Social Trading

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Social Trading

Social Trading – Was ist das?

Social Trading, auch Copy Trading oder Mirror Trading genannt, hat sich in jüngster Vergangenheit immer mehr im Bereich des Online-Trading etabliert. In der Vergangenheit war Social Trading ausschließlich institutionellen Kunden oder vermögenden Privatanlegern vorbehalten, inzwischen ist diese Handelsoption auch für private Kleinanleger möglich.

Vereinfacht gesagt, handelt es sich beim Social Trading um eine Spiegel- bzw. Kopierfunktion der Handelsentscheidungen von Profi-Tradern auf das eigene Portfolio in einem Depot bei einem Online-Broker. Die Profi-Trader teilen ihr Marktwissen und ihre Trading-Erfahrung im renditeorientieren Handel also mit dem Trader, der als sogenannter Follower diesem Profi auf der Trading-Plattform folgt. Der Trader profitiert von der Kompetenz der Profis und kann sich eigene Überlegungen zu möglichen Handelsentscheidungen sparen.

Social Trading ist praktisch für alle Arten von Trading möglich, sei es Aktien-, Devisen-, Zertifikate- oder Optionsscheinhandel, CFDs oder Binäre Optionen und viele mehr.

Häufig wird Social Trading vor allem in der Vermarktung mit der Idee in Zusammenhang gebracht, doch Andere das Geld für sich verdienen zu lassen und sich selbst währenddessen anderen Dingen zu widmen. Nach der Devise, Kapitalbereitstellung und nach 3 Monaten einmal nachsehen, was daraus geworden ist. Diese Einstellung zum Social Trading birgt ein erhebliches Kapitalrisiko.

Für das Social Trading öffnet der Trader die Positionen (Basiswerte), die er von dem ausgewählten Profi gehandelt haben möchte, dem er folgt, und gibt einen Einsatz aus seinem vorhandenen Kapital ein (Margin). Theoretisch kann er danach die offene Position also dem Profi überlassen. Nichts Anderes tut er im Prinzip bei einer Bank, der er sein Kapital für den Kauf oder Verkauf von Vermögenswerten oder jeglichen anderen Anlagen im Investmentbanking zur Verfügung stellt und auf die Kompetenz der Händler vertraut.

Auch Profi-Trader machen Verluste, auch erhebliche, bis hin zum Totalverlust. Kein Profi ist dem Markt letztendlich überlegen. Eine regelmässige Kontrolle des Verlaufs und regelmässige Gewinn- und Verlustrechnungen sind eine wichtige Voraussetzung für das eigene Risikomanagement. Bahnt sich bereits eine Reihe von Verlusten an, weil der Profi z.B. seine Handelsstrategie geändert hat oder bereits, ist ein schnelles Schliessen offener Positionen möglich und der Trader kann ein weiteres Verlustrisiko begrenzen. Überlässt er sein Trading-Konto allerdings vollständig sich selbst, womöglich auch noch über einen längeren Zeitraum und mit zahlreichen offenen Positionen, sollte ein Saldo von möglicherweise Null beim nächsten Check keine Überraschung sein.

Social Trading-Plattformen

Zunächst einmal stellt sich die Frage, welche Online-Broker Social Trading auf ihrer Handelsplattform anbieten. Das ist nicht bei allen Anbietern der Fall, einige haben eine „hauseigene“ Social Trading-Funktion, andere nutzen einen Provider, der diese Möglichkeit zur Verfügung stellt. Für den Trader macht dies in der Praxis keinen Unterschied. Auch der umgekehrte Weg ist möglich, z.B. kann bei 10Trade als Social Trading-Plattform der gewünschte Broker dazu gewählt werden.

Wichtig ist, daß die Trading-Plattform die jeweilige Order zuverlässig ausführt. Dem Trader nützt es nichts, wenn er gute Profi-Trader für sich handeln lässt, die Trades aber womöglich zeitverzögert oder gar nicht ausgeführt werden.

Wie Sie Ihre Profi-Trader finden

Profi-Trader können ihr Profil bei den Social Trading-Plattformen der inzwischen zahlreichen Online-Broker einstellen. Hierzu müssen sie eine ganze Reihe von Kriterien erfüllen und die Performance wird laufend dokumentiert.

Auch Profi-Trader bieten ihre Leistung nicht gerne kostenlos an, sie werden in den meisten Fällen durch Erfolgsprovisionen (bezogen auf Umsatz und Leistung, aber auch auf die Anzahl der Follower) vom jeweiligen Anbieter dafür bezahlt. Für den Trader ist Social Trading kostenlos, aus den gehandelten Trades werden zwar automatisch indirekte Provisionen abgezogen, was jedoch auch auf vom Trader selbst durchgeführte Handelsentscheidungen erfolgt.

Mit verschiedenen Filterfunktionen wie z.B. Gewinn, Verlust, Risiko, Drawdown, Anzahl der Trades oder Status kann der Trader die Profis, denen er folgen will, bei dem jeweiligen Anbieter listen und unterschiedliche Rankings filtern. Auch bei dieser Auswahl sollte, wie beispielsweise im Aktienhandel, immer gestreut werden. Sich nur an einen Profi zu hängen, der möglicherweise erst seit zwei Monaten dabei ist, ist ein ausgesprochen hohes Risiko. Besser sind mehrere Profi-Trader mit über längere Zeiträume bei guter Performance verlaufenen Handelsentscheidungen. Die Anzahl der Follower oder der Umsatz der letzten 2 Wochen muss dabei also nichts aussagen, wichtig ist ein langfristig guter Verlauf.

Bei einem Kriterium im Sinne eines „erhandelten“ Karrierestatus nach den Kriterien des Anbieters, wie z.B. Professional Trader oder Institutional Trader), gibt es zwei unterschiedliche Varianten. Zum einen nach bestimmten Kriterien erfüllte Performance-Level, in denen Grenzen von festgelegten Werten, wie z.B. einer maximalen Drawdown von 15% und eine bestimmte Anzahl von Trades, vorgegeben sind, zum anderen einem umsatzabhängigen Level. Hier ist der Performance-abhängige Level der sicherere Weg, die Handelsentscheidungen eines Profis zu beurteilen, weil er die Qualität und nicht die Quantität misst.

Für eine Beurteilung der Werte zu den einzelnen Kriterien ist es erforderlich, deren Bedeutung zu kennen, denn sie stehen nicht unbedingt zu einem unmittelbaren Verhältnis zueinander. So kann beispielsweise ein Profi eine überaus hohe Gewinn-Performance vorweisen, hat aber möglicherweise auch einen außergewöhnlich hohen Drawdown (DD). Die Angabe des Drawdown bezeichnet die Angabe des maximal erreichten Wertverlustes bis zur Wiedererreichung des ursprünglichen Wertes und dient der Gewinn- und Risikopotentialermittlung Ein hoher Drawdown ist also keineswegs positiv. Prozentual ist für die Wiedererreichung des Ursprungswertes eine erheblich höhere prozentuale Gewinnsteigerung als der erlittene Kapitalverlust nötig. Sind mit einem Kapital von 10.000 EUR 60% Verlust erzielt worden, beträgt der Restwert nur noch 4.000 EUR. Um den ursprünglichen Wert von 10.000 EUR wiederzuerhalten, ist eine Wertentwicklung von 150% nötig.

Der Trader sollte sich dessen bewusst sein, dass er sein Kapital einem Menschen anvertraut, den er weder persönlich kennt noch im Verlustfall haftbar machen kann. Social Trading erfolgt zu 100% auf eigene Verantwortung. Auch der Online-Broker ist natürlich von jeglicher Haftung befreit. Auch eine historisch hervorragende Performance garantiert keine künftigen Gewinne.

Risikomanagement im Social Trading

Weder im Social Trading noch in jeder anderen Art von Handel sollte der Trader sein letztes Kapital einbringen, beispielsweise um aus der Not heraus schnell an Liquidität zu kommen. Trading sollte immer nur mit Beträgen erfolgen, die nicht für den Lebensunterhalt in jeglicher Form benötigt werden und deren Verlust problemlos verschmerzt werden kann. Auch Rücklagen für den Notfall gehören niemals auf ein Trading-Konto.

Risikostreuung auf mehrere Profi-Trader

Wie bereits erwähnt, ist eine Auswahl von verschiedenen Profi-Tradern sinnvoll, um das Risiko bei „Versagen“ des Einzelnen zu streuen. Auch hat nicht jeder Profi-Trader die gleiche Affinität zu den verschiedenen Produkten, handelt der eine vor allem erfolgreich mit Devisen, versteht sich der Andere auf Aktien besser etc.

Bei der Auswahl ist für den Follower auch zu beachten, dass viele Profis nicht mit echtem Geld handeln, sie nutzen ein Echtgeld-identisches Demo-Konto. Auch wenn Profi-Trader etwas Anderes behaupten, wer nicht mit echtem Geld handelt, handelt sorgloser und möglicherweise risikobereiter, weil er kein Kapital verlieren kann. Achten Sie deshalb auch darauf, ob die gute Performance von einem Echtgeld-Konto stammt.

Trading-Foren sind voll von frustrierten Followern, die nur auf einen einzigen Profi gesetzt und ihr gesamtes Kapital in kürzester Zeit verloren haben. Offenbar fehlt in diesen Fällen aber auch das Bewusstsein, dass auch Verluste zum Trading-Alltag gehören und eine enge Kontrolle über die eigenen Finanzen erforderlich ist. Wer hier vorbehaltlos sein Geld einer Person anvertraut und nach einem Monat auf ein volles Konto hofft, um sich seinen monatlichen Lebensunterhalt auszahlen zu lassen, ist hoffnungslos verloren und hat Social Trading in keinster Weise verstanden.

Kontrolle des Social Trading-Kontos

Nach anfangs sehr enger, am besten täglicher Kontrolle der Performance kann das Social Trading-Konto später nach Auswahl der verbliebenen Profi-Trader mit gutem Verlauf über längere Zeiträume ein- bis zweimal pro Woche geprüft werden. Grundsätzlich sollten Profi-Trader, denen man beispielsweise nach hohen Verlusten nicht mehr vertraut, umgehend aus der Auswahl entfernt und sämtliche dies betreffende Positionen des Portfolios geschlossen werden.

Social Trading – Demo-Konto nutzen

Demo-Konten sind ein generell sehr hilfreiches, unentbehrliches Tool, um Trading-Plattformen zu testen, auch im Social Trading. Viele Anbieter ermöglichen die Auswahl verschiedener Profi-Trader, um die Handelsentscheidungen über einen gewissen Zeitraum zu beobachten ohne ein eigenes finanzielles Risiko einzugehen. Selbstverständlich sollte das Demo-Konto identisch mit dem Echtgeld-Konto sein und keine geschönten Ergebnisse anzeigen. Von einem Demo-Konto sollte der Trader unbedingt Gebrauch machen. Es lässt sich dann auch ein theoretisch erzielter Gewinn oder Verlust pro Handelstag errechnen. Erst wenn der Trader sicher ist, wem er nach einer angemessenen Testphase über mindestens mehrere, mindestens 2 Wochen über das Demo-Konto tatsächlich folgen will, sollte das Echtgeld-Konto genutzt werden.

Für wen ist Social Trading nicht geeignet

Von vornherein nicht geeignet ist Social Trading auf jeden Fall für Trader, die ungern die Kontrolle über das eigene Kapital abgeben. Auch wer zu wenig Zeit für eine regelmäßige Überprüfung des Trading-Kontos und der Performance hat, sollte sich nicht für Social Trading entscheiden. Social Trading erfordert mehr Zeitaufwand, als es häufig dargestellt wird. Wer sein Konto vollständig sich selbst überlässt, handelt grob fahrlässig mit seinem eigenen Vermögen, Verluste wird ihm niemand ersetzen.

Eine gesunde Kapitalbasis ist Voraussetzung für alle Arten von Trading. Wer die letzten gesparten Euro einsetzt oder sich gar Geld dafür leiht, sollte sich vom Trading-Gedanken verabschieden.

Bei welchen Brokern Sie Social Trading auswählen können

Bei den folgenden Brokern 10trade, Zulutrade, etoro und ayondo steht Ihnen auch Social Trading zur Verfügung. Mit einem Klick auf das jeweilige Logo gelangen Sie zu unserem jeweiligen Erfahrungsbericht und können sich von dort direkt beim Broker anmelden:

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etoro Logo

ZuluTrade1

Weitere Infos finden Sie hier:

Wikipedia Beitrag zum Social Trading

Manager Magazin

Social Trading was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ