Forex Arbitrage – Handelsstrategien für FX-Trader

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Forex Arbitrage – Die kurzfristige Handelsstrategie für erfahrene FX-Trader

Wie Sie von der Forex-Handelsstrategie Arbitrage profitieren können

Das französische Wort „Arbitrage“ bedeutet „freies Ermessen“, „freie Wahl“ oder auch „nach Gutdünken“. Im wirtschaftlichen Sinne versteht man unter Arbitrage den Handel von Gütern, Devisen, Anleihen, Rohstoffen oder Wertpapieren, die an verschiedenen Handelsplätzen zu unterschiedlichen Preisen bzw. Kursen gehandelt werden. Vor allem im Devisenhandel ist diese Form der Spekulation sehr gefragt und wird dort als Forex Arbitrage oder auch Devisenarbitrage bezeichnet.

In der Praxis sieht der Handel mit Forex Arbitrage-Geschäften so aus, dass eine Währung an einem Handelsplatz günstig ge- und an einer anderen Devisenbörse zu einem höheren Preis verkauft wird. Forex Arbitrage eignet sich deshalb nur für sehr kurzfristige Geschäfte. Einen Gewinn, die positive Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis abzüglich der Handelskosten, erzielt der Anleger also nur, wenn er die Währung zu einem entsprechend höheren Preis an einem anderen Handelsplatz umgehend verkaufen kann. Gelingt ihm das nicht und er verkauft zu einem niedrigeren Preis, erleidet er einen Verlust über die negative Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis zuzüglich der angefallenen Handelskosten.

Forex Arbitrage setzt sehr gute Marktkenntnisse und Echtzeit-Kurse in einem elektronischen Handelssystem voraus. Anwender dieser Handelsstrategie sollten wissen, an welchen Handelsplätzen welche Währungen günstiger zu kaufen und wo sie teurer zu verkaufen sind, bevor sie kaufen. Kann beispielsweise das Britische Pfund in Frankfurt am Main zu einem günstigeren Kurs als in Großbritannien erworben werden, erfolgt der Verkauf in London zu einem höheren Kurs.

Kurzfristige Forex Arbitrage kann nur dann erfolgreich gehandelt werden, wenn der Trader sofort reagieren kann, und zwar so schnell, dass Forex Arbitrage nur mit elektronischen Trading-Systemen möglich ist. Kurse in volatilen Märkten wie dem Devisenmarkt können sich schnell ändern. Gerade keine Zeit zu haben, ist in diesem Fall also ziemlich unvorteilhaft. Je unruhiger und dynamischer der Markt, desto kürzer die Reaktionszeit, desto höher aber natürlich auch das Handelsrisiko.

Forex Arbitrage ist nicht allein der Kauf und anschließende Verkauf zu einem höheren Preis an zwei verschiedenen Handelsplätzen, sondern dies muss auch gleichzeitig erfolgen. Ziel ist es, einen Nettogewinn aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis zu erzielen. Der Brutto-Gewinn sollte also so hoch sein, dass auch die Handelskosten hiervon gedeckt sind.

In unserem Beitrag erklären wir Ihnen kurz und kompakt den Forex-Handel und bei welchem Broker Sie Forex Arbitrage-Geschäfte abwickeln können.

Wie funktioniert der Forex-Handel?

Der Devisenhandel (FX oder kurz Forex = Foreign Exchange Market) erfreut sich unter privaten Anleger großer Beliebtheit. Zum einen sind nur geringe Kapitaleinsätze nötig, um aufgrund der Hebelwirkung hohe Summen zu bewegen, zum anderen ist der Devisenmarkt höchst liquide. Die am häufigsten gehandelten Währungen sind der US-Dollar und der Euro, deren Handelsvolumen im Devisentausch rund 28% des Gesamtumsatzes der international wichtigsten Währungen beträgt. Der Devisenmarkt ist der größte Markt weltweit und verfügt über die höchste Liquidität, d.h. nach oben sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt. The sky is the limit.

Die Währungstauschgeschäfte werden OTC (over the counter) direkt zwischen den Marktteilnehmern wie z.B. den Finanzinstituten, Regierungen und Zentralbanken sowie Händlernetzen weltweit gehandelt, d.h. der Handel ist außerbörslich und dezentral. Weitere Marktteilnehmer sind neben Brokern auch institutionelle Händler wie Konzerne, aber auch private Anleger. Eine zentrale FX Börse ist am Devisenhandel nicht (mehr) beteiligt, so dass der Handel aufgrund der internationalen Zeitzonen rund um den Globus werktags rund um die Uhr von Sonntag 23 Uhr bis Freitag 23 Uhr MESZ erfolgt.

Für Privatpersonen im Euro-Raum ist die häufigste Form des Devisentausches die Auslandsüberweisung außerhalb der EU oder die Kreditkartenzahlung, bei der ein Tausch einer Währung (in diesem Fall des Euro) in eine Fremdwährung erfolgt, um den Betrag in lokaler Währung (z.B. in US-Dollar) zur Verfügung zu stellen. Dies kann z.B. die direkte Zahlung eines Hotelaufenthaltes an einem Urlaubsort im Ausland per Kreditkarte sein oder die Überweisung auf ein Auslandskonto, um in der lokalen Währung Verbindlichkeiten für den Kauf oder die Unterhaltung einer dortigen Immobilie zu bezahlen.

Alle wichtigen Informationen zum Devisenhandel finden Sie in unserem Beitrag „Devisenhandel für Anfänger“.

Was ist beim Forex-Handel mit einem Broker zu beachten?

Eine spekulative Form des Devisentausches ist der Forex (Devisen)-Handel. Da private Kleinanleger keinen direkten Marktzugang zu Warentermingeschäften und dem Interbanken-Handel haben, weil das gehandelte Volumen bei extremer Marktliquidität zu hoch ist, müssen sie über einen Forex-Broker handeln. Über einen Broker können sogenannte Differenzkontrakte (CFD = Contract for difference) gehandelt werden und der Anleger erhält einen indirekten Marktzugang über den Broker. Hier kann der Anleger auf die Kursentwicklung von Devisen spekulieren, ohne reale Vermögenswerte zu erwerben, wie dies beispielsweise im Aktienhandel der Fall wäre.

Unterschieden wird zwischen den Broker-Modellen Market Maker und den direkten Marktzugangsmöglichkeiten ECN- bzw. STP-Broker. Warum aber hier die Grenzen teilweise verschwimmen und viele Broker mit direktem Marktzugang in Wirklichkeit Market Maker sind, erfahren Sie nun.

Market Maker – Eignen sie sich für Forex Arbitrage?

Die Forex Arbitrage-Strategie eignet sich für den Handel über Markt Maker nicht, denn hier handelt der Trader ausschließlich mit dem Broker. Er kennt die genauen Kursdifferenzen nicht, die für eine erfolgreiche Forex Arbitrage erforderlich sind. Zudem wird hier mit Spreads gearbeitet und auch die Orderausführung wäre viel zu langsam.

Bei CFD-Brokern gibt es unterschiedliche Modelle, was den Marktzugang betrifft und damit zu welchen Devisenkursen gehandelt wird. Die Mehrzahl der Forex- bzw. CFD-Broker hat sind sogenannte Market Maker. Das heißt, sie stellen die Kurse der betreffenden Währungspaare wie z.B. EUR/USD selbst und geben keinen Kurs der Zentralbank oder den Kurs des Bankenpools weiter, mit dem sie am Markt zusammenarbeiten. Angebot und Nachfrage werden durch den Broker geregelt, nicht vom Markt. Kurse von Market Makern liegen immer über dem tatsächlichen Kurs und sind für Trader sehr intransparent. Sie können nicht nachvollziehen, wie der Kurs zustande kommt und Market Maker haben somit die Möglichkeit, gegen ihre Kunden zu handeln, was einen Interessenskonflikt zwischen Broker und Trader heraufbeschwört. Schließlich handelt es sich um ein Kundenverhältnis und als Dienstleister sollten sie im Interesse der Kunden handeln.

Zu den Kursen ihrer Liquiditätspartner am Markt, die der Trader nicht kennt, berechnet der Market Maker eine Differenz gegenüber seinem Kunden, dem Trader. Diese Spreads sind der Gewinn des Brokers.

Faire Kurse sind bei Market Makern eher Ansichtssache, trotzdem muss es sich aber nicht bei jedem Broker mit diesem Geschäftsmodell um „Abzocke“ und schwarze Schafe handeln und Trader können beim Handel mit Differenzkontrakten hohe Gewinne erzielen. Vergegenwärtigen sollten sich Forex-Trader aber immer das hohe Handelsrisiko mit Hebelprodukten.

Vor allem für Einsteiger eignen sich aber zunächst direkte Market Maker, die vereinfacht dargestellt in ihrem Handelssystem alle Kauf- und Verkaufsaufträge der Trader sammeln und gegeneinander handeln. Die Postionen werden so gegeneinander ausgeglichen. Erst wenn es für den Broker ernst wird und die Kaufaufträge überwiegen, geht er an den Liquiditätsmarkt und geht selbst eine Position ein, die er entweder absichert oder auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko handelt. Handelt der Broker auf eigenes Risiko und der Trader macht einen Verlust, hat der Broker hierbei gewonnen.

Der Vorteil für Einsteiger ist das bei Market Makern kalkulierbarere Risiko durch feste Spreads und zudem verzichten Market Maker auch auf Nachschusspflichten.

Doch aufgepasst, auch nicht alle ECN- und STP-Broker sind zugleich auch keine Market Maker. Ein indirekter Market Maker ist beispielsweise der CFD-Broker S-Broker (Sparkassen-Broker). Hier ist der ausschließliche Liquiditätspartner die Commerzbank AG und fungiert somit hinter S-Broker als Market Maker. Damit ist S-Broker also in Wirklichkeit kein ECN- oder STP-Broker. Mindestens ein Dutzend Liquiditätspartner sollte dem Broker zur Verfügung stehen. Je weniger, desto weniger objektiv auch die Wertigkeit von Angebot und Nachfrage.

Auch bei S-Broker ist keine Nachschusspflicht erforderlich, wenn der Kurs sich entgegen der Prognose des Traders entwickelt und durch die Hebelwirkung dem Trader ein Verlust entstehen die oder die Position ohne Anpassung der Margin nicht aufrechterhalten werden kann. Der Nachschusspflichten-Verzicht ist bei Brokern ein Hinweis dafür, dass dahinter wahrscheinlich ein Market Maker steht. Anders lässt sich diese Großzügigkeit gegenüber dem Kunden eigentlich nicht interpretieren.

Zu den Handelskosten und Handelsrisiken finden Sie bei uns zahlreiche, ausführliche und leicht verständliche Beiträge, wie z.B. Hebel, Margin, Nachschusspflichten oder Handelszeiten und Handelrisiko.

Forex-Trading zu „echten“ Kursen mit direktem Marktzugang

Was liegt also näher als bei einem Broker CFDs zu handeln, dessen System einen direkten Marktzugang (DMA = Direct Market Access) zu den Marktteilnehmern erlaubt?

Sogenannte ECN (Electronic Communication Network)- und STP (Straight through processing)-Broker erlauben ihren Kunden über das Handelssystem einen direkten Zugang zu ihren Liquiditätspartnern, dem Bankenpool. Über ein elektronisches Orderbuch können Trades jederzeit nachverfolgt und die aktuellen Kurse eingesehen werden. Der Kurspreis richtet sich ausschließlich nach Angebot und Nachfrage, der Broker hat hierauf keinerlei Einfluss. Es bestehen also keine Interessenskonflikte zwischen Broker und Trader. Deshalb berechnet er auch keine Spreads oder äußerst geringe Spreads, da er diese gar nicht kalkulieren könnte. Broker mit diesem Marktmodell erzielen ihre Einkünfte aus den festen Kommissionen und Provisionen, die dem Trader je Position berechnet werden.

Einen Haken hat aber auch dies, denn ECN-/STP-Broker dürfen offiziell und völlig legal bis zu 50% als Market Maker tätig sein und brauchen diese Tatsache nicht bekanntzumachen. Die Regularien, an die sich regulierte Broker zu halten haben, erlauben dies. Demnach ein recht schwieriges Unterfangen, einen zu 100% als ECN-/STP-Broker ausführenden Anbieter zu finden.

Broker mit der ECN-/STP-Marktausführung sind für Forex Arbitrage geeignet.

Das „Exoten“-Brokermodell Agentur

Eine recht selten zu lesende und von einigen Brokern herausgehobene Variante eines Brokermodells ist das sogenannte Agenturmodell, auch „Matched Principal Broker“ genannt. Allerdings ist dies nichts anderes als ein ECN-/STP-Broker, denn das Agenturmodell besagt, dass der Broker als Vermittler zwischen Kunden (Trader) und Marktteilnehmern (Liquiditätspool) auftritt und keine Interessenkonflikte entstehen. Ein tatsächlicher Unterschied in der Praxis bzw. in der Orderausführung lässt sich nicht erkennen. Sollte die Aussage indirekt darauf abzielen, dass der Anbieter zu 100% als ECN-/STP-Broker auftritt und keine Market Maker-Orders ausführt, wäre das natürlich äußerst positiv.

CFD-Broker mit Agenturmodell sind z.B. JFD Brokers und FxPro.

Fazit zu Forex Arbitrage

Forex Arbitrage sind äußerst kurzfristige Geschäfte, mit denen auf einen höheren Verkaufs- als Kaufpreis der betreffenden Währung spekuliert wird. Deshalb sind nur elektronische Handelssysteme für diese Handelsstrategie geeignet, die einen direkten Marktzugang bietet. Da Market Maker ihre Kauf- und Verkaufskurse selbst stellen, eignen sich Broker mit diesem Geschäftsmodell für Forex Arbitrage nicht.

Allein mit dem Vorgang des Kaufs und Verkaufs ist es allerdings nicht getan. Der Sinn und Zweck dieser Strategie ist, die Währung sofort wieder zu einem besseren Preis zu verkaufen. Umfangreiche Marktkenntnisse und Handelserfahrung ausdrücklich erwünscht.

Beim Trading mit direktem Marktzugang, welcher für Arbitrage-Geschäfte Voraussetzung ist, werden für Trader Kommissionen fällig. Diese gilt es zu berücksichtigen, denn Arbitrage macht keinen Sinn, wenn die Handelskosten den Gewinn aus der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis wieder tilgen oder übersteigen, denn es soll schließlich ein Nettogewinn erzielt werden.

Wie bei allen Handelsstrategien bieten sich Tests über ein Demo-Konto an. Dieses muss allerdings 1:1 der Live-Tradingplattform entsprechen.

Forex Arbitrage ist eine Handelsstrategie für sehr erfahrene Trader, die sich mit direktem Marktzugang auskennen und über sehr gute Marktkenntnisse verfügen. Einsteiger in den Forex- und CFD-Handel sind bei Market Makern besser aufgehoben, sie profitieren vor allem auch von der Sicherheit fixer Spreads und dem Verzicht auf Nachschusspflichten.

Für Anfänger und Einsteiger empfehlen wir EU- bzw. FCA-regulierte Broker mit umfangreichem Leistungs- und Serviceangebot, wie z.B. CMC Markets, IG oder GKFX. Neben günstigen Handelskosten verfügen diese Market Maker auch über kostenlose Demo-Konten, ein beispielhaftes Fortbildungsangebot und einen kompetenten, deutschsprachigen Kundensupport. CMC Markets und IG verfügen außerdem über deutsche Niederlassungen, an die Kunden sich direkt wenden können.

Der Nachteil für Profis unter den privaten Forex-Tradern, die Forex Arbitrage handeln wollen, ist, dass sich nur äußerst schwer ein geeigneter Online-Broker dafür finden lassen dürfte. Für institutionelle Kunden mit direktem Marktzugang und voller Markttiefe über offene Börsensysteme stellt dies keinerlei Problem dar, während private Anleger auf geeignete Broker angewiesen sind.

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In unseren unabhängigen Erfahrungsberichten haben wir alle Ergebnisse unserer Tests & Bewertungen der Broker zusammengefasst. Wir bewerten neben Seriosität, Kosten, Bedingungen und Service selbstverständlich auch die Marktausführung (Market Maker, ECN-/STP-Broker), handelbare Märkte, Art und Umfang des Asset Index und die verfügbaren Handelsarten der Broker, so dass Trader einen vollständigen Angebotsüberblick des jeweiligen Anbieters haben.

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In unseren Beiträgen erfahren Sie alles Wissenswerte und erhalten hilfreiche Tipps zum CFD-Handel, wie z.B. Hebel, Margin, Nachschusspflicht, Handelszeiten und Handelsrisiko, Steuern u.v.m.

 

Forex Arbitrage – Handelsstrategien für FX-Trader was last modified: Juni 15th, 2016 by AngelaZ