Devisenhandel lernen – Tipps für Forex-Einsteiger

Devisenhandel lernen und den Markt verstehen ist weit weniger schwer als viele Privatanleger denken. Der weltweit liquideste Markt für Währungen ist für Anleger höchst attraktiv und bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Doch wie geht man am besten vor, wo kann man Devisen, die auch Forex oder kurz FX genannt werden, handeln? Wie bildet man sich weiter und eignet sich die nötigen Kenntnisse an? Dies und mehr erfahren Sie in unserem nachfolgenden Beitrag.

1. Wie finde ich den richtigen Forex-Broker?

Der Devisenhandel wird ausschließlich elektronische Systeme abgewickelt, wobei es sich prinzipiell um ein Erfassungssystem von Angebot und Nachfrage einer Währung, die in Geld- und Briefkursen notiert werden und laufenden Änderungen unterliegen, handelt. Der Devisenhandel ist ein von der Aktienbörse unabhängiger Mark und findet zwischen den Marktteilnehmern praktisch rund um die Uhr statt. Der Handel für Privatanleger erfolgt über Broker oder Banken.

Bei der Wahl des Brokers spielt zunächst immer die Seriosität eine Hauptrolle. Das heißt, ist der Broker EU-reguliert durch eine offizielle Finanzmarktaufsicht und sind Erfahrungsberichte über den Anbieter vorhanden und entsprechend positiv? Lesen Sie in unseren unabhängigen und objektiven Erfahrungsberichten, wie gut der jeweilige Broker in unserem Test abschneidet und was seine Vor- und Nachteile sind. Empfehlenswert für den Forex-Handel sind beispielsweise die erfahrenen Broker ETX Capital, CMC Markets, IG oder flatex sowie die Direktbanken ING-DiBa, NIBC Direct oder Consorsbank mit günstigen Handelskonditionen und einem guten Service- & Leistungsangebot.

 
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2. Welches Broker-Handelsmodell ist das Richtige für mich?

Sogenannte Market Maker unter den Brokern legen die Preise, im Devisenhandel also den Wechselkurs nach dem gehandelt wird, nach eigenem Ermessen fest. Er entspricht nicht dem tatsächlichen Währungskurs der Devisenmärkte, orientiert sich aber natürlich daran. Käufe oder Verkäufe des Traders werden nicht an ausführende Banken weitergeleitet, sondern vom Broker selbst abgewickelt. Market Maker bestimmen also den Markt außerhalb des Marktes.

Fortgeschrittene Trader sind deshalb vor allem an ECN und STP-Brokern interessiert.

STP (Straight Through Processing)-Broker, leiten die Kauf- und Verkaufsorders der Händler sofort an einen Banken- bzw. Liquiditätspool weiter. Der Liquiditätspool ist vergleichbar mit der Wertpapierbörse beim Aktienhandel, die Orders werden direkt dort ausgeführt. Je größer dieser Pool ist, d.h. je mehr Mitglieder sich in diesem Pool befinden, desto besser der Preis, denn die Banken konkurrieren um das Devisengeschäft. Der beste Preis erhält die Ausführung der Kundenorder. Ist der Liquiditätspool sehr klein, besteht also im schlechtesten Fall nur aus einer Bank, ist der Unterschied zu den Market Makern nur gering.

ECN (Electronic Communication Network)-Broker sind genaugenommen ein virtuelles Trading-Netzwerk. Die Mitglieder dieses Netzwerks sind u.a. Banken, Investmentbanken und Händler. Die Orders werden bei ECN-Brokern in ein Orderbuch eingestellt und Devisen-Kurse allein durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Die Einnahmen von ECN-Brokern werden häufig nicht durch Spreads, sondern durch Kommissionen auf die jeweiligen Trades erzielt. ECN-Broker informieren über die Höhe der Kommissionen meistens je Handelswert in Kommissionstabellen, so dass der Trader von vornherein weiß, wie hoch die Kommission des jeweiligen Wertes ist.

ECN-Handelsmodell von IFC Markets

3. Welche Handelsstrategie eignet sich am besten und wie vermeide ich Verluste?

Allein die Auswahl der passenden Handelsstrategie kann bereits vor übermäßigen Verlusten im Devisenhandel schützen. Als auch für Anfänger gut nachvollziehbar und einfach zu erlernen, erweist sich zunächst z.B. die Trendfolge-Strategie.

Auch im Devisenhandel gibt es Strategien, die zunächst eine Reihe von Verlusten beinhalten, um dann zu außergewöhnlich hohen Gewinnen zu führen oder die nur bei bestimmten Marktentwicklungen greifen. Entwickelt der Markt sich dann in die andere Richtung, ist diese Art von Strategie dann möglicherweise nicht mehr die richtige. Strategien mit langen Verlustphasen und anschließenden hohen Gewinnmöglichkeiten eignen sich nicht für Anfänger und sind den Profis vorbehalten.

In unserem Beitrag Die 10 wichtigsten Gründe für Verluste im Forex-Handel lesen Sie, wie Sie Verluste vermeiden und erfolgreicher traden.

Vermeiden Sie unbedingt das Denken im Kontostand-Modus. Viele Trader orientieren sich insbesondere zu Beginn ausschließlich auf ihren Kontostand und lassen dabei ihre Handelsstrategie außer Acht. Auch zu hohe Einsätze führen schnell zu einem leergefegten Handelskonto bei noch unerfahrenen Devisen-Anlegern.

5. Liquide Währungspaare (Majors) handeln

Einsteiger sollten sich auf die gängigen und wichtigsten Währungspaare konzentrieren, wie z.B. EUR/USD. Exotische Währungen (Minors und Nebenwerte) sind für Devisen-Anfänger tabu. Der Markt für exotische Währungen ist nicht nur schwer nachzuvollziehen, er verfügt auch über wesentlich geringere Liquidität, d.h. Angebot & Nachfrage können sehr gering vorhanden sein, was sich auf den Kurs auswirkt und hohe Spreads (Handelskosten) verursacht.

Durchschnittliche, anteilige Umsätze nach Währungspaar im Devisenhandel (Quelle: Triennal CB Survey)

6. Devisenhandel lernen – Fortbildung & Demo-Konto-Angebot der Broker für den erfolgreichen Einstieg

Noch unerfahrene Trader profitieren von den teilweise sehr guten Fortbildungsangeboten der Broker. Sie sollten sich deshalb für einen Broker entscheiden, der mit umfangreichen und gut verständlichen Bildungsmaterialien eine sinnvolle Unterstützung bietet, optimalerweise mit Webinaren, e-book und weiterführenden Kursen. Ein solides Basis- und Marktwissen ist für den Devisenhandel wie auch für alle anderen Handelsoptionen ein Muss. Besonders zu empfehlen sind die bereits o.g. Marktführer CMC Markets und IG, aber auch GKFX und FXPro.

 
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7. Was muss man bei den jeweiligen Währungen sonst noch berücksichtigen?

Neben den durch Fortbildung angeeigneten Marktkenntnissen und der Fähigkeit, technische Analysen wie z. B. Chartanalysen aufgrund historischer Charts vorzunehmen, sind die wichtigsten Faktoren für erfolgreichen Devisenhandel vor allem Kenntnisse über Ereignisse aus dem Wirtschaftskalender des betreffenden Landes und Kennzahlen und Veränderungen von Drittmärkten, die in mittelbarem Zusammenhang mit der Währung stehen, z.B. Rohstoffe.

Viele Broker bieten sowohl einen globalen Wirtschaftskalender als auch detaillierte Market News zu den jeweiligen Währungspaaren an. Ansonsten sind zahlreiche Informationsquellen im Internet verfügbar wie beispielsweise einschlägige Finanz- und Wirtschaftsnachrichten bei Bloomberg oder Reuters, einschließlich aktueller Presseberichte und natürlich auch die Empfehlungen und Berichte der Analysten von Banken, Wertpapierhändlern und Beratern.

8. Devisenhandel lernen mit dem Demo-Konto

Bei Nutzung des Demo-Kontos können Anfänger risikofrei mit virtuellem Einsatz den Devisenhandel erlernen. Bevor also der erste Trade über die Live-Handelsplattform erfolgt, sollte der Trader sich einige Wochen mit dem Demo-Konto beschäftigt haben und auf die Verlockung verzichten, gleich „richtiges Geld“ einzusetzen und möglicherweise einen Gewinn zu verbuchen. Bei Verlusten wäre die Frustration aber umso größer und es besteht die Gefahr, dass Strategien nicht angewendet und auch die Marktkenntnisse für eine realistische Einschätzung der Kursentwicklung noch gar nicht vorhanden sind.

Einige Online-Broker bieten zwar Demo-Konten an, diese sind aber nicht identisch in den Funktionen mit der Live-Plattform und eignen sich im Grunde nicht, um den Handel zu erlernen. Vorzugsweise sollte ein Broker ein identisches Demo-Konto mit einem virtuellen Guthaben zur Verfügung stellen, mit dem der Anfänger unter gleichen Bedingungen wie mit der Live-Plattform ohne finanzielles Risiko üben kann.

9. Wie funktioniert ein direktes Devisengeschäft?

An einem Beispiel stellen wir Ihnen ein direktes Devisengeschäft in seinen Einzelheiten vor:

Der Trader spekuliert auf einen Kursanstieg des EUR gegenüber dem USD. Zuerst nimmt er praktisch einen Kredit in USD auf. Der Kurs für einen EUR in USD beträgt 1,1200. Um ein Devisengeschäft abzuwickeln muss er über den betreffenden Broker mindestens 1 Lot, d.h. einen Betrag von 100.000 EUR-Einheiten erwerben, die er in USD aufnimmt. Insgesamt 120.000 USD. Diesen Betrag zahlt er nicht über sein Handelskonto, sondern nur einen Bruchteil davon, d.h. in Höhe der geforderten Margin (Sicherheitsleistung). Der USD-Kredit von 112.000 USD wird nun in EUR umgetauscht, d.h. 100.000 EUR. Es bestehen somit 2 Konten innerhalb dieser Transaktion. 112.000 USD im Soll (Kreditverbindlichkeit), 100.000 EUR im Haben (Guthaben).

Der Kurs steigt zugunsten des EUR nun auf 1,1300, d.h. für 1 EUR erhält man 1,1300 USD. Um den Gewinn durch den Kursanstieg zu realisieren, wird zunächst das Guthaben-Konto von 100.000 EUR zum aktuellen Kurs aufgelöst und in USD getauscht. Hier stehen nun 113.000 USD zur Verfügung. Das Kredit-Konto wird mit 112.000 USD von diesem Betrag ausgeglichen, der Gewinn von 1.000 USD geht auf das Handelskonto des Traders, wo der Betrag wiederum in EUR gutgeschrieben wird, abzüglich aller anfallenden Handelskosten.

Sinkt der Kurs hingegen und der Trader hat sich verspekuliert, wird der Verlust von seinem Handelskonto-Guthaben abgezogen. Informieren Sie sich in diesem Zusammenhang auch über die Handelsrisiken und eventuelle Nachschusspflichten, welche über das vorhandene Guthaben Ihres Handelskontos auch hinausgehen können und von Ihnen anderweitig beglichen werden müssen. Entscheiden Sie sich für einen deutschen Broker, welcher durch die deutsche BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) reguliert wird, entfällt eine Nachschusspflicht, da die Finanzmarktaufsicht diese Nachschüsse inzwischen zugunsten der Anleger im Rahmen des Anlegerschutzes verboten hat. In unserem Artikel BaFin verbietet Nachschusspflichten im CFD-Handel informieren wir Sie ausführlich hierüber.

10. Zu welchen Tageszeiten kann ich am besten welche Devisen handeln?

Theoretisch können Devisen zwar rund um die Uhr gehandelt werden, da immer ein Markt durch die Zeitverschiebung geöffnet ist und entsprechend viele Umsätze erfolgen. Zum anderen hängt die Möglichkeit des Handels aber auch von den durch den Broker festgelegten Handelszeiten ab.

In Europa sind die Devisenmärkte von 8-18 Uhr geöffnet, während der US-Markt in New York um 14 Uhr MEZ öffnet und um 21 Uhr schließt. Somit liegt z.B. die Kern-Handelszeit mit hoher Volatilität (Kursschwankungen) zwischen 14 Uhr und 18 Uhr, wenn beide Märkte geöffnet sind und das Währungspaar EUR/USD am stärksten gehandelt wird. Das bedeutet, dass während dieser Zeitspanne die höchsten Gewinne mitgenommen werden können, aber durch höhere Kursschwankungen auch ein erhöhtes Handelsrisiko besteht.

Die asiatischen Märkte in Hong Kong, Singapur und Tokio öffnen um 1 Uhr MEZ und schließen um 9 Uhr morgens. Der australische Markt in Sydney ist von 1 Uhr bis 7 Uhr MEZ geöffnet.

Fazit zum Erlernen des Devisenhandels

Devisen werden immer als Devisenpaare gehandelt. Der Kauf- oder Verkauf erfolgt zu dem aktuellen Währungskurs, d.h. die Währung steht grundsätzlich in einem Preisverhältnis zu einer anderen Währung, z.B. EUR/USD oder GBP/USD.

Der Devisenhandel ein außerbörsliches Tauschgeschäft, denn es ist nicht möglich nur eine dieser beiden Währungen zu handeln. Eine Währung wird gegen die andere getauscht, d.h. in der Praxis, der Trader kauft die eine und verkauft gleichzeitig die andere Währung. Durch diesen gleichzeitigen Kauf und Verkauf entsteht das Preisverhältnis (nominaler Wechselkurs) der beiden Währungen zueinander.

Der internationale Devisenmarkt ist der liquideste Markt überhaupt und es lassen sich hohe Gewinne bei niedrigem Einsatz mit unterschiedlichen Hebeln erzielen, denn wer eine Position von 1 Lot (100.000 EUR) handelt, hinterlegt nur einen Bruchteil der Summe als Sicherheitsleistung (Margin).

Bei sogenannten ECN-bzw. STP-Brokern wird ein direkter Marktzugang zum Liquiditätspool, der aus einem Pool von Liquiditätspartnern wie Investmentbanken, Großbanken u.a. Institutionellen besteht, gewährleistet. Trader geben ihre Order direkt über den Broker in den Liquiditätspool und erhalten den bestmöglichen Kurs der dortigen Wettbewerber. Broker mit Market Maker-Handelsmodell stellen die Kurse hingegen selbst und sind meist teurer als ECN- bzw. STP-Broker, da sie höhere Spreads verlangen.

Private Anleger können Währungen über einen Broker außerbörslich im Interbankenmarkt traden. Diese Kontrakte können individuell festgelegt werden und beginnen bereits mit kleinen Handelsgrößen (Lots), so dass die Investition weitaus geringer ist als an den Devisenbörsen für institutionelle Kunden.

Die Hauptwährungspaare (Majors) wie EUR/USD oder GBP/EUR sind grundsätzlich bei allen Anbietern im Asset Index enthalten. Exotische Währungspaare eignen sich hingegen nicht für Anfänger und sind häufig auch bei verschiedenen Brokern gar nicht handelbar, da Angebot und Nachfrage sehr gering sind.

Als privater Anleger über einen Broker im Interbankenmarkt zu handeln, bietet gewisse Vorteile, denn der außerbörsliche Forex Markt ist rund um die Uhr zugänglich, während an den Börsen nur zu den offiziellen Handelszeiten gehandelt werden kann.

Die Voraussetzung ist ein Handelskonto bei einem Forex-Broker, welches oft schon mit vergleichsweise geringer Mindestkapitaleinlage von beispielsweise 100 EUR problemlos online eröffnet werden kann. Viele Broker, insbesondere Direktbanken, verzichten auf eine Mindesteinlage, haben aber nicht alle den direkten Devisenhandel (Forex) im Angebot.

Wer in den Devisenhandel einsteigen möchte, findet eine Vielzahl an regulierten deutschen Direktbanken und anderen innerhalb der EU regulierten Brokern, Fortbildungsmöglichkeiten und Informationen zum Thema Devisen über die Finanzportale wie z.B. OnVista mit angeschlossenem Brokerage-Bereich.

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Devisenhandel lernen – Tipps für Forex-Einsteiger was last modified: Juni 18th, 2017 by AngelaZ