Binäre Optionen – Volatilitätsstrategie

Volatilitätsstrategie – Die Handelsstrategie für unruhige Märkte

Binäre Optionen haben den Vorteil, dass sie neben hohen Renditen einen vergleichsweise geringen finanziellen Einsatz erfordern. Auch für Einsteiger ist das Finanzinstrument leicht verständlich, Trader müssen sich lediglich entscheiden, ob sie auf einen steigenden oder fallenden Kurs spekulieren. Nie sollte jedoch „aus dem Bauch“ oder aus einer Stimmung heraus gehandelt werden. Die Anwendung von Strategien ist sowohl für Anfänger als auch erfahrene Trader unerlässlich.

In unserem Artikel erfahren Sie, für welche Optionen sich die Volatilitätsstrategie eignet und wie sie erfolgreich angewendet werden kann.

Wie funktioniert die Volatilitätsstrategie?

Bei stark schwankenden (volatilen) Märkten  lassen sich keine klaren Richtungen ausmachen und eindeutige Kursverläufe sind im Kurschart nicht zu erkennen. Hier eignet sich die Volatilitätsstrategie, um mit der passenden Handelsart erfolgreich zu traden. Anders als bei der Trendfolge-Strategie, bei der auf die Fortsetzung des jeweiligen Trends des Kursverlaufs gesetzt wird, zielt die Volatilitätsstrategie auf ausgeprägte Kursschwankungen ab. Charts volatiler Märkte wirken hektisch, unruhig und unberechenbar. Der Kursverlauf erfolgt im unruhigen Zickzack-Kurs mit erheblichen Peaks nach oben und unten, ein ständiges Auf und Ab.

Im unruhigen Kursverlauf der BB Biotech-Aktie zeigt sich die starke Volatilität (Quelle: www.finanztreff.de)

Im unruhigen Kursverlauf der BB Biotech-Aktie zeigt sich die starke Volatilität (Quelle: www.finanztreff.de)

Welche Handelsarten für Binäre Optionen eignen sich für die volatilen Märkte und wie handelt man mit der Volatiliätsstrategie?

Berechnungsmöglichkeiten für die Volatilität und die Anwendung als Strategie

Für die Berechnung der Volatilität gibt es unterschiedliche Berechnungsmodelle und technische Indikatoren. Die drei wichtigsten möchten wir nachfolgend kurz vorstellen:

Der gleitende Durchschnitt

Bei den gleitenden Durchschnitt handelt es sich um einen geglätteten Mittelwert er unterschiedlichen Preise des Basiswertes. Dies erfolgt für einen Ausschnitt des Charts, d.h. für einen bestimmten Zeitraum. Danach wird für einen an diesen Ausschnitt angrenzenden Zeitraum der Durchschnittswert errechnet, anschließend ein weiterer usw. Der Mittelwert bildet dann eine eigene Linie neben der Kurslinie mit den tatsächlichen Kursen. Je weiter die Linie des gleitenden Durchschnitts von der Kurslinie entfernt liegt, desto höher die Volatilität des Basiswertes.

Die blaue Linie kennzeichnet den gleitenden Durchschnitt im 38 Tage-Verlauf des Dax (Quelle: www.wikipedia.de)

Die blaue Linie kennzeichnet den gleitenden Durchschnitt im 38 Tage-Verlauf des Dax (Quelle: www.wikipedia.de)

Die ATR (Average True Range)

Auch die Average True Range ist ein Indikator für die Volatilität eines Basiswertes und wird durch eine Chartlinie dargestellt. Sie berechnet den Durchschnitt der tatsächlichen Schwankungsbreite des Kurses und berücksichtigt im Gegensatz zu den herkömmlichen Methoden auch die entstandenen Kurslücken.

Zunächst werden die folgenden Werte ermittelt:

  • Heutiges Hoch abzüglich heutigem Tiefstkurs
  • Heutiges Hoch abzüglich gestrigem Schlusskurs
  • Heutiges Low abzüglich gestrigem Schlusskurs

Der Durchschnitt der Schwankungsbreite ist der jeweils höchste Wert der zuvor errechneten Differenzen. Aus dem höchsten Wert wird eine Chartlinie über einen festgelegten Zeitraum parallel zu der Kurslinie angelegt. Ein hoher Wert bezeichnet einen Tiefstand, ein niedriger Wert einen Hochstand des Kurses.

Die untere Chartlinie stellt die ATR-Linie parallel zum Kursverlaufszeitraum dar (Quelle: www.investor-verlag.de)

Die untere Chartlinie stellt die ATR-Linie parallel zum Kursverlaufszeitraum dar (Quelle: www.investor-verlag.de)

Die Bollinger Bänder

Die bekannten Bollinger Bänder bestehen aus insgesamt drei Chartlinien. Die mittlere Chartlinie is der gleitenden Durchschnitt, die anderen beiden geben die jeweilige Standardabweichung an. Liegen diese Bänder weit voneinander entfernt, kennzeichnen sie eine hohe Votalität.

Die Bollinger Bänder in der Chartdarstellung (Quelle: www.boerse.de)

Die Bollinger Bänder in der Chartdarstellung (Quelle: www.boerse.de)

Bollinger Bänder gehören zum Standard-Programm in den Fortbildungsangeboten guter Broker. Strategien lassen sich sowohl bei Brokern mit umfangreichen Bildungsmaterialien wie z.B. Video-Tutorials und Webinare erlernen als auch über Schulungsanbieter mit Schwerpunkt Trading. Einen professionell gestalteten Kurs mit aufeinander aufbauenden Grundlagen des Tradings bietet z.B. der Online-Schulungsanbieter Shaw Academy.

High Yield-Optionen eignen sich nur für erfahrene Trader

Während auf klassische Binäre Optionen brokerabhängig in aller Regel um die 70-85% Rendite erzielbar sind, können mit High Yield-Optionen Gewinne im mittleren 3-stelligen Prozentbereich erreicht werden. Mit Erträgen zwischen 300 bis zu vereinzelt 650% liegen diese Optionen um ein Vielfaches über den Möglichkeiten bei den „Einsteigeroptionen“ und sind aufgrund des extrem hohen Handelsrisikos nur für Trader geeignet, die über das nötige Wissen und Erfahrung verfügen.

High Yield-Optionen sollten in ihrer Gewichtung nie überproportional das Portfolio beherrschen und nur ein kleiner Teil des Handelskapitals sollte für diese hochriskanten Trades investiert werden. Hohe Renditen verleiten viele Trader zu hohen Einsätzen, auch hier sollte man sich an die Regeln des Risikomanagements halten und verantwortungsvoll und überlegt mit seinem Kapital umgehen.

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Touch-Optionen mit der Volatilitätsstrategie traden

Bei der Volatitätsstrategie geht der Trader von starken Kursausschlägen aus. Hierbei spielt es keine Rolle, ob diese nach oben oder unten erfolgen. Deshalb wird diese Strategie bei den sogenannten Touch-Optionen eingesetzt, einer Handelsart, bei der sehr hohe Renditen zwischen meist 350 bis 500% oder gar mehr zu erzielen sind, die aber auch mit einem extrem hohen Risiko verbunden ist. Maßgeblich ist, dass in der Option der festgelegte Wert während der Laufzeit einmal (One Touch) bzw. nicht (No Touch) erreicht wird. Wo der Kurswert sich am Ende der Laufzeit befindet, ist unerheblich. Touch-Optionen sind keine „Einsteigeroptionen“. Sie gehören in das Portfolio sehr erfahrener Trader.

One Touch-Optionen

Zum Angebot einiger Broker gehören auch die One Touch-Optionen. Im Gegensatz zu den klassischen Put & Call-Optionen handelt es sich hier nicht um die richtige Vorhersage zu einem steigenden oder fallenden Kursverlauf am Ende der Laufzeit. Bei One Touch-Optionen muss ein festgelegtes Kursziel innerhalb der Laufzeit der Option mindestens einmalig berührt werden.

Die zu berührende Kursmarke wird vom Broker vorgegeben. Problematisch bei dieser Handelsart ist, dass das einmalig zu erreichende Kursziel sehr ambitioniert angesetzt wird. Es liegt also recht weit von dem aktuellen Kurswert bei Beginn der Option entfernt. Ob ein One Touch realistisch sein könnte, können sehr erfahrene Trader und Profis möglicherweise einschätzen, für Einsteiger eignen sich diese Handelsart aufgrund des hohen Risikos und der schwierigen Einschätzung nicht

Für die zu den High Yield-Optionen gehörenden Touch-Optionen sind nur bestimmte, ausgewählte Basiswerte aus dem Asset Index des Brokers handelbar. Voraussetzung für einen geeigneten Wert ist, dass er volatil sein und damit vergleichsweise starken Kursschwankungen unterliegen muss. Nicht-volatile Märkte unterliegen nur geringen Kursschwankungen und weisen nicht den typischen Zickzack-Kurs auf, so dass sie für das Traden von High Yield-Optionen ungeeignet sind, da sie den für den One Touch vorgegebenen Kurswert ohnehin nicht erreichen.

Wird bei einer One Touch-Option die Marke während der Laufzeit einmalig berührt, ist die Option gewonnen, auch wenn sie noch nicht abgelaufen ist. Meist erscheint die gewonnene Option deshalb bereits vor Ablauf abgerechnet im System des Brokers auf dem Trading-Konto. Natürlich läuft die Option bis zum Laufzeitende weiter, kann aber nach einmaliger Berührung nicht mehr verloren werden.

Während die One Touch-Marke weit vom Einstandswert angelegt wird und eine Wahrscheinlichkeit des Berührens umso geringer ist, ist bei den No Touch-Optionen (Nicht-Berühren) umso näher gelegen.

No Touch-Optionen

Um eine One Touch-Option zu gewinnen, muss die festgelegte Marke erreicht werden, bei einer No Touch-Option ist sie bei einmaligem Berühren oder Überschreiten verloren, d.h. sie läuft „aus dem Geld“. No Touch-Marken werden deshalb seitens des Brokers im Gegensatz zu den One Touch-Optionen vergleichsweise nah an den Einstandswert gesetzt, um die Wahrscheinlichkeit eines Berührens zu erhöhen und diese ins Verhältnis mit der hohen Rendite zu setzen.

Im Gegensatz zu den One Touch-Optionen, bei denen die einmalige Berührung der vorgegebenen Kursmarke während der Laufzeit erfolgen muss, ist bei No Toch-Optionen die Option natürlich erst zum Ablaufzeitpunkt entschieden. Fand keine Berührung (No touch) statt, ist die Option gewonnen. Bei Berühren des Wertes gilt die Option auch vor Ablauf bereits als verloren, analog zu den One Touch-Optionen für die umgekehrte Voraussetzung.

Gibt es alternative Handelsoptionen für die Volatilitätsstrategie?

Da durch die starken Kursschwankungen die Möglichkeit der Vorhersage, ob der Kursverlauf steigt oder sinkt, von vornherein wegfällt bzw. mit einem Glücksspiel gleichzusetzen wäre, stellt sich die Frage nach alternativen Handelsoptionen, die ein geringeres Handelsrisiko bergen als High Yield-Trades. Allerdings haben diese Alternativen einen Nachteil, der auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich ist.

Put & Call gleichzeitig traden – Handelsoption mit garantiertem Verlust?

Was sich zunächst für eine gute Idee anhört, nämlich bei Unsicherheit einfach sowohl eine Put- als auch eine Call-Option auf einen volatilen Basiswert zu eröffnen, hat am Ende einen rechnerischen Schönheitsfehler. Da die Rendite für diese klassischen Binären Optionen zumeist zwischen 70 und 85% liegt, wird trotz der Tatsache, dass eine der beiden Optionen zu 100% gewonnen wird, ein Verlust erzielt. Die Rendite ist zu niedrig, um einen Profit aus der Option zu generieren oder einen Ausgleich für den verlorenen Einsatz zu erzielen.

Nachfolgend ein Beispiel: Es wird sowohl eine Put- als auch eine Call-Option mit einem Einsatz von jeweils 100 EUR eröffnet. Die Rendite beträgt 80%, die Auszahlung der gewonnen Option beträgt also 80 EUR, der Trader erhält insgesamt 180 EUR aus dieser Option. Mit der verlorenen Option hat er jedoch seinen Einsatz von 100 EUR verloren. Von seinem ursprünglichen Einsatz von 200 EUR erhält er somit nur 180 EUR zurück, 20 EUR sind der tatsächliche Verlust aus beiden Trades.

Diese Alternative eignet sich also nicht, um bei unsicheren, volatilen Märkten einen Gewinn zu erzielen. Im Gegenteil, es erfolgt sogar auf jeden Fall ein anteiliger Verlust am Gesamteinsatz.

Bei der Volatilitätsstrategie besonders wichtig – seine Marktkenntnisse immer auf dem Laufenden halten

Strategien lassen sich nicht ohne das aktuelle Marktwissen anwenden. Volatile Märkte reagieren auf positive oder negative News heftiger als nicht-volatile. Deshalb sollte man z.B. die Unternehmensnachrichten zu Aktien, die man handelt, genau verfolgen. Das muss nicht durch zeitraubendes Suchen nach diesen Informationen geschehen. Automatische News-Benachrichtigungen über eine Suchmaschine oder auf einschlägigen Finanznachrichten-Seiten mit einigen prägnanten Stichworten, können dabei ebenfalls eine große Hilfe sein.

Die Volatilitätsstrategie über ein Demo-Konto erlernen

Wie für das Erlernen anderer Handelsstrategien, ist ein Demo-Konto eine ideale, risikofreie Plattform, um auch die Volatilitätsstrategie zu testen. Zu empfehlen ist eine zeitlich unbegrenzte Demo-Version, die neben dem Live-Konto jederzeit für Trades ohne Kapitaleinsatz genutzt werden kann.

Fazit zur Volatilitätsstrategie

Die Volatilitätsstrategie eignet sich ausschließlich für erfahrene Binäre Optionen-Trader, die daneben über laufend aktuelle Marktkenntnisse verfügen. Traden volatiler Märkte ist nur bei Touch-Optionen sinnvoll und erfordert eine sehr gute Markteinschätzung. Zwar sind hier äußerst hohe Renditen zu erzielen, es besteht aber auch ein sehr hohes Handelsrisiko. Stattdessen sicherheitshalber jeweils eine Put- und Call-Option auf einen volatilen Asset zu eröffnen, eignet sich als Handelsalternative nicht, da im Ergebnis ein anteiliger Verlust am Gesamteinsatz, also keinesfalls ein Profit erzielt wird.

Zu empfehlen ist das Erlernen dieser Strategie über ein risikofreies Demo-Konto. Die Berechnung volatiler Basiswerte sollte man in jedem Fall beherrschen, gute Broker bieten in ihrem Fortbildungsangebot eine Reihe von Lernmaterialien hierzu, z.B. Bollinger Bänder oder Gleitender Durchschnitt. Trading-Software wie der weit verbreitete MetaTrader unterstützt Händler mit zahlreichen Funktionen und Indikatoren, die für die Volatilitätsstrategie hinzugezogen werden.

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Alle Tests & Bewertungen der Binäre Optionen-Broker haben wir in unseren Erfahrungsberichten für Sie zusammengefasst. Wir bewerten neben Seriosität, Kosten, Bedingungen und Service auch die Eignung der Demo-Konten, Art und Umfang des Asset Index und die verfügbaren Handelsarten der Broker, so dass Trader einen vollständigen Angebotsüberblick des jeweiligen Anbieters bekommen. Hier erfahren Sie auch, ob Sie Touch-Optionen handeln und damit die Volatilitätsstrategie erfolgreich anwenden können.

Die Wahl des passenden Online-Brokers ist ein wichtiger Faktor für den Trading-Erfolg und die Kundenzufriedenheit

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Binäre Optionen – Volatilitätsstrategie was last modified: November 24th, 2017 by AngelaZ