Wie handelt man ETFs? – Index-Fonds erfolgreich traden

ETFs spielen für Privatanleger und Sparer als kostengünstige, transparente und lukrative Anlageform eine immer größere Rolle. Als Sparplan mit monatlichen Einzahlungen sind die Index-Fonds auch für Anleger mit kleinerem Budget eine attraktive Alternative zu den gemanagten Fonds der Kapitalanlagegesellschaften mit oft hohen Ausgabeaufschlägen und Verwaltungskosten.

Warum es sich lohnt, in ETFs zu investieren, wie es funktioniert und wo sie eine Vielzahl der Index-Fonds handeln können, erfahren Sie in unserem nachfolgenden. Beitrag.

Was sind ETFs?

Als ETFs bezeichnet man sogenannte Exchange Traded Funds, an der Börse gehandelte, passive (nicht gemangte) Index-Fonds. ETFs bilden 1:1 einen Index ab wie z.B. den DAX oder den MSCI World. Steigt der Kurs eines Index, erhöht sich auch der Wert des entsprechenden ETFs entsprechend.

Inzwischen werden ETFs in einer großen Vielzahl angeboten. Nahezu alle weltweiten Indizes sind auch als ETFs für Industrien, Wertpapierarten oder Investmentstile erhältlich z.B. für Aktien, Immobilen, Anleihen, Währungen, Rohstoffe oder Hedge Fonds.

Die Deutsche Börse in Frankfurt hat inzwischen eine eigene Plattform für ETFs eingeführt. Im XETRA-Handel sind inzwischen weit über 1.000 Exchange Traded Funds gelistet.

Wie auch viele andere Fonds der Kapitalanlagegesellschaften, sind ETFs zum Teil auch sparplanfähig. Anleger können monatlich in ETFs als Sparraten wie z.B. vermögenswirksame Leistungen (VL) investieren. Langfristige Investitionen über beispielsweise 10 Jahre können eine gute Rendite erzielen. Darüber hinaus ist die Risikostreuung vorteilhafter im Gegensatz zu Einzelaktien oder anderen Wertpapierarten.

Ein besonderer Vorteil der passiven ETFs ist die transparente und günstige Kostenstruktur, da sie den Index abbilden und keine Umschichtungen durch Fondsmanager vorgenommen werden, so dass ein hoher Kostenanteil entfällt.

Was sind die Unterschiede zwischen ETFs und klassischen Fonds?

Für klassische Fonds, die aktiv gemanagt werden, wird zunächst ein Verkaufsprospekt mit den definierten Anlagerichtlinien und dem Anlageschwerpunkt, Anlageregion etc. des Fonds erstellt und veröffentlicht. Enthält der Fonds beispielsweise zu einem hohen Anteil Aktien, besteht ein höheres Risiko bei gleichzeitig höherer möglicher Rendite.

Fondsmanager stellen auf Grundlage des Verkaufsprospekts die Wertpapiere für den Fonds zusammen. Fonds haben hierbei immer zwei Zielsetzungen. Zum einen soll die Performance des Fonds besser sein als vergleichbare Produkte der Konkurrenz, zum anderen soll die Fondsentwicklung besser sein als die vergleichbaren Indizes. Das ist jedoch nur bei 5-30% der Fonds der Fall und die betreffenden Fonds entwickeln sich schlechter als oder annähernd wie der Gesamtmarkt. Wichtig für Anleger bei der Wahl klassischer Fonds ist deshalb vor allem die Performance der vergangenen Jahre.

Bei Fonds, die schlechter als der vergleichbare Index abschneiden, bietet es sich natürlich an, stattdessen gleich direkt in den Index zu investieren. ETFs sind durch die weit niedrigeren Kosten eine günstige Alternative. Bei klassischen Fonds liegen die Kosten bei durchschnittlich 1,5% p.a. Bei ETFs sind keine Fondsmanager notwendig, da der betreffende Index bereits vorgegeben ist und kein Portfolio aufgebaut werden muss.

Welche Kosten fallen bei Kauf von ETFs an?

Während bei den aktiv gemangten, klassischen Investmentfonds die bereits genannten hohen Kosten für Handel und Verwaltung und gegebenenfalls auch noch Depotgebühren anfallen, ist der Kauf von ETFs weit weniger kostenintensiv. Alles, was der Privatanleger zunächst benötigt, ist ein Depot. Direktbanken wie z.B. die DKB Bank, DAB Bank oder comdirect bieten eine kostenlose Depotführung.

Für klassische Fonds fällt in der Regel ein Ausgabeaufschlag der ausgebenden Fondsgesellschaft an, bei ETFs ist dies nicht der Fall. Wer klassische Fonds bevorzugt erhält bei zahlreichen Anbietern Rabatte auf den Ausgabeaufschlag von bis zu 100%, z.B. bei Maxblue.

Jährliche Verwaltungsgebühren für klassische Investmentfonds mit aktivem Fondsmanagement betragen häufig zwischen 0,8-3%. ETFs liegen mit 0,3-0,5% oft weit darunter. Besonders günstig sind Renten-ETFs (Anleihen), die Verwaltungsgebühren betragen zwischen 0,15-0,25%.

Kostenseitig wirken sich beim Kauf von ETFs deshalb vor allem die Orderkosten des Anbieters aus. Diese liegen etwa zwischen 0,5-1% des Ordervolumens oder noch weniger. Bei der DKB Bank wird beispielsweise eine Gebühr von nur 1,50 EUR berechnet, wenn der ETF als Sparplan angelegt wird.

Sparpläne – ETFs als langfristiger Vermögensaufbau

Sparpläne sind ideal für einen langfristigen Vermögensaufbau. Sei es zur Altersvorsorge oder als finanzielles Polster neben dem Beruf. ETF Sparpläne sind bereits ab wenigen EUR monatlich möglich. Bei dem Robo Advisor Growney können Sie bereits ab monatlich 1 EUR und damit in der Höhe Ihres Wunschbetrages investieren. Wer mit Sparplänen Vermögen aufbaut, sorgt durch die monatlichen Ratenzahlungen darüber hinaus für ein geringeres Risiko als ein Anleger, der möglicherweise Wertpapiere zum falschen Zeitpunkt kauft.

Risikoklassen bei ETFs

Wer sich für einen Robo Advisor wie z.B. vaamo oder Werthstein entscheidet, um in kostengünstige ETFs zu investieren und gleichzeitig auf ein gutes Serviceangebot Wert legt, wird zunächst sein Risikoprofil festlegen, um die passenden Investment-Vorschläge des Anbieters zu erhalten. Hierfür entscheidet sich der Anleger für die Risikoklasse, die sich auf die Zusammensetzung seines Portfolios auswirkt. Wählt er die in Frage kommenden ETFs selbst aus und nicht über die Profilerstellung bei einem Robo Advisor, findet sich die Risikoklasse auf dem Produktinformationsblatt des betreffenden ETFs.

Fonds werden in die folgenden 5 Risikoklassen unterteilt:

Risikoklasse 1: Sicherheitsorientiert mit geringem Risiko

Risikoklasse 2: Ertragsorientiert mit moderatem Risiko

Risikoklasse 3: Wachstumsorientiert mit höherem Risiko

Risikoklasse 4: Risikoorientiert mit überdurchschnittlichem Risiko

Risikoklasse 5: Spekulativ mit unbegrenztem Risiko

Vor- & Nachteile von ETFs

Vorteile von ETFs

Niedrige Kosten

Für ETFs entfallen die für klassische Fonds üblichen Ausgabeaufschläge. Die jährlichen Verwaltungsgebühren sind weit niedriger als für aktiv gemanagte Investmentfonds. Orderkosten bei Brokern und Direktbanken sind häufig sehr günstig.

Gute Renditechancen

Die Renditen der ETFs liegen gegenüber den Zinsen für Tages- & Festgeld wesentlich höher.

Handel über die Börse

Da es sich um börsengehandelte Index Fonds handelt, können sie an der jeweiligen Börse jederzeit ge- bzw. verkauft werden. Für Anleger insbesondere z.B. dann ein Vorteil, wenn kurzfristig Kapital benötigt wird.

Realtime-Kurse

Während Fonds-Kurse in der Regel nur einmal täglich aktualisiert werden, geschieht dies bei ETFs laufend in Echtzeit.

Große Auswahl an unterschiedlichen Index Fonds

Inzwischen gibt es eine sehr große Auswahl an Index Fonds, so dass Anleger in die unterschiedlichsten Anlageklassen, Branchen und Regionen sowie entsprechend ihrem Risikoprofil investieren können.

Sparplanfähige Anlagemöglichkeit

ETFs sind auch als Sparplan mit geringen monatlichen Einzahlungen möglich.

Nachteile von ETFs

Kursschwankungen

Wie alle börsengehandelte Produkte unterliegen auch ETFs den typischen Kursschwankungen, so dass Gewinne und Verluste gleichermaßen möglich sind.

Bonitätsrisiko bei Anleihe-ETFs

Bei ETFs auf Anleihen besteht das für Anleihen übliche Bonitätsrisiko. Dies hängt jedoch von den betreffenden Anleihen bzw. des Emittenten ab und wird durch die Risikostreuung im Index Fonds vergleichsweise geringgehalten.

Tracking Errors bei der Abbildung des Index

Als Tracking Errors bezeichnet man die nicht korrekte Abbildung des Index. Dieser soll 1:1 sein, d.h. aus der gleichen Gewichtung besteht auch der ETF. Ist dies nicht der Fall, wirkt sich dies natürlich auf das Ergebnis, d.h. die Rendite aus. Dies kann sowohl positiv als auch negativ ausfallen.

Unterschiedliche Arten von ETFs – Direkte & indirekte Replikation

Neben den unterschiedlichen Kosten und einem lohnenden Preisvergleich sowie einem preisgünstigen Anbieter mit kostenlosem Depot und gutem Service gibt es zwei unterschiedliche Arten von ETFs, und zwar mit direkter und indirekter Replikation. Das bedeutet im Einzelnen:

Ein ETF mit direkter Replikation wird der Index 1:1 abgebildet, die im Index enthaltenen Wertpapiere werden ge- und verkauft. Zur Renditesteigerung werden vereinzelt auch weitere Aktien in das Portfolio aufgenommen und Wertpapiere mit geringer Gewichtung herausgenommen. Die Gewichtung verändert sich also diesbezüglich im Vergleich zum eigentlichen Index. Deshalb kann es zu Kursabweichungen zwischen ETF und dem entsprechenden Index kommen, die meist aber gering sind.

Bei ETFs mit indirekter Replikation wird der Index nicht 1:1, sondern mittels Swaps abgebildet. Der Anbieter des ETFs handelt mit einem direkten Handelspartner, dem Swap Kontrahenten, und platziert die Wertpapiere über Nacht. Diese ETFs sind zwar günstiger und dadurch kann die Rendite höher sein als die o.g. Variante, aber auch risikoreicher, denn der Handelspartner kann u.U. zahlungsunfähig werden, was hieße, dass der Anleger sein gesamtes Kapital verliert.

Fazit zu ETFs

ETFs sind eine kostengünstige und transparente Alternative zu klassischen Fonds. Da die mittlerweile bei Privatanleger sehr beliebten Exchange Traded Fund eine attraktive Alternative zu klassischen Fonds oder Einzelaktion mit höherem Risiko darstellen, haben inzwischen zahlreiche Broker, Direktbanken, aber auch die sogenannten Robo Advisors in ihr Angebot aufgenommen.

Ein ETF (Exchange Traded Fund) kopiert einen Index in einen Anlagefonds und bildet ihn 1:1 nach. Im Gegensatz zu gemanagten (aktiven) Fonds, wird in einem ETF nicht laufend das Portfolio durch den Fondsmanager umgeschichtet, um die Zusammensetzung zu optimieren, sondern es bleibt in der Zusammensetzung des Index bestehen. Das spart hohe Kosten für das Fondsmanagement, die für aktive Fonds anfallen und dem Anleger weiterbelastet werden. So liegen beispielsweise die Kosten für den MSCI World ETF von HSBC (MSCI World Ucits) aktuell bei nur 0,15% p.a., während aktiv gemangte Aktienfonds bei 2-3% und höher liegen, wobei hier auch noch ein Ausgabeaufschlag fällig wird.

ETFs sind börsennotiert und können jederzeit am Markt ge- oder verkauft werden. Die Kursaktualisierung erfolgt im Normalfall alle 60 Sekunden, die traditionellen Index-Fonds von Investmentgesellschaften werden hingegen nur einmal täglich berechnet. Das bedeutet, dass der Kauf und Verkauf von ETFs auch mehrmals täglich während der Handelszeiten möglich ist und Anleger schnell auf Marktveränderungen reagieren können. ETFs eignen sich aber vor allem auch für den langfristigen Vermögensaufbau, einige sind auch als Sparpläne mit monatlichen, regelmäßigen Einzahlungen oder einer Einmalzahlung erhältlich.

Der MSCI World Index wird als ETF beispielsweise von zahlreichen Anbietern angeboten. Am bekanntesten und auch am größten nach Fondsgröße in Mio. USD sind die iShares ETFs von BlackRock. Allein an der Börse Frankfurt sind derzeit 12 MSCI World ETFs gelistet. Handelbar zu günstigen Konditionen beispielsweise über die Direktbanken comdirect oder OnVista Bank.

In ETFs ist eine vergleichsweise breite Risikostreuung enthalten, umso mehr, wenn es sich um internationale Indizes handelt, die länder- und branchenübergreifende Aktien beinhalten. Die enthaltenen Wertpapiere haben wie im Index eine unterschiedliche Gewichtung. Das schützt Anleger davor, möglicherweise viel Geld zu verlieren, wenn in einen hohen Anteil einer Aktiengesellschaft, in nur eine Branche oder länderspezifisch wie in klassischen Aktienfonds investiert wurde. ETFs verfügen deshalb über ein geringeres Verlustrisiko. Schlechte Performance einzelner Papiere oder Branchen kann besser durch andere aufgefangen und gegebenenfalls auch wieder ausgeglichen werden.

Andere Fondsprodukte wie Geldmarktfonds, Immobilienfonds, Zielfonds, Mischfonds und Rentenfonds eignen sich weniger für Anleger mit begrenzten Investitionsmöglichkeiten. Entweder sind sie sehr spekulativ (Geldmarktfonds), renditeschwach (Rentenfonds), teuer (Immobilienfonds) oder mit extrem langen Laufzeiten versehen wie z.B. Zielfonds mit bis zu 30 Jahren.

Wer besonders komfortabel anlegen will oder sich eine eigene Auswahl auch aufgrund der Vielfältigkeit des Angebots von ETFs nicht zutraut, kann beispielsweise bei Ginmon, Growney, vaamo, Liqid, VisualVest oder Werthstein bequem online sein Risikoprofil auswählen. Die Gewichtung des Portfolios kann gegebenenfalls angepasst werden. Auch Sparpläne sind bei den meisten der genannten digitalen Vermögensverwalter erhältlich.

Unter Robo Advisor versteht man computergestützte Programme, die anhand von Algorithmen errechnete Anlagekonzepte und -strategien erstellen. Auf Basis von historischen Daten, unterschiedlichen Modellen und Risiko-Profilen erhalten Kunden individuelle Investitions-Vorschläge mit den dazugehören Wertentwicklungs-Prognosen über die digitale Plattform. Die auch digitale Vermögensverwaltung genannten Robo Advisor legen ihren Produkt-Fokus hauptsächlich auf ETFs mit breiter Risikostreuung und zu geringen Kosten.

Depoteröffnung und -verwaltung erfolgen über einen Vermögensverwalter. Anleger wickeln ihre Geldanlagen vollständig online ab, haben jederzeit Zugang zu ihrem Depot und können die Wertentwicklung transparent und papierlos verfolgen.

Die Mindestanlagebeträge sind meist vergleichsweise niedrig, können vereinzelt aber auch höher ausfallen. Bei Growney sind Sparpläne bereits ab 1 EUR im Monat möglich, während die Mindestanlage bei Liqid 100.000 EUR als Einmalzahlung beträgt. Somit ist für jedes Budget der Anleger ein passender Anbieter dabei.

Robo Advisors legen ihren Schwerpunkt auf die Risiko- und Kostenminimierung, um bei gleichem Risiko höhere Renditen als die klassischen Anlagen bei Banken und Investmentgesellschaften zu erzielen.

Doch auch Broker und Direktbanken verfügen über umfangreiche Angebote zu ETFs, wie z.B. DEGIRO mit besonders günstigen Handelskonditionen, DKB Bank, S Broker, Maxblue, 1822direkt, flatex oder die DAB Bank.

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Wie handelt man ETFs? – Index-Fonds erfolgreich traden was last modified: Juni 5th, 2017 by AngelaZ