Binäre Optionen vs. traditionelle Optionen

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Binäre Optionen vs. traditionelle Optionen – wie unterscheiden sie sich?

Was ist der Unterschied zwischen Binären Optionen und traditionellen Optionen? Wie handelt man diese Finanzinstrumente? Wer in den Handel mit Optionen einsteigen will, sollte die Unterschiede zwischen den verschiedenen Optionsarten kennen und sich für die Handelsart entscheiden, deren Struktur er versteht und mit der er sich sicher fühlt. Wir erläutern Ihnen die Einzelheiten und wen sich welche Optionen am besten eignen.

Was sind Binäre Optionen?

Binär bedeutet „dual“ oder auch „zweiteilig“. Im Zusammenhang mit klassischen Binären Optionen bestehen also zwei Möglichkeiten, eine Option auszuüben, entweder als Call- oder als Put-Option, die Spekulation auf einen steigenden oder sinkenden Kurs des Basiswertes. Nach Ende der Laufzeit erhält der Trader eine vorab festgelegte Rendite, sofern er mit seiner Markteinschätzung richtig lag. Die Renditen für Binäre Optionen liegen im Durchschnitt bei etwa 80%. Hat sich der Kurs des Basiswertes zum Ablauf in die andere Richtung entwickelt, verliert der Trader seinen Einsatz. Abhängig von einer möglichen Verlustabsicherung erhält er dann also kein Geld zurück oder einen Anteil von meist 10%, sofern die Option zu dieser Bedingung gehandelt wurde. Der mögliche Gewinn (Rendite) oder Verlust (Verlust des Einsatzes) steht bereits vorher fest.

Binäre Optionen, die auch „digitale“ oder „exotische“ Optionen genannt werden, haben in den meisten Fällen eine komplexere Auszahlungsstruktur als traditionelle Optionen, z.B. werden hierfür auch Werte aus vorherigen Kursen zugrunde gelegt. Diese ist aber für den Trader nicht erkennbar, so dass es sich in der Praxis um eine leicht verständliche Handelsart handelt, die vor allem bei Einsteigern beliebt ist.

Bei einer Binären Option spekuliert der Trader auf die Entwicklung des gehandelten Basiswertes. In aller Regel sind dies Währungspaare, Indizes, Rohstoffe oder Aktien.

Call Option

Wie unterscheiden sich klassische Optionen von Binären?

Binäre Optionen sind in ihrer oberflächlichen Struktur für Trader weitaus einfacher verständlich als traditionelle Optionen, die zu den sogenannten bedingten Termingeschäften und damit zu den Derivaten gehören. Beide Optionsarten haben jedoch eines gemeinsam, denn sie beziehen sich immer auf die Entwicklung eines Basiswertes.

Bei klassischen bzw. traditionellen Optionen handelt es sich um ein Handelsinstrument für den Erwerb oder Verkauf eines Basiswertes zu einem in der Zukunft liegenden Zeitpunkt. Diese Termingeschäfte beinhalten einen Verpflichtungs- und einen Erfüllungszeitpunkt, wobei beide Zeitpunkte zeitlich auseinanderfallen. Der Trader entscheidet, ob er zu dem Erfüllungszeitpunkt den Basiswert erwirbt oder ihn verfallen lässt. Ein heute geschlossener Vertrag über ein Termingeschäft wird erst zu einem späteren Zeitpunkt erfüllt, die Konditionen sind aber in dem Vertrag bereits festgelegt. Man unterscheidet hier zwischen bedingten und unbedingten Termingeschäften. Lesen Sie hierzu auch unseren ausführlichen Artikel zum traditionellen Options-Handel.

Binäre Optionen werden nicht an einem Börsenplatz wie die traditionellen Optionen an Terminbörsen gehandelt, sondern OTC (over the counter), d.h. zwischen einem Broker (Emittenten) und dem Trader. Der Broker legt den Kurs fest, er agiert als Market Maker, ist also nicht an einen Börsenmarktpreis gebunden. Lediglich in den USA ist der Handel von Binären Optionen auch an der Börse möglich, nämlich bei der American Stock Exchangen (Amex) und der Chicago Board Options Exchange (CBOE).

OTC-gehandelte Finanzinstrumente sind zu jeder Tageszeit und unabhängig von den Börsenzeiten handelbar.

Mobile Trading

Traditioneller Optionshandel – wie funktioniert er?

Bei bedingten Termingeschäften, wie typischerweise den traditionellen Optionen, kann der Käufer selbst entscheiden, ob er das vereinbarte Geschäft zum Erfüllungszeitpunkt auch tatsächlich ausüben will oder verfallen lässt. Es besteht für den Käufer keine Abnahmepflicht, nur der Verkäufer hat eine Lieferpflicht. Für den Verkäufer besteht für die Lieferpflicht kein Wahlrecht, ob er dieser nachkommt oder nicht, er ist dazu verpflichtet, sobald der Erfüllungszeitpunkt eintritt.

Bei einem unbedingten Termingeschäft sind beide Vertragspartner, also Käufer und Verkäufer, verpflichtet, den Vertrag zu erfüllen, d.h. der Käufer muss die Lieferung annehmen und seiner Zahlungsverpflichtung nachkommen. Unbedingte Termingeschäfte im Finanzwesen sind beispielsweise Futures oder Swaps.

Basiswerte für den Handel mit traditionellen Optionen

Optionen können an den Finanzmärkten auf viele verschiedene Basiswerte (sogenannte Underlying) gehandelt werden. Diese sind z.B.

  • Aktien
  • Währungen (Forex)
  • Indizes
  • Rohstoffe
  • ETFs (Exchange-traded funds) = börsengehandelte Investmentfonds
  • Anleihen
  • Nahrungsmittel
  • elektrische Energie u.a.

Rohstoffe - Öl

Voraussetzung ist ein liquider Markt, da sonst keine Wertermittlung des Basiswertes möglich ist. Ausnahme sind einige Optionen, die von zugelassenen Derivate-Händlern wie Investmentbanken und Brokern außerbörslich OTC gehandelt werden. Diese Händler bestimmen den Wert der Option, indem sie mit Sensivitäten und Kennzahlen des Basiswertes die Variablen berechnen.

Vor- und Nachteile des Handels mit Optionen

Ein erheblicher Vorteil ist sowohl bei Binären als auch traditionellen Optionen vor allem ein geringerer Kapitalbedarf als z.B. beim Aktienhandel. Während beim Aktienkauf das Kapital zum Erwerb der Aktie zum aktuellen Preis erforderlich ist, beinhaltet die Option für den Käufer lediglich das Recht, Aktien zu einem bestimmten Preis zu erwerben, er kann die Option aber auch weiterverkaufen, wenn z.B. der Preis für den Basiswert zwischenzeitlich erheblich gestiegen ist.

Stock Index

Die Hebelwirkung ist zwar ein weiterer Vorteil des traditionellen Optionshandels, jedoch nur dann, sofern der Basiswert nicht in die gegenteilige Richtung der Option läuft und die Option zwangsläufig mit einem Totalverlust und/oder mit weiterem Kapitaleinsatz wie einer Nachschusspflicht endet. In diesem Fall kehrt sich die Wirkung um und der Hebel verursacht hohe Verluste, die den Kapitaleinsatz übersteigen. Mehr über den Handel auf Margin erfahren Sie in unserem Beitrag.

Inhaber traditioneller Optionen haben als Käufer keine Pflichten, wenn es sich um die o.g. bedingten Termingeschäfte handelt. Sie können die Option ausüben, sie weiterverkaufen oder am Fälligkeitstag verfallen lassen. Im letzteren Fall wird dann nur die vorher vereinbarte Prämie für die Option fällig. Der Verkäufer einer traditionellen Option trägt wiederum das Risiko, dass er zum Verkauf verpflichtet ist, er muss z.B. die Aktien tatsächlich zu dem Basispreis liefern, wenn der Käufer die Option ausübt. Ist der Kurs während der Optionslaufzeit über den Basispreis gestiegen, macht der Verkäufer einen Verlust, denn er hat auf fallende Kurse spekuliert und könnte sie ohne Option teurer und gewinnbringend verkaufen. Nachteilig ist also vor allem das Verlustrisiko, wenn der Basiswert der Option sich während der Laufzeit in die entgegengesetzte Richtung entwickelt.

Traditionelle Optionen werden in Kontrakten gehandelt, sie bestehen z.B. nicht aus einer Aktie, sondern aus handelbaren Mindesteinheiten von z.B. 100 Stück. Bei Ausübung einer Option werden dann also nicht eine, sondern 100 Aktien je Einheit (Lot) gekauft.

Risiken beim Handel mit Binären und traditionellen Optionen

Binäre Optionen beinhalten das Risiko eines Verlustes des vorab definierten Einsatzes. Mehr kann der Trader nicht verlieren, insofern bleibt es für den Trader überschaubar. Es spielt während der Laufzeit der Option keine Rolle, ob und wie oft sich der Kurs in die entgegengesetzte Richtung entwickelt. Hier ist nur der Kurs am Ende der Laufzeit der entscheidende Punkt.

Traditionelle Optionen der höchsten Risikoklasse am Finanzmarkt an. Optionen sind Spekulationsgeschäfte, die insbesondere bei kurzen Laufzeiten hohe Risiken bergen, auch wenn der Kapitaleinsatz für den Käufer geringer ist als im Wertpapierhandel. Es lassen sich aber auch attraktive, hohe Renditen erzielen.

Profit

Für Verkäufer bestehen beim Handel mit traditionellen Optionen Nachschusspflichten, wenn die Sicherheitsleistung (Margin) im Depot nicht ausreicht und er seiner Lieferverpflichtung nicht nachkommen kann. Durch die Hebelwirkung wird ein Vielfaches des Kapitals bewegt, je höher der Hebel, desto höher das Handelsrisiko und der tatsächlich gehandelte Wert der Position. In unserem Beitrag über Hebel und ihre Funktionsweise erfahren Sie alles Wissenswerte hierzu.

Welche Optionsart ist für Einsteiger geeignet?

Binäre Optionen sind besonders für Einsteiger eine leichter verständliche und kalkulierbarere Handelsart als traditionelle Optionen, aber auch Fortgeschrittene und Profis nutzen dieses Produkt, z.B. für die Absicherung ihrer Positionen mit der sogenannten Hedging-Strategie.

Wichtige Voraussetzung ist bei allen Handelsarten eine gute Marktkenntnis und ein Basisverständnis der Funktionsweisen der einzelnen Finanzprodukte, um die Gewinnchancen wirklich nutzen und strategisch sinnvoll vorgehen zu können. Ist dies nicht der Fall, wird der Handel zum Glücksspiel und verursacht vor allem Verluste.

Traditionelle bzw. klassische Optionen erfordern eine laufende Kurs-Überwachung, denn Trader müssen schnell auf Veränderungen reagieren können. Deshalb ist der Handel traditioneller Optionen mit einem vergleichsweise hohen Zeitaufwand verbunden und der Gewinn oder Verlust steht im Gegensatz zu den Binären Optionen erst zum Zeitpunkt der tatsächlichen Ausübung fest. Bei Binären Optionen ist das nicht der Fall. Während der Laufzeit hat der Trader keinen Einfluss mehr auf den Verlauf seiner Binären Option, während bei traditionellen Optionen beispielsweise mit Stop Loss-Marken oder Trailing-Stops gearbeitet werden kann. Mehr dazu erfahren Sie u.a. in unserem Artikel über den CFD-Handel.

Stop Loss

Auch gibt es unterschiedlich strukturierte Optionen, wie z.B. die amerikanischen (Ausübung während der Laufzeit) oder europäischen (Ausübung nur am Verfallstag) Optionen. Insgesamt ist das Finanzprodukt der tradtionellen Optionen ein kompliziertes Finanzinstrument, welches sich nicht für Einsteiger eignet und umfangreiche Kenntnisse des Traders erfordert. Durch die Auswirkung der Hebel und durch mögliche Margin Calls zur Deckung des Mindestkapitals für geöffnete Positionen bei Kursschwankungen sowie Nachschusspflichten, muss das Trading-Kontoguthaben aus anderen finanziellen Mitteln wieder aufgefüllt werden. Hier besteht das Risiko, dass auch weiteres Vermögen für die Deckung oder den Ausgleich von Positionen in Anspruch genommen werden muss.

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Binäre Optionen vs. traditionelle Optionen was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ