Wasser als Investitionsmöglichkeit

Wasser als Investitionsmöglichkeit

Wasser

Ökologische Geldanlagen boomen. Alternative Investments werben für die sogenannten grünen Geldanlagen. Erneuerbare Energien, Wasser, Umwelt- und Klimatechnologien und deren Infrastruktur versprechen überproportional hohe Renditen und nachhaltige Investments, die zugleich auch einen signifikanten Mehrwert für Mensch, Umwelt- und Klimabilanz bringen sollen.

Wasser ist ein überaus rares, aber für jeden Einzelnen lebenswichtiges Gut auf der Erde. Wie investiert man in die wertvolle Rohstoff-Ressource? Und welche Wasser-Unternehmen sollte man besser meiden?

Wasser – Lebenswichtiger Rohstoff mit knappen Ressourcen

Neben Luft ist Wasser der einzige Rohstoff, der für den Menschen überlebenswichtig ist. Wasser wird als verwendbares Süßwasser benötigt, welches jedoch gerade einmal 0,60% der weltweiten Wasservorkommen beträgt.

Rund ¾ der Erdoberfläche ist mit Wasser in flüssigem und festem (Eis) Aggregatzustand bedeckt, davon entfallen über 97% auf die Weltmeere als Salzwasser und nur knapp 3% auf Süßwasser, davon 1% auf Seen und Flüsse.

Salzwasser ist für die Nutzung als Trink- und Brauchwasser nicht geeignet. Wasser-Entsalzungsanlagen sind höchst aufwändig und kostenintensiv. Der Mensch greift deshalb auf die vorhandenen Süßwasser-Reserven zurück.

Wasser See

Die Nutzungsmöglichkeit von Oberflächenwasser aus Seen und Flüssen ist abhängig von der Belastung durch Schwermetalle, Pestizide, Säuren und andere Schadstoffe sowie Bakterien. Seen und Flüsse werden durch Niederschläge und Zuflüsse gespeist, die das durch Verdunstung und Versickern abnehmendes Wasservolumen wieder erneuern. Diese Erneuerung der Ressource Wasser ist jedoch abhängig von der Region, d.h. ob dort genügend Niederschläge fallen oder das Wasserreservoir Zuflüsse hat. Ist beides nicht der Fall, bleibt bzw. steigert sich die Konzentration von Schadstoffen und das Wasser ist als verwendbares Süßwasser nicht geeignet.

Etwa 30% der Süßwasservorkommen sind als Grundwasser vorhanden, welches in aller Regel eine bessere Qualität als Oberflächenwasser aufweist. Fossiles Grundwasser bildete sich in der frühen Erdgeologie und erneuert sich nicht. Da es sich zwischen Gesteinsschichten befindet, kann es durch Mineralien und Salze belastet sein, so dass es als verwendbares Süßwasser ebenfalls nicht geeignet ist.

Verwendbares, häufig als Trink- und Brauchwasser bereits ohne vorherige gesonderte Filterung und Behandlung geeignetes Grundwasser ist neugebildetes Grundwasser, das aus Oberflächengewässern oder durch Versickern von Niederschlägen im Erdreich stammt. Es durchläuft oft bereits natürliche Filter- und Reinigungsprozesse. Grundwasserverunreinigungen können jedoch durch landwirtschaftliche Düngemittel und Pestizide, Industrie-Kraftstoffe oder Fäkalien aus Haushalten erfolgen, wenn nicht auf den Grundwasser-Schutz geachtet wird.

Ungleichmäßige, weltweite Verteilung der Verfügbarkeit von Wasser

Da sich die Wasserverfügbarkeit durch die weitere Verringerung der Ressourcen infolge des Klimawandels und geologischer Entwicklung in Zukunft reduzieren wird, hat dies unmittelbare Auswirkungen auf die Nahrungsmittelverfügbarkeit. Durch Dürren, Abnutzung von Anbauflächen und Desertifikation (Vordringen von Trockenflächen und Wüste in fruchtbares Land) verringert sich der Anbau auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Davon sind rund 1,5 Milliarden Menschen betroffen.

In den letzten 25 Jahren hat sich der Zugang zu sauberem Trinkwasser für etwa 2 Milliarden Menschen verbessert, insgesamt haben über 85% der Bevölkerung sauberes Trinkwasser zur Verfügung. Rund 600 Millionen Menschen weltweit haben keinen verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwasser. Hinzu kommt der Zuwachs der Weltbevölkerung, der bis Mitte des Jahrhunderts mit 2-3 Milliarden Menschen angegeben wird. Das bedeutet einen Anstieg des Nahrungsmittelbedarfs von 70% weltweit. Ohne oder mit nur geringer Wasserverfügbarkeit ist die Deckung des Nahrungsmittelbedarfs nicht möglich.

Nach der Landwirtschaft mit 70% haben die Industrie und Energieversorgung (20%) den größten Wasserbedarf. Danach folgen Haushalte mit 10%. In Entwicklungsländern mit hoher Armutsrate werden 80% der Krankheiten durch unsauberes Trinkwasser und schlechte Wasserversorgung verursacht. Enorme Wassermengen werden für die Förderung von anderen Rohstoffen benötigt, z.B. für die Ölförderung.

Die Prognose zur weltweiten Wasserverfügbarkeit im Jahr 2025 (Quelle: Freie Universität Berlin, Fachbereich Geowissenschaften)

Die Prognose zur weltweiten Wasserverfügbarkeit im Jahr 2025 (Quelle: Freie Universität Berlin, Fachbereich Geowissenschaften)

Die Zahlen machen deutlich, wie wichtig die Wasserversorgung für den Menschen ist. Da der Bedarf nur steigen und nicht sinken wird, die Wasservorkommen aber begrenzt sind, sind nachhaltige Investments in Wasser-, Umwelt- und Klimatechnologie nicht nur notwendig, sondern auch für den Investor attraktiv.

Welche Investitionsmöglichkeiten gibt es?

Nachhaltige Geldanlagen

Nachhaltigkeit bedeutet, die Bedürfnisse der heutigen Generation zu befriedigen, ohne zukünftige Generationen zu gefährden, dass sie wiederum ihre Bedürfnisse nicht mehr befriedigen können.

Wird in nachhaltige Geldanlagen investiert, zählen für den Investor nicht nur Sicherheit, Liquidität, Rendite, Steuern und Inflation, sondern auch ökologische, soziale und ethische Gesichtspunkte.

Wassertechnologie und -infrastruktur

Trinkwassergewinnung, Wassermanagement und Wasserreinigung gehören zu den sogenannten Wassertechnologien. Zusammen mit der Wasserinfrastruktur zur Verwendung dieser Technologien kann Wasser nachhaltig und ökologisch als Ressource geschützt werden.

Wasserzertifikate, Wasseraktien und -Fonds

Der Markt nachhaltiger Investments hat sich Einiges einfallen lassen, um auch für Privatanleger eine Palette von Wasser-Finanzprodukten anzubieten, die nicht nur für die höheren Geldanlagen institutioneller Investoren gedacht ist. Eine Kapitalanlage in Wasser kann beispielsweise in Zertifikate, Aktien oder Fonds erfolgen.

Die Auswahl ist zwar begrenzt, es werden aber von namhaften Banken Index-Zertifikate herausgegeben, wie z.B. von der Société Générale und Vontobel.

Für vergleichsweise geringe Geldanlagen eignen sich vor allem Wasserfonds, bereits ab 25 EUR monatlich können Fondsanteile angespart werden. Die Investmentfonds investieren in Einzelaktien, die jeweiligen Unternehmen sind in der Wasserbranche hauptsächlich im Bereich der Wassertechnologie tätig. Zahlreiche Wasseraktien-Fonds wie beispielsweise von DWS, Pictet, Variopartner u.a. setzen auf eine Wertentwicklung zwischen 9,5 und 11,8% p.a. in den nächsten 3 Jahren.

Die langfristige, überdurchschnittliche Wertentwicklung von Wasseraktien-Fonds liegt weit über den aktuellen Niedrig- und Nullzinsen der klassischen Sparanlagen

Die langfristige, überdurchschnittliche Wertentwicklung von Wasseraktien-Fonds liegt weit über den aktuellen Niedrig- und Nullzinsen der klassischen Sparanlagen

Bei den Einzelaktien liegen vor allem die Wasserversorger und Trinkwasser-produzenten der Nahrungsmittelbranche vorne. Bei nachhaltigen Investments geht es jedoch nicht darum, von steigenden Wasserpreisen und den höheren Erträgen der Versorger-Unternehmen zu profitieren , sondern um ökologisch, sozial und ethisch ausgerichtete Investitionen.

In welche Wasser-Unternehmen sollte man als nachhaltig denkender Anleger besser nicht investieren?

Wasseraktien teilen sich in zwei Gruppen. Zum einen die nachhaltigen Investments der Wassertechnologie und Wasserinfrastruktur zur Verbesserung der Wasserversorgung, zum anderen die Lebensmittelkonzerne, die die Nutzungsrechte an Trinkwasser-Quellen in Entwicklungsländern kaufen und damit der Bevölkerung ihr Recht auf den Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehren. Stattdessen wird das Wasser aufbereitet in Flaschen zu überhöhten Marktpreisen an die Bevölkerung verkauft.

Seit Jahren besonders ins Kreuzfreuer der Kritik geraten ist in diesem Zusammenhang Nestlé, doch auch Danone, Coca Cola, Pepsi stehen dem nicht viel nach. Die ungehemmte Vermarktung und Ausbeutung von Trinkwasser-Ressourcen in Entwicklungsländern, vor allem in Afrika und Asien, auf Kosten der Bevölkerung hat mit Nachhaltigkeit natürlich nicht das Geringste zu tun.

Fazit zu Wasser als Investitionsmöglichkeit

Für den Menschen sind Luft und Wasser überlebenswichtig. Verwendbares Süßwasser besteht nur aus einem Anteil von 0,60% am Gesamt-Wasservorkommen auf der Erde. Landwirtschaft, Industrie, Energieversorgung und Haushalte benötigen diese Süßwasser-Ressourcen.

Die Ungleichheit der Wasserversorgung trifft vor allem die Entwicklungsländer, die sich in den überwiegend trockenen Zonen Afrikas und Asiens befinden. Durch Klimaveränderungen fällt weniger Niederschlag und Grundwasservorkommen können nicht gespeist und erneuert werden. Andere Länder wie z.B. China kämpfen mit hoher Wasserverschmutzung vor allem durch Düngemittel und Industrie-Abwässer. Schadstoffe wie Schwermetalle, Pestizide, Säuren, Fäkalien usw. machen das Süßwasser unbrauchbar. Extremviele Wassermengen werden auch für die Förderung und Verarbeitung anderer Rohstoffe verbraucht, z.B. Öl und auch Baumwolle.

Die in der Regel höchste Qualität von Süßwasser wird aus Grundwasser gewonnen, welches durch Niederschläge erneuert wird. Klimaveränderungen verringern jedoch die dringend benötigten Niederschläge vor allem in den trockeneren Zonen der Erde. Geologische Veränderungen wie Deserfikation, das Vordringen von Trockenzonen in fruchtbares, landwirtschaftlich genutzes Land, machen landwirtschaftliche Nutzflächen für die Nahrungsmittelgewinnung untauglich.

Um all dem entgegenzuwirken und sauberes Trinkwasser und Brauchwasser zu gewinnen, werden Wassertechnologien und Wasserinfrastrukturen benötigt.

Nachhaltige Investments sollen nicht nur die für den traditionellen Investor wichtigen Punkte Sicherheit, Liquidität, Rendite, Steuern und Inflation beinhalten, sondern sie setzen einen weiteren Schwerpunkt auch auf ökologische, soziale und ethische Grundsätze. Investitionen in Wasser als Trinkwasser-Ressource für die heutige Generation, aber auch die Sicherstellung der Bedürfnisse für künftige Generationen gewinnen immer mehr an Bedeutung.

Unternehmen, die den Bereichen Wasserinfrastruktur und Wassertechnologien wie Trinkwassergewinnung, Wassermanagement und Wasserreinigung, tätig sind, stehen derzeit bei den Anlegern hoch im Kurs. Renditen im zweistelligen Bereich sind besonders bei nachhaltigen Aktienfonds keine Seltenheit mehr.

ine begrenzte Auswahl besteht zwar bei den Index-Zertifikaten im Wasserbereich, Aktienfonds die vor allem Aktien von Unternehmen, vor allem aus der Wassertechnologie, beinhalten, gibt es aber inzwischen bei einer Vielzahl von Fondsgesellschaften wie DWS, Pictet, Robesco u.a. Hier liegt die erwartete Rendite weitestgehend bei über 10% p.a. nach 3 Jahren. Den mit Abstand größte Wasser-Fonds mit einem Volumen von 2,4 Milliarden Euro ist der Pictet Water Fonds. In den vergangenen 3 Jahren steigerte sich der Kurs um fast 38%.

Ausgenommen von nachhaltigen Investments sind die Lebensmittelkonzerne, die sich als Einzelaktien oben in den Ranking-Listen tummeln. Zwar gehören auch sie zum Trinkwasser-Bereich, sollten aber kritisch auf ihre Geschäftspraktiken und die Profitausrichtung durch den Kauf von Nutzungsrechten an Trinkwasser-Quellen gesehen werden. Vor allem Unternehmen wie Nestlé und Danone, aber auch Coca Cola und Pepsi haben durch die Ausbeutung von Trinkwasser-Ressourcen ihren Ruf unter den Anlegern, die nach ökologischen, sozialen und ethischen Grundsätzen investieren, ruiniert.

Auch die großen Wasserversorgungsunternehmen gehören genaugenommen nicht zu den nachhaltigen oder ökologischen Investitionen, denn der Anleger spekuliert gerade nicht auf Preiserhöhungen für die Verbraucher und die dadurch bedingten, höheren Erträge des Unternehmens, sondern auf nachhhaltige Projekte und Ressourcen-Schonung. Für ihn steht auch der gesellschaftliche Nutzen mit im Vordergrund, wobei trotzdem oder gerade deshalb überdurchschnittlich hohe Renditen erzielbar sind.

Große, börsennotierte Wasserversorger haben zudem häufig noch ein weiteres Problem. Sie fahren teils erhebliche Verluste ein, weil mehr als die Hälfte der Wassermenge auf dem Weg durch die Leitungen zum Verbraucher versickert. Bei Städten mit sehr alter Infrastruktur, wie z.B. die Großstädte London und New York, ein Fass ohne Boden, denn die Erneuerung der alten, maroden Leitungen ist finanziell nicht zu bewerkstelligen. Hier lassen sich Verluste der Versorger in ihrer Bilanz im wahrsten Sinne des Wortes nur durch „das Stopfen von Löchern“ reduzieren. Für den nachhaltigen Investor also auch keine Option, denn der wertvolle Rohstoff Wasser wird obendrein noch verschwendet, weil die Infrastruktur zu schlecht ist.

Viele Länder weltweit investieren derzeit in ihre Wasserversorgung und in den Auf- und Ausbau einer effizienten Infrastruktur. Hierzu werden auch Unternehmen aus dem Ausland beauftragt, die mit dem nötigen Know-how die Großprojekte durchführen, so z.B. der deutsche Konzern Fristo, der in St. Petersburg die Trinkwasserversorgung erneuert hat. Jährlich fließen etwa 380 Milliarden Euro in neue oder in die Modernisierung von bestehenenden Wasser-Infrastrukturen.

Die ökologische Geldanlage in Wasser liegt bei Anlegern im Bereich Alternative Investments deshalb nicht ohne Grund im Trend. Die begrenzt verfügbare Rohstoff-Ressource ist für jeden Einzelnen nicht ersetzbar. Wasser-Infrastruktur und -technologien sind gefragt wie nie. Das Angebot an Investitionsmöglichkeiten ist derzeit gut und wird sich aufgrund der aktuell hohen Nachfrage weiter erhöhen.

Die bestehenden Wasser-Fonds verzeichnen hohe Kurssteigerungen über die letzten 3 Jahre. Zudem sind Fonds die einfachste Anlage, im Gegensatz zum Aktiendepot kümmert sich der Fondsmanger um die Zusammensetzung und Fondsanteile sind bei Liquiditätsbedarf auch schnell wieder zu verkaufen.

 
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Wasser als Investitionsmöglichkeit was last modified: Juni 14th, 2016 by AngelaZ