Wann lohnt sich der Vorruhestand? – Früher in Rente mit Altersteilzeit & Co.

Vorruhestand und mehr Zeit für Dinge, die neben dem Beruf zu kurz kommen oder die man schon lange einmal machen wollte, sind für viele berufstätige Menschen oft ab Mitte 50 ein Thema. Doch auch Arbeitgeber haben häufiger ein Interesse daran, dem Arbeitnehmer den gleitenden Übergang in den Ruhestand mit einem Altersteilzeit-Modell zu ermöglichen. Denn für sie sinken die Ausgaben und der Arbeitsplatz wird frei für jüngere Arbeitnehmer. Doch sollte man nicht nur die Vorteile für den Arbeitgeber unterstellen, sondern auch eine für beide Seiten komfortable Lösung hervorheben.

Was sind die Vor- und Nachteile des Vorruhestandes durch vorgezogene Altersrente, des Lebensarbeitszeitkontos und der Altersteilzeit? Was gilt es zu beachten? Und wer kann überhaupt früher in Rente gehen?

Alle wichtigen Informationen zu Vorruhestand, Lebensarbeitszeitkonto und Altersteilzeit-Modellen lesen Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

Welche Überlegungen zum Vorruhestand sind vorab wichtig?

Persönliche Überlegungen zum Vorruhestand

Neben den finanziellen Aspekten unter Berücksichtigung der aktuellen Ist-Situation und dem zukünftigen Einkommen stehen auch persönliche Überlegungen an. Gleichgültig, ob man sich zum Vorruhestand durch vorgezogene Altersrente, Lebensarbeitszeitkonto oder ein Altersteilzeit-Modell entscheidet.

Persönliche Fragen, die man sich vor dem vorzeitigen Austritt aus dem Berufsleben zunächst stellen und ehrlich beantworten sollte, sind:

  1. Habe ich eine oder mehrere ausfüllende Aufgaben, wenn ich nicht mehr arbeite, oder wird voraussichtlich Langeweile und/oder Frustration aufkommen?
  2. Welche Interessen habe ich jetzt neben meinem Beruf und welche kann bzw. will ich ausüben, wenn ich nicht mehr arbeiten muss?
  3. Kann ich mich jetzt wirklich abschließend von meinem beruflichen Umfeld trennen? Oder werde ich mich ungefragt einbringen oder meinen ehemaligen Vorgesetzten/Kollegen mit unangemessen häufigen Besuchen oder Telefonaten auf die Nerven gehen?
  4. Neige ich dazu, unstrukturiert in den Tag hineinzuleben, wenn ich nicht mehr arbeite? Wie kann ich meine neu gewonnene Zeit sinnvoll strukturieren und nutzen?
  5. Wie steht mein engstes, persönliches Umfeld zu einer vorzeitigen Aufgabe meines Berufs? Und wie lange wird der/die Partner/in gegebenenfalls noch berufstätig sein?
  6. Habe ich Verwandte, Freunde und Bekannte, die ebenfalls bereits im Ruhestand sind und mit denen ich gemeinsam meine Freizeit gestalten kann? Oder bin ich der/die Einzige im Freundes- oder Bekanntenkreis und laufe Gefahr oft allein zu sein, weil Andere keine Zeit haben?

Die vorgenannten Fragen setzen mehr oder weniger voraus, dass der derzeitig ausgeübte Beruf Freude macht und nicht zur Belastung wird, die überfordert oder immer schwerer fällt. Das muss natürlich nicht der Fall sein, auch ältere Arbeitnehmer können weiterhin leistungsfähig und engagiert sein. Trotzdem sollte man auch die folgenden Überlegungen zur Arbeit und seiner gegenwärtigen Einstellung dazu anstellen:

  1. Macht mir die Arbeit Freude und füllt mich aus?
  2. Verstehe ich mich gut mit den Kollegen? Habe ich Schwierigkeiten vor allem mit jüngeren Kollegen oder Vorgesetzten? Vermisse ich die „guten alten Zeiten“ im Unternehmen und trauere ihnen nach?
  3. Habe ich öfter Leerlauf oder ist mir das Arbeitspensum zu viel?
  4. Bin ich erschöpft, müde oder fühle mich überfordert?
  5. Habe ich gesundheitliche Probleme, die sicher oder wahrscheinlich auf meine Arbeit zurückzuführen sind
  6. Kann ich mich am Wochenende und im Urlaub entspannen oder nimmt die Arbeit zu viel Raum in meinem Leben ein?
  7. Bin ich für meinen Arbeitgeber auch außerhalb der Arbeitszeiten erreichbar? Will ich das ändern und kann es nur nicht, weil sich diese permanente oder unangemessen ausgedehnte Erreichbarkeit nicht mehr rückgängig machen lässt?

Finanzielle Überlegungen – Kein Vorruhestand ohne finanzielle Abschläge

In Deutschland gibt es für Arbeitnehmer leider keine Möglichkeit, ganz ohne Abschläge in den Vorruhestand zu gehen. Hier heißt es abwägen, mit welchen finanziellen Einbußen man vorübergehend bzw. dauerhaft für die Zeit der gesamten Rentenbezugsdauer leben kann bzw. will. Wie können die unvermeidlichen Abschläge durch private Altersvorsorge, z.B. Riester-Rente, Kapitalanlage wie Entnahmeplan oder Sofortrente oder durch eine zusätzliche Betriebsrente gegebenenfalls aufgefangen werden?

Welche Arten des Vorruhestandes gibt es und welche Vor- und Nachteile haben Vorruheständler?

Vorgezogene Altersrente – Hohe Einbußen bei Frührente

Das reguläre Renteneintrittsalter liegt mittlerweile bei 67 Jahren. Wohl die meisten Arbeitnehmer würden gerne schon früher in Rente gehen und mit 60 Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Der Gesetzgeber hat dem jedoch einen Riegel vorgeschoben, weil der Staat die Rentenbeiträge der älteren Arbeitnehmer dringend benötigt. Die Möglichkeiten einer vorgezogenen Rente beschränken sich deshalb lediglich auf wenige Ausnahmen. Dazu gehören:

  • Rente wegen Erwerbsminderung oder Schwerbehinderung (ganz oder teilweise erwerbsunfähig, ohne Altersgrenze, keine Berufs- oder Branchenbeschränkung)
  • Branchenabhängiges, früheres Renteneintrittsalter für bestimmte Berufe, z.B. Piloten, unter Tage Beschäftigte etc.
  • Vorgezogene Altersrente für Frauen ab dem 60. Lebensjahr (auslaufend)
  • Vorgezogene Altersrente für langjährig (35 Jahre) oder besonders langjährig (45 Jahre) Versicherte
  • Frührente nach Arbeitslosigkeit bzw. langjähriger Arbeitslosigkeit (auslaufend)

Wer vor dem regulieren Renteneintrittsalter eine vorgezogene Altersrente bezieht, muss aber finanzielle Einbußen in Kauf nehmen. Deshalb ist diese Variante für die meisten Arbeitnehmer wenig attraktiv.

Abschläge für die gesamte Dauer der Altersrente

Für jeden Monat, den der Arbeitnehmer vor dem gesetzlichen Rentenbeginn die vorgezogene Altersrente in Anspruch nimmt, gilt ein Abschlag von 0,3%, maximal 14,4%. Diese Abschläge gelten für die gesamte Rentenbezugsdauer, d.h. ab Erreichen des regulären Renteneintrittsalters erhöht sich die Rente nicht um den zu Beginn der vorgezogenen Altersrente ermittelten Abschlag.

Abschlagsfreie Rente ab 45 Jahren Rentenbeitragszahlungen & Erwerbstätigkeit für Arbeitnehmer

Wer mindestens 45 Jahre Beiträge in die Rentenkasse eingezahlt hat, kann nach derzeitiger Gesetzgebung aufgrund des Koalitionsvertrages zwischen Union und SPD bereits mit 63 Jahren in Rente gehen und erhält diese ohne Abschläge. Das setzt demnach also voraus, dass der Arbeitnehmer bereits ab dem 18. Lebensjahr erwerbstätig und damit durchgehend rentenversicherungspflichtig war.

Mit der Teilrente die Abschläge senken

Wer die Abschläge senken will, kann gegebenenfalls auch eine Teilrente während der Phase des Bezugs einer vorgezogenen Altersrente beziehen, z.B. ein Drittel, die Hälfte oder zwei Drittel des monatlichen Betrages. Die Abschläge für die reguläre Altersrente reduzieren sich dann entsprechend. Nimmt er nur ein Drittel Teilrente in Anspruch, beträgt auch der spätere Abschlag auf die reguläre Altersrente nur ein Drittel.

Beim Bezug einer Teilrente besteht die Möglichkeit, den Fehlbetrag durch Teilzeitarbeit oder Minijobs zusätzlich aufzustocken. Hier stellt sich jedoch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und ob dieses Modell überhaupt Sinn macht, wenn der Vorruheständler diese Zeit bis zum regulären Renteneintrittsalter mit Teilzeit- oder Nebenjobs, die den gesetzlichen Höchsteinkommensgrenzen unterliegen, überbrücken muss.

Betrieblicher Vorruhestand ab dem 58. Lebensjahr bis zur regulären Altersrente

Der Vorruhestand kann ab Vollendung des 58. Lebensjahres des Arbeitsnehmers beginnen, sofern dies mit dem Arbeitgeber durch Betriebsvereinbarung oder andere vertragliche Modalitäten als Vorruhestandsregelung vereinbart ist. Das Beschäftigungsverhältnis endet zu dem vereinbarten Datum und der Arbeitgeber zahlt ein Vorruhestandsgeld bis zum Eintritt des frühestmöglichen, regulären Renteneintrittsalters, ab dem die gesetzliche Altersrente bezogen wird.

Das Vorruhestandsgeld gilt als rentenbeitragspflichtiges Einkommen. Wer Vorruhestandsgeld bekommt, zahlt also weiterhin in die Rentenkasse ein und erhöht seine spätere reguläre Altersrente auch während des Vorruhestandes.

Lebensarbeitszeitkonto – Vorruhestandsfinanzierung durch angesparte Arbeitszeit & Gehaltsbestandteile

Das sogenannte Lebensarbeitszeitkonto eignet sich für Arbeitnehmer, die die Möglichkeit haben, zusätzliche Arbeitsleistung wie Überstunden und nicht genommene Urlaubstage aufzubauen oder zusätzliche Vergütungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, Prämien und Boni erhalten und auf die Auszahlung verzichten können. Das ist bei vielen Arbeitgebern allerdings nicht der Fall. Der Jahresurlaub muss genommen werden oder verfällt und Überstunden sind mit dem Gehalt abgegolten oder sie fallen schlichtweg einfach nicht an. Auf Gehaltsbestandteile wie Bonus oder Überstundenvergütung können Arbeitnehmer oft auch gar nicht verzichten.

Ist dies doch der Fall, kann der Arbeitgeber ein Lebensarbeitszeitkonto (Zeitwert- oder Flexi-Konto) für den Arbeitnehmer einrichten, auf dem das Wertguthaben in Geld umgerechnet und angespart wird. Diese Beträge werden dann in einer Rentenversicherung angelegt. Dadurch kann ein vorzeitiger Ruhestand durch Arbeitsfreistellung oder Reduzierung der Arbeitsleistung finanziert werden, während das Arbeitsverhältnis sowie Gehalt und Sozialversicherung bis zum Eintritt in die reguläre Altersrente bestehen bleiben.

Je früher der Arbeitnehmer mit dem Aufbau eines Lebensarbeitszeitkontos beginnt, desto mehr Zeit hat er zwar, ein höheres Wertguthaben zu bilden, muss aber auch umso mehr dafür arbeiten und durch langjährige Betriebszugehörigkeit ein höheres Gehalt erreichen. Das heißt, bei niedrigerem Gehalt, geringeren Gehaltsbestandteilen usw. investiert er anfangs mehr Arbeit bzw. Verzicht in das Wertkonto als später bei höherem Gehalt, Bonuszahlungen etc.

Altersteilzeit – Schrittweiser Übergang in den Vorruhestand kann sich finanziell lohnen

Was versteht man unter Altersteilzeit?

Die Altersteilzeit ist gesetzlich durch das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) geregelt. Unter Altersteilzeit versteht man ein Modell für Arbeitnehmer ab dem 55. Lebensjahr, schrittweise in den Vorruhestand überzugehen. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer für die verbleibende Zeit bis zum Renteneintrittsalter (mindestens 3 Jahre) seine Arbeitszeit halbiert.

Für seine halbierte Arbeitsleistung erhält er jedoch nicht nur die halben Bezüge, sondern mindestens 70% seines Gehalts. Die Differenz um mindestens 20% des aufgestockten Gehalts bei 50% Arbeitsleistung auf 70% sowie die damit einhergehende Aufstockung der Rentenbeiträge (mindestens 80%) trägt dabei der Arbeitgeber.

Die Vereinbarung der Altersteilzeit wird ausschließlich zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber geschlossen. Sie unterliegt dem zugrundeliegenden Altersteilzeit-Vertrag, der gegebenenfalls unter Berücksichtigung der Regelungen der für die Branche zuständigen Gewerkschaften vereinbart wird.

altersteilzeit

Welche Voraussetzungen müssen für die Altersteilzeit erfüllt sein?

Grundvoraussetzung für die Altersteilzeit ist die Vollendung des 55. Lebensjahres des Arbeitsnehmers und natürlich die Bereitschaft des Arbeitgebers, ihm ein Altersteilzeit-Modell anzubieten. Freiberufler oder Gewerbetreibende können keinen Vertrag mit sich selbst oder ihrem Unternehmen abschließen, um eine Altersteilzeit zu vereinbaren.

Für eine Altersteilzeit-Vereinbarung ist für den Arbeitnehmer eine weitere Voraussetzung, dass er innerhalb der letzten 5 Jahre vor Inkrafttreten der Altersteilzeit 1.080 Tage (36 Monate) eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit ausgeübt hat. Es ist unerheblich, ob er vollzeitbeschäftigt war oder nicht, diese Regelung gilt auch für Teilzeit-Beschäftigte und Empfänger von Krankengeld, Arbeitslosengeld oder ALG II.

Welche Altersteilzeit-Modelle gibt es?

Teilzeit-Modell – Teilzeit für die gesamte Dauer der Altersteilzeit

Das Teilzeit-Modell sieht vor, dass der Arbeitnehmer für die gesamte Dauer der Altersteilzeit von mindestens 3 Jahren bis zum Eintritt des regulären Rentenalters seine bisher vereinbarte Arbeitszeit halbiert und dafür das entsprechend um 50% verringerte Gehalt zuzüglich der Aufstockung durch den Arbeitgeber von mindestens 20% erhält.

Blockmodell – Arbeitsleistung im Voraus erbringen & von der späteren Freistellung profitieren

Beim Blockmodell arbeitet der Arbeitsnehmer praktisch vor und erhält bei weiterhin voller Arbeitszeit ebenfalls die um die 50% reduzierten Bezüge zuzüglich Aufstockung, jedoch nur in der 1. Hälfte der Altersteilzeit, also mindestens 1,5 Jahre. In der 2. Hälfte wird er vollständig von der Arbeit freigestellt und erhält weiterhin das reduzierte Gehalt.

Die Halbierung der Arbeitszeit muss sich nicht auf die im Arbeitsvertrag vereinbarte Wochenarbeitszeit beziehen, d.h. sie kann auch blockweise abgearbeitet werden, z.B. in saisonalen Berufen 6 Monate Vollzeit arbeiten, 6 Monate frei o.ä. Maßgeblich ist die individuelle Vereinbarung mit dem Arbeitgeber.

Ganz überwiegend wird das Blockmodell favorisiert, um die Freistellung zu nutzen, vor allem in den klassischen Büroberufen bei Banken und Versicherungen oder im öffentlichen Dienst.

Steuer- und sozialversicherungsfreie Aufstockungsbeträge bei Altersteilzeit

Die Aufstockungsbeträge des Gehalts bei Altersteilzeit sind sozialversicherungs- und steuerfrei. Sie werden allerdings bei der Ermittlung des persönlichen Steuersatzes bei der Einkommenssteuererklärung herangezogen. Somit kann sich der persönliche Steuersatz erhöhen.

 Mögliche Nachteile der Altersteilzeit

Sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber kann das Altersteilzeit-Modell auch Nachteile mit sich bringen.

Für den Arbeitnehmer sind dies:

  • Gegebenenfalls geringeres Einkommen und im Anschluss geringere Rente, abhängig von der Altersteilzeit-Vereinbarung
  • Harter Übergang in den Ruhestand beim Blockmodell von Vollzeit in Freistellung
  • Ganzer oder teilweiser Verlust von Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld, Bonus
  • Wegfall von zusätzlichen Leistungen wie Dienstwagen, Mobiltelefon, Nutzung von Prämienmeilen für Flugreisen, Firmenkreditkarte usw.
  • Finanzielle Nachteile bei Insolvenz des Arbeitgebers oder Arbeitslosigkeit (Arbeitnehmer sollten sich vorher auf jeden Fall über Insolvenz- und soziale Sicherung informieren)

Nicht in jedem Unternehmen ist die Altersteilzeit einfach umsetzbar für den Arbeitgeber. Es können sich für ihn beispielsweise die folgenden Nachteile ergeben:

  • Teilzeit-Modell organisatorisch schwierig umsetzbar, vor allem in größeren Unternehmen und Tätigkeiten, die fortlaufend nötig sind, z.B. Administration
  • Verlust des Arbeitnehmers, dessen Wissen und Erfahrung beim Blockmodell von heute auf morgen
  • Für sorgfältige Einarbeitung (je nach Stelle und Aufwand) keine vorübergehend doppelte Besetzung von Arbeitnehmer und Nachfolger gewünscht oder zu kostenintensiv

Fazit zu Vorruhestand, Lebensarbeitszeitkonto & Altersteilzeit

Während die vorgezogene Altersrente mit hohen finanziellen Einbußen in Form von Abschlägen verbunden ist und diese auch nach Erreichen des regulären Renteneintrittsalters von 65 oder 67 Jahren weiterhin bestehen, zählen Vereinbarungen mit dem Arbeitgeber über Vorruhestandsregelung oder Altersteilzeit zu den attraktivsten Möglichkeiten. Voraussetzung ist jedoch, dass der Arbeitgeber hierzu bereit ist und eine schriftliche Vereinbarung geschlossen wird.

Arbeitnehmer profitieren bei der Vorruhestandsregelung mit ihrem Arbeitgeber von einem frühen Vorruhestand frühestens ab Vollendung des 58. Lebensjahres und erhalten die spätere Altersrente ohne Abschläge.

Für die meisten Arbeitnehmer, vor allem in den klassischen Büroberufen, dürfte vor allem das Altersteilzeit-Blockmodell interessant sein. Auch hier ist eine individuelle Vereinbarung über die Ausgestaltung der Altersteilzeit mit dem Arbeitgeber nötig. Altersteilzeit-Regelungen sind freiwillig, es besteht seitens des Arbeitnehmers kein gesetzlicher Anspruch gegenüber dem Arbeitgeber darauf.

Trotz aller Vorteile, die ein vorzeitiger Ruhestand durch Vorruhestandsregelung und Altersteilzeit mit sich bringen kann, können sich auch Nachteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ergeben. Für den Arbeitnehmer sowohl persönlicher als auch finanzieller Art, für den Arbeitgeber organisatorisch und durch den abrupten Wegfall von Wissen und Erfahrung des Arbeitnehmers, was sich auch als erheblicher Nachteil für einen Nachfolger erweisen kann. Es fehlt häufig eine sorgfältige Einarbeitung, sei es aus zeitlichen Gründen, weil der Nachfolger zu spät eingestellt wurde, der Arbeitgeber die Stelle nicht vorübergehend doppelt besetzen wollte, oder weil der Arbeitnehmer schlichtweg in Gedanken schon mit dem Arbeitsleben abgeschlossen hat.

Eine weitere Option für den Eintritt in den Vorruhestand ist ein Lebensarbeitszeitkonto. Da aber hier während des Arbeitslebens auf erhebliche Gehaltsbestandteile wie Bonuszahlungen, Weihnachts- oder Urlaubsgeld, Überstundenvergütung oder nicht genommener Urlaub verzichtet werden muss, dauert es vergleichsweise lange, bis sich ein nennenswertes Wertguthaben erreichen lässt, welches in eine Rentenversicherung investiert wird. Dadurch kann eine vorzeitige Reduzierung der Arbeitszeit oder eine Freistellung vor Erreichen des regulären Renteneintrittsalters erreicht werden. Jüngere Arbeitnehmer haben den Nachteil, dass sie in der Regel für ein niedrigeres Gehalt weit mehr Arbeitsleistung bzw. Verzicht auf die vorgenannten Gehaltsbestandteile erbringen müssen, um das Lebensarbeitszeitkonto kontinuierlich zu füllen.

Für alle Arbeitnehmer, die ihre spätere reguläre Altersrente ausschließlich aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen, gilt es, sich unabhängig von Vorruhestandsreglungen, Altersteilzeit oder Lebensarbeitszeitkonto eine zusätzliche, private Altersvorsorge aufzubauen. Die Riester-Rente kann sich für einige Arbeitnehmer unter bestimmten Voraussetzungen lohnen. Wer über genügend Kapital verfügt, kann dies als Sofortrente oder Entnahmeplan, z.B. über einen Fonds-Sparplan, anlegen.

Welche Alternativen gibt es für die Vermögensbildung im Alter?

So angenehm, wie sich das Rentnerleben gestalten kann, ist es Voraussetzung, dass ausreichend finanzielle Mittel dafür zur Verfügung stehen. Das ist bei immer mehr Menschen nicht mehr der Fall, so dass die rechtzeitige, zusätzliche Vermögensbildung eine wichtige Komponente für die Zeit nach dem Berufsleben ist. Auch durchschnittlich und gutverdienende Arbeitnehmer sind inzwischen davon abhängig, ob sie später in die Altersarmut abgleiten oder ein Zusatzeinkommen durch Vermögensanlagen bilden können.

Neben der bereits erwähnten Riester-Rente für Arbeitnehmer oder der Rürup-Rente für Selbständige, welche staatlich gefördert werden, oder bereits langfristig bestehende Lebensversicherungen bieten sich vor allem Vermögensanlagen im Kapitalmarkt an.

Wer seine Investitionen breit streut, geht ein geringeres Verlustrisiko ein, d.h. eine gemischte Zusammensetzung eines Portfolios aus beispielsweise Aktien, Fonds, ETFs und Anleihen wirkt sich vorteilhaft aus und ist im Gegensatz zu klassischen Sparanlagen wie Tages- und Festgeld zu minimalen Zinsen weit renditeträchtiger.

Komfortables Vermögensmanagement durch Robo Advisors

Ein noch recht neues Schlagwort im Zusammenhang mit moderner, vollständig digitaler Vermögensverwaltung ohne den Aufwand eines Beratungsgesprächs in einer Bankfiliale sind die sogenannten Robo Advisors.

Komplexe Portfolios lassen sich zu niedrigen Kosten und vergleichsweise geringen Kapitaleinlagen vollständig online über die Plattform der Anbieter erstellen. Dies sind in Deutschland vor allem die jungen FinTech Start-ups, Entwickler von computergestützten Anlagekonzepten auf Basis von Algorithmen. Die Depotverwaltung übernimmt der Partner aus der Vermögensverwaltungs-Sparte einer Bank oder Vermögensverwaltung. Auch das Depot kann nach Auswahl des gewünschten Anlagevorschlags direkt online eröffnet werden. Die Geldanlage erfolgt also komplett papierlos und spart Zeit und Aufwand.

Wesentlicher Vorteil der Robo Advisors sind die niedrigen Kosten im Vergleich zu den klassischen Investmentfonds, denn die Produkte bestehen fast ausschließlich aus passiven Index-Fonds, den sogenannten ETFs (Exchange Traded Funds). Die börsengehandelten ETFs weisen eine breite Risikostreuung auf und erfordern kein aktives Fondsmanagement, so dass die Kosten niedrig gehalten werden können. In zeitlichen Abständen erfolgt lediglich eine automatische Zurücksetzung auf die Ausgangsquote der Abmischung der enthaltenen Anlageklassen, das „Rebalancing“. Auch dies dient der Risikominimierung.

In unseren ausführlichen Erfahrungs- & Testberichten erhalten sie alle Informationen zu den deutschen Anbietern vaamo, VisualVest, Ginmon, Growney, Werthstein und Liqid.

Günstiger Aktien- & Fonds-Handel bei zuverlässigen Online-Brokern

Aktiendepots waren in der Vergangenheit eine meist teure Angelegenheit, denn Filialbanken verlangten von Privatanlegern saftige Gebühren. Das Online-Zeitalter hat hier wesentlich mehr Komfort, Zeitersparnis und nicht zuletzt hohe Ersparnisse bei der Aktienanlage geschaffen.

Unter den deutschen Direktbanken liegt preislich die OnVista Bank – inzwischen übernommen durch die Commerzbank-Tochter comdirect –  an der Spitze der günstigsten Anbieter. Aktien können unabhängig von der Höhe des Handelsvolumens zu einem Festpreis von 5 EUR je Order zuzüglich einer Gebührenpauschale von 1,50 EUR je Börsenplatz gehandelt werden. Zur Verfügung stehen alle deutschen Börsen sowie 13 internationale Börsenplätze.

Noch preisgünstiger, nämlich mit nur 2 EUR je Order zuzüglich einer Gebühr von 0,008% vom Ordervolumen, ist der niederländische Anbieter DEGIRO. Während die großen deutschen Direktbanken darüber hinaus aber auch weitere Produkte wie Sparpläne z.B. in Fonds, wie die derzeit stark nachgefragten Index-Fonds (ETFs), anbieten, beschränkt sich Degiro ausschließlich auf den börslichen Aktienhandel.

Im Vergleich liegen die Konditionen der deutschen Direktbanken deutlich höher, was die prozentuale Gebühr vom Ordervolumen betrifft, z.B. bei der DAB Bank 0,25% bei einem Paketpreis je Order von zunächst preiswert klingenden 4,95 EUR.

 
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Anleihen – Geldanlage für sicherheitsbewusste Anleger

Anleihen gelten als vergleichsweise sichere Anlageform und eignen sich als risikoärmerer Teil bei der Risikostreuung innerhalb des Portfolios. Anleger profitieren von einem festen Zinssatz, der während der Laufzeit zum jeweiligen Stichtag gezahlt wird. Bei Fälligkeit am Ende der Laufzeit erhält der Anleger den Nominalwert (Kaufpreis) zurück.

Bereits bei Herausgabe einer Anleihe steht meisten die Laufzeit und damit der Fälligkeitstermin für die Tilgung bereits fest. Je kürzer die Laufzeit oder Restlaufzeit bei während der Laufzeit verkauften Anleihen, desto geringer das Risiko. Ein Verkauf über die Börse ist bei börslich gehandelten Anleihen jederzeit zum jeweiligen Kurswert möglich. Die Investition ist somit sehr flexibel.

Für Einsteiger eignen sich risikoärmere Anleihen wie deutsche Staats- oder Bundesanleihen und Anleihe-Fonds bzw. Rentenfonds.

Unabhängig davon, ob Sie sich für Einzelwerte oder Anleihe-Fonds entscheiden, gilt es insbesondere bei Anleihen, auf die Transaktions- und Orderkosten zu achten, denn sie können die Rendite erheblich schmälern, zumal Anleihe-Renditen im Vergleich zu Aktien oder Aktienfonds meist niedriger ausfallen. Informieren Sie sich über die jeweiligen Konditionen auch in unseren Erfahrungsberichten zu den Online-Brokerage Anbietern und Testsiegern Consorsbank, comdirect, Maxblue, OnVista Bank, S Broker, 1822direkt, BB Bank und dem besonders preisgünstigen Online-Broker DEGIRO.

 

 

 

Wann lohnt sich der Vorruhestand? – Früher in Rente mit Altersteilzeit & Co. was last modified: November 15th, 2017 by AngelaZ