Forex Swaps – Gebühren im Devisenhandel

Forex Logo

Forex Swaps – Gebühren im Devisenhandel

Gebühren für Swaps gehören neben den Spreads, Kommissionen oder Provisionen usw. zu den Handelskosten im Forex-Handel. Einige Broker verzichten hierauf, andere erheben die Gebühren für Swaps zusätzlich zu den sonstigen Handelskosten. In unserem Artikel erfahren Sie die Definition von Swaps und wann Ihnen die Gebühren für das Halten von Forex-Positionen über Nacht als Overnight bzw. Rollover-Kosten berechnet werden.

Wie funktioniert der Forex-Handel?

Forex-Handel oder FX-Handel (Foreign Exchange) bezeichnet den Devisenhandel, d.h. den An- und Verkauf von ausländischen Währungen. Der Händler erwirbt bei einem Kauf oder Verkauf das Recht auf die Währung in der entsprechenden Handelsgröße, er kauft oder verkauft also nicht das Geld an sich als Vermögenswert, wie dies z.B. bei Wertpapieren der Fall ist.

Der Kauf- oder Verkauf der Devisen erfolgt immer zu dem sogenannten Währungskurs, d.h. die Währung steht grundsätzlich in einem Preisverhältnis zu einer anderen Währung, beispielsweise EUR/USD. Deshalb werden Devisen als Paare gehandelt, es ist nicht möglich nur eine dieser beiden Währungen zu handeln, man tauscht eine Währung gegen die andere, kauft also die eine und verkauft gleichzeitig die andere. Durch diesen gleichzeitigen Kauf und Verkauf entsteht das Preisverhältnis der beiden Währungen zueinander, der nominale Wechselkurs.

Devisen werden über elektronische Systeme abgewickelt. Das bekannteste Handelssystem ist der FOREX-Handel (Foreign Exchange-Handel), der internationale Devisenhandel. Prinzipiell ist der elektronische Devisenhandel ein Erfassungssystem von Angebot und Nachfrage einer Währung, die in Geld- und Briefkursen notiert werden und laufenden Schwankungen unterliegen. Der Devisenhandel ist ein von Wertpapierbörsen unabhängiger (außerbörslicher) Markt und der größte weltweit mit hoher Volatilität.

Alle wichtigen Informationen zum Devisenhandel und zur Auswahl des Forex-Brokers finden Sie auch in unserem Beitrag „Devisenhandel für Anfänger“.

Die Währungen im Devisenhandel

Majors – die wichtigsten Devisen weltweit

Die wichtigsten Währungen der Devisenmärkte sind US-Dollar, EURO und Japanischer Yen, die eigenständigen Währungen der größten internationalen Wirtschaftsräume. Hinzu kommen der Schweizer Franken (CHF) und das Britische Pfund Sterling (GBP), beides Währungen einflussreicher und starker Finanzplätze.

EUR-USD

Exotische Währungen – Detaillierte Marktkenntnisse für den Handel erforderlich

Exotische Währungen unterliegen zwar weitaus weniger Faktoren, wie sie z.B. den EURO-Kurs beeinflussen, und sind häufig an führende Währungen, wie z.B. den US-Dollar gekoppelt, . Für den Handel mit exotischen Währungspaaren sind deshalb detaillierte Marktkenntnisse über die jeweils individuellen Einflussfaktoren und Zusammenhänge nötig, wie beispielsweise die finanzwirtschaftliche Situation und Entwicklung des betreffenden Landes.

Da über viele Währungen, die nicht zu den Majors gehören, im Ausland weniger berichtet wird, empfehlen sich für interessierte Trader die lokalen Marktnachrichten des betreffenden Landes. Ein Beispiel hierfür ist z.B. der Währungsverfall des Südafrikanischen Rand, der in 2015 rund ein Drittel seines ursprünglichen Wertes verloren hat und worüber weitaus weniger in der Presse berichtet wurde als z.B. die geplante Aufnahme des chinesischen Yen in den IWF Währungskorb im Oktober 2016.

Was sind Swaps?

Forex bzw. FX Swaps (Devisen-Swaps) sind ein zweiseitiges Finanzgeschäft, das den Tausch bzw. Rücktausch von zwei Währungen bezeichnet, z.B. den Tausch von EUR in USD und umgekehrt, zu einem bestimmten Zeitpunkt und Wechselkurs.

Zwischen Tausch und Rücktausch können Tage oder auch Wochen liegen. Für diesen Zeitraum werden Gebühren berechnet, die dem Trader als Overnight- bzw. Rollover-Gebühren in Rechnung gestellt werden, wenn die betreffende Position über Nacht gehalten wird (in der Regel über 23 oder 24 Uhr hinaus). Den genauen Zeitpunkt, ab wann die Position zur Overnight-Position und in den nächsten Tag hinein übertragen wird, erfahren Sie von Ihrem Broker.

Die Berechnung der Gebühr für Swaps erfolgt dabei für jede Nacht, somit also nicht erst nach Rücktausch für den gesamten zurückliegenden Zeitraum, sondern sie erscheint jeweils am nächsten Morgen auf dem Handelskonto.

Wie werden Gebühren für Swaps berechnet?

Ob Overnight bzw. Rollover Gebühren für Swaps berechnet werden, variiert von Broker zu Broker. Bei AAFX fallen beispielsweise keine an. Wie werden diese aber nun im Normalfall berechnet?

Für den die ge- oder verkaufte Währung, die über Nacht als Position im Portfolio des Traders gehalten wird, fällt jeweils ein Zinssatz an. Die Differenz zwischen diesen beiden Zinssätzen wird dem Trader als Overnight bzw. Rollover Gebühr berechnet.

Hier kommt es auch auf den verwendeten Hebel an. Je höher der Hebel (Leverage), d.h. je höher die Handelsgröße, desto höher die Kosten.

Zusammenfassend gesagt: Sind die Zinsen für die gekaufte Währung höher als die der verkauften, erhält der Trader die Differenz zu seinen Gunsten.

Sind die Zinsen auf die gekaufte Währung geringer als für die verkaufte, schuldet der Trader die Overnight bzw. Rollover Gebühr aus dieser Differenz.

Swap Gebühren als Gutschrift auf dem Handelskonto?

Bei einem Kauf von EUR und Verkauf von USD ist der europäische und US-Zinssatz relevant. Liegt z.B. der Zinssatz bei 3% in Europa und 2% in den USA, erhält der Trader 1% auf seine gehaltene Position, denn er hat den EUR zu einem höheren Zinssatz gekauft als er den USD verkauft hat.

Börse NYC

Um sich die Zinsdifferenzen zu Nutze zu machen und damit Gebühren zum Nachteil des Traders zu umgehen, können beispielsweise die gewünschten Währungen auch in anderen Ländern, die nicht das eigentliche Ursprungsland der Währung sind, aber höhere oder niedrigere Zinsen berechnen, ge- oder verkauft werden.

Nicht immer müssen Swaps also als Gebühr auf dem Handelskonto als Kosten verbucht werden. Sie können auch als Gutschrift erfolgen.

Warum sind die Overnight bzw. Rollover-Gebühren für Swaps bei Brokern unterschiedlich hoch?

Der Zinssatz der betreffenden Währung ist abhängig von den geltenden Leizinssätzen des Landes der jeweiligen Währung. Theoretisch müssten die Overnight bzw. Rollover Gebühren demnach bei allen Brokern identisch sein. Das ist aber nicht der Fall, hier gibt es zum Teil gravierende Unterschiede, weshalb es sich lohnt, bei der Broker-Wahl alle Handelskosten genauer zu vergleichen und nicht nur auf möglichst niedrige Spreads der einzelnen Währungspaare zu schauen.

Einige Broker geben auch die Overnight bzw. Rollover Gebühren in Spreads an. Market Maker bauen sich hier einen gewissen Spielraum ein, denn sie verdienen nicht nur an den eigentlichen Spreads, die für die jeweiligen Währungspaare in Pips auf Tagesbasis von 24 Stunden angegeben sind. Statt der jeweiligen offiziellen Zinssätze sind für die über Nacht gehaltenen Swaps dann auch die Gebühren in Spreads (Pips) angegeben. Diese sind rechnerisch natürlich höher als der tatsächliche Zinssatz, der prozentual berechnet würde.

Handelskosten über das Demo-Konto kalkulieren

Demo-Konten werden von zahlreichen Brokern in unterschiedlichen Ausführungen angeboten. Am meisten Sinn machen natürlich Demo-Versionen, die mit den realen Bedingungen der Live-Handelsplattform identisch sind. In unseren Tests haben wir auch die jeweiligen Demo-Konten getestet. Einige Broker stellen diese nur zeitlich begrenzt für 14 oder 30 Tage oder auch erst nach Anmeldung oder gar Einzahlung auf ein Live-Konto zur Verfügung. Legen Sie deshalb bei der Broker-Wahl Wert auf ein kostenloses, zeitlich unbegrenztes Demo-Konto zu Echtzeit-Bedingungen mit allen Funktionen der Live-Tradingplattform.

Grundsätzlich hat das Demo-Konto den Vorteil, dass der Handel völlig risikofrei und ohne Kapitaleinsatz simuliert werden kann, wovon vor allem Einsteiger, aber auch Fortgeschrittene profitieren. Neben dem Lerneffekt und der Möglichkeit, verschiedene Handelsstrategien zu testen, eignet sich eine vollwertige Demo-Version aber auch zur Kalkulation von Handelskosten.

Demo Tablet

Vor allem Forex- und CFD-Einsteigern bereiten die zu erwartenden Handelskosten oft vor allem zu Beginn Kopfzerbrechen, da die Kalkulation schon allein aufgrund der Hebelwirkung nahezu unmöglich erscheint. Für die Demo-Version können nicht nur unterschiedliche Hebel gewählt oder die tatsächlich entstehenden Kosten unterschiedlicher Spreads verschiedener Währungspaare überprüft, sondern z.B. auch Overnight bzw. Rollover Gebühren kalkuliert werden.

Vor dem ersten Live-Trade bietet sich auf jeden Fall eine ausgiebige Testphase über das Demo-Konto an. Kostenlose, zeitlich unbegrenzte Demo-Konten gehören z.B. bei FxPro, Direktbroker-FX, XM Broker, CMC Markets, IG oder JFD Brokers zum umfangreichen Service- und Leistungsangebot.

 
Jetzt CMC Markets und vom Hebel bis zu 1:500 profitieren!

Fazit zu Overnight bzw. Rollover Gebühren für Swaps

Overnight oder Rollover Gebühren beinhalten die Zinsdifferenz zwischen dem jeweiligen Leitzinssatz des Ursprungslandes der betreffenden Währung, der bei einem Währungstausch einer über Nacht gehaltenen Forex-Position gegeneinander verrechnet wird.

Währungen können aber auch in anderen Ländern gekauft werden. So macht es z.B. gegebenenfalls Sinn, Britische Pfund Sterling (GBP) nicht an der Londoner Börse zu kaufen, sondern, wenn diese geschlossen hat, an der New Yorker Börse. Dort sind die Zinssätze niedriger als in Großbritannien, so dass dies einen Vorteil bezogen auf die Zinsdifferenz bedeuten kann.

Gerade im Forex-Handel werden Swaps als Währungs-Tauschgeschäft eines Devisenpaares häufig über Tage oder Wochen gehalten, d.h. über Nacht fallen Gebühren in Form von Overnight bzw. Rollover-Kosten an. Broker handhaben die Berechnung dieser Kosten sehr unterschiedlich, weshalb es sinnvoll ist, auch einen Blick auf diese Handelskosten bei der Broker-Wahl zu werfen und nicht nur auf die Höhe der Spreads auf Tagesbasis, die den jeweiligen Währungspaaren zugeordnet sind, gleichgültig ob fixer Spread oder variabler Durchschnitt wie z.B. häufig bei ECN-Konten. Sind die Gebühren für das Halten über Nacht ebenfalls in Spreads bzw. Pips angegeben, sind eigene Berechnungen zu den jeweiligen Zinssätzen eines Währungspaares und den zu erwartenden Kosten nur sehr ungenau, da der Spread des Brokers über dem eigentlichen Zinssatz liegt.

Eine weitere Überlegung, um gegebenenfalls Overnight bzw. Rollover Gebühren zu sparen, ist die Abwägung, ob es wirklich Sinn macht, die offene Position über Nacht im Portfolio zu behalten oder vor 23 oder 24 Uhr  zu kaufen. Zwar werden Devisen außerbörslich gehandelt und sind der volatilste Markt überhaupt, allerdings kann ein Abwarten über den Zeitpunkt des Eintritts in den Overnight-Status hinaus durchaus Kosten sparen, ohne dass in dem Fall größere Währungskurs-Nachteile entstehen. Informieren Sie sich bei Ihrem Broker, ab wann eine offene Position als Overnight-Position gilt, die Zeiten sind teilweise je nach Anbieter unterschiedlich und liegen zwischen 22 und 24 Uhr. Achten Sie deshalb auch darauf, welche Zeitzone ihr Broker zugrundlegt, ob beispielsweise GMT oder MEZ. Bei den meisten Brokern ist dies GMT.

Wer noch keine oder wenig Erfahrung im Forex-Handel hat, kann über ein Demo-Konto auch ein Gefühl für die zu erwartenden Handelskosten bekommen. In aller Regel ist für die Demo-Version auch der gewünschte Hebel einstellbar, so dass das Demo-Handelskonto die Handelskosten, die bei einem Live-Trade entstehen würden, real abbilden kann. Hierfür ist es allerdings notwendig, dass die Demo-Version in allen Funktionen und Handelsbedingungen der Live-Handelsplattform entspricht.

Je höher der Hebel, desto höher auch die Handelskosten. Dies gilt selbstverständlich auch für Overnight bzw. Rollover Gebühren. Damit wird umso deutlicher, dass mit hohen Hebeln nicht nur höhere Gewinne und Verluste bei steigendem Handelsrisiko, sondern davon unabhängig auch höhere Handelskosten entstehen. Einsteiger sollten sich nach ausgiebiger Übungs- und Lernphase über ein Demo-Konto live zunächst nur mit sehr niedrigen Hebeln handeln. Inzwischen bieten Broker nicht selten auch Hebel von 1:1000 oder 1:2000 an. Dies mag für Profis interessant sein, für Anfänger und Trader mit durchschnittlicher Erfahrung ist eine Leverage in dieser Höhe jedoch völlig ungeeignet.

Eine gewisse Risikobegrenzung ermöglicht ein Handelskonto ohne oder mit sehr begrenzter Nachschusspflicht, wie es von Market Makern angeboten wird. Hier eignet sich beispielsweise die deutsche Consorsbank, die zudem auch eine exzellente Unterstützung beim Handel durch professionellen Kundenservice bietet. Ebenfalls sehr hohen Wert auf qualitativ hochwertige Fortbildungsmöglichkeiten und kundenorientieren Support legt auch der in Düsseldorf ansässige Broker Smart Markets.

FxPro und einige andere Anbieter bieten ihren Kunden einen Swap-Gebührenrechner, über den Sie einfach die entsprechenden Werte des Währungspaares, ihre Kontowährung und die Positionsgröße eingeben können. Der Swap Rechner berechnet dann die entsprechende Overnight bzw. Rollover Gebühr pro Währungspaar. Ist dieses Tool bei Ihrem Broker nicht vorhanden, stehen bei vielen Anbietern diese Tools auch direkt auf der Trading-Plattform zur Verfügung.

FxPro bietet seinen Kunden einen Swap-Rechner, mit dem Sie die Gebühren berechnen können

FxPro bietet seinen Kunden einen Swap-Rechner, mit dem Sie die Gebühren berechnen können

Overnight und Rollover Gebühren sind nur ein Teil der entstehenden Handelskosten für Forex Swaps. In unseren Beiträgen zu den einzelnen Kosten-Komponenten erfahren Sie, welche für Sie als Trader sonst noch entstehen können und wie Sie den richtigen Broker finden, bei dem Sie kostengünstig und sicher handeln.

Jetzt den passenden Broker finden, anmelden & traden

In unseren Erfahrungsberichten wir unsere unabhängigen Test- und Bewertungsergebnisse der Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Broker zusammengefasst. Dort finden Sie zahlreiche EU- und FCA-regulierte Broker, die neben ihrer Seriosität mit einem guten Service- und Leistungsangebot überzeugen. In den jeweiligen Bewertungen erfahren Sie unsere ausführlichen Testergebnisse, ob der Anbieter die Voraussetzungen für eine seriöse Einschätzung der Arbeitsweise erfüllt und wir ihn aufgrund seines Gesamtangebotes empfehlen. Sie können sich direkt über unsere Webseite beim Broker Ihrer Wahl anmelden und profitieren von objektiven Bewertungen im Anbieter-Vergleich.

Darüber hinaus erhalten Sie ausführliche Informationen zum Forex-, CFD- und Binäre Optionen-Handel in unseren Beiträgen, wie Sie z.B. Hedging über Forex als Absicherungsstrategie im Risikomanagement nutzen und viele andere interessante Themen des Online-Trading.

 
Jetzt zu XM und 25€ Startguthaben ohne Einzahlung kassieren!
Forex Swaps – Gebühren im Devisenhandel was last modified: Februar 9th, 2016 by AngelaZ