während der Haltezeit verursachen. Die Auswahl des Portfolios erfolgt aufgrund anderer Gesichtspunkte und ist nicht saisonal ausgelegt.

Welche Risiken beinhaltet die Strategie Saisonalität?

Da es sich bei der Saisonalität um vergleichsweise kurzfristige Investitionen handelt, deren Haltezeit sich lediglich auf wenige Monate beschränkt, dann aber das Portfolio nicht angetastet wird, erfordert dies eine gewisse Disziplin und Konsequenz.

Die Saisonalität an den Börsen beruht auf Statistiken, deren Grundlage wiederum historische Daten sind. D.h. es können durchaus auch Verschiebungen aufgrund von Ereignissen auftreten, die sich drastisch auf die Kursentwicklung auswirken können. Trotzdem zeigt die statistische Betrachtung aber eine recht hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich die Rendite mit dieser Strategie steigern lässt. Vorausgesetzt, außergewöhnliche Ereignisse treten nicht ein.

Alle untersuchten Märkte, ausgenommen Neuseeland, zeigten statistisch in den Wintermonaten eine bessere Performance als in den Sommermonaten. Allerdings wurden hier auch insbesondere Indizes untersucht, die eine Vielzahl von Einzelwerten enthalten wie z.B. der deutsche DAX (Deutscher Aktien Index) oder der US-amerikanische Dow Jones. Dies bezieht sich also auf eine breite Risikostreuung des Portfolios, weshalb sich die Wiederkehr von renditestarken und renditeschwachen Monaten einigermaßen vorhersehbar einschätzen lässt.

Fazit zur Saisonalität

Zu den Vorteilen der Strategie Saisonalität zählt insbesondere, dass Anleger nur wenige Monate in die Wertpapiere investieren. Die übrigen Monate ist das Kapital nicht gebunden, wodurch sich das Investitionsrisiko dementsprechend verringert. Währenddessen kann das freie Kapital beispielsweise in andere Geldanlagen investiert werden.

Darüber hinaus sind während der Haltezeit keine Handelsaktivitäten wie Umschichtungen oder Verkäufe erforderlich, da nach der Buy-and-hold Strategie erfahren wird. Deshalb zählt diese Strategie nicht nur zu den Möglichkeiten, die Rendite zu optimieren, sondern auch zur Risikobegrenzung.

Die Strategie basiert auf historischen Werten und Statistiken. Deshalb gilt auch hier, dass Ergebnisse aus der Vergangenheit keine Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung der verschiedenen Anlagen zulassen.

Saisonale Zyklen an den Märkten zeigen sich immer wieder. Doch die Erklärungsversuche sind höchst vielfältig und sicher nicht einzeln für sich genommen auch der Grund für schwächere oder stärkere Börsenmonate. So soll es z.B. in den Sommermonaten einen schlechteren Nachrichtenfluss der Unternehmen („Sommerloch“) und kaum Dividendenprognosen geben. Doch auch weniger Börsenumsätze während der Urlaubszeit bis hin zu heißem Wetter werden genannt, klingen jedoch für sich genommen wenig überzeugend. Plausibel erscheint hingegen der saisonale Rückgang von Fondsinvestitionen.

Ernster zu nehmende Erklärungen für saisonale Schwankungen an der Börse sind da schon verstärkte Aktivitäten zu bestimmten Stichtagen. Insbesondere das sogenannte Window Dressing am Ende des Jahres zum 31. Dezember, der Jahresend-Rallye. Üblicherweise werden Fonds-Portfolios zu diesem Stichtag umgeschichtet, d.h. die guten Performance-Werte werden aufgestockt, die schlechten verkauft. Zusätzliche Käufe verursachen dann einen Kursanstieg.

Bezogen auf den Gesamtmarkt zeigen Aktien zwar – zumindest über erfasste längere Zeiträume – einen vergleichsweise höheren Kursanstieg in den Wintermonaten, allerdings muss dies nicht in jedem Jahr so sein und trifft auch nicht auf alle Branchen zu. Ausgenommen hiervon sind beispielsweise der Gesundheits- (hier ist der Effekt häufig umgekehrt und die Kurs-starken Monate sind die Sommermonate) und zum Teil auch der Konsumgüter-Sektor.

Insgesamt eignet sich Saisonalität als Strategie als eine von mehreren Komponenten, wenn zusätzlich technische Indikatoren der Chartanalyse und bei Aktien auch die Fundamental-Analyse berücksichtigt werden. Allein auf saisonale Ups & Downs nach Kalender zu hoffe, ist deshalb nicht zielführend.

Berücksichtigen sollten Investoren aber auch hier die Transaktionskosten. Werden beispielsweise 30 unterschiedliche Wertpapiere gekauft, fallen pro Jahr 60x Transaktionskosten für Kauf- und Verkauf an. Achten Sie deshalb darauf, einen günstigen Broker zu wählen.

Wer in fertige Produkte investieren möchte, ist mit den nach Saisonalität zusammengestellten Indizes gut beraten. Die Performance des oben genannten DAXplus Seasonal Strategy Performance Index beispielsweise, überzeugt auch langfristig orientierte Anleger, die nicht selbst zu den börsenschwachen Monaten aussteigen wollen, sondern die Zusammensetzung des Portfolios den Anlage-Profis und Fondsmanagern überlassen wollen. Der DAXplus Seasonal Strategy Performance Index ist bei allen o.g. Brokern, aber auch bei dem besonders preisgünstigen deutschen Anbieter OnVista, einer Tochtergesellschaft von comdirect, handelbar.

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Saisonalität im Handel erfolgreich nutzen was last modified: Dezember 28th, 2017 by AngelaZ