Forex Spreads – Handelskosten im Devisenhandel

Forex Spreads – Handelskosten im Devisenhandel

Spreads gehören für Trader mit zu den wichtigsten Entscheidungskriterien für oder gegen einen Broker, denn Spreads bezeichnen eine bedeutende Gebühren-Komponente und damit die der Handelskosten. Nach landläufiger Meinung gilt, je niedriger der Spread, desto kostengünstiger kann der Trader bei dem Broker handeln. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, denn es können weitere Kosten anfallen, die den niedrigen Spread und damit den möglichen Gewinn zunichtemachen. In unserem Beitrag informieren wir Sie, wie Sie hohe Handelskosten vermeiden, was Sie über fixe und variable (Floating) Spreads wissen müssen und wieSie einen kostengünstigen Broker finden.Dollarkurs

Wie werden Währungen gehandelt?

Währungen (Devisen) werden immer als Währungspaare gehandelt. Der Kauf- oder Verkauf erfolgt zu dem aktuellen Währungskurs, d.h. die Währung steht grundsätzlich in einem Preisverhältnis zu einer anderen Währung, z.B. EUR/USD.

Der Devisenhandel ist also immer ein Tauschgeschäft, es ist nicht möglich nur eine dieser beiden Währungen zu handeln. Man tauscht eine Währung gegen die andere, also die eine und verkauft gleichzeitig die andere. Durch diesen gleichzeitigen Kauf und Verkauf entsteht das Preisverhältnis der beiden Währungen zueinander, das als nominaler Wechselkurs bezeichnet wird.

Weitere wichtige Informationen zum Devisenhandel finden Sie auch in unseren Artikeln „Devisenhandel für Anfänger“ und „Forex Swaps“.

Was sind Spreads?

Als Spread wird die Differenz zwischen zwei in ihrer Einheit gleich großen Größen im Vergleich bezeichnet. Im Forex-Handel ist damit die sogenannte Geld-Brief-Spanne, d.h. die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs des betreffenden Währungspaares gemeint. Der Kauf einer Währung erfolgt zu dem höheren Briefkurs, der Verkauf zu dem niedrigeren Geldkurs. So regeln sich Angebot und Nachfrage am Markt. Mit den Spreads generieren Broker, Liquiditätspartner (je nach Handelsmodell des Brokers) und Banken ihr Einkommen im Devisenhandel.

Der eigentliche Spread ist die Gebühr, die in sogenannten Pips (der 4. Stelle hinter dem Komma des Wechselkurses) für den Handel mit einem Währungspaar angegeben wird. Diese Kosten werden automatisch bei einem Handel abgezogen und gehen direkt an den Broker, sofern dieser ein Market Maker ist. Bei STP/ECN-Brokern erhält den Spread der Abnehmer im Markt.

Die sogenannten Majors (Hauptwährungen) sind zu vergleichsweise niedrigen Spreads handelbar. Der Markt ist extrem liquide und es sind geringe Spannen möglich. Deshalb orientieren sich Trader vorwiegend an den Spreads der wichtigsten Währungen der internationalen Devisenmärkte, wie z.B. US-Doller, EURO, Britisches Pfund Sterling, Japanischer Yen oder Schweizer Franken. Für den äußerst liquiden Markt EUR/USD fallen die Spreads deshalb häufig sehr niedrig aus.

Trade, Buy & Sell

Ist die Geld-Brief-Spanne bei einem Währungspaar sehr hoch, ist dies ein Indiz dafür, dass der betreffende Markt nicht sehr liquide ist. Das ist in erster Linie bei exotischen Währungen und Nebenwerten der Fall, wie z.B. dem Südafrikanischen Rand (ZAR), der u.a. mit einer hohen Inflation von derzeit über 6% (Stand Januar 2016) belastet ist. Deshalb ist ein Spread von 200 Pips bei dem Währungspaar EUR/ZAR bei Online-Brokern keine Seltenheit. Bei Banken bewegt sich dieser Spread noch weitaus höher, so dass sich der Forex-Handel vor allem über Online-Broker anbietet.

Beispiele für Angaben von Pips bei Währungskursen unterschiedlicher Größenordnungen:

Liegt der Kurs eines Währungspaares in der Größenordnung um 1, wie es bei EUR/USD der Fall ist, ist der Pip die oben erwähnte 4. Stelle hinter dem Komma des Kurses, z.B. EUR/USD 0,00014 entspricht der Spread 1,4 Pips.

Es gibt jedoch auch Währungen, bei denen der Kurs bei um 100 liegt, z.B. alle Hauptwährungen als Paar mit dem Japanischen Yen (USD/JPY, GBP/JPY usw). Hier bezieht sich der Pip nicht auf die 4., sondern auf die 2. Stelle hinter dem Komma, rückt also bei mehr Stellen näher zum Komma. Der Spread USD/JPY mit 0,031 entspricht dann 3,1 Pips.

 
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Fixer vs. variabler Spread – Was ist kostengünstiger?

Spreads sind bei den Brokern meist sehr unterschiedlich hoch. Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass sie bei den Majors am niedrigsten und bei exotischen Währungen am höchsten sind.

Beachten sollten Trader, ob zusätzlich zu den Spreads noch weitere Handelskosten wie Kommissionen oder Provisionen entstehen. Dies besonders dann, wenn der Spread im Vergleich außerordentlich niedrig erscheint, wie z.B. 0,1 Pip auf Majors (EUR/USD). EUR/USD gelten immer als Referenzgröße für die Angabe von Spreads bzw. Kosten, da der Spread hier am niedrigsten angesetzt werden kann, weil es sich um einen höchst liquiden Markt handelt, der hohe Umsätze erzielt.

Fixe Spreads sind besonders für Einsteiger geeignet

Einige Broker unterscheiden zwischen fixen und variablen (auch Floating genannt) Spreads und bieten dafür unterschiedliche Handelskonten. Fixe Spreads fallen bei einem Broker gegenüber den variablen dann höher aus, ändern sich aber nicht. Dies ist besonders für Einsteiger ein Argument für einen Market Maker, der fixe Spreads anbietet und eine sicherere Kostenkalkulation erlaubt, da auch keine weiteren Kosten anfallen.

Profit & Loss

Variable Spreads der ECN-Broker – Günstiger außerhalb der Börsenzeiten in London & New York

Angaben zu variablen Spreads sind zumeist als Durchschnitt der variablen Spreads aus dem Vorjahr berechnet. Diese können natürlich je nach aktueller Marktentwicklung auch erheblich abweichen und sind nur ein Richtwert. Variable Spreads können z.B. auch von den Handelszeiten abhängig sein. So ist der variable Spread bei ECN-Brokern während der Handelszeiten, in denen die höchsten Umsätze getätigt werden, meist niedriger als während der Handelszeiten mit niedrigeren Umsätzen.

Die umsatzstärkste Zeit im Währungshandel ist die Handelszeit der Londoner (9:00-17:30 Uhr MEZ) und New Yorker (14:00-23:00 Uhr MEZ) Börse, während die Umsätze zu den Handelszeiten in Asien (Tokyo) und Australien (Sidney) in den mitteleuropäischen Nachtstunden geringer sind. Sämtliche Öffnungszeiten der internationalen Hauptbörsen finden Sie auch in unserem Beitrag zu den Handelszeiten.

Insgesamt sind die Transaktionskosten also nicht nur aufgrund der Höhe der Spreads zu sehen, sondern nur gemeinsam mit gegebenenfalls entstehenden zusätzlichen Handelskosten wie Kommissionen und/oder weitere Kosten wie z.B. Overnight bzw. Rollover Gebühren für über Nacht gehaltene Positionen.

Verschiedene Broker-Handelsmodelle bieten unterschiedliche Spreads

Market Maker bestimmen den Markt außerhalb des Marktes

Market Maker legen die Kurse, im Devisenhandel also den Wechselkurs nach dem gehandelt wird, nach eigenem Ermessen fest, er entspricht nicht dem tatsächlichen Währungskurs der Devisenmärkte bzw. einem Referenzkurs. Käufe oder Verkäufe des Traders werden nicht an ausführende Banken oder Liquiditätspartner weitergeleitet, sondern vom Broker selbst abgewickelt. Market Maker bestimmen also den Markt außerhalb des Marktes. Die Nachteile  sind in erster Linie Interessenskonflikte zwischen Broker und Trader, außerdem können (müssen aber nicht) mögliche Re-quotes und Slippage-Kosten entstehen und eine verzögerte Orderausführung erfolgen. Vorteilhaft sind fixe Spreads, garantierte Ausführung der Order und meist niedrige Mindesteinlagen auf das Handelskonto.

Market Maker wenden sich mit Service- und Leistungsangebot oft auch an Anfänger und Einsteiger, die bei einigen Anbietern von sehr guten Fortbildungsmöglichkeiten profitieren. Dies sind z.B. CMC Markets oder Smart Markets.

 
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STP- und ECN-Broker –  Direkter Marktzugang und schnelle Orderausführung

Fortgeschrittene Trader sind vor allem an ECN und STP-Brokern interessiert, weil diese den direkten Marktzugang erlauben, eine schnelle Orderausführung erfolgt und keine Interessenskonflikte mit dem Broker entstehen, da nicht gegen diesen gehandelt wird.

STP (Straight Through Processing)-Broker, leiten die Kauf- und Verkausorder des Traders sofort an einen Banken- bzw. Liquiditätspool weiter. Der Liquiditätspool ist vergleichbar mit der Wertpapierbörse beim Aktienhandel, die Orders werden direkt dort ausgeführt. Je größer dieser Pool ist, d.h. je mehr Mitglieder sich in diesem Pool befinden, desto besser der Preis, denn die Banken konkurrieren um das Devisengeschäft. Der beste Preis erhält die Ausführung der Kundenorder. Ist der Liquiditätspool sehr klein, besteht also im schlechtesten Fall nur aus einer Bank, ist der Unterschied zu einem Market Maker in der Ausführung nur gering. Ein aus Trader-Sicht funktionierender Liquiditätspool besteht deshalb aus mindestens einem Dutzend bestenfalls gleichwertigen Liquiditätspartnern.

USD

Bei ECN (Electronic Communication Network)-Brokern handelt es sich um ein virtuelles Tradingnetzwerk. Die Mitglieder dieses Netzwerks sind u.a. Banken und Trader. Order werden bei ECN-Brokern in ein Orderbuch eingestellt und die Kurse allein durch Angebot und Nachfrage innerhalb des Netzwerkes bestimmt.

Die Einnahmen von ECN-Brokern werden deshalb nicht durch Spreads, sondern durch Kommissionen auf die jeweiligen Trades erzielt, da Spreads an die ausführenden Partner im Markt weitergeben werden. ECN-Broker informieren über die Höhe der fälligen Kommissionen je Trade meistens je Handelswert im Asset Index oder in separaten Tabellen, so dass der Trader von vorherein weiß, wie hoch die Kommission des jeweiligen Basiswertes oder der Asset Klasse ist. Die Spreads sind bei STP/ECN-Brokern in den meisten Fällen vergleichsweise niedrig bis sehr niedrig, hinzu müssen aber die Kommissionen gerechnet werden.

Regulierte STP/ECN-Broker sind z.B. Varengold Bank FX, Direktbroker-FX oder IG.

Fazit zu Spreads im Forex-Handel

Der Spread bezeichnet die Geld-Briefkurs-Spanne des betreffenden Währungspaares. Der Kauf einer Währung erfolgt zu dem höheren Briefkurs, der Verkauf zu dem niedrigeren Geldkurs. Der Spread wird in sogenannten Pips (der 4. Stelle hinter dem Komma des Wechselkurses) angegeben.

Die sogenannten Majors (Hauptwährungen) sind zu vergleichsweise niedrigen Spreads handelbar, da der Markt äußerst liquide ist und damit geringe Spannen möglich sind. Für exotische Währungen sind die Spreads wiederum sehr hoch, da der Markt nur sehr wenig liquide ist. Hohe Spreads sind ein Indikator für geringe Liquidität.

Market Maker stellen fixe Spreads bereit, die sich auch bei auch bei starken Kursschwankungen nicht ändern, da keine Orderausführung mit direktem Marktzugang erfolgt und Market Maker die Kurse unabhängig vom eigentlichen Markt selbst stellen. Hier sind Anfänger auf der sichereren Seite, was eine mögliche Änderung der Spreads nach Marktentwicklung des Assets betrifft.

STP/ECN-Broker bieten meist sehr günstige, variable Spreads, hinzukommen jedoch die dann zusätzlich entstehenden weiteren Transaktionskosten wie Kommissionen oder Provisionen. Bei der Broker-Wahl sollten Sie diese Kosten unbedingt berücksichtigen und nicht nur auf die Spreads achten. Variable Spreads je Währungspaar werden in der Regel als ein Durchschnittswert des vorangegangenen Kalenderjahres angeben und sind somit als durchschnittlicher Richtwert zu sehen. Diese können sich durchaus ändern.

Fallen keine Kommissionen an, werden diese Kosten häufig auf die Spreads aufgeschlagen, die auf den ersten Blick hoch erscheinen. Auch hier lohnt es sich, genauer hinzusehen und den Broker deshalb nicht gleich als teuer abzutun.

Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Broker-Handelsmodelle sowie fixe und variable Spreads zuzüglich weiterer Handelskosten sollten gegeneinander abgewogen werden. Nicht immer ist billig auch günstig.

Bezüglich der Kosten sind natürlich auch weitere Gebühren wie z.B. für Ein- und Auszahlungen oder besondere Service-Leistungen zu berücksichtigen. Einige Anbieter verlangen für die Bereitstellung von Marktnachrichten in Echtzeit ein Entgelt, das automatisch monatlich vom Handelskonto abgezogen wird. Auch inaktive Trading-Konten können Geld kosten, bei einigen bereits, wenn drei Monate nicht über das Konto gehandelt wurde. Diese Angaben verbergen sich in den meisten Fällen nur in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen und zählen deshalb zumindest zum Teil zu den versteckten Kosten.

In unseren Tests & Bewertungen legen wir deshalb neben den Kriterien wie Regulierung und seriöse Geschäftstätigkeit unbedingt Wert auf Transparenz des Brokers, die er nicht nur in den rechtlichen Dokumenten, sondern auch offen auf der Webseite darlegt.

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Forex Spreads – Handelskosten im Devisenhandel was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ